Tolle Interpretation
Das Nibelungenlied, die Artus-Sage … allesamt Mythen aus früher Zeit, die einer breiten Masse bekannt sind.
Nur wenige jedoch kennen den finnischen Mythos Kalevala.
In meinen Teenagerjahren war ich ein ...
Das Nibelungenlied, die Artus-Sage … allesamt Mythen aus früher Zeit, die einer breiten Masse bekannt sind.
Nur wenige jedoch kennen den finnischen Mythos Kalevala.
In meinen Teenagerjahren war ich ein großer Finnland-Fan, weshalb mir diese Legende bereits vertraut war. Als der Valmis Verlag eine neue Romaninterpretation dieses Stoffes ankündigte, wollte ich unbedingt in diese mystische Welt voller Zauber, Magie, Zwerge und dem geheimnisvollen Sampo eintauchen.
Jamie Fowl gelingt es mit einem ruhigen, atmosphärischen Erzählton, den im 19. Jahrhundert niedergeschriebenen Runenliedern neues Leben einzuhauchen. Der Leser folgt dem Barden Vainamoinen, der in die Fänge der mächtigen Zauberin Louhi gerät. Beide sehen im Vormarsch des Christentums eine Bedrohung für ihr Land und seine Mythen, doch Louhi ist bereit, dafür extreme Wege zu gehen.
Sie will den Sampo schmieden lassen: eine übernatürliche Mühle, die Reichtum und Macht verspricht und nur von einem Schmied vollendet werden kann, der das Eisen singen hört. Doch schon bald müssen alle Beteiligten erkennen, dass absolute Macht niemandem gehört und dass jeder Versuch, sie zu kontrollieren, seinen Preis hat.
„Kalevala – Zwielicht der Götter“ ist eine klare Empfehlung für alle Fantasy-Liebhaber fernab des Mainstreams, die Lust haben, in eine alte Sage einzutauchen und deren mythische Tiefe neu zu entdecken.