Wichtiges Buch zur Neurodivergenz
🔍 𝗜𝗻𝗵𝗮𝗹𝘁:
Nadine ist Sonderpädagogin, arbeitet mit Kindern und freut sich schon auf ihren eigenen Familienzuwachs. Sie hat ein genaues Bild vor Augen, wie schön es sein wird mit den zwei Jungs. Ausflüge, ...
🔍 𝗜𝗻𝗵𝗮𝗹𝘁:
Nadine ist Sonderpädagogin, arbeitet mit Kindern und freut sich schon auf ihren eigenen Familienzuwachs. Sie hat ein genaues Bild vor Augen, wie schön es sein wird mit den zwei Jungs. Ausflüge, Familienzeiten, mit Verwandten und Freunden, doch schon bald stellt sie fest, dass ihre Kinder überhaupt nicht in ihre Vorstellung passen und auch nicht in die der anderen Menschen um sie herum.
Nadine Ising berichtet ehrlich von all den Herausforderungen, den unschönen Dingen, Kämpfen, der Überforderung, den Sorgen und Ängsten, ja auch den Verlusten, denen sie in den Jahren begegnet ist. Was nämlich schnell klar wird: Die Diagnose ADHS, auch kombiniert mit einer Autismusdiagnose, stößt nicht immer auf Verständnis oder Annahme.
Doch im ganzen Chaos und allen Herausforderungen, zeigt die Autorin auf, wie viel Potential in solchen Kindern steckt. Sie wendet ihren Blick immer wieder auf die schönen Dinge.
Die Autorin erzählt einerseits aus ihrem Leben, was sie erlebt hat, wo sie gescheitert ist oder auch erfolgreich war. Gleichzeitig streut sie jedoch auch in den Wissensfenstern klare Informationen und Erklärungen zu ADHS, Autismus, Hochsensibilität, der neurobiologischen Funktionsweise des Gehirns etc. ein. Diese Teile mochte ich besonders gern, denn fassen so gut zusammen, was man als Eltern anderen Menschen oftmals so schwer erklären kann.
Des Weiteren gibt es auch Praxisteile, in denen nicht nur für Betroffene, sondern auch für Fachpersonal, wie z. B. Erzieher, Lehrer usw., konkrete Hilfen an die Hand gegeben werden, wie sie mit so auffälligen Kindern umgehen können.
💭 𝗠𝗲𝗶𝗻𝗲 𝗚𝗲𝗱𝗮𝗻𝗸𝗲𝗻 𝗱𝗮𝘇𝘂:
Das Buch hat mich unglaublich ermutigt. Mich dankbar gemacht. Mir manche Werkzeuge für einen noch besseren Umgang mit der Familiensituation mitgegeben und auch herausgefordert, Dinge noch besser anzugehen. Ich habe mich gesehen und verstanden gefühlt, und darin bestärkt, dass es nicht mein Versagen ist, wenn nicht alles so läuft, wie es andere wollen.
Schön fand ich auch, dass sie darüber berichtet hat, wie das Ganze mit ihrem Glauben an Gott vereinbar war. Dieser griff offensichtlich nicht gehirnverändernd ins Leben der Kinder ein, jedoch war er immer da und hat sie durch jede Lebensphase getragen.
Die Impulse und alltagstauglichen Vorschläge zur Entspannung und Selbstfürsorge fand ich auch ansprechend und hilfreich.
🎯 𝐅𝐚𝐳𝐢𝐭:
Lieben am Limit ist ein fachlich fundiertes Buch, das jedoch nicht trocken daherkommt, sondern lebensnah die Dinge benennt und sie nicht beschönigt. Gleichzeitig hilft es jedoch auch dabei, nicht nur die negativen Aspekte zu sehen, sondern auch einen Blick für das Potential hinter solchen Systemsprengerkindern zu haben.
Ich bin überzeugt, dass dieses Buch in die Hände aller gehört, die mit Kindern arbeiten. Gerade im gemeindlichen Kontext muss für dieses Thema noch mehr sensibilisiert werden, denn Neurodivergenz macht auch vor den Kirchentüren keinen Halt.
Deshalb eine absolute Kauf- und Leseempfehlung!