Reiseabenteuer als Graphic Novel - einfach schön
"Ich möchte lieber so leben, als wenn jeder Tag erst der Anfang ist...". Jan Bauer erzählt in seiner Graphic Novel von seiner 450km-langen Wanderung in Australien. Beim Wandern will er zu sich selbst finden ...
"Ich möchte lieber so leben, als wenn jeder Tag erst der Anfang ist...". Jan Bauer erzählt in seiner Graphic Novel von seiner 450km-langen Wanderung in Australien. Beim Wandern will er zu sich selbst finden und mit sich allein sein. Doch dann trifft er Morgane und alles verändert sich.
Jan Bauer hat es mit seinem Buch geschafft, trotz wenig Text alle Emotionen zu vermitteln, sei es mittels Bildern oder Gesichtsausdrücken. Alles ist in schwarz-weiß gehalten, was ich etwas schade finde. Die Landschaft ist sehr schön dargestellt und ich habe einige Bilder länger auf mich wirken lassen. Ich denke, mit Farbe wäre es großartiger gewesen. So stand eher die Beziehung zwischen Jan und Morgane im Mittelpunkt. Irgendwie ging mir das doch etwas zu schnell und ich konnte die Intensität der Gefühle nicht ganz nachvollziehen. Die Wanderung und die damit einhergehenden Herausforderungen waren eher nebensächlich. Nur zum Anfang wurden die ein oder anderen Probleme und kreativen Lösungen von Jan beschrieben.
Es gab wenig Text in der Graphic Novel, dafür war dieser sehr aussagekräftig und ich konnte alles gut mitverfolgen. Bei den französischen Sprechblasen hatte ich kurz gestockt, aber ich habe den Sinn dahinter verstanden, was wiederum sehr lustig war.
Beide Charktere, Jan und Morgane, fand ich sehr angenehm. Wobei Jan auf mich etwas weinerlich wirkte. Er hat einen kurzen Rückblick in seine Vergangenheit gegeben, was ich auch nochmal richtig gut fand. Da konnte ich ihn etwas besser verstehen. Morgane war für mich eine abgeklärte Frau, die viel Freiheit braucht und sich nicht festlegen will. Das wirkte irgendwie anstrengend.
Mir hat es super gefallen, dass es ein echtes Foto in die Graphic Novel geschafft hat. Das hat die Handlung nochmal viel realitätsnäher (was sie ja auch in wahrscheinlich vielen Zügen ist) dargestellt.
Das Ende war schön und einfach - das Leben geht weiter. Das fand ich eine sehr angenehme Botschaft.