Cover-Bild Ein Sonntagskind
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24,99
inkl. MwSt
  • Verlag: Galiani Berlin ein Imprint von Kiepenheuer & Witsch
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: Soziales
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Seitenzahl: 592
  • Ersterscheinung: 17.08.2015
  • ISBN: 9783869711072
Jan Koneffke

Ein Sonntagskind

Nach dem Tod eines linksliberalen Philosophieprofessors finden sich dessen Landser-Briefe aus der Kriegszeit. Sein Sohn begegnet darin einem Menschen, den er nicht kennt, der Schock ist groß.

Winter 1944/45: Um seinen unreifen Sohn Konrad vor den Werbern der SS zu retten, drängt dessen Nazi-skeptischer Vater ihn, freiwillig Reserveoffizier bei der Wehrmacht zu werden; kurz darauf rät er ihm sogar zur Fahnenflucht – Hitlerjunge Konrad graut es zwar vor Kampfeinsätzen, zugleich ist er aber über den mangelnden Patriotismus des Vaters entsetzt und überlegt ernsthaft, ihn anzuzeigen.Der Krieg macht durch Zufälle aus dem Feigling einen Helden, er bekommt sogar das Eiserne Kreuz Erster Klasse.Prahlend berichtet er darüber in Briefen an ferne Kameraden. Nach dem Kriegsende jedoch sieht die Welt anders aus. Der vorher verachtete Vater wird zum Leitstern. Konrad schämt sich zutiefst für seine Kriegstaten und verschweigt sie hartnäckig – erst recht, als er (gefordert von einem ehemaligen Widerständler) Philosophiedozent wird, Schwerpunkt Ethik.Konrad gerät in Frankfurt, inzwischen Professor, ins linke Milieu – und mitten in die Wirren der Studentenbewegung. Als die Staatssicherheit der DDR über einen ehemaligen Kriegskameraden an kompromittierende Informationen über ihn gelangt, wird es brenzlig, aber es gelingt dem Sonntagskind Konrad, den Kopf aus der Schlinge zu ziehen. Kein Wunder, dass er – Jahre später – die Nachricht vom Fall der Mauer nicht nur mit Freude hört. Erst sein Sohn wird die prahlenden Jugendbriefe seines Vaters finden – und darin einen Menschen, den er nicht kennt und dessen wahre Identität er rekonstruieren will.

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Lesejury-Facts

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 25.04.2021

Ein sehr lesenswertes Buch

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Kurz umrissen geht es um eine Teenager aus Pommern, der gegen Ende des Zweiten Weltkriegs noch eingezogen wird. Der bereits ziemlich verkorkste Junge, der zwischen den unschuldigen Träumen der Jugend und ...

Kurz umrissen geht es um eine Teenager aus Pommern, der gegen Ende des Zweiten Weltkriegs noch eingezogen wird. Der bereits ziemlich verkorkste Junge, der zwischen den unschuldigen Träumen der Jugend und der Nazigehirnwäsche oszilliert, begeht Taten, die ihn sein ganzes Leben lang in verschiedener Ausprägung verfolgen werden. Im Buch werden verschiedene Stationen und Entwicklungen seines Lebens erzählt, z. B. der soziale Aufstieg, die Kindheit, das Eheleben, die Arbeit als Professor für Philosophie in den wilden 60er Jahren, Freundschaften etc.

Das Buch ist gewaltig, nicht nur im Umfang, sondern auch vom Inhalt her. Es zeigt am Beispiel dieses männlichen Menschen auf, was der Krieg und die Gehirnwäsche mit ihm und seinem Umfeld angestellt haben. Und wie alle auf ihre Art mit ihrer eigenen und der gemeinsamen Vergangenheit über Generationen verbunden sind. Ich finde das Buch sehr lesenswert, auch wenn es für meinen Geschmack manchmal etwas zu geschwätzig daherkommt, was aber am Ende egal ist, da der Inhalt wirklich sehr stark ist. Wenn man etwas Zeit, empfehle ich das Buch, auch wenn es eine sehr männliche Perspektive auf die Welt einnimmt.

Fazit: Klare Leseempfehlung

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