Modernes und spannendes Re-Telling
Beth is deadBETH IS DEAD von Katie Bernet ist ins Genre Jugendthriller einzuordnen. Das matcht mit mir nicht immer. Aber in diesem Fall hat es gepasst. Mir haben Herangehensweise und Umsetzung tatsächlich gut gefallen. ...
BETH IS DEAD von Katie Bernet ist ins Genre Jugendthriller einzuordnen. Das matcht mit mir nicht immer. Aber in diesem Fall hat es gepasst. Mir haben Herangehensweise und Umsetzung tatsächlich gut gefallen. Dass das Buch auf einem geliebten Klassiker aufbaut, macht hier den besonderen Reiz aus.
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Darum geht’s: Vier Schwestern. Eine ist tot. Zunächst stirbt Beth March in „Little Women“, dem Buch ihres Vaters. Dann wird die Jugendliche tatsächlich tot aufgefunden. Ihre Schwestern geraten unter Mordverdacht. Und es gibt noch einige weitere Verdächtige…
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Ich muss gestehen, dass ich ein Faible für Stories mit Meta-Ebene habe. Diese Vorliebe wird hier von Katie Bernet gut bedient. BETH IS DEAD ist dem Klassiker „Little Women“ von Louise May Alcott aus dem Jahr 1868 nachempfunden. Die Figuren sind von diesem Roman inspiriert und Bernet versetzt die March-Schwestern hier kurzerhand in die heutige Zeit. Dass sie das in Form eines Thrillers macht, in dem auch noch ein Roman mit dem Titel „Little Women“ eine Rolle spielt – das hat schon was. Man muss die Vorlage nicht unbedingt kennen, sondern kann mit BETH IS DEAD auch einfach so eine unterhaltsame und spannende Lesezeit haben. Ich würde aber sagen, dass es mit Vorkenntnissen noch mehr Spaß macht. Ich persönlich liebe es ja in solchen Re-Tellings die bekannten Motive, Parallelen und Anleihen zu entdecken.
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Die Charaktere sind vielschichtig gezeichnet und richtig gut in Szene gesetzt. Die Geschichte wird im Wechsel aus den unterschiedlichen Perspektiven der March-Schwestern sowie in Vergangenheit und Gegenwart erzählt. Im Handlungsverlauf stößt man auf viele dunkle Geheimnisse und mehrere Verdächtige. Die Handlung ist raffiniert konstruiert. Für mich war es durchgehend spannend zu verfolgen, wie sich das Puzzle Stück für Stück zusammenfügt.
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Fazit: BETH IS DEAD ist ein Jugendthriller der gelungeneren Sorte, weil er nicht so flach und plump aufgebaut ist, wie manch anderer buchige Vertreter des Genres. Das sorgt dafür, dass dieser Roman in jedem Lesealter Spaß macht.