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Veröffentlicht am 21.02.2026

Wenn Elfen herrschen und Wahrheit gefährlich wird

Kinder des Dominions / Kinder des Dominions 1
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Elfen, die nicht nur mit Bogen und Magie glänzen, sondern ein ganzes Reich mit eiserner Ordnung im Griff haben – klingt erstmal nach klassischer High Fantasy. Und dann merkt man ziemlich schnell: Hier ...

Elfen, die nicht nur mit Bogen und Magie glänzen, sondern ein ganzes Reich mit eiserner Ordnung im Griff haben – klingt erstmal nach klassischer High Fantasy. Und dann merkt man ziemlich schnell: Hier riecht es nicht nach Blütenstaub, sondern nach Unterdrückung.

Celestria funkelt. Astralon strahlt. Alles wirkt perfekt. Doch hinter dem Glanz brodelt es. Menschen, Zwerge, Orks – geduldet, kontrolliert, klein gehalten. Und mittendrin Ceadan, ein junger Elf, der eigentlich nur ein Teil dieses Systems war. Bis ein Befehl fällt, der alles zerreißt. Ab da war klar: Das wird kein gemütlicher Elfen-Spaziergang.

Besonders stark ist, wie die Geschichte moralische Grauzonen ausleuchtet. Kein plattes Gut-gegen-Böse. Stattdessen Loyalität gegen Gewissen. Sicherheit gegen Wahrheit. Und plötzlich sitzt man da und denkt: Verdammt, was würde ich tun? Beim Lesen hatte ich mehr als einmal diesen Kloß im Hals, weil Ceadans Entwicklung so greifbar ist.

Xandyr bringt eine spannende Dynamik rein – geheimnisvoll, ruhig, mit diesem „Ich weiß mehr als du“-Vibe. Die Rebellion wächst langsam, organisch, glaubwürdig. Keine hektische Action-Orgie, sondern ein Aufbau, der sich anfühlt wie das tiefe Einatmen vor einem Sturm.

Ein paar Passagen hätten etwas straffer sein dürfen, gerade im Weltenbau wird stellenweise sehr ausführlich erklärt. Aber ganz ehrlich? Für eine epische Saga ist das ein verdammt starker Auftakt. Man spürt, dass hier noch Großes kommt.

Und genau das macht Lust auf Band 2.

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Veröffentlicht am 21.02.2026

Wenn Begeisterung zur Lebensform wird

Die Enthusiasten
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Was für ein Ritt. Ein Roman, der so tut, als hätte er drei Espressi zu viel getrunken – und genau deshalb unfassbar lebendig ist.

„Die Enthusiasten“ von Markus Orths, erschienen bei Galiani Berlin (Kiepenheuer ...

Was für ein Ritt. Ein Roman, der so tut, als hätte er drei Espressi zu viel getrunken – und genau deshalb unfassbar lebendig ist.

„Die Enthusiasten“ von Markus Orths, erschienen bei Galiani Berlin (Kiepenheuer & Witsch), ist kein Buch, das man mal eben so wegliest. Es ist ein erzählerisches Feuerwerk, das ständig Funken schlägt. Da hängen Bücherplateaus von der Decke, da jagt ein Sterne-Fan dem angeblichen zehnten Band von „Tristram Shandy“ hinterher, als hinge das Seelenheil daran, und irgendwo tief unter der Erde lauscht eine Teilchenforscherin der Dunklen Materie. Klingt verrückt? Ist es auch. Und genau das macht so einen Spaß.

Diese Familie ist ein Kosmos für sich. Drei Geschwister, verbunden durch Liebe und Verlust, eine Mutter, die so sehr in Büchern lebt, dass sie irgendwann selbst zur Legende wird, und ein Vater, der nur auf Fragen antwortet, die noch nie gestellt wurden. Man liest das und denkt: Das ist komplett drüber. Und gleichzeitig trifft es mitten ins Herz.

Orths lotet die Grenzen des Erzählens aus, spielt, übertreibt, stapelt Ideen übereinander wie Bücher auf einem wackeligen Tisch – und trotzdem fällt nichts um. Hinter all dem literarischen Wahnsinn steckt eine zarte Geschichte über Familie, Begeisterung, Verlust und diese brennende Liebe zur Kunst, die manchmal alles verschlingt.

Manchmal musste ich kurz Luft holen, weil der Roman so viel will. Aber genau dieses Wollen, dieses hemmungslose Draufloserzählen, macht ihn besonders. Kein glattgebügelter Wohlfühlroman, sondern ein wildes, kluges, mutiges Stück Literatur.

Ein Buch für alle, die Geschichten nicht nur lesen, sondern feiern.

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Veröffentlicht am 20.02.2026

Wenn die Ostsee schweigt, wird es tödlich

Die Tiefe: Verblendet
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Norddeutsche Küstenluft, dunkle Geheimnisse und ein Fall, der sich anfühlt wie ein Sturm, der nicht abziehen will – genau da packt einen Die Tiefe: Verblendet von Karen Sander.

Tom Engelhardt und sein ...

Norddeutsche Küstenluft, dunkle Geheimnisse und ein Fall, der sich anfühlt wie ein Sturm, der nicht abziehen will – genau da packt einen Die Tiefe: Verblendet von Karen Sander.

Tom Engelhardt und sein Team haben gerade erst einen Doppelmord auf dem Darß geklärt, da hängt dieser unfassbare Segeljacht-Fall wie eine schwarze Wolke über allem. Eine ganze Familie ausgelöscht – und kein Schritt weiter. Parallel dazu rätseln Mascha Krieger und ihr Bruder, während Björn André in einem angeblichen Suizid wühlt, der sich schnell als alles andere entpuppt. Diese Briefe? Gänsehaut. Ernsthaft.

Was hier richtig gut funktioniert: die Verknüpfung der Fälle. Stück für Stück fügt sich alles zusammen, ohne dass man sich verloren fühlt. Stattdessen sitzt man da, denkt „Okay, jetzt hab ich’s“ – und zack, wieder falsch abgebogen. Genau so mag ich das.

Der Verdächtige mit paranoider Schizophrenie? Erst wirkt alles eindeutig. Zu eindeutig. Und plötzlich dreht sich die ganze Sache in eine Richtung, mit der ich nicht gerechnet habe. Da war dieser Moment, wo ich das Buch kurz sinken ließ und dachte: Respekt.

Klar, zwischendurch hätte das Tempo minimal straffer sein dürfen. Aber Atmosphäre, Figuren und diese unterschwellige Bedrohung machen das locker wett. Engelhardt ist keiner dieser überzeichneten Supercops, sondern ein Typ mit Ecken, Kanten und Druck auf den Schultern. Fühlt sich echt an.

Unterm Strich: ein intensiver Küstenkrimi mit Hirn und Herz, der einen nicht loslässt. Kein lauter Thriller, sondern einer, der sich langsam ins Nervensystem schleicht – und dort bleibt.

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Veröffentlicht am 20.02.2026

Die Kunst des Quiltens – verständlich, kreativ und inspirierend

Quilten – die große Schule
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Zwischen Stoffstapeln, Lineal und Nähmaschine entfaltet sich mit „Quilten – die große Schule“ von Christina West und Kacey Crutchfield eine Welt voller Farben, Muster und Möglichkeiten. Schon beim ersten ...

Zwischen Stoffstapeln, Lineal und Nähmaschine entfaltet sich mit „Quilten – die große Schule“ von Christina West und Kacey Crutchfield eine Welt voller Farben, Muster und Möglichkeiten. Schon beim ersten Durchblättern spürt man die Sorgfalt, mit der dieses Buch aufgebaut ist – klar strukturiert, großzügig bebildert und dabei unglaublich motivierend.

Über 150 Techniken werden Schritt für Schritt erklärt, so verständlich und anschaulich, dass selbst komplexe Blockmuster plötzlich greifbar wirken. Besonders die Bildfolgen haben mir Sicherheit gegeben, wenn es um exakte Nahtzugaben, perfekte Ecken oder saubere Applikationen ging. Statt trockener Theorie begleitet einen das Buch wie eine geduldige Lehrmeisterin vom ersten Zuschnitt bis zum letzten Quiltstich.

Die Materialkunde ist fundiert und praxisnah, ohne zu überfordern. Stoffarten, Vliese und Werkzeuge werden so erklärt, dass man wirklich versteht, warum welches Detail zählt. Die 75 Blockmuster laden zum Träumen ein, während die 12 Projekte Lust machen, sofort loszulegen – von kleinen Accessoires bis zur großen Patchworkdecke.

Ein kleines Manko: Wer bereits sehr erfahren ist, findet manche Grundlagen vielleicht ausführlicher als nötig. Doch gerade diese Tiefe macht das Buch zu einem echten Standardwerk. Für mich ist es ein liebevoll gestaltetes, inspirierendes Nachschlagewerk, das man immer wieder zur Hand nimmt – mit wachsender Begeisterung und jeder Menge Nähglück.

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Veröffentlicht am 20.02.2026

Dolce Vita zwischen Hinterhof und Piazza

KUNTH Ciao Italien
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Zwischen flirrendem Abendlicht auf einer Piazza und dem Duft von frisch geriebener Zitronenschale entfaltet sich ein Italien, das weit über gängige Postkartenmotive hinausgeht. KUNTH Ciao Italien von Rita ...

Zwischen flirrendem Abendlicht auf einer Piazza und dem Duft von frisch geriebener Zitronenschale entfaltet sich ein Italien, das weit über gängige Postkartenmotive hinausgeht. KUNTH Ciao Italien von Rita Henss ist kein klassischer Reiseführer, sondern eine gefühlvolle Einladung, sich treiben zu lassen und genauer hinzusehen.

Die Fotografien wirken ehrlich und ungestellt. Kopfsteinpflaster, das noch die Wärme des Tages speichert, kleine Trattorien mit karierten Tischdecken, Nonna-Rezepte, die nach Heimat schmecken – jede Seite fühlt sich an wie ein leiser Spaziergang durch verwinkelte Gassen. Beim Blättern hatte ich das Gefühl, selbst mit einem Espresso in der Hand auf einer sonnenbeschienenen Treppe zu sitzen.

Besonders berührt haben mich die persönlichen Tipps und versteckten Adressen. Es sind diese kleinen Details, die das Dolce Vita greifbar machen. Manche Regionen bleiben etwas im Hintergrund, und an wenigen Stellen hätte ich mir noch mehr Tiefe gewünscht – doch die Stimmung trägt das Buch mühelos.

Als Coffee Table Book ist es ein echter Blickfang, als Inspirationsquelle eine Liebeserklärung an das echte, atmende Italien. Ein Bildband, der nach Sonne schmeckt und Fernweh weckt.

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