Kleine Leute
In alten viktorianischen Landhäusern kann man sie finden: die Borger. Sie leben versteckt an den verschiedensten Orten dieser Häuser und haben daher ihre Namen, denn auch diese sind "geborgt", wie alles, ...
In alten viktorianischen Landhäusern kann man sie finden: die Borger. Sie leben versteckt an den verschiedensten Orten dieser Häuser und haben daher ihre Namen, denn auch diese sind "geborgt", wie alles, von dem die Borger leben oder was sie besitzen. Doch ihr Leben ist gefährlich, denn die meisten Menschen möchten sie nicht im Haus haben.
Die Wiederauflage dieses Kinderbuches ist eine gute Entscheidung des Verlages. Es erzählt von den winzig-kleinen Borgern, menschenähnlichen Wesen, die in allen möglichen Winkeln und Verstecken eines alten Hauses leben könnten.
Hier wird die Geschichte von der Familie Clock, Vater Pod, Mutter Homily und Tochter Arrietty (14 Jahre alt), erzählt, die unter der Küche einer alten gregorianischen Villa leben. Sie heißen Clock, weil der Eingang zu ihrer Wohnung unter einer alten Standuhr liegt.
Es geht ihnen gut dort bei der alten Herrin mit ihrer alten Köchin und ihrem alten Gärtner mit deren Routinen, die es Pod ermöglichen unbemerkt auf Beutezug zu gehen, bis eines Tages der Menschenjunge einzieht, um sich von einer Krankheit zu erholen.
Arietty freundet sich mit ihm an, obwohl das bei Borgern streng verboten ist, bis die Haushälterin sie eines Tages entdeckt und alles in Bewegung setzt, um sie loszuwerden.
Hier wird eine spannende fantastische Geschichte in eine Rahmenhandlung gekleidet und so folgt man ihr atemlos aus der Sicht der Zuhörerin Kate, die am liebsten alles sofort von ihrer Tante wissen möchte. So geht es dann auch den Lesenden.
Mary Norton hat mit ihrem 1952 geschriebenen Roman die Erzählungen um die kleinen Wesen, wie Feen, Elfen und Borger, neu entfacht, hält jedoch den Glauben an ihre Existenz auch hier offen, indem sie eine Frau über die Erlebnisse ihres verstorbenen Bruders erzählen lässt, die also unmöglich nachprüfbar sind. So kann die Vorstellung über die Lebensumstände der Borger in Kates Kopf in all ihrer Phantasie blühen.
Die Spannung der Geschichte wird stringent von Anfang an aufgebaut, angefangen bei einer beschaulichen Beschreibung der Lebensumstände der Beteiligten über den ersten Beutezug von Arietty, wo sie den Menschenjungen kennenlernt, als erstem, kleinem Höhepunkt bis zu der Entdeckung, die alles weitere in Gang setzt.
Wer phantastische Literatur liebt, wird hier gut bedient, denn diese Erzählung ist nicht von „gestern“.