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Veröffentlicht am 30.08.2017

Eine wunderschöne Liebesgeschichte –ohne Kitsch, dafür mit poetischer Sprache

Das Rauschen in unseren Köpfen
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Kurzmeinung:
Eine Liebe wie ein Rausch; ein Buch wie ein Gedicht. Diese Geschichte überzeugt mit einer wunderschönen, poetischen Sprache und einer intensiven Liebesgeschichte, die nicht seicht oder kitschig ...

Kurzmeinung:
Eine Liebe wie ein Rausch; ein Buch wie ein Gedicht. Diese Geschichte überzeugt mit einer wunderschönen, poetischen Sprache und einer intensiven Liebesgeschichte, die nicht seicht oder kitschig ist.

Meine Meinung:
Was für ein wundervolles Buch. Es erzählt die Geschichte von Lene und Hendrik und der ersten großen Liebe.
Das Thema ist das wohl Älteste der Welt: Mädchen trifft Junge, Junge trifft Mädchen. Doch die Umsetzung ist es, die diese Liebesgeschichte hervorstechen lässt und von der Masse abhebt. Mit einem verträumten, manchmal nostalgischen Blick beschreibt Svenja Gräfen die Menschen und ihre Beziehungen. Die Familie und die behütete Kindheit, das Aufwachsen, das wilde Studentenleben und immer im Zentrum stehend: das Miteinander.

Lene und Hendrik sind komplexe Charaktere, ganz echt und nah; ich konnte mich gut mit ihnen identifizieren. Sie erleben einen Alltag, der typisch ist, für unsere Zeit. Das ausgelassene Studentenleben, angetrunken über die großen Fragen der Menschheit diskutieren und die große Liebe. Dabei erleben die beiden ihre Liebe wie einen Rausch, in seiner Intensität fast schon beängstigend. Die beiden sind beinahe abhängig voneinander.


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"Wir gingen nicht raus, wir wussten nicht, wozu. Es gab keinen Grund. Wir hatten hier alles, was wir brauchten, das heißt: uns. Und wir hätten uns auch in einer Bar gehabt, im Kino, in einem Restaurant, auf der Straße, aber eben nicht so; wir hätten uns teilen müssen mit einer ganzen Welt, die nach Aufmerksamkeit schrie."
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Ein Highlight war für mich der wunderschöne, poetische Schreibstil, voller Bilder. Die Sprache ist sehr außergewöhnlich und und ich musste mich erst daran gewöhnen. Dann habe ich sie aber sehr geliebt. Man merkt, dass die Autorin Poetry Sammlerin ist. Das ganze Buch liest sich wie ein einziges Gedicht. Ich habe wirklich lange keinen so wunderschönen Schreibstil mehr gelesen.
Gestört haben mich beim Lesen allerdings die fehlenden Anführungszeichen bei der wörtlichen Rede. Daran konnte ich mich leider nicht gewöhnen.
Ebenfalls nicht so gemocht habe ich die plötzlichen Zeitsprünge, die mich teilweise etwas orientierungslos zurückgelassen haben.


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"Es ist irgendwie gut, dass es das Sterben grundsätzlich gibt, als eine Möglichkeit. Falls es wirklich einfach viel zu viel wird, falls man sich gar nicht mehr zurechtfinden und beruhigen kann."
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Insgesamt ist "Das Rauschen in unseren Köpfen" aber ein großartiges Buch. Man taucht in in die Geschichte und lässt sich treiben von dem ruhigen Erzählfluss. Und jede Zeile ist ein Genuss, weil die Sprache einen verzaubert und die Geschichte schön, zart und zum Träumen ist.
Doch der Roman ist keine seichte Liebesschnulze. Es ist nicht alles perfekt. Es wird deutlich, wie sehr uns unsere Vergangenheit prägt und wie schwer es einem das Leben machen kann. Es geht um Misstrauen, um Loslassen, und um eine dunkle Schwere, die einen zu übermannen droht.
Trotz dieser Tiefe und der ernsten Themen stehen, Liebe und der Halt, den uns Freunde und Familie geben können klar im Fokus und machen Mut und Hoffnung.


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"Vielleicht war es nämlich kein Unterschied, sondern eine Entwicklung, vielleicht waren nicht wir anders, sondern bloß die Zeit."
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Fazit:
Ein Liebesroman, der aber nicht seicht oder kitschig ist. Das Buch ist voller Liebe, Freundschaft, Tiefe und Poesie. Dazu die wunderschöne und außergewöhnliche Sprache. Zum Genießen, Wegträumen und Verzaubern lassen. Klare Leseempfehlung!

Veröffentlicht am 17.08.2017

Toller Schreibstil trifft große Themenvielfalt

Swing Time
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Kurzmeinung:
Ein Buch über Freundschaft, Familie, Tanz, Kulturen, Rassismus, Chancenungleichheit und vieles mehr. Große Themenvielfalt, der manchmal etwas die Tiefe fehlt. Der Schreibstil ist aber wunderschön, ...

Kurzmeinung:
Ein Buch über Freundschaft, Familie, Tanz, Kulturen, Rassismus, Chancenungleichheit und vieles mehr. Große Themenvielfalt, der manchmal etwas die Tiefe fehlt. Der Schreibstil ist aber wunderschön, detailreich und voller scharfsinniger Beobachtungen. Sehr lesenswert!

Meine Meinung:
Was für ein starkes Buch. Schon das Cover hat mich magisch angezogen, und die ersten Seiten haben den Bann, den dieses Buch auf mich ausübt, nur noch verstärkt.

Von der ersten Zeile an konnte ich mich ganz in die Geschichte fallen lassen, ja der wunderschöne Schreibstil hat mich geradezu in das Geschehen hineingezogen. Dabei merkt man gleich, dass dies keine Geschichte ist, die man so nebenbei lesen kann. Die Erzählweise ist präzise und gespickt mit intelligenten Details, ohne dabei schwer und prätentiös zu sein. Zadie Smith lässt mich innerhalb der ersten paar Seiten eine Beziehung zu den Mädchen aufbauen.

Die Geschichte wird auf zwei Zeitebenen erzählt und der Wechsel zwischen den Erlebnissen der Kindheit und der Situation der Erwachsenen Frauen baut viel Spannung auf. Wie ist es zu dieser Entwicklung gekommen?

Auch die Themenvielfalt im Buch hat mich sehr beeindruckt. Themen wie Emanzipation, Feminismus, Rassismus, verschiedene Ideologien und die Klassengesellschaft werden angesprochen. Das alles aber, ohne die erdrückende Schwere, die die Bearbeitung solcher Themen sonst oft mit sich bringt. So werden diese, von der Mutter der Protagonistin vorgebrachten Themen, liebevoll ihre "Ismen" genannt. Natürlich geht es auch viel um Tanz, und um Freundschaft.
Auch Kulturen und Herkunft werden viel thematisiert. Es geht oft darum, welchem "Stamm" man angehört. Aber auch komplexe Themen wie Entwicklungshilfe in Afrika werden angesprochen und dabei sensibel das Motiv des "Helfen wollens" der Naivität und Unwissenheit gegenübergestellt, mit der sich Menschen aus westlichen Ländern vollkommen unbekümmert in andere Länder begeben, blind für die dort vorherrschenden Strukturen, Sitten und Bräuche. Das sich die westliche Lebensweise nicht einfach eins zu eins übertragen lässt.
Insgesamt nimmt uns die Geschichte mit auf drei Kontinente: Amerika, Europa und Afrika.
Dabei werden die unterschiedlichen Lebensrealitäten in den jeweiligen Ländern sehr gut dargestellt. Durch den naiven Blick der Protagonistin auf der einen und die Aufklärung durch Experten auf der anderen Seite, bekommt man einen guten Eindruck, eine Schilderung, die nicht romantisiert ist, aber aufzeigt, wie falsch man manche Dinge aus westlicher Sicht einschätzt.

Ein Kritikpunkt wäre vielleicht, dass diese Themen eher oberflächlich behandelt werden und nicht sehr in die Tiefe gegangen wird. Das hat mich beim Lesen allerdings gar nicht gestört. Im Gegenteil, ich fand es gut, dass die Geschichte Gedankenanstöße geliefert hat, mir aber keine fertigen Meinungen und Lösungen präsentiert wurden, sondern ich selbst über die Themen weiter nachdenken musste und wollte.

Meiner Meinung nach hätte es nicht über 600 Seiten gebraucht, um diese Geschichte zu erzählen. Absolut brillante, tiefgründige, fast philosophische Passagen treffen auf sehr langatmige und für den Verlauf der Handlung nicht unbedingt notwendige Abschnitte, durch die ich mich regelrecht durchkämpfen musste. Das stört den sonst sehr angenehmen Lesefluss.
Doch die brillanten Abschnitte dazwischen entschädigen und lassen einen die Längen schnell vergeben und vergessen.

Fazit:
Swing Time ist definitiv ein Buch, welches ich noch mehrere Male lesen werde. Es werden so viele verschiedene Themen behandelt und der Roman bietet sehr viel Stoff zum Nachdenken und Reflektieren. Gleichzeitig lässt er sich durch den schönen Schreibstil aber auch sehr flüssig lesen und ist ein einfach ein tolle Lektüre.

Veröffentlicht am 06.08.2017

Ein starkes Buch und eine klare Stimme gegen Rassismus

The Hate U Give
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Kurzmeinung:
Ein bewegendes und authentisches Buch über Rassismus und Polizeigewalt in den USA. Ein Jugendbuch, das ich aber auch jedem Erwachsenem empfehlen würde.

Meine Meinung:
Ich bin ganz ehrlich. ...

Kurzmeinung:
Ein bewegendes und authentisches Buch über Rassismus und Polizeigewalt in den USA. Ein Jugendbuch, das ich aber auch jedem Erwachsenem empfehlen würde.

Meine Meinung:
Ich bin ganz ehrlich. Ich bin wohl behütet aufgewachsen und kann mir so ein Leben, so eine Situation nicht auch nur Ansatzweise vorstellen. In einem Viertel aufzuwachsen, wo fast jeden Abend geschossen wird. Auch mit Rassismus habe ich keine Erfahrungen und will hier auch gar nicht so tun, als würde ich mich da auskennen.
Womit ich mich aber auskenne, dass sind Bücher. Und THUG hat es auf jeden Fall geschafft, mich zu fesseln. THUG hat mich in eine "schwarze Ghetto Siedlung" entführt, obwohl ich das wahrscheinlich weißeste Mädchen überhaupt bin. Trotzdem hat es die Autorin geschafft, mich mit den Protagonisten mitfühlen zu lassen. Ich habe die Angst gespürt, die Ungerechtigkeit, dieses Gefühl, dass niemand auf deiner Seite ist. Und ich habe auch die Wut über diese Situation gespürt. Sogar beim Schreiben dieser Worte bekomme ich noch Gänsehaut.

"Zwar bezweifle ich, dass die Kugel für sie gedacht war, aber Kugeln fliegen ja hin, wo sie wollen." (aus THUG, S. 24)

Sehr eindrücklich fand ich auch, dass geschrieben wurde, die Eltern führen zwei Gespräche mit ihren Kindern. Das eine übliche, über die Bienchen und die Blümchen. Das andere darüber, wie man sich zu verhalten hat, wenn man von der Polizei angehalten wird. Man spürt deutlich, dass die Polizei hier nicht "der Freund und Helfer" ist, sondern jemand, vor dem man Angst haben muss.
Obwohl es uns die Autorin nicht so leicht macht. Denn "die Polizei" wird hier nicht abgestempelt, sondern sich damit auseinandergesetzt, dass man nicht alle über eine Kamm scheren sollte.

"Leute wie wir werden in solchen Situationen zu Hashtags, aber Gerechtigkeit kriegen sie kaum einmal." (THUG, S. 71)

Angie Thomas hat mir einen sehr guten, aber erschreckenden Eindruck vom Alltag in dem Viertel geboten. Die Bandenkriege, die Gewalt, die Drogen. Aber auch den Zusammenhalt, die Loyalität, die Freundschaft und Verbundenheit.

Ihr habt jetzt Angst, dass euch das Buch mit einer total bedrückten Stimmung zurücklässt? Braucht ihr nicht!
Neben den ganzen ersten Themen gibt es aber auch sehr viel Heiteres und eine ordentliche Portion Humor. Der Banter zwischen den Jugendlichen, die Taylor Swift Anspielungen und vieles mehr.
THUG hat mir außerdem so unglaubliche Lust darauf gemacht, einen Rewatch von "Der Prinz von Bel-Air" zu starten. Und dafür liebe ich dieses Buch auch. Ja, es hat mich auch unglaublich traurig gemacht und zu Tränen gerührt. Aber es hat mich auch zum Lachen gebracht. THUG ist nicht nur ernst und schwer ist, sondern auch leicht und unterhaltend.

"Mutig sein bedeutet nicht, dass du keine Angst hast, Starr. Es bedeutet, dass du was tust, obwohl du Angst hast." (THUG, S.375)

Das einzige, das man vor dem Lesen wissen muss, ist, dass es sich um ein Jugendbuch handelt und das merkt man auch an Schreibstil und Sprache, finde ich. Es lässt sich sehr gut und flüssig lesen, aber es ist eben eine "eher einfache" Sprache und nicht so hochtrabend oder poetisch, wie in manch anderem Buch. Mich persönlich hat es nicht gestört und es passt meiner Meinung nach auch zu Kontext und Erzähler. Dennoch ist es vielleicht nicht jedermanns Geschmack.

Fazit:
Eine starke Stimme gegen Rassismus. Ein wichtiges Thema und ein beeindruckendes Jugendbuch, dass dem Hype meiner Meinung nach durchaus gerecht wird.

Veröffentlicht am 03.08.2017

Ich bin verliebt in dieses Buch –ein absolutes Highlight!

Elefant
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Kurmeinung:
Ein wirklich zauberhaftes Buch, das man kaum aus der Hand legen mag. Spannend, unterhaltend, witzig, klug und mit einem süßen Mini- Elefanten. Was will man mehr?

Meine Meinung:
Ich kann euch ...

Kurmeinung:
Ein wirklich zauberhaftes Buch, das man kaum aus der Hand legen mag. Spannend, unterhaltend, witzig, klug und mit einem süßen Mini- Elefanten. Was will man mehr?

Meine Meinung:
Ich kann euch gar nicht sagen, wie sehr ich dieses Buch geliebt habe. Es ist einfach nur so wunderschön.
Die Geschichte mutet zunächst etwas skurril an –ein alkoholkranker Obdachloser, ein kleiner, leuchtender, rosa Elefant und Genforscher, die vor nichts zurückschrecken, um ihr Wesen wieder in die Finger zu bekommen. Beim Lesen wirkt das Ganze dann aber plötzlich absolut glaubwürdig.

Es gibt es recht viele Charaktere, die einem aber alle schnell ans Herz wachsen. Man erfährt viel über die einzelnen Personen, ihr Leben und ihre Vergangenheit. Suter schafft es, sehr komplexe und authentische Charaktere zu schaffen. Da sind der machthungrige Genforscher Dr. Roux, der skrupellose Chinese Tseng und der sympathische Elefantenflüsterer Kaung. Am beeindruckendsten fand ich aber den Obdachlosen Schoch, den ich trotz seiner Ecken und Kanten und seiner vielen Fehlern schnell ins Herz geschlossen habe.
Suter nimmt den Leser mit in die Obdachlosenszene und gibt tiefe Einblicke in den Alltag dort. Er schreibt von Obdachlosigkeit und Alkoholismus, ohne an irgendeiner Stelle zu werten oder zu urteilen. Und er schreibt von den Schicksalen und Wegen hinein in dieses Leben, und gibt den vielen Obdachlosen ein Gesicht. Das hat mir wirklich gut gefallen.

Sehr schön zu lesen ist es, wie der kleine rosa Elefant das Leben der verschiedenen Personen auf den Kopf stellt. Generell scheint er eine Art Katalysator Wirkung zu haben. Er löst etwas aus bei den Menschen, die ihm begegnen und bring Antrieb und Veränderung. Und jede Person ist vom ersten Moment an verzaubert von diesem kleinen Wesen –genau wie ich es beim Lesen gewesen bin.

Es ist einfach eine wunderschöne Geschichte, die sich leicht und schnell durchlesen lässt, aber dennoch im Gedächtnis bleibt. Sie ist manchmal ganz sanft und verzaubert mit schönen Bildern. Dann wieder so spannend, dass die Seiten nur so dahin fliegen. Sie ist voller kluger Bemerkungen und voller Witz. Wir erfahren etwas über Mythologie, das Zirkusleben, Genforschung und damit einhergehende schwierige moralische Fragen.
Das Buch ist Thriller, Liebes- und Schicksalsroman in einem. Und ein bisschen könnte es auch eine Gutenachtgeschichte für Kinder sein. Ich zumindest wäre gern mit Gedanken an einen rosa leuchtenden Mini- Elefanten eingeschlafen.

Fazit:
Dieses Buch hat mich sofort verzaubert und sich einen Platz in meinem Herzen erobert. Definitiv ein Jahreshighlight.

Veröffentlicht am 01.08.2017

Ein großer Anti- Kriegsroman

Der erste Stein
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Kurzmeinung:
Ein gewaltiges Buch über Krieg, Tod, Verrat und Fanatismus, aber auch über Menschlichkeit, Familie und Freundschaft. Carsten Jensen schafft es, die Komplexität des Krieges darzustellen – und ...

Kurzmeinung:
Ein gewaltiges Buch über Krieg, Tod, Verrat und Fanatismus, aber auch über Menschlichkeit, Familie und Freundschaft. Carsten Jensen schafft es, die Komplexität des Krieges darzustellen – und das auch noch unglaublich spannend.

Meine Meinung:
Dieses Buch hat mich sehr beeindruckt. Ich habe so einiges über den Afghanistan- Krieg, stellvertretend für viele Kriege, lernen können. Über die Schwierigkeiten eines Einsatzes und die Gefahren für die Soldaten. Aber auch über die Schwierigkeiten, die es mit sich bringt, wenn man in eine vollkommen fremde Kultur eindringt und versucht, westliche Maßstäbe anzusetzen.

Am Anfang der Geschichte lernen wir die Soldaten und Soldatinnen des 3. Zuges der dänischen Einheit in Afghanistan kenne. Die Vorstellung der einzelnen Charaktere hat sich am Anfang etwas gezogen, aber Durchhalten lohnt sich, denn was sich daran anschließt ist zunächst eine beeindruckende und bewegende Schilderung des Krieges und des Vorgehens beim Einsatz. Nach und nach entwickelt sich die anfangs recht sachliche Beschreibung dann immer mehr zu einem spannungsgeladenen Abenteuer, das in seiner Sogkraft mit jedem guten Thriller mithalten kann.
Darunter mischen sich auch immer wieder tiefe Einblicke in die menschliche Psyche. Was geschieht mit einem Menschen, wenn er solchen extremen psychischen und physischen Belastungen ausgesetzt ist. Was passiert mit einem, wenn man tatsächlich einen anderen Menschen töten.

"Zum Dank vergewaltigte er ihr Herz und ihr Vertrauen in die Welt, dieses Vertrauen, das aufzubauen sie so viel gekostet hat." (aus "Der erste Stein" von Carsten Jensen, S. 324)

Warnen sollte man wahrscheinlich vor der wirklich plastischen Sprache des Autors, der auch die Verletzungen und Verstümmelungen der Soldaten sehr detailliert beschreibt. Das war wirklich nicht einfach zu lesen und ist sicherlich nicht für jeden geeignet. Allerdings ist es eben auch authentisch, da ich mir vorstellen kann, das es eben tatsächlich genau so abläuft. Die Bombeneinschläge und Minenexplosionen sind so anschaulich beschrieben, dass ich zusammengezuckt bin und einfach mitleiden musste. Ich muss aber zugeben, dass ich einige der wirklich zahlreichen blutigen Szenen irgendwann nur noch überflogen habe, wenn es mir zu viel wurde.

Der Roman ist sehr gut recherchiert. Durch den flüssigen und oft eher nüchternen Schreibstil lässt sich die Geschichte gut lesen. Dennoch habe ich recht lange für das Buch gebrauchte, da ich immer wieder Pausen einlegen musste, um über das Gelesene nachzudenken.

"Das Mahnmal ehrt die Toten, nicht den Krieg." "Ja schon, aber es erzählt nichts über die Gefallen. Nur, dass sie tot sind." (aus "Der erste Stein" von Carsten Jensen, S. 68)

Fazit:
Carsten Jensen schafft es in diesem Epos, die Komplexität des Krieges darzustellen. Er macht es dem Leser dabei nicht leicht, ein Urteil zu fällen, da die Geschehnisse immer aus verschiedenen Perspektiven und von allen Seiten betrachtet werden.