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26,00
inkl. MwSt
  • Verlag: avant-verlag GmbH
  • Themenbereich: Graphic Novels, Comics, Cartoons - Europäische Graphic Novels
  • Genre: Weitere Themen / Comics
  • Seitenzahl: 184
  • Ersterscheinung: 06.03.2025
  • ISBN: 9783964451392
Julia Bernhard, Tobi Dahmen, Melanie Garanin, Mikael Ross, Volker Schmitt, Julia Zejn

Stell dir vor!

Comics über die Nachkriegszeit
Werner Abresch sammelte Gegenstände der Alltagskultur, insbesondere Stücke aus der Nachkriegszeit. Oftmals aus der Not geboren und aus den Hinterlassenschaften des Krieges gefertigt: Blumenvasen entstanden aus Granathülsen, Kleider wurden aus Fallschirmseide genäht. Am bekanntesten ist vielleicht der Stahlhelm, der sich in ein Küchensieb verwandelte.

Inspiriert von einigen der 2000 Gegenstände der Sammlung Abresch sind Comicgeschichten entstanden, welche die Spur der Dinge aufnehmen, die Vergangenheit lebendig werden lassen und die helfen, die deutsche Nachkriegszeit besser zu verstehen.

Die vorliegenden Comics zeigen, dass es unterschiedliche Herangehensweisen gibt, mit den Themen umzugehen. Neben einer Rahmenhandlung, die Werner Abresch gewidmet ist, entstanden vier Erzählungen, in denen die Künstler*innen viel Kreativität und Einfühlungsvermögen die Geschichten hinter den Dingen lebendig werden lassen. So könnte es gewesen sein.

› Fünf Comic-Geschichten inspiriert von Gebrauchsgegenständen, die in der Nachkriegszeit aus Rüstungsmaterialien gefertigt wurden
› Spannende Wissensvermittlung durch Comics

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 05.03.2026

Bewegende Einblicke in die Schicksale und den Erfindungsreichtum in der Nachkriegszeit. Eindrucksvoll und bildgewaltig!

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Inhalt:

In den 1980er Jahren beginnt Pfarrer Werner Abresch Alltagsgegenstände, insbesondere Stücke aus der Nachkriegszeit, zu sammeln.

Aus der Not heraus wurden Hinterlassenschaften des Krieges zweckentfremdet ...

Inhalt:

In den 1980er Jahren beginnt Pfarrer Werner Abresch Alltagsgegenstände, insbesondere Stücke aus der Nachkriegszeit, zu sammeln.

Aus der Not heraus wurden Hinterlassenschaften des Krieges zweckentfremdet und zu etwas Nützlichem umfunktioniert: aus Fallschirmseide entsteht ein Brautkleid, Granathülsen werden zu Blumenvasen und ein Stahlhelm dient als Küchensieb.

Die Comic-Geschichten sind inspiriert von einigen der zweitausend Gegenstände der Sammlung des Pfarrers:

- Rahmenhandlung (Einleitung "Stell dir vor" und Epilog) von Tobi Dahmen

- "Der Schneider, der vom Himmel fiel" von Julia Bernhard und Volker Schmitt

- "Kartoffeldiebe" von Julia Zejn

- "Ein Flugzeugtopf" von Melanie Garanin

- "Wie lange sind sieben Jahre?" von Mikael Ross

Herausgegeben vom Haus der Geschichte Nordrhein-Westfalen, Philipp Abresch, Tobi Dahmen und Jakob Hoffmann.


Mein Eindruck:

Das Medium Comic ist für diese Art des Erzählens perfekt gewählt.

Die Rahmenhandlung dient der Vorstellung des Pfarrers und zeigt den Beginn und die Hintergründe der Sammelleidenschaft auf.

Vorwort/Nachwort und Glossar liefern zusätzliche Erläuterungen, die andernfalls den Rahmen der Comic-Geschichten gesprengt hätten.

Jede der vier Geschichten beginnt mit einem Foto und einer kurzen Erklärung des umfunktionierten Kriegsgegenstands. Beispielsweise wird so nicht nur das "Hamster"-Fahrrad gezeigt, sondern auch seine (geheime) Funktionsweise näher erläutert, bevor man in die Geschichte eintaucht.

Mir gefällt sehr, dass jede Episode von einem/einer anderen Zeichner/in erzählt wird. Der Strich eines/einer jeden ist ganz unterschiedlich: mal eher schlicht, mal detailverliebt, mal eine strenge Paneleinteilung und mal ein verspieltes Ausbrechen. Gleiches gilt für die Farbgebung, die von ausdrucksstarken Aquarellen bis hin zu komplett schwarz-weiß gehalten Bildern reicht. Sogar innerhalb einer Geschichte finden sich Stilbrüche.

Zugleich stellt auch das Comic-Lesen selbst eine ganz persönliche Sache dar, weil (spätestens zwischen den Panels) die Phantasie übernimmt und eigene Interpretationen stattfinden.

Es ist in jeder Geschichte die vielfältige, individuelle Herangehensweise, die nicht nur das Interesse der Lesenden aufrecht erhält, sondern auch bewegt und zum Nachdenken anregt. Die Mischung aus Verzweiflung der Menschen inmitten von Trümmern und gleichzeitig deren Hoffnung auf eine bessere Zukunft geht an Herz und Nieren.

Die Menschen der Nachkriegszeit erhalten auf diese Weise ein Gesicht und ihre Sorgen und Freuden werden fühlbar und erlebbar. Statt eines leblosen (Kriegs-)Gegenstandes geht es um ein menschliches Schicksal.

Dieser Comic ist eine emotionale Achterbahnfahrt und ein wichtiger Beitrag gegen das Vergessen.

5 von 5 Fallschirmseide-Brautkleider für dieses außergewöhnliche Leseerlebnis!


Fazit:

"Stell dir vor" liefert vier mögliche Geschichten zu Gegenständen, die umfunktioniert und zweckentfremdet wurden.

Erfinderisch und beeindruckend sowie zugleich berührend!

Ausdrucksstark und bildgewaltig in Szene gesetzt. Dank der unterschiedlichen Stile der Künstler:innen vielseitig und abwechslungsreich.


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Rezensiertes Buch: "Stell dir vor! Comics über die Nachkriegszeit" aus dem Jahr 2025

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