Ausnahmestudent
Im Manhattan des Jahres im frühen zwanzigsten Jahrhundert hat sich der Waisenjunge Ben Ravage einen Namen gemacht. Er wurde aufgelesen, zur Schule geschickt und er bekam die Möglichkeit in Harvard zu studieren. ...
Im Manhattan des Jahres im frühen zwanzigsten Jahrhundert hat sich der Waisenjunge Ben Ravage einen Namen gemacht. Er wurde aufgelesen, zur Schule geschickt und er bekam die Möglichkeit in Harvard zu studieren. Mit seinem Jury-Abschluss hätte er alles schaffen können, doch er zog es vor, nach Manhattan zurückzukehren. Dort wird er Detektiv der Kehilah, einer Art Polizei, die allerdings von Geschäftsleuten eingesetzt wird. Ben Ravage ist auf der Suche nach einem Täter, der wohlmöglich mehrere Frauen umgebracht hat. Aber er such auch nach seinem Vater, der seine Mutter in den Tod getrieben hat und sich nicht um Ben kümmerte.
Verbissen kämpft sich Ben durch sein Leben. Er könnte es einfach haben. Sein Gönner der Chefredakteur des Jewish Daily Forward hätte sich etwas anderes für seinen Schützling vorgestellt. Aber er kann Ben nicht überzeugen, dass er außerhalb von seinem Kiez mehr Erfolg haben könnte. Ben jedoch möchte für etwas Ordnung im Viertel sorgen und er möchte den Vater bestrafen, der ihn nicht anerkannt hat und wegen dem die Mutter so früh starb. Dafür nimmt er viel in Kauf. Schließlich besteht die Gefahr bei seinen Nachforschungen mal den Falschen in die Hände zu fallen.
Unter einem Kriminalroman würde man sich wohl etwas anderes vorstellen. Eher bekommt man mit diesem Roman eine Milieustudie des New Yorker Stadtteils Manhattan. Mietskasernen, in denen arme Leute zusammengepfercht werden, Mietwucher, Zwangsräumungen. Man könnte auch an das Berlin der 1920er denken. Ein Miethai, der eine Braut an jeder Ecke hat. Viele Menschen bezahlen ihre Lebensumstände mit dem Verlust des Verstands oder gar des Lebens. Man vermisst allerdings eine richte fortlaufende Geschichte. Vielleicht ist sie da, man sieht sie nur nicht wegen des ganzen Milieus. Man glaubt immerhin das harte Leben. Es geht ruppig zu, es fließt Blut und so manches Leben verschwindet. Werden sich Bens Träume erfüllen?
Man fragt sich, ob man sich hat von dem Klappentext in die Irre führen ließ oder ob man die Zeichen einfach nicht richtig gedeutet hat. Jedenfalls kann man nicht behaupten, dass dieses Buch jedermanns Sache sein wird. Für einige wird es jedoch sicher spannend sein.