Cover-Bild Mutter, schafft
17,90
inkl. MwSt
  • Verlag: Haymon Verlag
  • Themenbereich: Gesellschaft und Sozialwissenschaften - Gesellschaftliche Gruppen
  • Genre: Sachbücher / Politik, Gesellschaft & Wirtschaft
  • Seitenzahl: 280
  • Ersterscheinung: 08.05.2023
  • ISBN: 9783709981788
Linda Biallas

Mutter, schafft

Die Rolle der Mutter im Kapitalismus und Patriarchat: ein Aufruf zur Revolution
Platz für Feminismus und Mutterschaft!

Wie Mutter sein? – In einer männlichen Weltordnung, in einer Gesellschaft, die Mütter verachtet
Was bedeutet Feminismus – nicht nur als Mutter, sondern als Mutter im kapitalistischen, patriarchalen System? Welche Kämpfe tragen Mütter aus? Und wer sieht hin, sieht die Kämpfe, aus denen sie nicht als Sieger*innen hervorgehen können? Zentrale Fragen, die Linda Biallas aufwirft, aber auch solche, für die es nicht immer allgemein gültige Antworten gibt. Denn: Menschen sind verschieden, und vor allem: Voraussetzungen sind unterschiedlich. Nur die Strukturen selbst scheinen so unerschütterlich wie kaum etwas anderes. Inklusive der Rolle, die einer Mutter zugeschrieben wird, und den Eigenschaften, die sie mitbringen sollte. Sicher ist: erfüllen lässt sich diese Rolle niemals. Muttersein in unserem Leistungs-orientierten System bedeutet vor allem eines: eine ernüchternde Realität, die Geschlechterrollen zementiert und Mütter als die wichtigsten Versorgungsträger*innen einer Gesellschaft im Stich lässt.

Von der Feministin zur Mutter und Feministin
Linda Biallas ist Mitte Zwanzig, steckt im Studium und in einem gänzlich anderen Leben, als sie ungeplant schwanger wird und sich mit Fragen konfrontiert sieht, die im Feminismus der Anfang 20-Jährigen keine Rolle gespielt haben: Was ist überhaupt eine „gute Mutter“? Warum sind die Ansprüche an Mütter und Väter so unterschiedlich? Und wie werden wir durch diese Sicht beeinflusst? Wo sind es die Strukturen und gesetzlichen Rahmenbedingungen, die uns in eine bestimmte Richtung drängen? Und wo sind es erlernte Überzeugungen und Rollenbilder, die uns festsetzen, Spielräume ungenutzt lassen? Wo sind es unsere eigenen Ideologien, die uns trotz allem an ein System glauben lassen, das unsere Ausbeutung und Unterdrückung zu verantworten hat? Klar ist: Es sind vor allem Patriarchat und Kapitalismus, die dafür sorgen, dass Strukturen erhalten bleiben, die Frauen mit Kindern benachteiligen und Hindernisse reproduzieren, wo es eigentlich schon lange keine mehr geben sollte!

Es reicht nicht! – neue Perspektiven für das Muttersein im 21. Jahrhundert
Sexismus, Stereotype, das Ideal der kleinbürgerlichen Familie, Bevormundung und rechtliche Bestimmungen: Es sind die Umstände, die wir gemeinsam und grundlegend verändern müssen, um Müttern eine Zukunft zu geben und endlich Gleichberechtigung zu schaffen. Was nicht reicht? Schlichte Symptombekämpfung. Vielmehr müssen wir endlich analysieren und verstehen, dass es unser Gesellschaftssystem ist, das Formen von Benachteiligung hervorbringt und das Muttersein kaputtmacht. Linda Biallas erzählt in diesem Buch von Ungleichheit und Erziehungsmodellen, Care-Arbeit und Beziehungsarbeit und bohrt mit dem Finger in den Wunden unserer Gesellschaft, bis wir den Schmerz so richtig spüren!

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Lesejury-Facts

  • Dieses Buch befindet sich bei Paperboat in einem Regal.
  • Paperboat hat dieses Buch gelesen.

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 04.12.2024

Feministische Pflichtlektüre

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Man muss nicht für jede Konstellation eine Lösung wissen, um die Gesellschaft verändern zu wollen - aber jede Veränderung beginnt mit Kritik am vorherrschenden System. Oder zwei Systemen, die sich gegenseitig ...

Man muss nicht für jede Konstellation eine Lösung wissen, um die Gesellschaft verändern zu wollen - aber jede Veränderung beginnt mit Kritik am vorherrschenden System. Oder zwei Systemen, die sich gegenseitig bedingen: Kapitalismus und Patriarchat.

Linda Biallas wird mit Mitte 20 ungeplant schwanger. Trotz der Tatsache, dass sie sich mitten im Studium befindet und der Kindsvater sich jeglicher Verantwortung entzieht, entscheidet sie sich für die Mutterschaft und wird in ein neues Leben katapultiert, in dem andere Regeln gelten. Als alleinerziehende Mutter lernt sie früh die strukturelle Schlechterstellung aus erster Hand kennen, der Frauen unterworfen werden, wenn sie nicht im heteronormativen Modell aus männlichem Versorger und weiblichem Kümmerer leben.
Allein erziehend, mit den ganzen einhundert Prozent des Mental Loads auf sich gestellt, zeigt sich für Biallas eine notwendige Notwendigkeit für alternative Familienmodelle, die geschaffen werden müssen. Denn das noch immer von Politik geförderte Modell der Kernfamilie aus Vater, Mutter, Kind(-ern) kann nie das sprichwörtliche Dorf ersetzen, das erforderlich ist, damit alle Mitglieder einer Familie (mental) gesund bleiben, weil die Verantwortung aufgeteilt ist und nicht nur auf den Schultern einer Person lastet. Diese eine Person ist nämlich in aller Regel die Mutter und Momshaming bereits in Krabbelgruppen, später in Kitas und Grundschulen, ein riesengroßes Problem (und eigentlich eine gar nicht so seichte Form des Mobbings irgendwo zwischen Schule und Beruf!).

Biallas kritisiert den noch immer regierenden frühkindlich herbeigeführten Sexismus, der sich schon anhand von Einordnungen in "Jungsblau" und "Mädchenrosa" äußert. Überhaupt plädiert die Autorin in ihrem Buch für feministische Mutterschaft, denn Feminismus denkt bedauerlicherweise Elternschaft selten mit.
Glücklicherweise bin ich keine Mutter, denn jedes Buch, das ich zum Thema Mutterschaft lese, ist das Resultat eines anstrengenden Weges, den die Autorin und Mutter hinter sich hat - und den ich echt nicht gehen wollen würde.
Bücher wie "Mutter, schafft." sind aber hochrelevant, nicht zu letzt auch für mich, gerade weil sich mir die strukturellen Probleme durch meine Weigerung, Mutter zu werden, nie erschlossen haben und auch ich ohne solche Werke einen Mütter inkludierenden Feminismus nicht mitdenken könnte.