Cover-Bild Dschomba
28,00
inkl. MwSt
  • Verlag: Otto Müller Verlag GmbH
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: allgemein und literarisch
  • Genre: Romane & Erzählungen / Erzählende Literatur
  • Seitenzahl: 387
  • Ersterscheinung: 29.11.2024
  • ISBN: 9783701313310
Karin Peschka

Dschomba

Ein halbnackter Fremder tanzt zwischen den Gräbern des Eferdinger Pfarrfriedhofs. Es ist November 1954, ein nasskalter Tag, und Dragan Džomba ist auf der Suche. Vor dem Friedhofstor stehen die Bürger – aufgebracht, misstrauisch, neugierig. Nur der Dechant nähert sich dem Serben und gibt ihm schließlich Quartier im Pfarrhof. Dragan spricht nicht viel, immer wieder zieht es ihn hinaus zum Lagerfriedhof nahe der Donau. Dort, wo es kaum Spuren der Vergangenheit gibt, sucht Dragan aber genau diese. Er bezieht die Hütte auf dem „Serbenfriedhof“, schließt Freundschaften, erlebt Anfeindung und Argwohn. Jahre später, alt geworden, sitzt er im Gasthof „Zum roten Krebs“ am Stammtisch. Dem Fremden bleibt das Fremde haften, das Seltsame. Ab und zu stellt ihm die zehnjährige Wirtstochter ein Bier hin. Sie ist in ihren Tagträumen daheim und fühlt eine Verbindung zu dem Mann, der nach Wald und Erde duftet, der vor ihr da war und weiß, welche Geschichte sich unter den Feldern verbirgt. Mit „Dschomba“ schreibt sich Karin Peschka das Wissen um die Vergangenheit jenes Ortes, in dem sie aufgewachsen ist, in die eigene Biografie. Sie erzählt vom Leben in einer kleinen Stadt, von Begegnungen, von Lebenswegen und -wendungen, und ein wenig davon, wie es ist, als Wirtstochter aufzuwachsen.

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 26.01.2025

Der lange Weg der Integration

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"Dschomba" ist der aktuelle Roman der Autorin Karin Peschka, umfasst 380 Seiten und erscheint im Frühjahr 2023 im Otto Müller Verlag.
Der zeitgenössische Roman spielt in den 1970ern. Hauptfigur ist Dragan ...

"Dschomba" ist der aktuelle Roman der Autorin Karin Peschka, umfasst 380 Seiten und erscheint im Frühjahr 2023 im Otto Müller Verlag.
Der zeitgenössische Roman spielt in den 1970ern. Hauptfigur ist Dragan Dzomba, der 1954 im kleinen österreichischen Ort Eferdinger auftaucht. Auf dem Friedhof tanzend finden ihn die Bewohner und rufen den Dechant, der sich seiner annimmt. Dschomba bleibt, bezieht eine Hütte auf dem sogenannten "Serbenfriedhof". Doch sein Leben lang schwankt sein Verhältnis zur neuen Heimat und auch die Mitbewohner betrachten ihn nach 20 Jahren mal argwöhnisch bis feinlich oder mal freundlich. Und so bleibt Dschomba der Fremde, der nicht viel spricht und langsam altert. Im Wirtshaus treffen wir eine weitere wichtige Protagonistin: die kleine Wirtstocher wächst auf zwischen Frühschoppen und Schankstube. Hier lauscht sie am liebsten den Geschichten der Gäste und Dschomba wird ihr seine ganz persönliche Geschichte erzählen, die vom verlorenen Bruder, die nach einer langen Suche.
Geschickt verwebt die Autorin hier autobiografische Züge aus ihrem Leben als junge Wirtstochter und den historischen Fakten rund um ihren Heimatort. Der Roman besteht wesentlich aus kurzen, knackigen Sequenzen, die schnell aufeinander folgen und keine Langeweile aufkommen lassen. Der nüchtern beschreibende Erzählstil fügt sich hier prima ein. Die Autorin beschränkt sich auf´s Beschreiben und überlässt die Bewertung dem geneigten Leser. Kein Wunder, dass man in diesem Roman vergebens nach Schnörkeln sucht, sondern sich ganz der klaren Sprache widmen kann. Zugegeben, in den Sprachstil muss man sich wirklich erst einlesen, doch der Roman ist die Mühe wert. Daher bekommt er von mir eine klare Leseempfehlung.