Kindheit unter dem Hakenkreuz
Zum Buch:
Niklas Frank rechnet mit seinem Vater, dem sogenannten "Schlächer von Polen", ab. Was dieser in der Zeit des 2. Weltkriegs alles für das Regime getan und entschieden hat. Wie er und seine Frau ...
Zum Buch:
Niklas Frank rechnet mit seinem Vater, dem sogenannten "Schlächer von Polen", ab. Was dieser in der Zeit des 2. Weltkriegs alles für das Regime getan und entschieden hat. Wie er und seine Frau sich an Wohnsitzen, Lebensmitteln, Kunst und reichtümern der Juden selber bereichert hat. Er wird von den Amerikanern gefasst und zum Tode verurteilt. Niklas Frank wurde von seiner Mutter in erfürchtigen Gedenken an seinen Vater erzogen und erkennt langsam und im laufe derZeit, daß sein Vater Hans Frank einer der schlimmsten NS-Verbrecher war.
Mein Fazit:
Es fällt mir immer schwer Erfahrungsberichte aus dieser Zeit zu lesen und so in das Geschehen und die Umstände einzutauchen. Vieles ist schwer zu greifen,weil wir ZUM GLÜCK all das nicht ertagen mussten. Ich frage mich immer wieder, was hat manchen dazu gebracht? Und wie muss es sich anfühlen in so einer Familie aufzuwachsen oder später zu erfahren, zu was die eigenen Eltern bereit waren.
Mir ist es zu Anfang schwer gefallen in das Buch rein zu kommen. Was ganz klar an dem "gestelzten" Schreibstil von Frank liegt. Auch hätte ich mir mehr Anmerkungen von Niklas gewünscht und auch viel mehr "Hass, Häme und Abscheu" im gesamten Text. Es dreht sich für mein empfinden zu sehr um den Wertegang und weniger um die Gefühlswelt des Sohnes. Ich hätte gern mehr darüber erfahren, wie man sich als Sohn fühlt, wenn man all diese schrecklichen Machenschafften seines Vaters herausfindet.
Umso erschreckender ist für mich, daß man sich mehr über Niklas Franks "Geschmacklosigkeit" als über seinen Vater, den Massenmörder aus Krakau aufgeregt hat, als das Buch erschienen ist.
Ich werde auch seine Bücher - Meine deutsche Mutter und Bruder Norman lesen um ein rundum Bild der Familiengeschichte zu bekommen.