Cover-Bild Acht Tage im April
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36,00
inkl. MwSt
  • Verlag: Gütersloher Verlagshaus
  • Themenbereich: Biografien, Literatur, Literaturwissenschaft - Biografien und Sachliteratur
  • Genre: Sachbücher / Geschichte
  • Seitenzahl: 464
  • Ersterscheinung: 01.05.2025
  • ISBN: 9783579082578
John McCabe

Acht Tage im April

Dietrich Bonhoeffers letzter Weg nach Flossenbürg
Thomas Görden (Übersetzer)

Eine neue Sicht auf die letzten Lebenstage Dietrich Bonhoeffers

Eberhard Bethges große Bonhoeffer-Biografie umfasst mehr als 1.000 Seiten. Auf lediglich acht davon erzählt er von der letzten Woche in Dietrich Bonhoeffers Leben. Seine wichtigste Quelle ist dabei der 1950 erschienene Bestseller „Der Venlo Vorfall“ des britischen Agenten Captain Payne Best, der zu der Gruppe gehört hatte, mit der Bonhoeffer in seinen letzten Tagen unterwegs war.

Ein gefangener britischer Spion erzählte einem wachsenden internationalen Publikum von den letzten Tagen Dietrich Bonhoeffers. So sollte es über siebzig Jahre lang bleiben.

Aber auch andere aus der Gruppe um Bonhoeffer sprachen über diese acht Tage im April 1945, die Bonhoeffers letzten sein sollten. John McCabe bringt diese Stimmen neu zu Gehör und erzählt von den Charakteren und Schicksalen der Menschen, die mit Bonhoeffer einem ungewissen Schicksal entgegenfuhren.

Sein Bericht über Dietrich Bonhoeffers letzte Lebenswoche erhält dadurch ein bisher nicht gekanntes Maß an Detailreichtum. Und weil McCabe die Fahrt nach Flossenbürg mithilfe geschickter historischer Überblendungen in den Kontext des Zeitgeschehens einbettet, erreicht seine Darstellung von Bonhoeffers letzten Lebenstagen zugleich eine bisher nicht gekannte perspektivische Tiefe.

Ein erhellendes und spannendes Buch zum 80. Todestag Dietrich Bonhoeffers.

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 04.11.2025

Dem Tode entgegen

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Bonhoeffer „… sagte mir damals, wie glücklich ihn das Gefängnis gemacht habe. Er hatte immer befürchtet, dass er nicht stark genug sein würde, um eine solche Prüfung zu bestehen, aber jetzt wusste er, ...

Bonhoeffer „… sagte mir damals, wie glücklich ihn das Gefängnis gemacht habe. Er hatte immer befürchtet, dass er nicht stark genug sein würde, um eine solche Prüfung zu bestehen, aber jetzt wusste er, dass es im Leben nichts gibt, wovor man Angst haben muss.“

Nach zwei Jahren Haft, auf einer Fahrt ins Ungewisse, vertraut Dietrich Bonhoeffer seinem Kameraden diese berührenden Worte an. Nach wenigen Tagen werden ihn Hitlers Handlanger hinrichten.

Auf 357 Seiten erzählt dieses Buch von den letzten neun Tagen seines Lebens. Dabei geht es nicht nur um Bonhoeffer, sondern auch um seine Weggefährten auf dieser letzten Reise und um die Beben dieser letzten Kriegstage. Jeder Abschnitt für die Tage vom 1. bis 9. April 1945 ist in vier bis sieben kurze Kapitel unterteilt. Diese berichten von den Ereignissen des jeweiligen Tages, beschreiben die Lebensläufe von Bonhoeffers Reisebegleitern, beleuchten politische Hintergründe und malen das Bild einer Nation, die im Untergang begriffen ist.

Ergänzt wird das Buch durch zahlreiche Fotos, Dokumente, Skizzen, ausführliche Anmerkungen, ein Stichwortverzeichnis, Literaturhinweise und einige Auszüge aus Bonhoeffers Texten.

Dieses Buch liest sich wie ein spannender Krimi – mit dem tragischen Unterschied, dass die grausamen Geschehnisse, die beschrieben werden, wahr sind. Der Autor hat sieben Jahre geforscht, um diese letzten Tage Bonhoeffers wahrheitsgetreu wiederzugeben. Das Ergebnis ist beeindruckend. Die ungewöhnliche Vorgehensweise, einen eng begrenzten Zeitraum ausführlich zu beschreiben, bedrückt und bewegt zugleich. Todesmärsche von KZ-Häftlingen, weise Menschen, die hingerichtet werden, weil sie sich den Alliierten ergeben wollen, ein irrsinniger Führer, Todesurteile, die in aller Eile vollsteckt werden, damit Helden wie Bonhoeffer den Krieg nicht überleben - und vieles mehr - ist erschütternd. Doch daneben gibt es auch Lichtblicke – couragierte Mitmenschen, tiefes Gottvertrauen, ein ökumenischer Gottesdienst im Angesicht des Todes.

Fazit: Dieses eindrucksvolle Buch ist schnell gelesen und bleibt lange im Gedächtnis. Es berichtet nicht nur von Dietrich Bonhoeffers letzten Tagen, sondern zeichnet zugleich ein eindringliches Bild des historischen Kontexts jener Zeit. Sehr empfehlenswert!

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