Profilbild von ASK_1212

ASK_1212

Lesejury Star
offline

ASK_1212 ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit ASK_1212 über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 15.03.2026

Modernes und spannendes Re-Telling

Beth is dead
0

BETH IS DEAD von Katie Bernet ist ins Genre Jugendthriller einzuordnen. Das matcht mit mir nicht immer. Aber in diesem Fall hat es gepasst. Mir haben Herangehensweise und Umsetzung tatsächlich gut gefallen. ...

BETH IS DEAD von Katie Bernet ist ins Genre Jugendthriller einzuordnen. Das matcht mit mir nicht immer. Aber in diesem Fall hat es gepasst. Mir haben Herangehensweise und Umsetzung tatsächlich gut gefallen. Dass das Buch auf einem geliebten Klassiker aufbaut, macht hier den besonderen Reiz aus.
.
Darum geht’s: Vier Schwestern. Eine ist tot. Zunächst stirbt Beth March in „Little Women“, dem Buch ihres Vaters. Dann wird die Jugendliche tatsächlich tot aufgefunden. Ihre Schwestern geraten unter Mordverdacht. Und es gibt noch einige weitere Verdächtige…
.
Ich muss gestehen, dass ich ein Faible für Stories mit Meta-Ebene habe. Diese Vorliebe wird hier von Katie Bernet gut bedient. BETH IS DEAD ist dem Klassiker „Little Women“ von Louise May Alcott aus dem Jahr 1868 nachempfunden. Die Figuren sind von diesem Roman inspiriert und Bernet versetzt die March-Schwestern hier kurzerhand in die heutige Zeit. Dass sie das in Form eines Thrillers macht, in dem auch noch ein Roman mit dem Titel „Little Women“ eine Rolle spielt – das hat schon was. Man muss die Vorlage nicht unbedingt kennen, sondern kann mit BETH IS DEAD auch einfach so eine unterhaltsame und spannende Lesezeit haben. Ich würde aber sagen, dass es mit Vorkenntnissen noch mehr Spaß macht. Ich persönlich liebe es ja in solchen Re-Tellings die bekannten Motive, Parallelen und Anleihen zu entdecken.
.
Die Charaktere sind vielschichtig gezeichnet und richtig gut in Szene gesetzt. Die Geschichte wird im Wechsel aus den unterschiedlichen Perspektiven der March-Schwestern sowie in Vergangenheit und Gegenwart erzählt. Im Handlungsverlauf stößt man auf viele dunkle Geheimnisse und mehrere Verdächtige. Die Handlung ist raffiniert konstruiert. Für mich war es durchgehend spannend zu verfolgen, wie sich das Puzzle Stück für Stück zusammenfügt.
.
Fazit: BETH IS DEAD ist ein Jugendthriller der gelungeneren Sorte, weil er nicht so flach und plump aufgebaut ist, wie manch anderer buchige Vertreter des Genres. Das sorgt dafür, dass dieser Roman in jedem Lesealter Spaß macht.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 15.03.2026

Einfach stark

All your pretty lies. Glaubst du deinen Lügen?
0

Eins vorweg: Wie entspannend ist es bitte, einfach mal wieder ein “normales” Buch in der Hand zu halten? ALL YOUR PRETTY LIES von Amy Tintera hat keinen Farbschnitt. Auch das Cover ist nicht übermäßig ...

Eins vorweg: Wie entspannend ist es bitte, einfach mal wieder ein “normales” Buch in der Hand zu halten? ALL YOUR PRETTY LIES von Amy Tintera hat keinen Farbschnitt. Auch das Cover ist nicht übermäßig auffällig gestaltet. Dafür überzeugt dieses in seiner Einfachheit selten gewordene Buch-Exemplar mit Inhalt. Dafür feiere ich es umso mehr. Ich kann dem Thriller nur wünschen, dass er aufgrund fehlender optischer Besonderheiten nicht übersehen wird, denn das hätte er nicht verdient.

.

Darum geht’s: Lucy hat einen dunklen Fleck in ihrer Vergangenheit. Vieles spricht dafür, dass sie ihre beste Freundin ermordet hat. Hat sie das wirklich? Rund um die Tat klafft in Lucys Kopf eine Erinnerungslücke. Jetzt will der True Crime-Podcaster Ben Licht ins Dunkel bringen…

.

Amy Tintera hat bereits mehrere Jugendbücher veröffentlicht. ALL YOUR PRETTY LIES ist ihr erster Thriller für Erwachsene. Und damit legt sich die Autorin die Messlatte für weitere Werke gleich mal unglaublich hoch. Das Buch klang für mich interessant genug, um es lesen zu wollen. Die lobenden Credits im Innenteil habe ich mehr oder weniger ignoriert, weil diese Lobeshymnen doch meist eh nicht stimmen. Ich habe also weitestgehend ohne besondere Erwartungshaltung losgelesen – und konnte dann kaum aufhören. Ja, dieser Thriller ist ein echter Pageturner!

.

„Ein Podcaster hat beschlossen, mein Leben zu zerstören, also kaufe ich mir ein Hühnchen“. Das ist der etwas skurrile erste Satz des Buches. Auf jeden Fall hat er seinen Zweck erfüllt und mich sofort neugierig auf die Geschichte gemacht. Und er gibt so ein bisschen die Marschroute des Buches vor. Schnell habe ich mich hier in den Schreibstil der Autorin verliebt, bei dem so ein leicht schnoddriger Grundton vorherrscht, den ich einfach als herrlich natürlich und leichtgängig empfunden habe. Das hat sich besonders positiv auf die Dialoge ausgewirkt, die mir wie aus dem Leben gegriffen vorkamen. Der schnelle und temporeiche Schlagabtausch zwischen den Personen liest sich wie geschnitten Brot. An dieser Stelle muss dann auch mal Übersetzerin Larissa Bendl namentlich erwähnt werden, die dieses Lesegefühl so super in die deutsche Sprache transportiert hat.

.

Die Story entfaltet sich im Wechsel zwischen Passagen aus der Sicht von Protagonistin Lucy und der Niederschrift von Folgen des True Crime-Podcasts „Listen for the lie“. Eine solche Umsetzung glückt nicht immer. Es gibt auch Negativ-Beispiele. Hier passt es aber. Der Handlungsverlauf ist kurzweilig, abwechslungsreich, dynamisch und garantiert dafür, dass man sich in einen Rausch liest. Das Spannungslevel ist genau mein Fall. Es gibt etliche Spuren zu verfolgen und damit verbunden dann auch immer wieder überraschende Wendungen. Die Plot-Twists kommen auch genau an den richtigen Stellen, so dass ich ständig zum Weiterlesen animiert worden bin.

.

Fazit: Amy Tintera hat mich mit ihrem Thriller-Debüt ALL YOUR PRETTY LIES komplett überzeugt. Das Buch liest sich schnell, flüssig, locker, spannend und konnte mich zumindest immer wieder überraschen. Die Autorin hat definitiv Potenzial und hoffentlich noch weitere Ideen für ähnlich gute Bücher. Ich würde es ihr und mir als Leserin jedenfalls wünschen und hoffe also, dass da etwas in dieser Qualität nachkommt.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 07.03.2026

Nervtötend statt nervenaufreibend

Das Gehöft
0

Unter dem Namen Leo Brandt wechselt der Autor Richard Brandes vom Krimi- ins Thriller-Genre. Zu den Krimis habe ich immer wieder positive Resonanz mitbekommen. Das hat mich neugierig gemacht, und so habe ...

Unter dem Namen Leo Brandt wechselt der Autor Richard Brandes vom Krimi- ins Thriller-Genre. Zu den Krimis habe ich immer wieder positive Resonanz mitbekommen. Das hat mich neugierig gemacht, und so habe ich das Thriller-Debüt DAS GEHÖFT sofort auf meine Leseliste gesetzt. In diesem Fall haben sich meine Erwartungen aber leider nicht erfüllt.
.
Darum geht’s: Die Biologin Lara zieht mit ihrem Freund, ihrem Bruder und einem befreundeten Pärchen auf die Hallig Westeroog. Kaum dort angekommen, verschwindet Laras Bruder und es geschehen weitere seltsame Dinge…
.
Was ich mochte, war das Setting. Eine einsame und sturmumwehte Hallig – in Verbindung mit einer spannenden Story kann das zum Selbstläufer werden. Leider kam es hier aber anders. Der Verlag kündigt das Buch als nervenaufreibenden Thriller an. Hm, ich habe ihn leider in zunehmendem Maße als nervtötend empfunden. Das liegt vor allem an den Charakteren und ihren Handlungsweisen. Es geht hier um Erwachsene, die mir allerdings eher vorkamen wie tiefpubertäre Jugendliche. Vor allem Protagonistin Lara hat mich zunehmend auf die Palme gebracht. Ihre Stimmungen und Gedankengänge habe ich als extrem sprunghaft und naiv empfunden. Anfangs habe ich noch wohlwollend ein Auge zugedrückt. Als es aber munter so weiterging, konnte ich einfach nur noch den Kopf schütteln. Für mich war das einfach unlogisch und nicht nachzuvollziehen. Auch die Dialoge habe ich als sehr gestelzt und künstlich empfunden. Das war für mich einfach nicht schön zu lesen. Die Spannungselemente fand ich für die letztendliche Auflösung überdramatisch.
.
Fazit: Das Setting, die Grundstimmung und die Atmosphäre haben mir generell gefallen. Mit dem Rest konnte ich persönlich leider nichts anfangen. Wie immer gilt: Wenn euch das Buch interessiert, solltet ihr euch natürlich eure eigene Meinung bilden.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 05.03.2026

Düsteres Moor

Moorland. Die Zwillinge
0

Wer hätte gedacht, dass es zwischen Andreas Winkelmann und mir mal so matchen würde. Seine Thriller lese ich seit ein paar Jahren mit mal etwas mehr, größtenteils insgesamt aber eher normaler Begeisterung. ...

Wer hätte gedacht, dass es zwischen Andreas Winkelmann und mir mal so matchen würde. Seine Thriller lese ich seit ein paar Jahren mit mal etwas mehr, größtenteils insgesamt aber eher normaler Begeisterung. Dann ging auf einmal die Post ab. Winkelmanns Himmelreich-Reihe hat mir zuletzt zwei Highlights im Cozy Crime-Genre beschert. Jetzt startet Winkelmann auch noch eine neue Thriller-Reihe – und die hat natürlich auch sofort meine Neugier geweckt. MOORLAND: DIE ZWILLINGE hat sich direkt mal unglaublich vielversprechend angehört. Trotzdem habe ich versucht, meine sehr hohen Erwartungen etwas zu zügeln, um nicht enttäuscht zu werden. Aber von Enttäuschung konnte bei diesem Reihenauftakt nun wirklich keine Rede sein.
.
Darum geht’s: Die Zwillinge Jana und Nike betreiben einen erfolgreichen TikTok-Kanal. Als sie eines abends nicht von einer Fotosession im Moor zurückkehren, wird kurzerhand eine Suchaktion gestartet. Kommissarin Malia Gold, die ihren ersten Arbeitstag in Moorbach hat, wird mit dem Fall gleich ins heiße Wasser geworfen. Und sie muss nicht nur das Geheimnis um die Schwestern klären, sondern sich schneller als ihr lieb ist, auch noch ihrer eigenen Vergangenheit stellen…
.
Viele Bücher locken aktuell mit grandioser Aufmachung und enttäuschen dann inhaltlich. Umso schöner, wenn das mal anders ist. Der MOORLAND-Reihenauftakt kann nicht nur mit äußerlichen Werten überzeugen. Winkelmanns Thriller hält, was Titel und Klappentext versprechen. Der Thriller rechtfertigt die grandiose Gestaltung nicht nur, er hat sie sich tatsächlich verdient.
.
MOORLAND: DIE ZWILLINGE ist ein Einstieg in eine neue Thrillerserie, wie man ihn sich als Leser*in wünscht. Winkelmann überzeugt hier in allen Belangen. Wie ist das mit dem berühmten ersten Satz in Büchern? Der lautet in diesem Fall: „Der Nebel schluckte alles, aber nicht diese Schreie.“ Oookayyy, gib‘ mir mehr davon! Und Winkelmann? Hat weiter abgeliefert. Allem voran begeistert das titelgebende Setting. Das Moor ist bildhaft und sehr faszinierend beschrieben. Düster, geheimnisvoll und atmosphärisch hat es mich angelockt und verschlungen. Hinzu kommen dann noch sehr interessante und gut gezeichnete Charaktere mit einer ganz besonderen Dynamik untereinander. Und schließlich hat die Story ein Spannungslevel, das sehr hoch ist und sich keine Durchhänger erlaubt. Die Spannung flacht tatsächlich keine Sekunde ab, sondern zieht genau an den richtigen Stellen sogar noch an. Das Finale ist einfach nur rasant. Und wenn wir schon über den ersten Satz geredet haben, lasst uns auch über den letzten sprechen: „Aber eines steht fest: Es geht weiter.“ Ja und keine Frage, dass ich dann wieder dabei bin!
.
Fazit: Danke, Andreas Winkelmann für diesen gelungenen Reihenauftakt! MOORLAND: DIE ZWILLINGE ist ein Thriller, der das Prädikat „Pageturner“ verdient, weil er mich von Anfang bis Ende, im Groben wie auch im Detail begeistert hat. Davon möchte ich gerne mehr!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 23.02.2026

Niedriges Spannungslevel

Sie war es. Sie war es nicht.
0

Der Penguin Verlag hat dem Thriller SIE WAR ES. SIE WAR ES NICHT. von Nicci Cloke im Print-Format eine granatenstarke Aufmachung verpasst. Schön fürs Auge, ist das Buch also allemal. Testimonials bekannter ...

Der Penguin Verlag hat dem Thriller SIE WAR ES. SIE WAR ES NICHT. von Nicci Cloke im Print-Format eine granatenstarke Aufmachung verpasst. Schön fürs Auge, ist das Buch also allemal. Testimonials bekannter Autorinnen auf dem Cover machen zusätzlich neugierig auf das Buch. Zum Beispiel wird Lucy Clarke mit den Worten „Meisterhaft geplottet“ zitiert. Die Latte wird damit ganz schön hochgelegt. Vorschusslorbeeren, an denen sich Buch und Autorin dann natürlich messen lassen müssen – und leider scheitern. Zumindest für meinen Geschmack.
.
Katie Cole soll vier Mitglieder eines exklusiven Londoner Privatclubs vergiftet haben. War sie es wirklich? Fünf Männer zeichnen ihr eigenes Bild von der Verdächtigen. Ob Vater, Jugendfreund, Ex-Liebhaber, Anwalt oder Journalist – jeder trägt mit seiner Sicht auf die Dinge seinen Teil zur Geschichte bei. Sich der weiblichen Hauptfigur auf diesem Wege zu nähern ist reizvoll. Dieser interessanten Herangehensweise konnte ich durchaus etwas abgewinnen. Außerdem hat mich die Autorin mit schnellen Perspektivwechseln und kurzen Kapiteln durch die Story getrieben. So weit so gut. Allerdings muss ich sagen, dass die Handlung größtenteils ohne besondere Highlights vor sich hinplätschert. Trotz der verschiedenen Blickwinkel hatte ich auch nicht wirklich das Gefühl, Katie als Person näher zu kommen. Sie ist mir emotional fremd geblieben. Irgendwie hat mir ihre eigene Stimme gefehlt, die geschickt gesetzt immerhin für ein paar Glanzpunkte hätte sorgen können. Stattdessen bin ich kühle Beobachterin geblieben und habe das Geschehen lediglich verfolgt statt miterlebt. Das Spannungslevel würde ich als minimal bezeichnen. Der Thriller spielt sich eher auf psychologischer Ebene ab. Das ist ja nicht schlecht, aber mir hat in der Umsetzung eindeutig etwas gefehlt, um mich bei der Stange zu halten. Die innovative und vielversprechende Ausgangslage hat sich im Verlauf der Handlung auch nicht entscheidend weiterentwickelt, so dass die guten Ansätze mehr oder weniger im Sande verlaufen sind. Mein Eindruck ist, dass hier zu viele Worte um vergleichsweise wenig Geschehen gemacht werden.
.
Fazit: SIE WAR ES. SIE WAR ES NICHT. ist sehr ruhig, aber trotzdem interessant aufgebaut. Die Art der Umsetzung ist aber irgendwie gerade nicht das, was mich in meiner aktuellen Lesestimmung abholt. Deshalb hat mich dieser Thriller letztendlich nicht begeistert.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere