Schlechte Aussichten?
Die ehemalige amerikanische Außenministerin Madeleine Albright legt eine Betrachtung zum Faschismus vor. Veröffentlicht wurde die Originalausgabe des Buches im Jahr 2018. Sie starb im März 2022. Während ...
Die ehemalige amerikanische Außenministerin Madeleine Albright legt eine Betrachtung zum Faschismus vor. Veröffentlicht wurde die Originalausgabe des Buches im Jahr 2018. Sie starb im März 2022. Während des zweiten Weltkriegs flohen ihre Eltern mit ihr von Prag nach London. Von diesem Ausgangspunkt berichtet sie über den Beginn des Faschismus in Europa, ausgehend von Mussolini zu Hitler. Sie beschreibt aber auch weitere faschistische Systeme. Die ähneln sich in gewissen Punkten, so dass man die Strukturen erkennen kann. Sie analysiert auch, wie die Herrscher an Einfluss gewinnen und welche Mittel sie nutzen. Sie blickt mit Sorge in die Zukunft und sie kann dem damaligen Präsidenten nichts abgewinnen. Was hätte sie heute gesagt? Man weiß es nicht. Manche Präsidentschaften vergehen leider unheimlich langsam und nicht immer besteht Aussicht auf Besserung. Das hatte die Autorin im Übrigen auch erkannt.
Es ist eines der Bücher, die ziemlich bunt wären, wenn man alles unterstreichen würde, was einem wichtig erscheint. Mit der Lektüre bekommt man gute Mittel an die Hand, die Strukturen zu erkennen. Besonders zu Beginn und zum Ende hin überzeugt das Buch. Allerdings wenn es um Lösungsansätze geht, wird es etwas Schwierig. Es gibt einiges zu erahnen. Der Hinweis der Autorin auf Thinktanks und Veröffentlichungen derer Ergebnisse, die sie aber nicht einzeln aufführen wolle, ist etwas inkonsequent. Vielleicht wäre da in einem Anhang der ein oder andere Literaturnachweis doch recht nett gewesen. So kann man immerhin sagen, wenn die Demokratie verteidigt werden soll, muss man wohl überlegen, ob es nicht an der Zeit ist, selbst aktiv zu werden.