Eine stimmige, schön ausgestaltete Fortsetzung
Vorab: “Die Muschelmagier” ist der zweite Band der Wellenläufer-Trilogie. Da die Handlung von Band 2 direkt an den ersten Band “Die Wellenläufer” anschließt, ist ein chronologisches Lesen sinnvoll. In ...
Vorab: “Die Muschelmagier” ist der zweite Band der Wellenläufer-Trilogie. Da die Handlung von Band 2 direkt an den ersten Band “Die Wellenläufer” anschließt, ist ein chronologisches Lesen sinnvoll. In der folgenden Rezension finden sich deshalb auch leichte Spoiler für Band 1.
Inhalt: Nachdem Jolly und Griffin bei einer Seeschlacht über Bord der “Carfax” gingen, wurden sie von dem Brückenbaumeister Agostini aufgelesen. Dieser hat mit seiner Mannschaft eine gigantische Brücke über einen Meeresarm hin zur Nachbarinsel gebaut. Die genaue Funktion der Brücke liegt für Jolly im Dunkeln, doch die Brücke scheint wichtig zu sein. Denn: Kurz nach der Fertigstellung - just in dem Moment, als Jolly und Griffin die Brücke betreten - erscheint eine Horde Klabauter, die die Brücke einreißen will. Gleichzeitig tauchen alte Freunde von Jolly und Griffin auf, die die beiden in letzter Sekunde vor den Klabautern retten können - und zur sagenhaften Stadt Aelenium führen…
Persönliche Meinung: “Die Muschelmagier” ist ein phantastischer Jugendroman von Kai Meyer. Im Vergleich zum ersten Band, der noch eher in einer Welt spielt, die unserer näher ist, geht es hier deutlicher ins Phantastische: Wir lernen Aelenium kennen, ein großer bewohnter Seestern, der mit einem Anker fixiert ist und dessen Bewohner auf Seepferdchen und fliegenden Rochen reiten. Auch tauchen wir tiefer in die Herkunft der Muschelmagie sowie den Ursprung des Mahlstroms ein. Daneben dreht sich die Handlung insbesondere um die Entwicklung der Protagonisten: Jolly übt sich intensiv in der Muschelmagie und macht eine lebensverändernde Entdeckung. Munk, der im Vergleich zum ersten Band kaum auftritt, spielt hier eher in der zweiten Reihe - wenngleich seine Entwicklung, die in eine andere Richtung als Jollys geht, folgenreicher ist (gerade die Entwicklung von Munk fand ich stark beschrieben, da ich ihn in Band 1 sehr mochte, nun aber schwerer greifen kann). Anstelle von Munk erhalten in “Die Muschelmagier” Griffin und die Prinzessin Soledad PoV-Kapitel, sodass sie sich mehr und mehr zu Hauptfiguren mausern - mit jeweils spannenden Handlungssträngen, die ich hier aber nicht spoilern möchte. Auch der im ersten Band angeteaserte Konflikt der Liebeshandlung wird hier weiter entfaltet, wobei ich sehr gespannt bin, wie er im finalen Band weitergeführt wird. Der Schreibstil von Kai Meyer ist gewohnt bildgewaltig, farbenfroh und flüssig zu lesen. Insgesamt ist “Die Muschelmagier” eine stimmige, schön ausgestaltete Fortsetzung von “Die Wellenläufer”, die mir sogar noch ein bisschen mehr gefallen hat als der erste Band.