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Veröffentlicht am 14.09.2024

Willkommen in Starling House

Starling House
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Das richtige Buch zur richtigen Zeit. It’s a match! So ging es mir mit STARLING HOUSE von Alix E. Harrow. Das Buch hatte ich mir im vergangenen Jahr auf die Leseliste geschrieben. Da war mir der Titel ...

Das richtige Buch zur richtigen Zeit. It’s a match! So ging es mir mit STARLING HOUSE von Alix E. Harrow. Das Buch hatte ich mir im vergangenen Jahr auf die Leseliste geschrieben. Da war mir der Titel (mal wieder) im Bchclub von Reese Witherspoon aufgefallen. Zwischenzeitlich hatte ich es dann mal gestrichen, weil ich doch Zweifel hatte, ob es ein Buch für mich ist. Letztendlich war die Anziehungskraft aber größer. Und jetzt bin ich froh, dass ich diese wunderbare Geschichte für mich entdecken durfte.
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Darum geht’s: Die Bewohner von Eden meiden Starling House. Um das alte Herrenhaus ranken sich mysteriöse und unheimliche Geschichten von Albträumen, Tod und Ungeheuern. Nur Opal ist von Starling House auf seltsame Weise fasziniert. Als der aktuelle Besitzer ihr eine Stelle als Haushälterin anbietet, nimmt sie an…
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Wie Opal habe ich staunend vor den Toren von STARLING HOUSE gestanden und Einlass begehrt. Ich musste einfach entdecken, was sich hier für eine Geschichte verbirgt. Rein optisch war es zwischen mir und diesem Buch Liebe auf den ersten Blick. Schon die Gestaltung der Originalausgabe hatte mich sehr angesprochen. Was der Goldmann Verlag bei der deutschen Auflage daraus gemacht hat, setzt noch mal eins drauf. Schockverliebt und andächtig habe ich das Buch in den Händen gehalten. Erwartungsvoll habe ich die ersten Sätze gelesen und sofort war ich in den Bann gezogen. Alix E. Harrow hat einen Schreibstil, den ich als ganz besonders und wunderschön empfunden habe. Er ist opulent und bildhaft, atmosphärisch und fesselnd, intensiv und tiefgründig, poetisch und dabei doch leichtgängig. Genauso facettenreich ist auch die Geschichte, die sich nicht mal eben so in eine Schublade stecken lässt. Verschiedene Elemente spielen hier rein. In unterschiedlicher Ausprägung findet man hier eigentlich von fast allem etwas. Fantasy, Schauerroman, Kriminalgeschichte, Märchen, Lovestory und und und. STARLING HOUSE steckt voller Albträume, gleichzeitig aber auch voller Romantik und Magie.
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Das Tor hat sich geöffnet und STARLING HOUSE hat mich mit Haut und Haaren eingesogen. Ich bin komplett in dieser Geschichte versunken und konnte das Buch kaum aus der Hand legen. Für mich ist dieser Roman etwas ganz Besonderes. Ein echter Schatz. Ja, ein Highlight.

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Veröffentlicht am 12.09.2024

Speziell

Die Unmöglichkeit des Lebens
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Es war mal an der Zeit für mich, ein Buch von Matt Haig zu lesen. “Die Mitternachtsbibliothek” hatte ich als Hörbuch gehört und mochte die Geschichte - vor allem auch die Art und Weise, wie Annette Frier ...

Es war mal an der Zeit für mich, ein Buch von Matt Haig zu lesen. “Die Mitternachtsbibliothek” hatte ich als Hörbuch gehört und mochte die Geschichte - vor allem auch die Art und Weise, wie Annette Frier sie mir als Sprecherin präsentiert hat. Die Story von Haigs neuem Roman wollte ich nun selbstständig in meinem Kopf entwickeln.
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Darum geht’s: Grace ist 72 Jahre alt, pensionierte Mathematiklehrerin und nie über den frühen Tod ihres Sohnes hinweggekommen. Als sie aus heiterem Himmel das Haus einer ehemaligen Kollegin auf Ibiza erbt, beginnt für sie eine besondere Reise…
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Die Vergangenheit hinter sich lassen und einfach leben! Die Message ist toll und wichtig. Wie sie hier vermittelt wird, hat mir aber nur teilweise gefallen. Ich mag die philosophischen und horizonterweiternden Aspekte der Geschichte. Die Entwicklung zum Spirituellen und Paranormalen hat mich dagegen weniger mitgenommen. Da bin ich ehrlich gesagt aus der Story ausgestiegen.
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Die Ibiza-Karte im Buchdeckel weckt den Eindruck, als könnte man hier in eine sonniges Urlaubssetting abtauchen. Die Story hat zu Beginn auch eine gewisse Aussteiger-Romantik. Das sonnendurchflutete Insel-Flair gerät immer mehr ins Hintertreffen. Die Geschichte rückt Themen wie Krankheit, Tod und Trauer in den Mittelpunkt. Umweltschutz kommt auch noch dazu. Und dann noch die beschützende Kraft tief im Meer. Mir ist das etwas zu viel des Guten und thematisch überladen.
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Ich mag den Schreibstil von Matt Haig und den bodenständigen Teil der Geschichte. Damit kann ich was anfangen und bin auch in vielen Punkten zum Nachdenken angeregt worden. Es gibt mir hier aber zu viel Esoterik. Dafür bin ich nicht so empfänglich. Dieser Anstaz ist für mich weniger interessant und hat das Lesen zeitweise auch etwas anstrengend gemacht. Wer sich darauf einlassen kann, wird an der Geschichte bestimmt noch mehr Freude haben als ich.

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Veröffentlicht am 08.09.2024

Schöne Lesestunden mit Charme und Flair

Die Schwestern vom See - Dem Glück entgegen
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Die Trilogie um die Schwestern vom See hat vor zwei Jahren ihren Anfang genommen. Damals war der Auftakt der Romanreihe eines der ersten Bücher dieser Art, mit denen ich meinen Krimi & Thriller-lastigen ...

Die Trilogie um die Schwestern vom See hat vor zwei Jahren ihren Anfang genommen. Damals war der Auftakt der Romanreihe eines der ersten Bücher dieser Art, mit denen ich meinen Krimi & Thriller-lastigen Lesealltag mal etwas auflockern wollte. Nachdem mir Band 1 gut gefallen hat, habe ich im vergangenen Jahr auch die Fortsetzung gelesen. Und jetzt stand mit Teil 3 der Abschluss der Reihe auf meinem Leseplan.
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Darum geht’s: In der Familienpension König am Bodensee stehen die Zeichen auf Veränderung. Die Schwestern Iris und Rose haben eigene Pläne. Bleibt noch Lissi, die uneheliche Enkelin von Hotelgründer Max König. Die neue Teilhaberin könnte der Pension den Weg in die Zukunft ebnen…
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In letzter Zeit habe ich auch vermehrt Romane im New Adult- und RomCom-Genre gelesen. Im unmittelbaren Vergleich dazu wirkt die Schwestern-Reihe etwas aus der Zeit gefallen. Sie spielt zwar auch im Hier und Jetzt, hat aber eine ganz andere Anmutung. Ich habe es in der Rezension zu Band zwei bereits geschrieben: Die Romane würden die perfekte Vorlage für einen romantischen ZDF-Film abgeben. Die Kulisse am Bodensee ist malerisch und wird hier mit den Geschehnissen um eine Familie, eine Pension und eine Konditorei herrlich ausgeschmückt. Im Großen und Ganzen geht es darum, das Tradition mit Veränderungen klarkommen und für die Zukunft neu aufgestellt werden muss, um überleben zu können. In Band 3 begleiten wir nun Lissi, wie sie die Geschicke der Familie in die Hand nimmt. Und natürlich geht es auch um ihre eigene Entwicklung. Nach einer gescheiterten Verlobung fühlt sie sich zwar zu Philip, dem Neuen im Pensionsbetrieb, hingezogen – gleichzeitig misstraut sie ihren Gefühlen aber auch. Lilli Beck erzählt die Geschichte so leicht und locker sowie in einem absolut treffenden Ton weiter und knüpft damit nahtlos an die Vorgängerbände an. Unsere Protagonistin Lissi bringt den Wiener Schmäh mit an den Bodensee. Hätte nur noch gefehlt, dass Hans Moser mit einem „Küss die Hand gnä‘ Frau“ um die Ecke kommt.
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Fazit: Am Bodensee die Seele baumeln lassen und eintauchen in den Alltag einer kleinen Familiendynastie. Mit tollem Flair, viel Charme und einem schönen runden Happy End geht diese herzenswarme Trilogie hiermit zu Ende. Es war mir ein Vergnügen. Leiwand, wie der Österreicher sagen würde.

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Veröffentlicht am 06.09.2024

Hommage an Miss Marple

Miss Marple
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Hommage an Miss Marple
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Es muss ja nur irgendwo Agatha Christie draufstehen und schon ist meine potentielle Neugier geweckt. So auch in diesem Fall. Das vorliegende Buch enthält 12 Kurzgeschichten zeitgenössischer ...

Hommage an Miss Marple
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Es muss ja nur irgendwo Agatha Christie draufstehen und schon ist meine potentielle Neugier geweckt. So auch in diesem Fall. Das vorliegende Buch enthält 12 Kurzgeschichten zeitgenössischer Autorinnen, die sich allesamt um die berühmte Senior-Detektivin Miss Marple drehen. Sie gilt ihres Zeichens als beliebteste weibliche Detektivfigur aller Zeiten. Für mich ist die fiktionale Gestalt fest mit dem Gesicht von Schauspielerin Margaret Rutherford verbunden. Sie hat Miss Marple in den S/W-Filmen der 60er ein für mich einzigartiges und unverwechselbares Gesicht gegeben. Andere Darstellerinnen sollen dem eigentlichen Bild von Agatha Christies Protagonistin zwar mehr entsprochen haben, aber ich mochte vor allem den komödiantischen Touch, den Rutherford der Rolle gegeben hat. So ist es eben auch ihr Gesicht und ihre Spielart, die ich beim Lesen der modernen Kurzgeschichten vor Augen hatte.
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Lucy Foley, Ruth Ware und Val McDermid haben jeweils eine Geschichte zu diesem Buch beigesteuert. Diese bekannten Namen waren es auch, die mich magisch zu dem Buch hingezogen haben. Die restlichen Autorinnen musste ich tatsächlich erst mal googeln. Kate Mosse z.B. ist bekannt für ihre historischen Romane, die Jugendbücher von Karen M. McManus kenne ich immerhin vom Sehen, Natalie Haynes widmet sich in ihren Büchern bekannten Mythen usw. Das ist schon ein sehr spannender Autorinnen-Mix, der hier zusammengeführt worden ist.
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Die neuen Geschichten spielen teilweise im beschaulichen englischen Örtchen St. Mary Mead. Es geht für Miss Marple aber auch nach New York, Hongkong und Neapel. Tatsächlich haben mir die Geschichten mit alt-englischem Flair am besten gefallen. Wenn sie dann, wie im Fall von “Der zweite Mord im Pfarrhaus” zum Beispiel, auch noch auf bekannte Agatha Christie-Klassiker angespielt haben, war ich besonders glücklich.
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Wer mich kennt weiß, dass ich nicht unbedingt ein glühender Fan von Kurzgeschichten bin. Und auch in dieser Sammlung hat mich nicht jede Geschichte gleichermaßen begeistert. Immerhin war der Einstieg “Das böse in kleinen Ortschaften” von Lucy Foley sehr gelungen. Im Verlauf war es ein Wechselspiel mit dem gut und weniger gut gefallen. Die Autorinnen konnten mit ihren Miss Marple-Interpretationen bei mir vor allem dann punkten, wenn sie den schrulligen Charakter der ermittelnden Seniorin und ihre Neugier in den Vordergrund gestellt haben. Auch mit Cosy Charme und Setting konnten sie mich einfangen. Bei anderen Short Stories kam dieses gewisse Flair für mich dagegen nicht rüber. Und manchmal hat mich auch einfach die Geschichte an sich oder ihr Aufbau nicht gecatcht.
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Fazit: Die neuen Kurzgeschichten um Miss Marple sind ein interessantes Projekt. Die Queen of Crime hat es auf jeden Fall verdient, dass man ihr und ihrer bekannten Ermittlerin die Ehre erweist. Alles in allem muss ich aber sagen, dass nichts an das Original rankommt. Miss Marple ist am besten, wenn sie in bekannten Krimis wie “16 Uhr 50 ab Paddington” oder “Der Wachsblumenstrauß" in voller Länge ermittelt und zur Geltung kommt. Die Neu-Interpretationen der Kultfigur machen aber deutlich, dass diese Krimi-Oma einfach nicht totzukriegen ist. Deshalb abschließend: Ein Hoch auf Miss Marple!

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Veröffentlicht am 05.09.2024

Faszination Rechtsmedizin

Mit kaltem Kalkül
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Ein neues Buch von Dr. Tsokos? Klar, immer her damit. Seine Rechtsmedizin-Thriller sind für mich quasi eine sichere Bank und garantieren spannende Lesestunden. Ob Paul Herzfeld, Fred Abel oder mittlerweile ...

Ein neues Buch von Dr. Tsokos? Klar, immer her damit. Seine Rechtsmedizin-Thriller sind für mich quasi eine sichere Bank und garantieren spannende Lesestunden. Ob Paul Herzfeld, Fred Abel oder mittlerweile eben Sabine Yao - Tsokos weiß mit jedem Protagonisten und jeder Reihe zu begeistern. Bei mir punktet er jedes Mal aufs Neue mit seinem grandiosen Fachwissen, an dem er mich auch diesmal wieder auf unterhaltsame Art und Weise teilhaben lässt.

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Tsokos rückt in seinen Thrillern immer wieder soziale Brennpunkte, Clankriminalität und die Schattengesellschaft ins Licht der Öffentlichkeit. Das ist wirklich nicht meine bevorzugte Themenwelt. Tsokos macht sie für mich aber lesenswert. Diesmal geht es um einen verschwundenen Jungen aus der Neuköllner High-Deck-Siedlung. Der jordanische Ex-Geheimdienstler Khalaf sucht unter Hochdruck nach dem Jungen. Dann wird eine Kinderleiche gefunden…

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“Mit kaltem Kalkül” ist Band 2 der Reihe um Rechtsmedizinerin Sabine Yao. Vom Nebencharakter in anderen Büchern ist sie inzwischen selbst zur Hauptfigur geworden. Die Bindung zu ihr hat sich mit der Reihenfortsetzung schon etwas vertieft, ist aber noch ausbaufähig. Ausgerechnet Yao bleibt in diesem Band recht blass. Sie geht hier sogar fast unter im Vergleich zu anderen starken Charakteren, die mehr Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Allen voran Privatermittler Hassan Khalaf. Aber auch Ermittlerin Monica Monti fand ich recht stark. Und Praktikantin Kira Kaplan darf im nächsten Fall auch gerne wieder auftauchen.

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Nichts zu rütteln gibt es am tollen Schreibstil, mit dem Tsokos mich wieder durch die Seiten peitscht. Die Kapitel sind teilweise extrem kurz und die Perspektivwechsel rasant. Yao hat einige interessante Fälle auf dem Seziertisch liegen, die aber im Verlauf der Handlung keine richtige Rolle mehr spielen. Ein bisschen scheint es, als wären sie nur Mittel zum Zweck, um einfach die nötige Portion an Einblicken in die Arbeit am Seziertisch unterzubringen. Die authentischen Fälle sind aber wie immer faszinierend und lehrreich. Da jubelt die Laien-Rechtsmedizinerin in mir.

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Tsokos ist und bleibt für mich absolut lesenswert. Schwachstellen der Geschichte kann er mit Routine und seinen typischen Stärken ausmerzen. “Mit kaltem Kalkül” liest sich gut, interessant und spannend. Die Yao-Bücher haben aber noch nicht das Niveau der von mir favorisierten Z-Reihe um Fred Abel erreicht. Aber das kann ja noch kommen.

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