Ein sympathisches und mutiges Mädchen rettet die Welt! Bildgewaltig, spannend und mit überraschenden Wendungen.
Alles auf AnfangInhalt:
Wie es zu dem großen Zusammenbruch vor langer Zeit kam, weiß niemand mehr so genau.
Allerdings hatten die Menschen über Jahrzehnte hinweg die Zeichen gesehen und ignoriert, bis es dann letztendlich ...
Inhalt:
Wie es zu dem großen Zusammenbruch vor langer Zeit kam, weiß niemand mehr so genau.
Allerdings hatten die Menschen über Jahrzehnte hinweg die Zeichen gesehen und ignoriert, bis es dann letztendlich zu spät war.
Saurer Regen, Sandstürme und Erdbeben machen den Planeten inzwischen zu einem lebensfeindlichen Ort.
Jede Nacht geht Elaia gemeinsam mit ihrer Ratte Momo auf die Jagd.
Die beiden durchstreifen verbotene und gefährliche Orte, dunkle, verlassene Ruinen auf der Suche nach brauchbaren Dingen und alten Pflanzensamen.
Die Welt, in der das Mädchen lebt, ist krank, aber noch nicht tot.
Eine kleine Gemeinschaft trotzt allen Widrigkeiten und versucht, in einem Gewächshaus mitten in der Wüste neues Leben heranzuziehen und die Hoffnung auf eine bessere Welt nicht zu verlieren.
Als Elaia auf einer Erkundungstour einen geheimen Zugang zu einem riesigen unterirdischen Gebäude entdeckt und dort auf einen fremden Menschen stößt, ahnt sie noch nicht, dass sie sich und ihre Familie in große Gefahr bringt ...
Altersempfehlung:
etwa ab 10 Jahre
Illustrationen/Covergestaltung:
Die Vorder- und Rückseite ergeben ein großes Gesamtbild, das die unerschrockene und optimistische Elaia und ihre (mutierte) Ratte Momo zeigt.
Der rosarote Farbverlauf und die gelbe Leuchtfackel überstrahlen das dunkle Trümmer-Chaos, auf dem das Mädchen steht.
Màriam Ben-Arabs Strich mag ich sehr, denn sie erweckt die Charaktere auf ganz besondere Weise zum Leben und dies obendrein vielfältig und divers.
Eine wunderbare Bandbreite an Mimik und Gestik transportiert große und kleine Emotionen perfekt.
Faszinierend ist auch das Spiel mit Perspektiven und Farben, wodurch die einzelnen Szenen noch mehr zur Geltung kommen.
Der idyllische Sternenhimmel und die Freude der Kinder beim nächtlichen Spaziergang und Spielen beispielsweise bietet einen krassen Gegensatz zu den dramatischen Ereignissen rund um die Zerstörungswut des Sandsturms wenige Seiten zuvor.
Besonders beeindruckend: Die Kampf(-kunst)-Szenen in den geheimen Ruinen sind ganz großes Kino.
Mein Eindruck:
Endlich ein neuer Comic von Autor Volker Schmitt und Zeichnerin Màriam Ben-Arab.
Wer das fantastische Piratenabenteuer "ZACK!" noch nicht kennt: eine ganz große Leseempfehlung für junge und alte Landratten und Seebären.
Nach einem kurzen Prolog zieht die (Science-Fiction-)Geschichte Lesende sogleich in ihren Bann.
Nicht zuletzt wegen der Protagonistin:
Elaia ist auf Anhieb sympathisch. Das Mädchen (Waisenkind von unbekannter Herkunft) ist unerschrocken, wissbegierig und besitzt ein gigantisches Herz. Als ihre Ratte etwas Falsches frisst, zögert sie nicht einen Moment, holt Hilfe und sorgt sich furchtbar um ihren kleinen Freund.
Ein Sandsturm zerstört das Haus und trotzdem bleibt Elaia zuversichtlich.
Gemeinsam mit ihrem alten, weisen Ziehvater Usinge findet Elaia einen sicheren Zufluchtsort und eine Familie.
"Zuhause ist kein Ort. Es sind die Menschen, mit denen wir zusammenleben."
(Elaia, vgl. S. 23)
Es ist ein krasser Gegensatz von lebensfeindlicher Umgebung (Sandsturm, saurer Regen, verdorrte Landschaften) und heimeliger Wohngemeinschaft (Brettspiele, Musizieren, Lesen), der verdeutlicht, worauf es im Leben ankommt.
Es ist kein Leben im Überfluss, aber dennoch eine glückliche und zufriedene Gemeinschaft.
Die Bewohner bilden eine bunte Mischung:
Die Kinder Basil und Ilvy (blind, lebhafte Phantasie und sehr musikalisch) sowie Koch Imrak, die hochschwangere Flora und ihr Mann Lissa.
Zu guter Letzt: Neuzugang Atari, der sich nach der Rettungsaktion von Elaia in den geheimnisvollen unterirdischen Gebäuden an nichts mehr erinnern kann und dessen gesundheitlicher Zustand sich rapide verschlechtert.
Auch hier zeigt sich schnell Elaias Mut und Entschlossenheit: ohne zu zögern, geht sie zurück, um dem Jungen zu helfen.
Aufgeben ist keine Option!
Zum weiteren Verlauf sowie über den mysteriösen Atari wird an dieser Stelle nichts verraten, denn es stecken einige Überraschungen und Wendungen sowie düstere Geheimnisse und Notlügen in diesem Abenteuer, die ich keinesfalls vorwegnehmen möchte.
"Alles auf Anfang" bietet in erster Linie ein spannendes und actionreiches Abenteuer über Zusammenhalt und Hilfsbereitschaft und beinhaltet einige Geheimnisse, die es zu lösen gilt.
Zudem ist es eine faszinierende Dystopie, die - ohne aufdringlich zu sein - verdeutlicht: Wir haben nur diesen einen Planeten und sollten sorgsamer und mit mehr Rücksicht auf Flora und Fauna damit umgehen.
Fünf von fünf Sterne sowie eine Leseempfehlung für Jung und Alt!
Lieblingszitat:
"Und wenn wir scheitern, machen wir weiter.
Wir versuchen unser Bestes. Immer wieder.
Mir gefällt der Gedanke, dass jedes Scheitern von Bedeutung ist.
Und dass es uns etwas darüber erzählen kann, wie wir neuen Anlauf nehmen können."
(Elaia, vgl. S. 175)
Bewegte Bilder:
Es lohnt sich wie immer auf der Homepage des Kibitz Verlags vorbeizuschauen, denn dort finden sich neben Leseproben auch Buchtrailer, die eindrucksvoll in Bild und Ton einen ersten Einblick in die jeweiligen Comics geben.
Fazit:
Eine bildgewaltige Dystopie mit einer unerschrockenen und engagierten Protagonistin, die allen Mut zusammennimmt, um die Welt zu retten.
Mit viel Herz und Spannung erzählt sowie eindrucksvoll und atmosphärisch in Szene gesetzt.
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Rezensierte Ausgabe: "Alles auf Anfang" aus dem Jahr 2026