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Veröffentlicht am 05.09.2024

Faszination Rechtsmedizin

Mit kaltem Kalkül
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Ein neues Buch von Dr. Tsokos? Klar, immer her damit. Seine Rechtsmedizin-Thriller sind für mich quasi eine sichere Bank und garantieren spannende Lesestunden. Ob Paul Herzfeld, Fred Abel oder mittlerweile ...

Ein neues Buch von Dr. Tsokos? Klar, immer her damit. Seine Rechtsmedizin-Thriller sind für mich quasi eine sichere Bank und garantieren spannende Lesestunden. Ob Paul Herzfeld, Fred Abel oder mittlerweile eben Sabine Yao - Tsokos weiß mit jedem Protagonisten und jeder Reihe zu begeistern. Bei mir punktet er jedes Mal aufs Neue mit seinem grandiosen Fachwissen, an dem er mich auch diesmal wieder auf unterhaltsame Art und Weise teilhaben lässt.

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Tsokos rückt in seinen Thrillern immer wieder soziale Brennpunkte, Clankriminalität und die Schattengesellschaft ins Licht der Öffentlichkeit. Das ist wirklich nicht meine bevorzugte Themenwelt. Tsokos macht sie für mich aber lesenswert. Diesmal geht es um einen verschwundenen Jungen aus der Neuköllner High-Deck-Siedlung. Der jordanische Ex-Geheimdienstler Khalaf sucht unter Hochdruck nach dem Jungen. Dann wird eine Kinderleiche gefunden…

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“Mit kaltem Kalkül” ist Band 2 der Reihe um Rechtsmedizinerin Sabine Yao. Vom Nebencharakter in anderen Büchern ist sie inzwischen selbst zur Hauptfigur geworden. Die Bindung zu ihr hat sich mit der Reihenfortsetzung schon etwas vertieft, ist aber noch ausbaufähig. Ausgerechnet Yao bleibt in diesem Band recht blass. Sie geht hier sogar fast unter im Vergleich zu anderen starken Charakteren, die mehr Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Allen voran Privatermittler Hassan Khalaf. Aber auch Ermittlerin Monica Monti fand ich recht stark. Und Praktikantin Kira Kaplan darf im nächsten Fall auch gerne wieder auftauchen.

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Nichts zu rütteln gibt es am tollen Schreibstil, mit dem Tsokos mich wieder durch die Seiten peitscht. Die Kapitel sind teilweise extrem kurz und die Perspektivwechsel rasant. Yao hat einige interessante Fälle auf dem Seziertisch liegen, die aber im Verlauf der Handlung keine richtige Rolle mehr spielen. Ein bisschen scheint es, als wären sie nur Mittel zum Zweck, um einfach die nötige Portion an Einblicken in die Arbeit am Seziertisch unterzubringen. Die authentischen Fälle sind aber wie immer faszinierend und lehrreich. Da jubelt die Laien-Rechtsmedizinerin in mir.

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Tsokos ist und bleibt für mich absolut lesenswert. Schwachstellen der Geschichte kann er mit Routine und seinen typischen Stärken ausmerzen. “Mit kaltem Kalkül” liest sich gut, interessant und spannend. Die Yao-Bücher haben aber noch nicht das Niveau der von mir favorisierten Z-Reihe um Fred Abel erreicht. Aber das kann ja noch kommen.

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Veröffentlicht am 01.09.2024

Gilmore Girls und Pumpkin Spice

Meet me in Autumn. Eine Pumpkin spiced Romance
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Die Aussicht auf Herbst pur verknüpft mit Gilmore Girls-Vibes hat mich zu diesem Buch geführt. Das 300 Seiten schlanke Romänchen hält, was es verspricht, und ist ein gute Begleiter, um sich auf die gemütliche ...

Die Aussicht auf Herbst pur verknüpft mit Gilmore Girls-Vibes hat mich zu diesem Buch geführt. Das 300 Seiten schlanke Romänchen hält, was es verspricht, und ist ein gute Begleiter, um sich auf die gemütliche Jahreszeit einzustimmen.
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Darum geht’s: Jeanie übernimmt von ihrer Tante das Pumpkin Spice Café in Dream Harbor. Dort macht sie die Bekanntschaft des mürrischen und einbrötlerischen Farmers Logan. Die quirlige Jeanie wirbelt Logans Routine gehörig durcheinander. Trotz aller Gegensätze fühlen sich beide zueinander hingezogen…
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Gibt es hier irgendetwas, was nicht an Gilmore Girls erinnert? Ich sage nein! Das fängt beim Namen der Autorin an. Laurie Gilmore. Keine Ahnung, aber das muss doch einfach ein Pseudonym sein, oder? Auf jeden Fall hat Frau Gilmore beim gesamten Setting und auch bei den Figuren ihres Buches viele Anklänge an die Serie eingefangen. Ich habe mich gefühlt mitten in einer typisch opulent dekorierten Gilmore Girls-Herbstfolge wiedergefunden. Allein die Nennung so simpler Kleinigkeiten wie Schals und fingerlosen Handschuhen hat bei mir diese gewissen Bilder und besonderen Gefühle ausgelöst. Das ist schon gut gemacht.
Der Schauplatz ist die Kleinstatdt Dream Harbor, die wiederum original Stars Hollow-Vibes versprüht. Es gibt Bürgerversammlungen, einen Buchclub und viele traditionelle Events, die das Kleinstadtleben so besonders machen. Die Bewohner sind herzlich, liebenswert und schrullig. Die meisten kennen unseren grumpy Protagonisten Logan scheinbar besser, als er sich selbst und wissen genau, was und wer gut für ihn ist. Jeanie wird schnell in diese Gemeinschaft aufgenommen und von ihr ebenso vereinnahmt.
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Auch die Protagonisten haben Wiedererkennungswert. Fanellhemdträger Logan erinnert ebenso verdächtig an Luke Danes, wie die unbekümmerte Janie an Lorelei Gilmore. Jeanie ist zudem auch noch Serienliebhaberin und guckt abends im Bett gerne Schitt’s Creek. Meine Lieblingsserie! Ich konnte also gar nicht anders, als sie direkt ins Herz zu schließen.
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Der Roman ist schnell und spritzig erzählt. Er verströmt ein wohliges Ambiente und macht einfach gute Herbst-Laune. Viel Substanz und Tiefe hat die Geschichte nicht. Das ist ob der Kürze natürlich ein Unterschied zu der mehrstaffeligen Serie. Die Handlung im Buch ist genaugenommen recht vorhersehbar. Die Protagonisten fühlen sich zueinander hingezogen und geben dem Gefühl aufgrund der überschaubaren Seitenzahl auch schnell nach. Hier kommen die spicy Szenen ins Spiel, die aber vollkommen okay sind. Sie werden tatsächlich wie in einer Serienfolge mal eben abgehandelt und dann ist auch gut. Angereichert wird die Handlung noch durch ein kleines Spannungsmoment, das sich durch die Geschichte zieht und letztendlich ebenfalls serientypisch nett aufgelöst wird.
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Meine Leseempfehlung geht raus: An alle, die Gilmore Girls mögen. An alle, die Kleinstadtfeeling mögen. An alle, die sich in Herbststimmung bringen wollen. Und an alle, die einfach eine nette, kleine und unterhaltsame Geschichte für Zwischendurch suchen. Ein bisschen was fürs Herz, aber in leicht ohne Schwermut. Meine Recherche hat übrigens gezeigt, dass wir wohl wieder nach Dream Harbor zurückkehren. Auf Englisch gibt es jedenfalls schon weitere Bände.

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Veröffentlicht am 31.08.2024

Entspannte Lektüre

Miss McMurray rechnet mit dem Schlimmsten
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Britischer Cosy-Crime - da kann ich selten nein sagen. Das Cover hat mir direkt Lust auf Ermittlungen in einem beschaulichen Küstenstädtchen gemacht. Und schon war ich mittendrin im Geschehen.
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Darum ...

Britischer Cosy-Crime - da kann ich selten nein sagen. Das Cover hat mir direkt Lust auf Ermittlungen in einem beschaulichen Küstenstädtchen gemacht. Und schon war ich mittendrin im Geschehen.
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Darum geht’s: Una arbeitet bei einer Lebensversicherung und berechnet potenzielle Gefahren im Alltag. In ihrem Heimatort Eastbourne, stößt sie auf zwei seltsame Todesfälle. Beide Opfer waren mit Ken befreundet, den Unas Mutter in wenigen Tagen heiraten will…
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Die Autorin gibt hier ihr Cosy-Crime-Debüt. Und das ist durchaus gelungen. Ich wurde hier gut und kurzweilig unterhalten. Das Setting ist nett. Die Charaktere sympathisch. Und der Humor britisch-fein. In Eastbourne habe ich mich gleich wohl gefühlt. Zwischen Bingoabenden und Hochzeitsvorbereitungen habe ich mit Una teilweise skurrile Ermittlungen angestellt. Das hat Spaß gemacht.
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Ich mag Cosy Crime. Das Genre punktet einerseits mit seiner typischen Gemütlichkeit. Andererseits kann es dadurch bei mir aber auch selten ganz oben mitspielen. Meistens überwiegt eben der Eindruck, dass alles nett ist, ohne der ganz große Kracher zu sein. Das ist auch hier der Fall. Der Krimi lässt sich sehr angenehm lesen und hat mir in vielen Punkten gut gefallen. Aber er schafft es noch nicht ganz in die obere Bewertungskategorie. Das Potenzial ist aber da. Mögliche weitere Bände würde ich also gerne lesen, wenn dieser Krimi in Reihe gehen sollte. Die Personen hier habe ich schon irgendwie liebgewonnen. Und nach Eastbourne würde ich sowieso gerne zurückkehren.

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Veröffentlicht am 28.08.2024

Familiengeschichten

Die Frauen von Maine
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Auf diesen Roman bin ich mal wieder durch den Buchclub von Reese Witherspoon aufmerksam geworden. Der Generationenroman hat mich an die Küste Maines geführt. Auf den Klippen dort steht einsam ein geheimnisumwittertes ...

Auf diesen Roman bin ich mal wieder durch den Buchclub von Reese Witherspoon aufmerksam geworden. Der Generationenroman hat mich an die Küste Maines geführt. Auf den Klippen dort steht einsam ein geheimnisumwittertes Haus. Die Archivarin Jane kennt das lila Haus seit ihrer Kindheit und die neue Besitzerin bittet sie bei Nachforschungen zu dessen Geschichte um Hilfe…
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Das Setting ist toll beschrieben. Der Schreibstil lässt sich angenehm lesen.
Es geht um berührende Familiengeschichten. Die Geschichte ist komplex, so dass sie volle Aufmerksamkeit fordert. Teilweise hat sie mich in ihren Bann gezogen. Einige Handlungsstränge mochte ich sehr. Andere dafür weniger, so dass diese Abschnitte mir zu langatmig vorkamen. Das hat dafür gesorgt, dass der Roman mich nicht komplett bei der Stange halten konnte. Für meinen Geschmack hätte die Autorin sich hier gwrne auf etwas weniger beschränken und kürzer fassen können. Das hätte die Handlung für mich deutlich prägnanter und eingängiger gemacht. Jede Geschichte für sich genommen ist zwar interessant und berührend, teilweise war es mir aber auch schon zu viel, was hier auf mich eingeprasselt ist.
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Fazit: Mit “Die Frauen von Maine" bin ich mal wieder in ein etwas anderes literarisches Gefilde vorgedrungen. Der Roman fällt durchaus in eine etwas anspruchsvollere Kategorie. Ich empfehle, sich für die Lektüre ganz bewusst Zeit und Muße zu nehmen. In ruhigen Momenten habe ich die Geschichte tatsächlich sehr genossen.

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Veröffentlicht am 28.08.2024

Bei Strobel nichts Neues

Stalker – Er will dein Leben.
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Die Thriller von Arno Strobel begleiten mich nun schon so lange – und ich lese sie immer weiter, obwohl sie mich zuletzt meist nicht mehr so richtig begeistern konnten. Die letzten Bewertungen sind mittelprächtig ...

Die Thriller von Arno Strobel begleiten mich nun schon so lange – und ich lese sie immer weiter, obwohl sie mich zuletzt meist nicht mehr so richtig begeistern konnten. Die letzten Bewertungen sind mittelprächtig ausgefallen. Und trotzdem wurde ich erneut angelockt – diesmal mit dem Versprechen, das STALKER im Vergleich zum Vorgänger wieder deutlich mehr auf der Psycho-Schiene fahren soll. Davon musste ich mich natürlich überzeugen.
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Wie eigentlich alle Strobel-Thriller beginnt auch STALKER wieder recht stark. Da werden Spannung und Tempo aufgebaut. Deshalb konnte ich auch darüber hinwegschauen, dass der Titel für mein Empfinden nicht zum Plot passt. Mit dem Begriff Stalker verbinde ich etwas anderes, als es hier erzählt wird. Aber Schwamm drüber, wenn die Story an sich interessant und spannend ist. Und das ist sie eben erst mal. Ruckzuck geht es durch die Seiten und schon ist der Punkt erreicht, an dem sich ein Abbruch einfach nicht mehr lohnen würde – obwohl die Handlung dann merkliche Längen entwickelt und dadurch auch einen gewissen Nerv-Faktor bekommt. Hier tun sich wieder bekannte Schwachstellen auf. Das fängt mit dem Schreibstil an, bei dem im Verlauf zunehmend auffällt, wie einfach er doch gehalten ist. Mir persönlich fehlt es an Feinheiten und Raffinesse. Ich finde, da kann man einem Thriller-Leser durchaus etwas mehr Anspruch zumuten. Je weiter die Handlung voranschreitet, desto mehr merke ich auch, dass es den Charakteren an Tiefe fehlt. Obwohl ich in die Vergangenheit des Protagonisten eintauche, wird seine Person für mich an keiner Stelle richtig greifbar. Alle anderen Figuren sind sowieso nur Staffage. Der absolute Knackpunkt ist für ich das Ende, das mir eine seltsam abrupte und kurz abgehandelte Auflösung präsentiert. Das soll wahrscheinlich einen knalligen Schlusspunkt setzen, lässt mich aber irgendwie unbefriedigt im luftleeren Raum zurück.
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Fazit: STALKER hat mich nicht überzeugt, ist aber als schneller Thriller-Snack für Zwischendurch durchaus geeignet. Abschalten, lesen, fertig. So funktioniert das Buch ganz gut. Die erste Hälfte war für mich noch relativ gelungen und noch 3 Sterne Insgesamt gilt hier: Kann man lesen, muss man aber nicht. Aus der Mörderfinder-Reihe bin ich bereits ausgestiegen. Ob ich mir auch den nächsten Strobel-Stand Alone mal spare? Vielleicht, vielleicht aber auch nicht. Man wird sehen…

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