Satire mit Herz und Tiefgang
Mit Nullzone wirft Isabella Straub einen satirischen Blick auf Gentrifizierung, soziale Ungleichheit und die absurden Versprechen des Immobilienmarkts. Im Zentrum steht der marode Sozialbau „Kratzer“, ...
Mit Nullzone wirft Isabella Straub einen satirischen Blick auf Gentrifizierung, soziale Ungleichheit und die absurden Versprechen des Immobilienmarkts. Im Zentrum steht der marode Sozialbau „Kratzer“, der ins Wanken gerät, weil nebenan ein futuristisches Luxusprojekt geplant ist – für die Bewohner droht der Verlust ihres Zuhauses.
Der Roman folgt drei sehr unterschiedlichen Figuren: Elfi, der pragmatischen Hausmeisterin, die den Alltag im bröckelnden Gebäude zusammenhält; Rachid, einem Paketzusteller mit dem Traum von Selbstständigkeit; und Gabor, einem Zukunftsforscher in der Krise, der an den Hochglanzvisionen seiner Branche zu zweifeln beginnt. Während der „Kratzer“ sich sichtbar neigt und der Protest der Bewohner Aufmerksamkeit bekommt, geraten auch ihre Leben ins Rutschen.
Straub verbindet Gesellschaftskritik mit Humor und erzählt aus wechselnden Perspektiven, jede mit eigener Stimme. Hinter der Satire steht ein warmherziger Roman über Menschen, die in einer rasant veränderten Stadt nach Halt und Zugehörigkeit suchen – klug, unterhaltsam und nachdenklich zugleich.