Cover-Bild Die Flucht der Bärin
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26,00
inkl. MwSt
  • Verlag: Suhrkamp
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: zeitgenössisch
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Seitenzahl: 317
  • Ersterscheinung: 18.02.2026
  • ISBN: 9783518432853
Joanna Bator

Die Flucht der Bärin

Von der Bestsellerautorin von „Bitternis“
Lisa Palmes (Übersetzer)

In einem letzten Versuch, ihre erkaltende Liebe zu retten, fliegt ein Paar nach Kreta. Als sie anderntags in der Morgensonne erwacht, ist er bereits schwimmen gegangen. Als sie ihn gegen Mittag anruft, klingelt sein Handy in der Ferienunterkunft. Und als sie am Strand steht, weiß sie sofort: Hier ist er nicht. Aus Stunden des Suchens werden Tage, Wochen, Monate – nichts in diesen Geschichten ist, was es ist. Ob etwa die todkranke Frau, der im Wald immer wieder zwei geisterhafte Kinder begegnen, noch in der Realität oder schon in einer Zwischenwelt lebt, bleibt in der Schwebe. Und das seit Jahrzehnten leerstehende Hotel Sudeten, in dem eine seltsame Gesellschaft haust – ist es ein Nachtasyl oder vielleicht doch eine psychiatrische Klinik?

Alles, was Joanna Bator in klarem, hartem Duktus erzählt, ist in ein Zwielicht getaucht. Sechzehn romanhaft verschränkte unheimliche Erzählungen, die uns dieselben Protagonisten in ständig neuer Perspektive zeigen. Während wir sie lesend immer besser kennenlernen, verirren wir uns immer tiefer in einem Spiegellabyrinth.

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 20.04.2026

Düsteres und melancholisches literarisches Labyrinth

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Wie hat Joanna Bator das gemacht? Ich kann dir nicht sagen, welche Geschichte in „Die Flucht der Bärin“ erzählt wird oder dir gar eine Inhaltsbeschreibung liefert. Ich war beim Lesen ziemlich verwirrt ...

Wie hat Joanna Bator das gemacht? Ich kann dir nicht sagen, welche Geschichte in „Die Flucht der Bärin“ erzählt wird oder dir gar eine Inhaltsbeschreibung liefert. Ich war beim Lesen ziemlich verwirrt und konnte gleichermaßen nicht aufhören, weiter in das Dickicht von Bators Prosa vorzudringen.

Denn „Die Flucht der Bärin“ zu lesen fühlte sich für mich an, wie durch ein rätselhaftes Labyrinth zu laufen, die Orienterierung schon lange verloren zu haben und doch wissen zu wollen, was hinter der nächsten Ecke auf mich wartet. Vielleicht der Ausgang oder doch eher das Zentrum des Labyrinths?

In ihrem neuen Buch verknüpft die polnische Schriftstellerin, Publizistin und promovierte Kulturwissenschaftlerin Joanna Bator 16 Erzählungen zu eben jenem rätselhaften Labyrinth. Ich bin überaus fasziniert, als ich beim Lesen die ersten Querverbindungen und Beziehungen entdecke.
Die Geschichten selbst sind meist düster und melancholisch, viele verzaubern mit magischem Realismus.

Da ist der Besuch einer sprechenden Schildkröte, die Trauer absorbiert , destilliert und damit ihren Panzer härtet.
Eine Frau, die verwaiste Fledermäuse aufzieht und sich allmählich selbst in eine Fledermaus zu verwandeln scheint.
Eine Frau ist fieberhaft und obsessiv auf der Suche nach einer neuen Immobilie für sich und ihren behinderten Sohn. Oder flieht sie nur vor der Realität?
Und immer wieder taucht das rätselhafte Hotel Sudety auf, mal verlassen, mal bewohnt.

Bators Figuren sind einsam und leben oft am Rande der Gesellschaft, sind Ausgestoßene oder traumhaft Verrückte?
Viele Geschichten drehen sich um Verlust, Trauer und Schuld, es sind dunkle, schwere Geschichten.
Und die Geschichten sind miteinander verknüpft auch wenn sie auf verschiedenen Zeitebenen spielen. Ich kann vermutlich bei weitem nicht alle Verbindungen erkennen und zuordnen, zu komplex ist der Aufbau dieses raffinierten Labyrinths.
Die von Bator darin geschaffene Atmosphäre ist grandios düster und melancholisch, so dass ich mich gerne darin verlaufen habe.

Ich empfehle auch dir einen Besuch darin!

„Ich verspürte Schmerz und Ekstase, Begehren und die völlige Freiheit von Begehren, tiefste Trauer und kindliche Fröhlichkeit, Entzücken und Verzweiflung über die Vergänglichkeit.“

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