Eine filmreife Dystopie
Evermind. Sie kennt dichAls ich die ersten Kapitel las, war ich zunächst etwas überfordert mit den vielen verschiedenen Namen und detaillierten Beschreibungen (kleiner Tipp: hinten im Buch gibt es ein hilfreiches Glossar!). Doch ...
Als ich die ersten Kapitel las, war ich zunächst etwas überfordert mit den vielen verschiedenen Namen und detaillierten Beschreibungen (kleiner Tipp: hinten im Buch gibt es ein hilfreiches Glossar!). Doch nachdem ich mich eingelesen hatte, fiel es mir zunehmend leichter, die Verknüpfungen zu verstehen und mir die Figuren zu merken. Dann wurde mir bewusst, welch fantastische und fast schon filmreife Idee hinter dieser Geschichte steckt – ebenso wie hinter ihrer Aufmachung.
Die Welt von Evermind ist von einer allgegenwärtigen künstlichen Intelligenz durchdrungen: Sie hört zu, beobachtet, berechnet deinen künftigen Lebensweg und kann mit dir sprechen. Auf den ersten Blick scheint sie alles unter Kontrolle zu haben. Doch schnell zeigt sich, dass auch eine KI fehlerhaft sein kann und Lücken aufweist. Besonders spannend finde ich, wie Evermind versucht, menschliche Emotionen zu verstehen und sich ihnen anzupassen.
Die Geschichte ist eine fesselnde Dystopie, in die man gerne eintaucht. Die Charaktere wachsen einem mit der Zeit immer mehr ans Herz. Auch wenn ich den Verlauf der Handlung an einigen Stellen vorhersehbar fand, hat mich das nicht gestört, da das Setting stets stimmig war. Besonders faszinierend sind die virtuellen Simulationen, die man mithilfe einer VR-Brille betreten kann. Sie ermöglichen Reisen an jeden beliebigen Ort und Begegnungen mit Freunden, die man in der realen Welt nicht mehr sieht.
Insgesamt ist Evermind eine mitreißende, atmosphärische und nachdenklich stimmende Dystopie, die sich mit der Beziehung zwischen Mensch und Maschine auf eindrucksvolle Weise auseinandersetzt.