Horror Extrem
"Alley" zeigt erneut, warum Junji Ito als Meister des Horror-Mangas gilt. Statt auf schnelle Schockmomente oder reine Gewalt zu setzen, erzeugen seine Geschichten dieses unangenehme Gefühl, dass etwas ...
"Alley" zeigt erneut, warum Junji Ito als Meister des Horror-Mangas gilt. Statt auf schnelle Schockmomente oder reine Gewalt zu setzen, erzeugen seine Geschichten dieses unangenehme Gefühl, dass etwas nicht stimmt und genau das macht den Horror oft noch wirkungsvoller.
Die elf Kurzgeschichten greifen alltägliche Situationen auf und verdrehen sie Schritt für Schritt ins Unheimliche. Genau darin liegt für mich eine der größten Stärken dieses Bandes: Man beginnt oft mit etwas scheinbar Gewöhnlichem und landet plötzlich mitten in einer Situation, die zunehmend verstörender wird. Besonders die titelgebende Geschichte Die Gasse bleibt durch ihre bedrückende Atmosphäre und das schleichende Gefühl von Unausweichlichkeit lange im Kopf.
Junji Itos Zeichenstil funktioniert dabei wieder hervorragend. Seine detailreichen Illustrationen erschaffen Bilder, die gleichzeitig faszinierend und unangenehm sind. Gerade die Gesichtsausdrücke, stillen Momente und plötzlich auftauchenden verstörenden Details sorgen für genau diese typische Mischung aus Neugier und Unbehagen, für die seine Werke bekannt sind.
Wie bei vielen Kurzgeschichtensammlungen wirken allerdings nicht alle Geschichten gleich stark. Manche Ideen treffen sofort ins Schwarze und bleiben lange im Gedächtnis, während andere etwas schneller vorbeiziehen. Trotzdem trägt die abwechslungsreiche Mischung dazu bei, dass beim Lesen kaum Langeweile entsteht.
"Alley" liefert klassischen Junji-Ito-Horror: atmosphärisch, verstörend und voller Geschichten, die selbst nach dem Zuklappen des Buches noch im Kopf herumspuken. Sowohl für Fans als auch für Neueinsteiger eine gelungene Sammlung, die zeigt, wie wirkungsvoll Horror sein kann, wenn er sich langsam und leise anschleicht.