Wird der Schafshirte Timyian zu einer Spielfigur auf dem Brett des Cal-shòn Spiels!
Der Schreibstil ist gut zu lesen und flüssig, bildhaft und mitreißend – spannend und unterhaltend zu gleich.
Das Cover wirkt diesmal kühler, man sieht einen langen Säulengang und einen Kreis in weiß ...
Der Schreibstil ist gut zu lesen und flüssig, bildhaft und mitreißend – spannend und unterhaltend zu gleich.
Das Cover wirkt diesmal kühler, man sieht einen langen Säulengang und einen Kreis in weiß mit Ornamenten. Die Schrift inklusive der geflügelten Figur in Rüstung und Schild in zwei Farben (die zu einem Spiel Cal-shòn im Roman gehört und zugleich einer Erinnerung an Shevons Vergangenheit ist) wirkt gut abgestimmt und harmonisch.
Fazit:
Bevor Timyian um Hilfe rufen konnte, presste sich eine Hand auf seinen Mund. „Du wirst mir nicht den Hof stehlen“, knurrte Grayns Stimme dicht neben ihm.
Im dritten Band der Flüchtlings Chroniken dreht sich alles um den halbwüchsigen Bauernjunge Timyian, der von seinem eigenen Bruder verkauft wird. Er landet in der Stadt Darin, wo sich Thiula, die Stadtobere, und der Herr der Unterwelt einen gnadenlosen Machtkampf liefern. Timyian bekommt von einem geheimnisvollen Fremden ein Angebot (Shevon): Seine Freiheit gegen die Mitarbeit an einem groß angelegten Betrug. Aber im Spiel um die Macht ziehen mehr als zwei Parteien die Figuren – und Timyian ist eine davon.
Timyian wächst – ob es seinen Verkauf an durch den eigenen Bruder ist, die Entführung durch die Gaukler und die Reise in die Stadt Darin. Und nicht zu vergessen das, was er mit seiner Flöte schafft, wenn er sie spielt – eine Art von Zauber genau wie sein Umgang mit Zahlen. Er absolviert erfolgreich eine Lehre. Ansonsten wirkt er eher schüchtern und zurückhaltend – aber er wird immer mutiger.
Shevon al Yontar durfte wir ja schon in Band 1 - 3 kennen und als Protagonisten zu schätzen lernen. Mittlerweile zeigt er immer mehr sein diplomatisches Geschick und eine Intrigante Ader, die ihn auch aus prekären Situationen rettet.
Wir treffen auch auf einige andere uns schon bekannte Figuren aus den vorherigen Bänden: Rond und Malcon zum Beispiel. Shevon spielt sein Spiel nicht mehr allein – aber sind sie Verbündete und Freunde oder nur Spielfiguren für ihn?
Diesmal spielt die Handlung hauptsächlich in der Stadt Darin, am Anfang auf dem Land wo Timyain vorher lebte und seinen Weg in die Stadt. Das Setting ist mittelalterlich mit Kaufleuten, Kriegern, Handwerkern, Händlern und einer Menge Sklaven sowie diversen Herrschern ausgestattet. Handelt findet größtenteils auf dem Schiffsweg mit Seglern statt.
Im Hintergrund hört man auch immer wieder von dem Spiel Cal-shòn, es wohl im gesamten Inselreich bekannt und das man anscheinend mit der Spielfigur des Flügelboten (auch Zweigesicht genannt) nur in Levanyi spielt – es handelt sich um eine Art Strategie Spiel auf einem Brett (ähnlich mit Figuren wie beim Schach).
Dem Autor gelingt es auch in Band 4 eine wunderbare Art von Fantasy und Abenteuer zu schreiben, ohne ein Quäntchen Magie anzuwenden, zählt das Spiel auf der Flöte von Timyian einer Art Magie? Was einmal mehr eine wunderbare Abwechslung ist, dies wird sich so durch die ganze Reihe fortsetzen (so seine Aussage). Auch großes Gemetzel bleibt aus, obwohl es genug Brutalität und Blutvergießen gibt. Dafür treffen wir auf mehr politische Kalkül mit Intrigen und mancher überraschenden Wendung. Die zentrale und damit auch faszinierende Handlung liegt vor allem in der Figur von Shevon al Yontar.
Eine gelungene, fesselnde und spannende Fortsetzung, mit vielen Intrigen und überraschenden Wendungen, mal mit harten Worten und Ausdrücken – aber auch leisen Tönen, optisch kann das Cover und die Karten überzeugen, von mir 5 Sterne für diesen Fortsetzungsband und Vorfreude auf Band 5 (egal wann er erscheinen wird – ich will dabei sein).