Cover-Bild Wer wird überleben?
24,00 €
inkl. MwSt
  • Verlag: Rowohlt Berlin
  • Genre: Sachbücher / Natur & Technik
  • Seitenzahl: 448
  • Ersterscheinung: 20.04.2021
  • ISBN: 9783737100540
Lothar Frenz

Wer wird überleben?

Die Zukunft von Natur und Mensch

Longlist für den NDR Sachbuchpreis 2021

Wir stehen vor einem historischen Wendepunkt in unserem Verhältnis zur Natur: Mit der Coronapandemie sind zum ersten Mal die Auswirkungen der Arten- und Biodiversitätskrise für uns als Spezies Mensch größer als die globalen Folgen des Klimawandels. Lange schon haben Artenschutzexperten gewarnt, dass ein solches Virus durch den ausrottenden Handel mit Wildtieren entstehen wird. Haben wir diese Wucht, den kommenden Wandel noch im Griff?

Lothar Frenz hat bei Expeditionen – etwa in den Regenwald Amazoniens, nach Indonesien und Afrika – viele Aspekte des Artensterbens und der Biodiversitätskrise erlebt. Eindrucksvoll zeigt er auf, wie vielschichtig die Probleme sind, die wir in den nächsten Jahren lösen müssen: Wie soll unsere Erde aussehen? Bietet sie genug Platz für die ständig wachsende Menschheit und alle anderen Lebewesen? Wer soll, wer darf mit uns hier leben – und wer nicht? Welchen Planeten wollen wir unseren Kindern hinterlassen? Dieser durchaus moralischen Frage müssen wir uns stellen. Ökologie aber kennt keine Moral, sagt Frenz, nur Folgen – und die betreffen das gesamte Ökosystem der Erde. Wir müssen also Kriterien entwickeln, um die Überlebensfrage zu entscheiden, die auch längst an uns gestellt ist. Wir brauchen ein neues Selbstbild, damit der Lebensraum Erde für uns Menschen weiterhin eine gute Zukunft bietet.

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Veröffentlicht am 04.01.2026

Tiefschürfende Gedanken zum Verhältnis von Mensch und Natur

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Sehen Sie sich als Teil der Natur? Wem soll die Natur nutzen? Wann haben Sie sich zuletzt als Mitglied einer Spezies gefühlt? Gibt es unter den Geschöpfen eine Art, der Sie den Zutritt auf die Arche verweigern ...

Sehen Sie sich als Teil der Natur? Wem soll die Natur nutzen? Wann haben Sie sich zuletzt als Mitglied einer Spezies gefühlt? Gibt es unter den Geschöpfen eine Art, der Sie den Zutritt auf die Arche verweigern würden und damit ihr Existenzrecht als Spezies? Was würden Sie wählen: Wahrheit oder Hoffnung?
Derartige Fragen stehen am Beginn jedes Kapitels. Der Biologe und Journalist Lothar Frenz tastet sich an ihre Beantwortung heran, indem er jeweils verschiedene Beispiele von stark gefährdeten oder vom Aussterben bedrohten Tierarten betrachtet. Das Spektrum reicht dabei von riesigen Büffeln bis zu winzigen Vögeln und von Dschungelbewohnern bis zu Tiefseegeschöpfen. Oft hat er diese bzw die Menschen, die für ihr Überleben kämpfen, auch selbst besucht und kann die Schilderungen so mit persönlichen Eindrücken anreichern.
Dabei wird immer wieder deutlich, welchen Schwierigkeiten sich der Artenschutz gegenübersieht, wie diese gelöst werden könnten, aber auch, dass das Zusammenspiel verschiedener Spezies, die sich einen Lebensraum teilen, meist weitaus komplexer ist als es scheint.
Doch es geht bei all dem eben um viel mehr als nur darum, ein paar bedrohte Arten vorzustellen (und vielleicht noch ein bisschen über den negativen Einfluss des Menschen zu jammern.)
Der Autor lotet das Verhältnis von Mensch und Natur in diversen Facetten aus. Er zeigt, welche vielfältigen Einflüsse es in beide Richtungen gibt und hinterfragt, welchen Sinn der Schutz der Biodiversität hat oder worin der Wert der Natur besteht (der sich nicht nur, aber auch aus den mit Billionen Dollar zu bewertenden „Ökosystemdienstleistungen“ ergibt). Zu guter Letzt möchte er dem Homo Sapiens sogar zu einem neuen Selbstbild als Art verhelfen.
So regt dieses Buch sehr zum Nachdenken an, sodass die Lektüre noch lange nachwirkt.