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Veröffentlicht am 11.02.2017

Eines meiner Jahreshighlights 2016

George
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Kurzmeinung:
Ein kleines Buch mit einem großen Thema und einer starken Botschaft. Für junge und erwachsene Leser gleichermaßen geeignet.
Georges Geschichte berührt und lässt einen so schnell nicht wieder ...

Kurzmeinung:
Ein kleines Buch mit einem großen Thema und einer starken Botschaft. Für junge und erwachsene Leser gleichermaßen geeignet.
Georges Geschichte berührt und lässt einen so schnell nicht wieder los.
Absolute Leseempfehlung.


Klappentext (vom Verlag):
Sei, wer du bist!

George ist zehn Jahre alt, geht in die vierte Klasse, liebt die Farbe Rosa und liest heimlich Mädchenzeitschriften, die sie vor ihrer Mutter und ihrem großen Bruder versteckt. Jeder denkt, dass George ein Junge ist. Fast verzweifelt sie daran. Denn sie ist ein Mädchen! Bisher hat sie sich noch nicht getraut, mit jemandem darüber zu sprechen. Noch nicht einmal ihre beste Freundin Kelly weiß davon. Aber dann wird in der Schule ein Theaterstück aufgeführt. Und George will die weibliche Hauptrolle spielen, um allen zu zeigen, wer sie ist. Als George und Kelly zusammen für die Aufführung proben, erzählt George Kelly ihr größtes Geheimnis. Kelly macht George Mut, zu sich selbst zu stehen.

›George‹ erzählt einfühlsam und unprätentiös vom Anderssein und ermutigt, den eigenen Weg zu gehen. Der erste Kinderroman zum Thema Transgender, der auch ältere Leser fesseln wird und der die Botschaft vermittelt: Sei, wer du bist!


Zum Buch:
In dem Buch geht es also um die 10-jährige George, die im Körper eines Jugen steckt, sich aber als Mädchen fühlt. Niemand weiß davon, weder ihre Familie, noch ihre beste Freundin. Doch George träumt davon, endlich die sein zu können, die sie ist.
In diesem kleine Buch steckt ein großes Thema. Transgender wird hier für die jungen Leser aufbereitet, aber auch als Erwachsener hat man viel Freude an dem Buch.
Das Buch erzählt von all den großen und kleinen Herausforderungen, die sich junge Menschen in Georges Lage stellen müssen. Hindernisse und Probleme, die mir vorher gar nicht bewusst waren. Doch George kämpft sich tapfer durch den Alltag und wächst mit jedem Schritt.

Alex Gino ist selbst seit über 20 Jahren in der transgender Bewegung aktiv und der Roman ist durch persönliche Erfahrungen inspiriert.




Meine Meinung:
Wow, was für eine Geschichte. Ich habe dieses Buch ja in einer Leserunde gelesen zusammen mit Little Booktown gelesen und wir waren beide begeistert.

Ich habe von Anfang an sehr gut in die Geschichte hineingefunden und George war mir gleich sympathisch. Auch die anderen Charaktere werden sehr eindrücklich beschrieben, so dass man gleich ein Gefühl für die Personen bekommt.

Der Schreibstil gefiel mir sehr gut, die Geschichte ließ sich flüssig lesen und die Seiten flogen nur so dahin.
Georges Geschichte wird einfühlsam und mit einfachen Worten beschrieben. Dennoch hat der Text oft eine unglaubliche Tiefe, die auch einen großen Reiz für mich als erwachsene Leserin hatte.
Es geht um die Entwicklung, die dieses junge Mädchen durchmacht, die irgendwie in einem Jungenkörper feststeckt.
Es macht einem richtig das Herz schwer, dass George sich so verstecken und verstellen muss. Und wie sehr sie darunter leidet.
„Die Süße der Schokoladenmilch füllte Georges Mund aus und bedeckte die Worte, die ihr auf der Zunge lagen. Eines Tages würde George ihrer Mutter sagen müssen, dass sie ein Mädchen war.“ (S.58)
Und mal wieder wird auch deutlich, wie grausam Kinder sein können. Besonders, wenn man irgendwie anders ist.
Es wird deutlich, wie schwer unsere Gesellschaft es transgender Kindern macht. Sportumkleidkabinen, Toiletten, Gruppenarbeiten, Theaterrollen. So vieles wird nach dem Geschlecht getrennt und eingeteilt. Und wenn man sich da nicht eindeutig zuordnen lässt, dann passt man nicht ins System. Und genau das erlebt auch George. Sie muss sich verstellen. Muss sich quälen und die Jungentoilette benutzen. Sich mit den Jungs für den Sportunterricht umziehen.
Ich konnte mich als Leser so gut in George hinein fühlen und litt mit ihr. Niemand versteht sie. Nicht die Lehrerin, nicht ihre Freundin, auch nicht ihre Mutter. Dabei würde sie so gerne „gesehen“ werden. So, wie sie wirklich ist.

Georges macht in dem Buch eine große Entwicklung durch und nach und nach versucht sie immer mehr zu sich zu stehen und nach außen zu zeigen, wer sie wirklich ist. Das kostet viel Kraft und ist nicht einfach. Und die Menschen in ihrer Umgebung reagieren nicht so, wie George es sich erhofft hatte.
Besonders für ihre Mutter ist es nicht leicht zu akzeptieren, dass ihr Sohn eigentlich ihre Tochter ist. Die Elternrolle fordert ja eigentlich, dass die Mutter George in Allem unterstützt und für sie da ist. Das gelingt ihr am Anfang nicht. Doch allmählich lernt sie, damit umzugehen.
Da ich natürlich besonders mit George mitgefiebert habe, war ich manchmal enttäuscht von der Mutter, die mit Unverständnis reagiert hat. Doch irgendwie konnte ich die Sorgen der Mutter auch nachvollziehen.
Mutter: "Aber die Welt ist denjenigen, die anders sind, nicht immer freundlich gesinnt. Ich will nur vermeiden, dass du es dir selbst schwerer machst als unbedingt nötig."
George: "Ein Junge sein zu müssen, ist wirklich schwer für mich." (S. 180)

Fazit:
Ein großartiges Buch mit einer wunderbaren Botschaft. "Sei, wer du bist!"
In der Geschichte steckt so viel Gefühl und sie hat mich wirklich berührt.
Ich hatte mich mit dem Thema Transgender vorher nie intensiv beschäftigt und es war ziemlich schockierend, einen Einblick zu bekommen in all die Probleme und Herausforderungen, die an die jungen Menschen gestellt werden. Unsere Gesellschaft ist darauf leider nicht sehr gut eingestellt und macht es Kindern schwerer, als es sein müsste.
Besonders beeindruckend fand ich bei diesem Buch, wie das Thema toll für die jungen Leser aufbereitet wurde, man aber trotzdem auch als Erwachsener von der bewegenden Geschichte ergriffen werden konnte.

Mein einziger Kritikpunkt ist, dass das Buch so kurz ist. Ich hätte so gern noch mehr über Georges Leben erfahren, wie es mit ihr weitergeht, wie sie sich entwickelt, aber auch wie ihr Umfeld reagiert.

Veröffentlicht am 11.02.2017

Kommt nicht ganz an die TV Serie heran

Pretty Little Liars - Unschuldig
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Kurzmeinung:
Das Buch ist zwar viel "teeniemäßiger" als die Serie, aber trotzdem recht spannend. Auf jeden Fall eher eine leichte Lektüre.


Klappentext (vom Verlag):
Vier Mädchen, ein dunkles Geheimnis
Geheimnisvolle ...

Kurzmeinung:
Das Buch ist zwar viel "teeniemäßiger" als die Serie, aber trotzdem recht spannend. Auf jeden Fall eher eine leichte Lektüre.


Klappentext (vom Verlag):
Vier Mädchen, ein dunkles Geheimnis
Geheimnisvolle Nachrichten von einer gewissen A. versetzen Spencer und ihre Freundinnen in Angst und Schrecken. Woher kennt A. ihre intimsten Geheimnisse? Steckt dahinter Alison, die eines Tages spurlos verschwunden war?

Explosive Mischung aus Glamour und tödlichen Intrigen

Zum Buch:
In dem Buch geht es um 4 Mädchen: Aria, Spencer, Emily und Hanna. Früher gehörten sie zu einer angesagten 5er Clique, doch als das fünfte Mädchen, Alison spurlos verschwand, löste sich die Gruppe auf und die andren lebten sich auseinander. Alison ist die Anführerin der Truppe gewesen und hat sie durch Geheimnisse zusammengehalten. Jede der vier verbliebenen Mädchen geht anders mit dem Verlust ihrer Freundin um.
Doch Monate später bekommen die Vier plötzlich geheimnisvolle Nachrichten, in denen der ominöse Absender A. erkennen lässt, dass er von ihren intimsten Geheimnissen weiß. Geheimnisse, die eigentlich nur Alison kannte. Er droht, alles aufzudecken und erpresst die Mädchen. Und plötzlich stellt sich das Leben der Mädchen auf den Kopf, als sie versuchen, ihre Geheimnisse zu hüten und den Absender der Nachricht zu identifizieren.


Meine Meinung:
Normalerweise lese ich ja lieber zuerst die Bücher und schaue mir danach die Filme an. Hier war es aber mal umgekehrt. Ich bin erst über die TV- Serie auf die Reihe aufmerksam geworden.
Die Serie hat mir damals richtig gut gefallen und weil es im Moment keine neuen Folgen gibt, bin ich darauf gekommen, mir mal die Bücher anzusehen.
Und das hat sich schon gelohnt.
Obwohl ich ja die Handlung der Serie schon kannte, war das Buch trotzdem noch spannend zu lesen. Der Plot ist zwar recht ähnlich zur Verfilmung, aber es gab dennoch die ein oder andere Überraschung. Die Charaktere werden ausführlicher beschrieben und so gibt es im Buch mehr Raum für deren Entwicklung, Gedanken und Hintergründe zu den Personen. Das macht schon einen besonderen Reiz der Bücher aus. Allerdings gibt es in der Handlung der Bücher auch weniger "Action". Es passiert in einem Buch gefühlt nicht ganz so viel, wie in einer TV- Folge, eben weil es neben der aktuellen Haupthandlung noch die Hintergrundinformationen zu den Protagonisten und einige Nebenschauplätze gibt. Aber das hat mir insgesamt eben trotzdem ganz gut gefallen, weil es so noch zusätzlichen Input gab, was man nicht schon aus dem Fernsehen kannte.


Fazit:
Auch wenn man die TV- Serie kennt, kann man die Bücher trotzdem noch gut lesen. Es ist keine anspruchsvolle Lektüre, aber es ist recht spannend und gut zum "so weg lesen". Allerdings sind die Bücher meiner Meinung nach "Teenie-mäßiger" als die Serie, also ist sie bestimmt nicht für jeden Leser das richtige.

Veröffentlicht am 14.11.2016

Hunter is back -und zwar mit einem sehr spannenden Fall!

Totenfang
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Kurzmeinung:
Mal wieder ein spannender Hunter- Thriller, den man kaum aus der Hand legen kann. Die düstere Landschaft bietet das perfekte Ambiente für einen Fall voller Überraschungen und Wendungen.

Klappentext: ...

Kurzmeinung:
Mal wieder ein spannender Hunter- Thriller, den man kaum aus der Hand legen kann. Die düstere Landschaft bietet das perfekte Ambiente für einen Fall voller Überraschungen und Wendungen.

Klappentext:
Sein fünfter Fall führt Dr. David Hunter in die Backwaters, ein unwirtliches Mündungsgebiet in Essex, wo die Grenzen zwischen Land und Wasser verschwimmen. Aber die wahren Gefahren lauern nicht in der Tiefe, sondern dort, wo er sie am wenigsten erwartet.
Seit über einem Monat ist der 31-jährige Leo Villiers spurlos verschwunden. Als an einer Flussmündung zwischen Seetang und Schlamm eine stark verweste Männerleiche gefunden wird, geht die Polizei davon aus, Leo gefunden zu haben. Der Spross der einflussreichsten Familie der Gegend soll eine Affäre mit einer verheirateten Frau gehabt haben, die ebenfalls als vermisst gilt: Leo steht im Verdacht, Emma Darby und schließlich sich selbst umgebracht zu haben. Doch David Hunter kommen Zweifel an der Identität des Toten. Denn tags darauf treibt ein einzelner Fuß im Wasser, und der gehört definitiv zu einer anderen Leiche.
Für die Zeit seines Aufenthalts kommt David Hunter in einem abgeschiedenen Bootshaus unter. Es gehört Andrew Trask, dessen Familie ihm mit unverholener Feindseligkeit begegnet. Aber sie scheinen nicht die einzigen im Ort zu sein, die etwas zu verbergen haben. Und noch ehe der forensische Anthropologe das Rätsel um den unbekannten Toten lösen kann, fordert die erbarmungslose Wasserlandschaft erneut ihren Tribut…



Zum Buch:
Lange genug mussten Fans der David Hunter Reihe warten, doch jetzt ist der forensische Anthropologe endlich zurück! Und obwohl es sich bei "Totenfang" um den fünften Fall handelt, ist es auch eine Premiere. Denn das Buch ist zuerst in deutscher Sprache erschienen!
Hunter steckt in (mal wieder) in einer Krise. Er hat sich noch nicht ganz von den Nachwirkungen des letzten Falls erholt. Er spürt, dass er an der Universität nicht mehr so richtig erwünscht ist, und auch die Aufträge von Seiten der Polizei verlaufen sich langsam im Sand. Als Hunter schon in düstere Stimmungen verfällt, wird er plötzlich zu einem Fall in die abgelegenen Backwaters gerufen. Dort soll er die Polizei bei der Bergung einer Wasserleiche unterstützen. Alle gehen davon aus, dass es sich bei dem Toten um den zuvor verschwundenen Leo Villiers handelt. Doch liegen sie damit richtig? Und als David kurz darauf auch noch einen Fuß findet, der nicht zu der Wasserleiche zu passen scheint, ist das Rätsel perfekt. Und wie immer ist nichts so, wie es zunächst scheint...


Meine Meinung:
Zur Handlung möchte ich gar nicht mehr so viel sagen. Da müsst ihr das Buch schon lesen und euch den Fall selbst „erarbeiten“.
Aber das lohnt sich auch, denn Beckett hat hier mal wieder einen super spannenden Thriller abgeliefert, der mich wirklich gefesselt hat. Er hat eine gute Balance geschaffen zwischen Details zum Fall und persönlicher Hintergrundgeschichte von Hunter. Und auch auf ein bisschen Romantik können sich die Beckett Fans freuen.
Wie gewohnt beschwört der Autor durch seine Landschaftsbeschreibungen eine düstere und unheimliche Stimmung herauf. Das gelingt wirklich grandios und mann kann beim Lesen quasi den feuchten Nebel auf der Haut spüren und das Salz in der Luft auf der Zunge schmecken. Das alles erschafft die perfekte Kulisse für einen düsteren, spannenden Fall, der an den Nerven zerrt.
Zwischendurch gab es mal ein paar Seiten, die etwas langatmiger waren. Aber das war eigentlich mal eine gute Verschnaufpause, denn danach kann man das Buch wirklich nicht mehr aus der Hand legen. Und der Showdown lässt keine Wünsche offen, die Aufklärung des Falls ist glaubhaft und gut gelungen.
Auch die verschiedenen Charaktere in dieser Geschichte sind gut eingeführt und durchdacht weiterentwickelt. Irgendwie fand ich da jeden mal verdächtig...
Nicht ganz so glaubhaft war der Anfang des Falls, als Hunter viel zu unüberlegt handelt und ihm ein Patzer nach dem anderen passiert.
Und an der ein oder anderen Stelle hätte es vielleicht auch eine Landschaftsbeschreibungen weniger sein können.
Aber das sind wirklich die einzigen kleinen Makel.
Was mir an der Hunter- Reihe generell besonders gut gefällt ist, dass es mal ein etwas anderer Thriller ist, weil eben auch viel über die wissenschaftliche Arbeit geschrieben wird. So erhält man als Leser Einblicke in das Fachgebiet der forensischen Anthropologie und das schafft noch mal einen anderen Blick auf die Fälle und macht die Bücher zu etwas Besonderem, was sie von anderen Thrillern abhebt.

Fazit:
Simon Beckett ist mit „Totenfang“ mal wieder ein sehr spannender Thriller gelungen, der fast an die ersten Fälle heranreichen kann. Gerade zum Ende hin konnte ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen.
Totenfang ist zwar der fünfte Teil der Davis Hunter Reihe und die Hintergrundgeschichte um den forensischen Anthropologen wird auch gekonnt weiterentwickelt. Dennoch lässt sich das Buch auch als eigenständiger Fall gut lesen. Alles was man als Leser wissen muss, wird durch die Gedanken des Protagonisten gut verständlich dargestellt und wesentliche Ereignisse aus den alten Fällen wird wiederholt.

Veröffentlicht am 09.11.2016

Einige amüsante Wendungen, aber insgesamt kein Must-Read

Mörder Anders und seine Freunde nebst dem einen oder anderen Feind
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Kurzmeinung:
Die Geschichte ist in ihrem Aufbau sehr ähnlich wie der erste Jonasson und plätschert so vor sich hin. Die Grundidee ist ganz witzig und hat auch Potenzial, das aber leider nicht ausgeschöpft ...

Kurzmeinung:
Die Geschichte ist in ihrem Aufbau sehr ähnlich wie der erste Jonasson und plätschert so vor sich hin. Die Grundidee ist ganz witzig und hat auch Potenzial, das aber leider nicht ausgeschöpft wurde. Zwar gab es die ein oder andere ironische Passage und humorvolle Wortwechsel mit schlagfertigen Antworten. Diese Lichtblicke konnten das Buch insgesamt aber nicht zu einem Knüller machen.


Meine Meinung:
Dies ist das dritte Buch von Jonas Jonsson. Sein erstes Buch "Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand" hat mir damals richtig gut gefallen und ich musste bei Lesen oft laut lachen. Sein zweites Buch habe ich ausgelassen, weil es für mich zu sehr nach einem Abklatsch vom ersten klang und ich Angst hatte, enttäuscht zu werden.
Nun ist also das dritte Buch erschienen und damit wollte ich es dann noch mal mit Jonsson versuchen. Die Mischung -Mörder und Nonne- klang interessant und so nahm ich das Buch gespannt zur Hand.
Doch leider gab es dann wenig Neues. Jonasson schreibt in seinen alten Mustern im bekannten Stil, nur leider nicht mehr so gekonnt.
Die Charaktere waren eigentlich spannend gewählt und hätten großes Potenzial gehabt, finde ich. So richtig warm bin ich allerdings mit keinem von ihnen geworden, da auch niemand so wirklich sympathisch ist.
Da wäre zunächst der brutale Mörder, der plötzlich bekehrt wird und nur noch Gutes tun will.
Die Ex-Nonne, die eigentlich gar nicht an Gott glaubt und vom Leben und von Menschen enttäuscht ist. Und der unscheinbare Rezeptzionist, dessen Name sich niemand merken kann, der dem Leben und den Menschen auch sehr negativ gegenübersteht und in der Ex- Nonne den Topf zu seinem Deckel gefunden zu haben scheint.
Kling nach einem tollen Trio mit viel Raum für witzige Entwicklungen. Ein paar gibt es ja auch, allerdings verlieren sie sich in der ansonsten eher belanglosen Handlung.
Die Geschichte ist, wie von Jonasson gewohnt, recht abstrus, allerdings nicht abstrus genug, um wirklich witzig zu sein.
Es fehlt dem Buch das gewisse Etwas, um der Geschichte den nötigen Pep zu geben. Und so plätschert sie nur so vor sich hin ohne wirkliche Höhen und Tiefen.

Fazit:
"Mörder Anders" ist so ganz nett zu lesen. Etwas für Zwischendurch. Und für Fans der Erzählweise von Jonasson ist es auch bestimmt zufriedenstellend. Aber als Buchtipp uneingeschränkt weiterempfehlen würde ich das Buch nicht.
Ich fand den "Hundertjährigen" damals wirklich großartig und hoffe, das Jonasson zu seinem originellen und dabei witzigen Stil zurückfindet.

Veröffentlicht am 26.10.2016

Nach 19 Jahren geht es endlich weiter!

Drachenreiter 2. Die Feder eines Greifs
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Kurzmeinung:
Eine schöne Kindergeschichte mit viel Abenteuer, Phantasie und starken Charakteren. Aber auch als junggebliebener, erwachsener Leser hat man Spaß an den Beschreibungen und tollen Zitaten, ...

Kurzmeinung:
Eine schöne Kindergeschichte mit viel Abenteuer, Phantasie und starken Charakteren. Aber auch als junggebliebener, erwachsener Leser hat man Spaß an den Beschreibungen und tollen Zitaten, die man gern zweimal liest. Allerdings ist die Naturschutzbotschaft etwas zu dominant. 


Meine Meinung
Sooo lange musste wir auf eine Fortsetzung von Drachenreiter warten. Und was soll ich sagen -das warten hat sich gelohnt.Schon nach den ersten Seiten bin ich in meine Kindheit zurückversetzt worden.
Ich habe jedes Wort genossen; Funke ist wirklich eine begnadete Autorin und kann mit ihrer Sprache verzaubern und einen in magische Welten entführen, die einem dann so real erscheinen, als würde man schon jahrelang selbst dort leben. So ist es auch dieses Mal.  Dazu noch die wunderschönen Illustrationen. Ich bin wirklich begeistert und habe jede Seite verschlungen.

In diesem Buch trifft man natürlich die alten Bekannten, die wir im ersten Band kennen und lieben gelernt haben. Allen voran natürlich den Drachenreiter Ben und seinen Drachen Lung, aber auch die mürrische Kobolddame Schwefelfell und den schlauen Homunkulus Fliegenbein. 
Aber in "Die Feder eines Greifs" lernen wir natürlich auch neue Freunde kennen, die wir dann genauso schnell ins Herz schließen.  


Beim Lesen des Buches spürt man Funkes Liebe zur Natur in jeder Seite. Sei es, in den wunderschönen Beschreibungen, den feinen Illustrationen, oder in der Auswahl nachdenklich stimmender Zitate. Oder eben im Ansprechen wichtiger Themen, wie dem Artenschutz. 
Das macht an diesem Buch unter anderem den Reiz auch für Erwachsene aus. Denn leider sind Themen wie die das Aussterben von Tierarten und ihre Bedrohung durch Wilderer aktuell wie nie zuvor. Auch Kritik generell an der allzu unbekümmerte Lebensweise der Menschen klingt an. Menschen, die nicht genug an die begrenzen Ressourcen unseres Planeten denken und das sensible Gleichgewicht des Ökosystems als selbstverständlich ansehen. 
Allerdings nimmt diese Naturschutzbotschaft im Laufe der Geschichte dann für meinen Geschmack etwas überhand und drängt sich zu dominant in den Vordergrund. Eine etwas subtilere Behandlung des Themas hätte in die allgemeinen Stimmung der Geschichte vielleicht besser hineingepasst. Und man kann dem Leser dann schon zutrauen, seine eigenen Schlüsse zu ziehen und die Botschaften zu erkennen.



Auch andere Themen spielen eine Rolle, die ich besonders für Kinder gut ausgewählt finde. Es geht um Mut, Abenteuer, Loyalität und um Freundschaft, die trotz aller Unterschiede bestehen kann. Da sind zum Beispiel der kleine, ängstliche Homunkulus Fliegenbein und die mutige, draufgängerische Ratte Lola. Am Anfang sehen sie nur ihre offensichtlichen Unterschiede, doch dann werden sie sehr gute Freunde und schauen auf das, was wirklich zählt, nämlich das Herz. 

Mit einem Freund im Dunkeln zu gehen,
ist besser als allein im Licht. 
Helen Keller (S. 228) 


Auch die Beziehung zwischen Ben und Lung wird viel thematisiert. Sie sind sich beide extrem wichtig und vermissen sich sehr, wenn sich nicht zusammen sind. Dennoch findet Bens Leben  in MIMAMEIDR bei den Wiesengrunds statt und Lung wird weit weg am "Saum des Himmels" als Anführer gebraucht. Für Ben ist das wirklich sehr schwer und das wird im Buch auch deutlich, aber kinngerecht dargestellt. 

"[...] Ben saß da und fragte sich, wie man dem eigenen Herz beibringen konnte, zu lieben und dafür nicht mit Schmerz zu bezahlen. War es am Ende doch besser, niemanden zu brauchen und zu vermissen?" (S.94) 


Das Buch hat mich vor allem durch seine schönen Worte, magischen Orte und liebevoll gestalteten Charaktere überzeugen können. Es gab viele kleine Details, an denen man sich als Leser erfreuen konnte, wie zum Beispiel das die Ratte Lola sich angeblich Fliegenbeins Namen nicht merken kann und jedes mal eine andere Variante von "Homunkulus" verwendet, wenn sie mit ihm spricht. Wie "Humpelkuss" oder "Homklopus". Und das wird dann durch die ganze Geschichte gezogen und keine Variante gleicht der anderen. Das sind so kleine, liebevolle Details, die mich zum Lächeln gebracht haben. 


Aber mein persönliches Highlight der Funke Bücher sind ja die wunderschönen Illustrationen. Die verzaubern mich und lassen mich noch auf eine ganz andere Art in die Geschichte abtauchen. Auch hier gibt es wieder so viele schöne Details zu finden. Das wertet die ganze Geschichte gleich noch mal auf. 
Ich finde sowieso, es sollten viel mehr Bücher so schön illustriert werden. Da macht das Lesen gleich noch mehr Freude. 

"Die Feder eines Greifs" ist zwar die Fortsetzung von "Drachenreiter", lässt sich aber auch unabhängig davon lesen, da es in diesem Buch eine eigenständige Geschichte gibt und alle Charaktere gut eingeführt werden. 
Aber ganz ehrlich, wer noch nicht das erste Abenteuer von Ben und Lung gelesen hat, der sollte das so oder so schnellstens nachholen! ;) 

Fazit
Mit "Drachenreiter" bin ich aufgewachsen und habe die Geschichte als Kind geliebt. Umso mehr freut es mich, dass ich jetzt die Fortsetzung lesen durfte und noch mal Kind sein konnte.
Doch auch als Erwachsene hat dieses Buch seinen Reiz und hinter den schönen Worten klingen wichtige Themen wie Naturschutz und das Artensterben an, auch wenn sie im Laufe der Geschichte etwas überhand nehmen. 
Ich würde diese magische Geschichte voller Mut, Abenteuer und Freundschaft dennoch weiterempfehlen. Eine spannende Lektüre für Kinder und nostalgische Erwachsene, die gern in phantastischen Welten abtauchen.