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Veröffentlicht am 29.03.2020

Die Jagd

Die Herren der Zeit
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Endlich glücklich, denkt Unai, als er mit seiner Frau Alba und dem Rest der Familie zu einer Buchvorstellung geht. Ein historischer Roman soll näher vorgestellt werden, den Unai förmlich verschlungen hat. ...

Endlich glücklich, denkt Unai, als er mit seiner Frau Alba und dem Rest der Familie zu einer Buchvorstellung geht. Ein historischer Roman soll näher vorgestellt werden, den Unai förmlich verschlungen hat. Bevor sich der Vorhang hebt, wird Inspector Unai von der Veranstaltung gerufen. Ganz in der Nähe wurde ein Toter gefunden, der auf ungewöhnliche Art und Weise umgebracht wurde. Ein weiterer Fall beschäftigt die Unai und seine Kollegin Esti. Zwei junge Mädchen sind schon seit ein paar Tagen spurlos verschwunden und nichts deutet darauf hin, dass sie abgehauen sind. Nach und nach deuten sich immer mehr Parallelen zu dem geheimnisvollen Roman an.

Im letzten Teil der Trilogie der weißen Stadt ist Inspector Unai Ayala wieder vollständig genesen und glücklich mit Frau und Kind. Die rätselhaften Todesfälle, die Ähnlichkeiten mit der Handlung aus einem historischen Roman aufweisen, erfordern Ayalas ganzes Können. Seine Kollegin Esti trägt mit ihrem Spürsinn zur Bearbeitung des Falles bei. Unais Frau, die gleichzeitig seine Chefin ist, zieht sich von der laufenden Ermittlung zurück. Sie braucht Zeit zum Nachdenken und hält sich dazu am Wohnort ihrer Mutter auf. Auch für Unai hat die Familie immer mehr an Bedeutung gewonnen, dennoch investiert er seine ganze Kraft in den Fall. Unbedingt will er hinter das Geheimnis des Romanautors kommen und herausfinden, wer einen Grund hatte mehrere Menschen umzubringen.

Wenn man die vorherigen beiden Bände als Hörbuch genossen hat, so sieht man hier die Vorzüge einer Printausgabe, welche mit Hilfe eines Glossar und einer Auflistung der handelnden Personen so einige Fragen beantwortet, die sich nach einem Hörbuch-Download stellen. Darüberhinaus bietet eine spannende Lektüre gerade in Krisenzeiten eine willkommene Ablenkung. Man versenkt sich in die spannende Handlung eines Kriminalromans. Und dann noch ein Buch im Buch, ein historischer Roman eine Familiengeschichte, eine Familienfehde, die gleichzeitig den Beginn einer Ahnenreihe markiert. Doch wieso kann so ein Roman die Grundlage für Mordfälle in der heutigen Zeit sein. Hat man etwa mit dem Autor auch den Mörder gefunden. Auch, wenn einige wenige Passagen möglicherweise etwas zu ausführlich geraten, beschäftigt dieser Roman den Geist im positivsten Sinne und gibt einen überaus interessanten Einblick über den Familienzusammenhalt einer alten spanischen Familie.

Veröffentlicht am 28.03.2020

Union Jack

Dear Oxbridge
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Am Vorabend der Brexit-Abstimmung reist die Autorin nach Oxford, um ihr WG-Zimmer zu räumen, weiß sie noch nicht, dass sie um einige Schulden ärmer also reicher aufwachen wird. Zum Erstaunen und Entsetzen ...

Am Vorabend der Brexit-Abstimmung reist die Autorin nach Oxford, um ihr WG-Zimmer zu räumen, weiß sie noch nicht, dass sie um einige Schulden ärmer also reicher aufwachen wird. Zum Erstaunen und Entsetzen der Universitätseliten haben die Briten, die zur Wahl gegangen sind, sich für den Brexit entschieden. Die Autorin bleibt den Briten dennoch zugetan, auch wenn sie manchmal mit ihnen hadert. Ihr Traum war es immer, in Oxford oder Cambridge oder an beiden Orten, die dann Oxbridge genannt werden, zu studieren. Doch vor das Studium haben die Verantwortlichen ein Auswahlverfahren gesetzt, das es zu bestehen gilt.

In ihren Essays, die hier zu einer Sammlung mit Zusammenhang gefasst sind, schildert die Autorin ihren Weg und Umweg durch das Studium der Philosophie und Englischen Literatur in Heidelberg, Cambridge und Oxford. Auch wenn man selbst keine Essays schreiben kann, weil man das hier in Deutschland auch nicht lernt, so kann man doch verstehen, wie schwer es Nele Pollatschek gefallen ist, sich den Anforderungen der englischen Unis anzupassen. Es war ihr Traum und sehr zielstrebig hat sie alles drangesetzt, dass sie ihn sich erfüllen konnte. Durch den jahrelangen Aufenthalt in England hat sie einen Einblick und tiefes Verständnis von der englischen Mentalität gewonnen, welches sie hier nun weitergibt.

Abseits von allem Brexit-Geschrei, das möglicherweise so manch einem inzwischen zu viel wird, herrscht in England eine Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft, die ihresgleichen sucht. An Englische Toiletten erinnert man sich sicher aus dem Urlaub und kann mit der Autorin schmunzeln, schließlich standen einem schon selbst die Haare zu Berge beim Kampf mit dem Abfluss. Wie das unsägliche Bild aus Zeitungs- und TV-Berichten zustande kommt und welchen Hintergrund die britischen Eliten haben, die nach dem Studium häufig an die Macht kommen, erläutert die Autorin sehr eindringlich. Da empfindet man mehr Verständnis für das Handeln der Briten, aber auch eine gewisse Hoffungslosigkeit, dass sich an der Situation nochmal etwas ändern könnte. Und so werden wir uns an die britische Freundlichkeit erinnern und versuchen die kulturellen Unterschiede zu verstehen. Und es vielleicht mit einem ähnlichen Stoizismus ertragen, dass es eben so ist wie es ist.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 27.03.2020

Capri-Mord

Mitten im August
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Ein junger Mann wird tot am Strand gefunden, er ist mit mehreren Stichen ermordet worden. Das gab es auf Capri noch nicht, ein Mord in der besten Saison. Für den Polizisten Enrico Rizzi ist es der erste ...

Ein junger Mann wird tot am Strand gefunden, er ist mit mehreren Stichen ermordet worden. Das gab es auf Capri noch nicht, ein Mord in der besten Saison. Für den Polizisten Enrico Rizzi ist es der erste Mordfall. Zunächst ist es notwendig, die Identität des Opfers zu klären. Er und seine Freundin wurden mehrfach gesehen, sie wirkten eher wie Hippies. Sie mit ihren langen Röcken und er mit der Gitarre. Die junge Frau wurde seit der Tat nicht mehr gesehen. Wurde sie auch umgebracht? Rizzi und seine Kollegen versuchen alles, damit die Tat schnellstens aufgeklärt wird.

Enrico ist glücklich mit seiner Freundin Gina, doch soll er den nächsten Schritt wagen? Ein unbeschriebenes Blatt ist er nicht. Polizist ist er aber gerne und in seinem Beruf möchte er weiterkommen. Wenn die Arbeit doch einmal zu fordernd wird, hilft er seinem Vater gerne auf dem Hof. Es könnte ihm kaum besser gehen, schließlich lebt er dort, wo andere Urlaub machen. Dieser Mord stört die Idylle allerdings. Schnellstens soll alles aufgeklärt werden, damit die Touristen nicht verstört werden und wohlmöglich der Insel fernbleiben. Ganz leicht wird es nicht für Rizzi, ein ums andere Mal sind es nur falsche Spuren, die gefunden werden.

Mit diesem Capri-Krimi hat Enrico Rizzi seinen ersten Auftritt. Der sympathische Polizist ist umtriebig und gewitzt. Wie es im öffentlichen Dienst schon mal sein kann, gerät er hin und wieder mit seinen Vorgesetzten aneinander. Besonders, wenn sie garnicht auf ihn hören wollen oder nicht auf seine Intuition vertrauen. Fühlt es sich richtig an, kann Rizzi einfach nicht anders, er muss der Fährte folgen. In diesem Fall kommt er dabei vom Offensichtlichen übers Überraschende zum nicht ganz so Offensichtlichen. Auch wenn sich bei diesem ersten Fall nicht immer alles ganz stimmig wird, so kommt lässt die Beschreibung des Insellebens Urlaubsstimmung aufkommen und der durchaus spannende Fall und sein freundlicher und gewiefter Ermittler bieten einen schönen Ausblick auf weitere knifflige Rätsel.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 26.03.2020

Die Begleiterin

Der zerrissene Brief
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In der Liebe schwer enttäuscht fährt Elsa zu ihrer alten Freundin Pauline. Ein paar Mal hat Elsa die Ferien bei Pauline verbracht und danach standen sie in lockerem Briefkontakt. Obwohl sie sich nicht ...

In der Liebe schwer enttäuscht fährt Elsa zu ihrer alten Freundin Pauline. Ein paar Mal hat Elsa die Ferien bei Pauline verbracht und danach standen sie in lockerem Briefkontakt. Obwohl sie sich nicht so häufig sahen, findet Elsa bei Pauline Trost. Einmal muss sich die junge Frau alles von der Seele reden. Doch je länger sich die beiden unterhalten, desto mehr Erinnerungen kommen bei Pauline auf, an ihrem Max und das ungewöhnliche Leben, dass ihnen vergönnt war. Max war es, der Pauline ermöglichte im Alter von 17 Jahren nach New York zu reisen. Dies ist im Jahr 1899 mehr als außergewöhnlich.

Zwei auf den ersten Blick sehr unterschiedliche Frauen, die eine jung, die andere alt, gewähren einen Einblick in ihr Leben. Wobei die junge Elsa der verlorenen Liebe nachtrauert, ihr aber klar ist, dass sie die richtige Entscheidung getroffen hat. Die ältere Pauline wird durch Elsa Erzählungen angeregt, über ihre langjährige ungewöhnliche Beziehung zu Max zu sprechen. Sie war seine Lebensbegleiterin, seine Begleiterin auf Reisen der Erbauung und der Erforschung. Kleine Stichworte lösen Erzählungen aus über ein besonderes Leben, das eine Erlebnisfülle hat, die ihresgleichen sucht. Da wurde der große Altersunterschied zwischen Max und Pauline bald zur Nebensache.

Dieses Buch nimmt einen mit auf eine bezaubernde Lebensreise, während der Altersunterschiede unwichtig werden. So wie zwischen Max und Pauline ein großer Altersunterschied besteht, besteht dieser auch zwischen Pauline und Elsa. Nun ist Pauline die Ältere, die von ihren reichen Erinnerungen erzählt. Erstaunlich sind ihre Erzählungen, in diesen Jahren allein in New York und dann als Begleiterin von Max eine Weltreisende. Man wäre gerne dabei gewesen. Natürlich ist nicht immer alles leicht, aber Paulines starker Charakter, ihre Lebensfreude wirken ansteckend. Ein paar melancholische Momente gehören wie im richtigen Leben auch dazu, doch löst der Schriftsteller mit seinem Roman eine positive Stimmung aus. Ein Bild starker Frauen, das fasziniert.

Veröffentlicht am 24.03.2020

Polizeianwärter

1965 - Der erste Fall für Thomas Engel
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Nach dem Abitur möchte Thomas Engel zur Polizei. Sein Vater würde ihn lieber als Lehrer oder Buchhalter sehen. Doch Kurt Strobel, der kurz vor einer Beförderung steht, kann den Vater überzeugen, dass der ...

Nach dem Abitur möchte Thomas Engel zur Polizei. Sein Vater würde ihn lieber als Lehrer oder Buchhalter sehen. Doch Kurt Strobel, der kurz vor einer Beförderung steht, kann den Vater überzeugen, dass der Dienst bei der Kriminalpolizei ein guter Weg für Thomas Engel sein kann. Nach Absolvierung der Polizeiakademie tritt Engel jr. seinen Dienst bei der Kriminalpolizei in Düsseldorf an. Sein Chef ist erstmal Strobel. Die Einarbeitung bringt für Thomas Engel einige Überraschungen. In Düsseldorf herrscht teilweise ein rauerer Ton als er erwartet hat. Als jedoch ein kleines Mädchen tot auf gefunden wird, hat Thomas seinen ersten Mord.

Es war eine andere Zeit mitte der 1960er, Die erste Nachkriegsgeneration, zu der auch Thomas Engel gehört, drängt ins Berufsleben. Doch sind noch viele derer beschäftigt, die im Krieg waren und von dort nicht nur schlimme Erinnerungen mitgebracht haben, sondern auch solche, die nie das Licht der Öffentlichkeit erblicken sollen. Für den Polizeineuling Thomas Engel ist es eine Situation, die ihn zum Nachdenken bringt. Über den Krieg ist in seiner Schulzeit nicht viel zur Sprache gekommen. Da er in seinem ersten Fall Hinweise auf die Vergangenheit findet, beginnt er zusätzlich Nachforschungen über die Nazi-Zeit anzustellen.

In den 1960ern versuchte man noch, die Nazi-Zeit möglichst schnell zu vergessen. Wahrscheinlich haben doch etliche Schuld auf sich geladen und anstatt sich dem zu stellen, die Vergangenheit lieber verdrängt. Doch die erste Nachkriegsgeneration wächst heran und beginnt, Fragen zu stellen. Der Jungkommissar Thomas Engel ist genau so ein Vertreter der jungen Generation, der sein kleinbürgerlich spießiges Elternhaus verlässt, um in Düsseldorf seine Stelle anzutreten. Er rührt den behäbigen Apparat ganz schön auf. Auch als Leser steht man recht konsterniert vor der Erkenntnis, dass die alten Seilschaften sich zu großen Teilen in die neue Welt gerettet haben. Man kann gut in die Haut von Thomas Engel schlüpfen und sein Entsetzen nachempfinden. Das, was er herausfindet, lässt einen fassungslos den Kopf schütteln. Auch wenn in seinem ersten Fall vielleicht etwas zu viel über Thomas Engel hereinbricht, so hat der Autor ein ausgesprochen wichtiges und fesselndes Thema aufgegriffen. Die Frage nach dem warum? Und wieso sich so wenige gefunden haben, um das Unheil zu verhindern. Eine Antwort findet auch der Autor nicht, aber zum Nachdenken und Nichtvergessen regt er definitiv an und das ist wichtig und richtig.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere