Ganz anders als erwartet
Das Cover mit der Katze hat mich sofort angesprochen – daran konnte ich einfach nicht vorbeigehen. Der Klappentext klang spannend, also habe ich direkt losgelegt.
Ich bin ziemlich unvoreingenommen an ...
Das Cover mit der Katze hat mich sofort angesprochen – daran konnte ich einfach nicht vorbeigehen. Der Klappentext klang spannend, also habe ich direkt losgelegt.
Ich bin ziemlich unvoreingenommen an das Buch herangegangen. Irgendwie hatte ich etwas Leichtes, vielleicht sogar Verspieltes erwartet. Stattdessen bekam ich eine tiefgründige, teilweise recht schwere Geschichte. Nach einer kurzen Eingewöhnungszeit hat mich das Buch jedoch komplett in seinen Bann gezogen.
Der Schreibstil war sehr angenehm zu lesen – flüssig, atmosphärisch und mit einem Hauch von Mystik, der der Geschichte eine ganz besondere Stimmung verliehen hat.
Erzählt wird in zwei Zeitsträngen, jeweils mit unterschiedlichen Protagonistinnen. Die Verbindung zwischen beiden ist die Katze, die zwischen den Zeiten hin und her wechselt. Anfangs war das etwas verwirrend, vor allem, weil einer der beiden Handlungsstränge deutlich mehr Tiefe und Raum erhält. Dadurch fiel es mir leichter, mich mit diesem Teil der Geschichte zu verbinden. Der zweite Strang lässt dagegen viele Fragen offen und regt zum Nachdenken an – auf eine ganz eigene Weise, die das Buch noch lange nachwirken lässt.
Was ich überhaupt nicht erwartet hatte, war das Thema Krieg, Flucht und Vertreibung. Einige Abschnitte waren emotional wirklich herausfordernd – so sehr, dass ich das Buch zeitweise zur Seite legen musste, um das Gelesene erst einmal zu verarbeiten. Doch genau das hat es auch so besonders gemacht. Denn neben all dem Schmerz und der Schwere zeigt die Geschichte auch Hoffnung, Mut und die Stärke von Frauen, die nicht aufgeben.
Die Charaktere sind hervorragend gezeichnet: vielfältig, glaubwürdig und lebendig. Sie fügen sich stimmig in die Handlung ein und machen das Gesamtbild rund. Besonders schön fand ich die Rolle der Katze – nicht nur als verbindendes Element zwischen den Zeitebenen, sondern auch als stiller Beobachter, der immer wieder auf das oft übersehene Leid der Tiere hinweist.
Insgesamt ist es ein beeindruckendes Buch. Sicherlich keine leichte Lektüre – aber eine, die sich unbedingt lohnt.