Cover-Bild Babel
23,00
inkl. MwSt
  • Verlag: Hanser, Carl
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: zeitgenössisch
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Seitenzahl: 272
  • Ersterscheinung: 28.01.2019
  • ISBN: 9783446261655
Kenah Cusanit

Babel

Roman
1913, unweit von Bagdad. Der Archäologe Robert Koldewey leidet ohnehin schon genug unter den Ansichten seines Assistenten Buddensieg, nun quält ihn auch noch eine Blinddarmentzündung. Die Probleme sind menschlich, doch seine Aufgabe ist biblisch: die Ausgrabung Babylons. Zwischen Orient und Okzident bahnt sich gerade ein Umbruch an, der die Welt bis in unsere Gegenwart hinein erschüttern wird. Wie ein Getriebener dokumentiert Koldewey deshalb die mesopotamischen Schätze am Euphrat; Stein für Stein legt er die Wiege der Zivilisation frei – und das Fundament des Abendlandes. Kenah Cusanits erster Roman ist Abenteuer- und Zeitgeschichte zugleich – klangvoll, hinreißend, klug.

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Veröffentlicht am 24.12.2024

So staubtrocken wie die Wüste Mesopotamiens

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Eigentlich klingt es ganz amüsant und vor allem interessant. "Babel" verspricht, dem Archäologen Robert Koldewey bei seiner Ausgrabung Babylons und damit auch der Wiederauffindung des Turms zu Babel in ...

Eigentlich klingt es ganz amüsant und vor allem interessant. "Babel" verspricht, dem Archäologen Robert Koldewey bei seiner Ausgrabung Babylons und damit auch der Wiederauffindung des Turms zu Babel in 1913 über die Schulter zu schauen, während dieser sich mit einer Bilnddarmentzündung und ebenso seinem anstrengenden Assistenten Buddensieg herumschlagen muss.

Leider verliert sich der, von der Altorientalistin und Ethnologin Cusanit außerordentlich gut recherchierte, Roman zwischen referierten Fakten zu Ausgrabungstechniken und Briefwechseln Koldeweys. Eine "Handlung" besteht im eigentlichen Sinne kaum, da sich über 267 Seiten hinweg Koldewey von seinem Bett hin an den eigentlichen Ausgrabungsort schleppt, um dort eine befreundete Engländerin zu treffen. Auf dem gähnend langsamen Weg doziert er über viele Themen, die für sich genommen eigentlich ein interessantes Licht auf Raubkunst, den Vergleich von Morderne und Antike sowie die wackeligen Grundlagen des Alten Testaments werfen, jedoch so dicht präsentiert werden, dass man einfach nur noch hofft, dass der Herr bald an seinem Ziel ankommen möge. Eine Handlung im allgemein bekannten Sinne sollte man hier also nicht suchen. Sie, ebenso wie die Nebenfiguren, scheinen Cusanit allein dazu zu dienen, ihr ungemein großes Wissen in eine Romanform zu pressen.

Tatsächlich sehnte ich dem Ende des Buches ab mindestens der Hälfte dessen entgegegen. Die zu Beginn noch durch ihre Erhabenheit glänzende Sprache wirkte gegen Ende nur noch überfordernd und trocken. Kenah Cusanit hat definitiv gezeigt, dass sie ein sehr hohes Sprachniveau beherrscht, konnte dies jedoch nicht in einen überzeugenden Roman ummünzen. Oft überwog das Gefühl beim Lesen, sie möchte zu sehr zeigen, was sie alles weiß und wie toll sie es sprachlich verpacken kann. Das konnte jedoch - jedenfalls bei mir - auf die Länge des Romans nicht zünden, sodass das Buch leider so staubtrocken, wie die Wüste durch die sich Kaldewey budelte, geworden ist.