✎ Lorenz Pauli & Sonja Bougaeva - Fips hört ein PIEPS
Meine Tochter soll laut Lehrerin täglich etwa zehn Minuten lesen. Für mich, die ständig mit einem Buch in der Hand gesehen wird, klingt das nach einer Kleinigkeit - für sie hingegen ist es eine echte Herausforderung. ...
Meine Tochter soll laut Lehrerin täglich etwa zehn Minuten lesen. Für mich, die ständig mit einem Buch in der Hand gesehen wird, klingt das nach einer Kleinigkeit - für sie hingegen ist es eine echte Herausforderung. Obwohl sie schon mit knapp vier Jahren ihre ersten Wörter selbst erlesen hat, hat sie bis heute keine große Begeisterung fürs Lesen entwickelt. Damit sie nicht (gänzlich) die Freude daran verliert, greife ich momentan bewusst zu Büchern aus der Kleinkindzeit, in denen Bilder dominieren und die Texte überschaubar sind. So wirkt das Lesen weniger wie eine Hürde.
Ich weiß, dass sie jetzt in der 2. Klasse die erste Pflichtlektüre haben und ich bin gespannt, wie mein Kind das meistern wird.
Neulich fiel mir dabei „Fips hört ein PIEPS“ von Lorenz Pauli und Sonja Bougaeva wieder in die Hände. Sie kennt die Geschichte zwar schon, aber das stört mich nicht. Im Gegenteil: Gerade das Wiederholen erleichtert ihr den Zugang zu den Wörtern. Entscheidend ist für mich, dass sie sieht, wie Sprache funktioniert, wie Wörter geschrieben aussehen – und dass sie die Chance hat, sich diese selbst zu erlesen und dabei kleine Erfolge feiern kann. Die gelungenen Reime tun dabei ihr Übriges.
Die Geschichte selbst ist humorvoll und leicht zugänglich. Ein winziges Pieps löst eine überraschende Kettenreaktion aus, die uns beide zum Schmunzeln bringt. Am Ende wird das Kind sogar direkt aufgefordert, selbst aktiv zu werden.
Auch die Illustrationen tragen dazu bei, dass die Geschichte lebendig wirkt. Die klaren Gesichter machen Gefühle sofort erkennbar und erleichtern das Mitfühlen.
Ich kann mir gut vorstellen, dass kleinere Kinder die wiederkehrenden Geräusche bald selbst nachahmen und dadurch spielerisch in die Sprache hineinwachsen. Und wer glaubt, mit der letzten Seite sei alles vorbei, wird mit einer charmanten Überraschung belohnt.
Nach den Ferien darf unser Exemplar in die Kindergartenbibliothek einziehen. Vielleicht erleben dann noch viele andere Kinder diesen kleinen Funken, den „Fips hört ein PIEPS“ entzünden kann.
©2025 Mademoiselle Cake