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Veröffentlicht am 18.03.2026

Ein ungleiches Duo auf der Suche nach einem Mörder. Spannend und witzig zugleich mit viel Herz und Humor erzählt und gezeichnet.

Red
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Inhalt:

Der kleine Hund Friedwart Plüschmann findet auf der Flucht vor zwei Waschbären einen Unterschlupf bei einer alten Dame.

Plitschnass und verängstigt und wegen des tobenden Gewitters gewährt die ...

Inhalt:

Der kleine Hund Friedwart Plüschmann findet auf der Flucht vor zwei Waschbären einen Unterschlupf bei einer alten Dame.

Plitschnass und verängstigt und wegen des tobenden Gewitters gewährt die Witwe Rosa McMill dem Streuner Zuflucht. "Aber nur für eine Nacht!"

Doch als Rosa am nächsten Morgen versucht, den Hund wieder an die Luft zu setzen, berichtet er von Blut, das seine Spürnase im Wandschrank erschnuppert hat.

Gemeinsam rollen die beiden einen alten, ungelösten Kriminalfall wieder auf:

Vor dreißig Jahren wurde nachts im Schnee ein Toter entdeckt ... erfroren und nackt, wie die Natur ihn erschuf.

Alle im Ort haben es als einen tragischen Unfall angesehen. Doch Rosa ist sich ganz sicher: Die Polizei ist unfähig. Das war Mord! Das Opfer: Rosas Mann Red!

Sie verdächtigt die halbe Nachbarschaft. Aber erst Dank Friedwart Plüschmann entdeckt sie eine heiße Spur in diesem Cold Case ...


Altersempfehlung:

etwa ab 12 Jahre


Mein Eindruck:

Wer bereits "Murr" und "Trip mit Tropf" gelesen und ein Faible für herrlich schräge Charaktere und Dialoge hat, wird auch bei "RED" voll auf seine Kosten kommen.

Auch dieses Mal könnten die beiden Hauptfiguren unterschiedlicher nicht sein:

Friedwart Plüschmann hat's nicht leicht. Der Kleine wird direkt zu Beginn von zwei Waschbären gepiesackt und entkommt nur knapp. Erst auf den zweiten Blick fällt auf, dass der kleine Streuner nur auf drei Beinen durchs Leben geht. Doch der Winzling ist herzlich, offen, hilfsbereit und liebenswert. Ein quirliges Plappermaul, das auf Anhieb sympathisch ist. Seine kindliche und naive Art weckt Beschützerinstinkte.

Hingegen ist die alte Dame schroff und abweisend (auch wenn sie dem kleinen Hund kurzzeitig Unterschlupf gewährt), schnell genervt und ihr mürrischer Gesichtsausdruck spricht Bände.

Eigentlich besteht ihre Mimik nur aus zwei waagerechten Linien: eine dicke für die Augenbrauen und eine dünnere darunter für den Mund. Faszinierend, mit wie wenigen Strichen komplexe Emotionen gezeigt werden können.

Die Figuren sind durchgängig einfach gezeichnet und immer auf das Wesentliche reduziert. Die Art gefällt mir sehr und bringt einen gewissen Reiz mit. Weniger ist schließlich oft mehr

Das Timing und der Spannungsaufbau durch die Gestaltung der Panels ist hervorragend gelungen. Gleiches gilt für die Wahl der Perspektiven und Szenenwechsel sowie Rückblenden. Ein wunderbares Lesevergnügen. Zudem kommen viele Szenen mit wenig bzw. ganz ohne Text und dafür als ganze Seite daher.

Wortwitz, Anspielungen und absurde Dialoge, schräge Verhöre und skurrile Nebenfiguren (ein Kommissar, der lieber malt als ermittelt, und ein vollkommen unfähiger Gerichtsmediziner) sorgen zusammen mit dem mysteriösen Mordfall für ein spannendes Lesevergnügen.

Die Geschichte (zum Fortgang werde ich nichts spoilern) ist eine wunderbare Mischung aus mitreißender Ermittlungsarbeit und überraschenden Wendungen. Sie bietet aber auch bewegende Einblicke in die Vergangenheit, insbesondere auf die junge Rosa vor dreißig Jahren (eine faszinierende und zugleich traurige Entwicklung).

Manchmal weiß man nicht, ob man lachen oder weinen oder vor Spannung den Atem anhalten soll.

Der Comic richtet sich aber nicht ausschließlich an Kinder. An dem schwarzen Humor, den Fargo-Vibes und anderen Anspielungen haben auch Erwachsene ihre Freunde.

Ähnlich wie der Film Fargo schafft auch "Red" das Kunststück, gleichzeitig lustig und spannend zu sein und zudem zum Nachdenken anzuregen.

Für diesen kniffligen Kriminalfall mit unfassbar pointierten und schrägen Dialogen vergebe ich von Herzen gerne eine Leseempfehlung sowie 5 von 5 Spürnasen!


Bewegte Bilder:

Wie gewohnt findet sich neben einer Leseprobe zu "Red" auch ein Buchtrailer auf der Homepage des Kibitz Verlags.

Eindrucksvoll erlebt man hier in Bild und Ton die erste Begegnung des quirligen Streuners und der mürrischen alten Dame.


Fazit:

Ein außergewöhnliches Duo ermittelt in einem verzwickten Kriminalfall.

Herrlich witzig und schräg mit tragischen Momenten und spannenden Wendungen.

Mitreißend erzählt und mit viel Herz und Seele gezeichnet.


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Rezensiertes Buch: "Red" aus dem Jahr 2026

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 18.03.2026

Viel Schönes dabei ;-) Endlich neue Känguru-Abenteuer! Hochaktuell, politisch und kritisch und dabei herrlich witzig.

Die Känguru-Rebellion (Die Känguru-Werke 5)
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Inhalt:

Das Känguru ist zurück!
Neue Geschichten vom Beuteltier und dem Kleinkünstler.

Alles wie immer?
Nicht ganz:

Bei den Zuständen in der Welt bekommt man Zustände! Das Känguru aber hat keinen Bock ...

Inhalt:

Das Känguru ist zurück!
Neue Geschichten vom Beuteltier und dem Kleinkünstler.

Alles wie immer?
Nicht ganz:

Bei den Zuständen in der Welt bekommt man Zustände! Das Känguru aber hat keinen Bock mehr darauf. Es startet eine Rebellion und macht sich auf die Suche nach weiteren Rebellen zur Verstärkung.

Am Rebellionsstammtisch bei Herta, die nun einen eigenen "Pottkaast" hat, und in anderen Alltagssituationen wird diskutiert über Social Media Plattformen, Big-Tech-Konzerne und Multimilliardäre (die reicher sind als Dagobert Duck und Smaug) sowie über Klimakrise, Gendern und KI.

Es wird politisch, kritisch und vor allem sehr witzig ... Das Känguru hat da noch ein Gleichnis im Beutel!


Mein Eindruck:

Dies ist das fünfte Känguru-Buch. Zwar muss man die Vorgänger nicht gelesen haben, es ist aber hilfreich, um Anspielungen und Running Gags zu verstehen.

Der "Witzig" -Stempel geht an die Kapitel, die aus der Perspektive des Kängurus erzählt werden, sowie an "Auto-Schnick" - eine vollkommen absurde Variante des altbekannten "Schnick-Schnack-Schnuck" und noch verrückter als das bisherige "Open-Schnick".

Während es im letzten Band keine Chronologie in den Geschichten gab, da es sich um gesammelte (bislang verschollene) Abenteuer handelt, d. h. eine Art Bonusbuch voller Outtakes, sind die Erzählungen dieses Mal wieder stringent.

Altbekannte Nebendarsteller tauchen erneut auf, altbewährte Dialoge werden neu thematisiert und dennoch wirkt keine der kurzen Episoden wiederholend. Schauplätze sind Hertas Eckkneipe und natürlich die WG, wobei ich hier tatsächlich auf mehr Abwechslung gehofft hatte.

Es wird ein gewisses (politisches) Hintergrundwissen vorausgesetzt und insgesamt sind die (sozial-)kritischen Punkte aktueller und noch mehr im Fokus als sonst.

Letztendlich ist die Rebellion des Kängurus und die Suche nach Mitstreitern auch ein Appell an alle Lesenden: Augen offen halten, Dinge hinterfragen und nicht blind folgen; im Kleinen anfangen und eigenes Verhalten überdenken und ändern, z. B. Alternativen zu Big Tech nutzen (an jedem ersten Sonntag Monat: Digital Independent Day).

Eine gewisse Ernüchterung stellt sich jedoch ein, wenn man bedenkt, dass die Texte der Känguru-Rebellion die eigentlichen Adressaten vermutlich nie erreichen werden.
* Kopf auf den Tisch! Fünf, vier, drei, zwei, eins ... Weiterkämpfen.


"Na gut, mein Goldfisch", sagt das Känguru. "Ich merke, ich habe deine Aufmerksamkeitsspanne überstrapaziert. [...] Merk dir einfach: Big Tech ist nicht die Rebellen-Allianz! Wir sind die Rebellion! Und wir müssen endlich diesen einen Luftschacht entdecken, durch den wir den Todesstern sprengen können!"

(vgl. S. 219)


Hörbuch:

Passend zum Buch ist das Hörbuch (ungekürzte Live-Lesung) erschienen.

Vorgelesen werden die einzelnen Episoden sogar noch witziger (also besser nicht in der Bahn hören).

Langjährige Fans haben vermutlich aber auch beim Lesen der Känguru Abenteuer die Stimmen des Kleinkünstlers und des Kängurus ganz automatisch im Ohr


Fazit:

Neue Geschichten vom Känguru: kurzweilige, absurde und (sozial-)kritische Episoden, die den "Witzig"-Stempel mehr als verdient haben.

Sie regen zum Nachdenken an und fordern zum Handeln auf.


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Rezensierte Ausgabe: "Die Känguru-Rebellion" aus dem Jahr 2026

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 05.03.2026

Bewegende Einblicke in die Schicksale und den Erfindungsreichtum in der Nachkriegszeit. Eindrucksvoll und bildgewaltig!

Stell dir vor!
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Inhalt:

In den 1980er Jahren beginnt Pfarrer Werner Abresch Alltagsgegenstände, insbesondere Stücke aus der Nachkriegszeit, zu sammeln.

Aus der Not heraus wurden Hinterlassenschaften des Krieges zweckentfremdet ...

Inhalt:

In den 1980er Jahren beginnt Pfarrer Werner Abresch Alltagsgegenstände, insbesondere Stücke aus der Nachkriegszeit, zu sammeln.

Aus der Not heraus wurden Hinterlassenschaften des Krieges zweckentfremdet und zu etwas Nützlichem umfunktioniert: aus Fallschirmseide entsteht ein Brautkleid, Granathülsen werden zu Blumenvasen und ein Stahlhelm dient als Küchensieb.

Die Comic-Geschichten sind inspiriert von einigen der zweitausend Gegenstände der Sammlung des Pfarrers:

- Rahmenhandlung (Einleitung "Stell dir vor" und Epilog) von Tobi Dahmen

- "Der Schneider, der vom Himmel fiel" von Julia Bernhard und Volker Schmitt

- "Kartoffeldiebe" von Julia Zejn

- "Ein Flugzeugtopf" von Melanie Garanin

- "Wie lange sind sieben Jahre?" von Mikael Ross

Herausgegeben vom Haus der Geschichte Nordrhein-Westfalen, Philipp Abresch, Tobi Dahmen und Jakob Hoffmann.


Mein Eindruck:

Das Medium Comic ist für diese Art des Erzählens perfekt gewählt.

Die Rahmenhandlung dient der Vorstellung des Pfarrers und zeigt den Beginn und die Hintergründe der Sammelleidenschaft auf.

Vorwort/Nachwort und Glossar liefern zusätzliche Erläuterungen, die andernfalls den Rahmen der Comic-Geschichten gesprengt hätten.

Jede der vier Geschichten beginnt mit einem Foto und einer kurzen Erklärung des umfunktionierten Kriegsgegenstands. Beispielsweise wird so nicht nur das "Hamster"-Fahrrad gezeigt, sondern auch seine (geheime) Funktionsweise näher erläutert, bevor man in die Geschichte eintaucht.

Mir gefällt sehr, dass jede Episode von einem/einer anderen Zeichner/in erzählt wird. Der Strich eines/einer jeden ist ganz unterschiedlich: mal eher schlicht, mal detailverliebt, mal eine strenge Paneleinteilung und mal ein verspieltes Ausbrechen. Gleiches gilt für die Farbgebung, die von ausdrucksstarken Aquarellen bis hin zu komplett schwarz-weiß gehalten Bildern reicht. Sogar innerhalb einer Geschichte finden sich Stilbrüche.

Zugleich stellt auch das Comic-Lesen selbst eine ganz persönliche Sache dar, weil (spätestens zwischen den Panels) die Phantasie übernimmt und eigene Interpretationen stattfinden.

Es ist in jeder Geschichte die vielfältige, individuelle Herangehensweise, die nicht nur das Interesse der Lesenden aufrecht erhält, sondern auch bewegt und zum Nachdenken anregt. Die Mischung aus Verzweiflung der Menschen inmitten von Trümmern und gleichzeitig deren Hoffnung auf eine bessere Zukunft geht an Herz und Nieren.

Die Menschen der Nachkriegszeit erhalten auf diese Weise ein Gesicht und ihre Sorgen und Freuden werden fühlbar und erlebbar. Statt eines leblosen (Kriegs-)Gegenstandes geht es um ein menschliches Schicksal.

Dieser Comic ist eine emotionale Achterbahnfahrt und ein wichtiger Beitrag gegen das Vergessen.

5 von 5 Fallschirmseide-Brautkleider für dieses außergewöhnliche Leseerlebnis!


Fazit:

"Stell dir vor" liefert vier mögliche Geschichten zu Gegenständen, die umfunktioniert und zweckentfremdet wurden.

Erfinderisch und beeindruckend sowie zugleich berührend!

Ausdrucksstark und bildgewaltig in Szene gesetzt. Dank der unterschiedlichen Stile der Künstler:innen vielseitig und abwechslungsreich.


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Rezensiertes Buch: "Stell dir vor! Comics über die Nachkriegszeit" aus dem Jahr 2025

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 27.02.2026

Ein Comic-Abenteuer über das Comic-Machen: interessant und anschaulich erklärt.

Der Comic-Club
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Inhalt:

Nach Schulschluss findet sich durch Zufall eine bunte Truppe in der Schulbibliothek zusammen:

Makayla hat unendlich viele Ideen und eine grenzenlose Phantasie. Doch weiß sie nicht, wie man diese ...

Inhalt:

Nach Schulschluss findet sich durch Zufall eine bunte Truppe in der Schulbibliothek zusammen:

Makayla hat unendlich viele Ideen und eine grenzenlose Phantasie. Doch weiß sie nicht, wie man diese großartige Geschichte zu Papier bringen soll.

Howard zeichnet für sein Leben gern und ohne Pause. Er möchte Comic-Künstler werden. Doch sein Vater hält Comics für Zeitverschwendung.

Die schüchterne Lynda ist stundenlang in ihr Skizzenbuch vertieft. Da sie nur Augen für ihre vermeintlichen Fehler hat, traut sie sich nicht, anderen ihre Kunst zu zeigen.

Art liebt alles, was kreativ ist, probiert gerne aus und ist offen für Neues.

Trotz aller Gegensätze finden die vier eine Gemeinsamkeit: sie lieben Comics!

Kurzentschlossen gründen sie den Comic-Künstler-Club und lernen, Comics zu planen, zu zeichnen und eine Leserschaft zu gewinnen.

Wird es ihnen gelingen, mit ihren ersten eigenen Mini-Comics einen Stand bei der lokalen Comic-Convention zu ergattern?


Altersempfehlung:

etwa ab 9 Jahre


Illustrationen:

Der Kniff, das Medium in Form von Bildern zu erklären, ist schlicht und einfach genial.

Vollkommen neu ist es allerdings nicht

Scott McCloud hat bereits drei "Comics über Comics" für erwachsene Lesende veröffentlicht. Der erste Band "Comics richtig lesen" ist ein Must Read für Comic-Fans und -Künstler.

Gemeinsam mit weiteren kreativen Köpfen erwecken Raina Telgemeier und Scott McCloud die vier Protagonist:innen zum Leben.

Die Charaktere sind divers und mit Liebe zum Detail gezeichnet.

Bis auf wenige Ausnahmen liegt der Fokus auf den Figuren. Detailreiche, überladene Hintergründe sind eher selten.


Mein Eindruck:

Jeder kennt sie, viele lesen sie und doch ist sich kaum einer der genauen Zusammensetzung bewusst:

Es geht um sequentielle Kunst: Comics!

Klingt kompliziert, ist aber ganz einfach.

Das stellen die vier grundverschieden Protagonistinnen und Mitglieder des neu gegründeten Comic-Clubs schnell fest.

Die Bibliothekarin Frau Fatima leitet die Truppe an und ermutigt sie immer wieder. Zudem räumt sie mit Vorurteilen auf und Missverständnisse aus dem Weg.

"Comics selbst sind kein Genre. Sie sind eine Form des Erzählens, die viele Genres umfassen kann."
(Infotext, vgl. S. 138)

Lesende begleiten die Kinder in neun Kapiteln von der Idee zum fertigen Comic:

Geschichte, Storyboard, Seitenaufteilung sowie Abfolge und Gestaltung der einzelnen Panels. Stellenweise werden die Ausführungen etwas abstrakt, aber immer auf Augenhöhe und nie langweilig.

Spielerisch wird z. B. das Zusammenspiel von Bild und Text/Dialog erläutert, d. h. bei Beschreibungen ist weniger oft mehr.

Mimik und Körpersprache ergänzen und unterstreichen. Weitere Worte sind unnötig.

Die Kinder gestalten eigene Mini-Comics (auch Zines genannt) und zwar Schritt für Schritt, damit Lesende es ihnen nachmachen können.

Leicht verständlich, anschaulich und mit viel Humor.

Letztendlich bleibt es natürlich der Phantasie des Einzelnen überlassen und so wird jeder Comic (auch dieser) individuell "gelesen" bzw. verstanden.

"Es braucht Fantasie, Comics zu machen ... und Fantasie, sie zu lesen!"
(Frau Fatima, vgl. S. 181)


Bonusmaterial:

Abschließend gibt es einen Blick hinter die Kulissen. Um den Rahmen der vorangegangenen Geschichte nicht zu sprengen, wird hier nochmal näher eingegangen auf die Entstehung am Beispiel einer Seite aus diesem Buch.

Man erkennt schnell, dass nicht nur viel Herzblut und Arbeit in einer einzelnen Comic Seite stecken, sondern auch, dass sie (zumindest in diesem Fall) durch viele Hände geht vom Rohentwurf bis zur finalen Version.

Daher werden die verschiedenen Comic-Berufe vom Szenarist bis zum Letterer nochmal vorgestellt.

Es gibt zudem ein Interview mit dem Autor und der Zeichnerin sowie ein Glossar.


Fazit:

Diese faszinierende Mischung aus Erzählung und Sachbuch kann ich allen Comic-Fans empfehlen.

Egal ob Jung oder Alt und egal ob man mit dem Namen Scott McCloud bereits etwas anfangen kann.

Wer sich für Comics und deren Gestaltung interessiert, vielleicht selbst gerne den Zeichenstift in die Hand nehmen möchte, sollte seine Nase unbedingt in dieses Buch stecken.

Am Ende der Lektüre sieht und liest man Comics mit ganz anderen Augen!


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Rezensiertes Buch: "Der Comic-Club" aus dem Jahr 2026

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Veröffentlicht am 27.02.2026

Warmherzige und spannende Detektivgeschichte mit außergewöhnlichen Protagonisten und wunderschönen Illustrationen.

Einfach Sunny
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Inhalt:

Unverhofft stolpert die selbsternannte Sachen-Sucherin Sunny über den schweigsamen Ben, der traurig auf dem Gehweg sitzt und grübelt.

Er hat etwas verloren. Obwohl er trotz hartnäckiger Fragen ...

Inhalt:

Unverhofft stolpert die selbsternannte Sachen-Sucherin Sunny über den schweigsamen Ben, der traurig auf dem Gehweg sitzt und grübelt.

Er hat etwas verloren. Obwohl er trotz hartnäckiger Fragen nicht verraten will, um was es sich handelt, beschließt Sunny kurzerhand, ihm bei der Suche zu helfen ...


Altersempfehlung:

etwa ab 8 Jahre


Buchcover und Illustrationen:

Zuallererst fällt das fröhlich-freche und geradezu (sonnen-)strahlende Buchcover auf.

Dass Sunny die Sonnenbrille nicht nur als modisches Accessoire trägt, erschließt sich erst aus dem Klappentext.

Die Sachen-Suche wird ergänzt durch zahlreiche kleine Zeichnungen und einige fast ganzseitige Illustrationen.

Den Zeichenstil von Olivia Vieweg mag ich sehr: detailliert und liebevoll, Charaktere mit ausdrucksstarker Mimik.

Über ein paar zusätzliche Illustrationen hätte ich mich gefreut.


Mein Eindruck:

Sunny ist ein faszinierender Charakter; Protagonist:innen mit einer Sehbehinderung sind nicht gerade häufig in der Literatur vertreten.

Sunnys "Behinderung" wird keineswegs als problematisch oder negativ dargestellt; vielmehr ist die Junior-Detektivin und professionelle Sachen-Sucherin ein starkes, aufgewecktes und offenes Mädchen.

Selbstbewusst nimmt sie die Dinge (manchmal etwas vorschnell) selbst in die Hand.

Der ruhige und schüchterne Ben bildet hier einen guten Gegensatz.

Zusammen sind sie ein gutes Team und im Laufe des Abenteuers entwickelt sich eine Freundschaft.

Zusätzlich zum mysteriösen "Ding", das Ben verloren hat, und die damit verbundene turbulente Suche, fließen auch ernste Themen ein: Mobbing/Ausgrenzung.

Sunnys und Bens Abenteuer bietet Unterhaltung und gewährt zugleich einen Blick auf Menschen mit Sehbehinderung und deren Wahrnehmung. Es geht nicht darum, was Sunny nicht kann, sondern wie sie selbstständig und frei von Ängsten die Welt erlebt.


Fazit:

Eine spannende Detektivgeschichte mit starken Protagonisten und wunderschönen, farbenfrohen Illustrationen.


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Rezensiertes Buch: "Einfach Sunny" aus dem Jahr 2026

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