Tiefschürfende Gedanken zum Verhältnis von Mensch und Natur
Sehen Sie sich als Teil der Natur? Wem soll die Natur nutzen? Wann haben Sie sich zuletzt als Mitglied einer Spezies gefühlt? Gibt es unter den Geschöpfen eine Art, der Sie den Zutritt auf die Arche verweigern ...
Sehen Sie sich als Teil der Natur? Wem soll die Natur nutzen? Wann haben Sie sich zuletzt als Mitglied einer Spezies gefühlt? Gibt es unter den Geschöpfen eine Art, der Sie den Zutritt auf die Arche verweigern würden und damit ihr Existenzrecht als Spezies? Was würden Sie wählen: Wahrheit oder Hoffnung?
Derartige Fragen stehen am Beginn jedes Kapitels. Der Biologe und Journalist Lothar Frenz tastet sich an ihre Beantwortung heran, indem er jeweils verschiedene Beispiele von stark gefährdeten oder vom Aussterben bedrohten Tierarten betrachtet. Das Spektrum reicht dabei von riesigen Büffeln bis zu winzigen Vögeln und von Dschungelbewohnern bis zu Tiefseegeschöpfen. Oft hat er diese bzw die Menschen, die für ihr Überleben kämpfen, auch selbst besucht und kann die Schilderungen so mit persönlichen Eindrücken anreichern.
Dabei wird immer wieder deutlich, welchen Schwierigkeiten sich der Artenschutz gegenübersieht, wie diese gelöst werden könnten, aber auch, dass das Zusammenspiel verschiedener Spezies, die sich einen Lebensraum teilen, meist weitaus komplexer ist als es scheint.
Doch es geht bei all dem eben um viel mehr als nur darum, ein paar bedrohte Arten vorzustellen (und vielleicht noch ein bisschen über den negativen Einfluss des Menschen zu jammern.)
Der Autor lotet das Verhältnis von Mensch und Natur in diversen Facetten aus. Er zeigt, welche vielfältigen Einflüsse es in beide Richtungen gibt und hinterfragt, welchen Sinn der Schutz der Biodiversität hat oder worin der Wert der Natur besteht (der sich nicht nur, aber auch aus den mit Billionen Dollar zu bewertenden „Ökosystemdienstleistungen“ ergibt). Zu guter Letzt möchte er dem Homo Sapiens sogar zu einem neuen Selbstbild als Art verhelfen.
So regt dieses Buch sehr zum Nachdenken an, sodass die Lektüre noch lange nachwirkt.