Die Welt ist ungerecht, aber muss man das hinnehmen ?
Avid zieht nach dem Tod seines Vaters mit seiner Mutter Elena in eine neue Stadt. Eine neue Wohnung, eine neue Schule, ein neuer Arbeitsplatz und die Chance für einen Neuanfang, die Idee klingt gut. Pech ...
Avid zieht nach dem Tod seines Vaters mit seiner Mutter Elena in eine neue Stadt. Eine neue Wohnung, eine neue Schule, ein neuer Arbeitsplatz und die Chance für einen Neuanfang, die Idee klingt gut. Pech nur, dass am Einzugstag aus dem Leihwagen vor der Haustür Avid‘s Laptop gestohlen wird. Avid ist außer sich, befinden sich doch unersetzbare letzte Erinnerungen an seinen Vater auf dem Gerät. Die Chance, dass die Polizei die Täter schnappt, ist äußerst gering und so begibt sich Avid selbst auf Spurensuche und entdeckt das Versteck der jugendlichen Diebesbande. Ist er anfänglich nur daran interessiert seinen Laptop wiederzubekommen und die Bande auffliegen zu lassen, ändert sich seine Einstellung zu den Jugendlichen, die auf ihre Weise versuchen zu einer gerechteren Welt beizutragen. Wie schon Robin Hood behaupten sie nur Reiche zu bestehlen, um es den Armen ein wenig leichter zu machen, Umverteilung eben.
Mir ist die Geschichte von Nina Weger wirklich unter die Haut gegangen. Sie ist klug konstruiert, bestens recherchiert und spannend erzählt. Themen wie Altersarmut, Fast Fashion, Privatisierung der Trinkwasserversorgung, Lebensmittelverschwendung kommen zur Sprache. Der Wunsch die Ungerechtigkeiten in der Welt nicht einfach hinzunehmen ist nachvollziehbar.
Aber darf man mit guten Motiven einfach Straftaten begehen? Avid verändert sich mit dem näheren Kennenlernen der Bandenmitglieder, die bis zum Schluß alle ihre richtigen Namen hinter einem Pseudonym verstecken. Er hinterfragt mehr und wird politischer.
Das Buch bietet sich wunderbar an für Gespräche zwischen Eltern und ihren heranwachsenden Kindern.
Ich denke es ist für Jugendliche im Alter von 12 Jahren gut geeignet und ich empfehle es sehr gerne weiter.