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Veröffentlicht am 22.06.2026

Mord im Sommercamp und ich war sofort drin

The Box in the Woods. Schau nicht hinein
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Sommercamp, Wald, alte Mordfälle und eine Jagdbox, in die man wirklich nicht freiwillig hineinschauen möchte. Genau mein Ding. The Box in the Woods hat diese herrlich ungemütliche Stimmung, bei der man ...

Sommercamp, Wald, alte Mordfälle und eine Jagdbox, in die man wirklich nicht freiwillig hineinschauen möchte. Genau mein Ding. The Box in the Woods hat diese herrlich ungemütliche Stimmung, bei der man beim Lesen denkt: Na super, jetzt knackt draußen ein Ast und mein Herz macht direkt Überstunden.

Stevie Bell ist wieder am Start und ich mag ihre Art einfach. Sie ist neugierig, schräg, manchmal herrlich trocken und genau die Sorte Hobbydetektivin, bei der man weiß: Die lässt nicht locker, selbst wenn jeder normale Mensch längst die Taschen gepackt hätte. Der Fall im Camp Sunny Pines hat mich sofort gepackt, weil diese Mischung aus Siebzigerjahre Verbrechen, True Crime Gefühl und Sommerlager Idylle richtig gut funktioniert.

Besonders stark fand ich die Atmosphäre. Zwischen Lagerfeuer, Waldwegen und alten Geheimnissen liegt ständig so ein kleines Unbehagen in der Luft. Man merkt: Da wurde etwas vergraben, aber nicht vergessen. Genau das macht den Reiz aus.

Ganz perfekt war es für mich trotzdem nicht. Zwischendurch hätte die Spannung noch etwas fieser anziehen dürfen, denn bei so einem Setting will mein Thriller Herz natürlich schwitzen wie beim Zelten ohne Mückenspray. Trotzdem bleibt das Buch clever, unterhaltsam und angenehm düster, ohne sich komplett in Blut und Schockeffekten zu verlieren.

Ein richtig guter Jugendthriller mit Köpfchen, Waldgrusel und einer Ermittlerin, die man einfach gern begleitet.

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Veröffentlicht am 22.06.2026

Herzklopfen mit Meerblick und Küchenduft

A Taste of Cornwall: Ein Rezept für Herzklopfen
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Zwischen Küchenduft, Meeresrauschen und kleinen Gefühlschaosmomenten hat mich A Taste of Cornwall: Ein Rezept für Herzklopfen richtig schön nach Port Haven zurückgeholt. Dieses Buch fühlt sich an wie ein ...

Zwischen Küchenduft, Meeresrauschen und kleinen Gefühlschaosmomenten hat mich A Taste of Cornwall: Ein Rezept für Herzklopfen richtig schön nach Port Haven zurückgeholt. Dieses Buch fühlt sich an wie ein gemütlicher Abend mit gutem Essen, salziger Luft in den Haaren und diesem leisen Kribbeln, wenn zwei Menschen sich eigentlich nicht ausstehen können, aber trotzdem ständig umeinander kreisen.

Lucia und Liam haben mir als Paar unheimlich Spaß gemacht. Sie bringt Feuer, Ehrgeiz und verletzliche Seiten mit, er kommt erst einmal ziemlich unnahbar daher, hat aber deutlich mehr Herz unter der Oberfläche, als man anfangs vermutet. Gerade dieses Reiben zwischen den beiden macht die Geschichte lebendig, manchmal herrlich zickig, manchmal überraschend zart.

Besonders mochte ich die Idee mit dem Great Dinner Cook Off. Dadurch bekommt die Liebesgeschichte nicht nur Tempo, sondern auch diesen leckeren, leicht chaotischen Küchenzauber, bei dem man beim Lesen fast Hunger bekommt. Port Haven wirkt wieder wie ein Ort, an dem man sofort die Koffer auspacken möchte.

Für mich ist es ein warmherziger, romantischer Abschluss mit viel Wohlfühlcharme, kleinen Funken, leckeren Bildern im Kopf und genau der richtigen Portion Herzklopfen. Nicht alles ist völlig neu, aber es ist liebevoll erzählt und macht einfach glücklich.

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Veröffentlicht am 22.06.2026

Wenn Freiheit am Hof gefährlicher ist als jede Intrige

Der Gesang des Falken
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Schillernde Höfe, schöne Kleider, höfisches Getue und dahinter jede Menge Gift im Lächeln. Genau da wirft einen Der Gesang des Falken rein, und zwar nicht wie ein staubiges Geschichtsbuch, sondern eher ...

Schillernde Höfe, schöne Kleider, höfisches Getue und dahinter jede Menge Gift im Lächeln. Genau da wirft einen Der Gesang des Falken rein, und zwar nicht wie ein staubiges Geschichtsbuch, sondern eher wie ein Film, bei dem man plötzlich viel zu nah an den Intrigen steht.

Marcelle mochte ich sofort. Diese junge Frau hat keinen Bock auf das ganze Theater am Hof, und ganz ehrlich, ich konnte sie verstehen. Während alle glänzen, lächeln und taktieren, will sie lieber zeichnen, atmen und irgendwie sie selbst bleiben. Dann kommt Anne Boleyn dazu, elegant, klug und erst mal ziemlich unnahbar. Da dachte ich kurz: Na super, jetzt wird es steif. Wurde es aber nicht.

Gerade die Verbindung zwischen Marcelle und Anne trägt das Buch richtig schön. Keine kitschige Zuckerwattefreundschaft, sondern ein vorsichtiges Annähern zwischen zwei jungen Frauen, die mehr wollen als hübsch dastehen und brav nicken. Das hat Herz, Haltung und diesen kleinen rebellischen Funken, den ich bei historischen Romanen liebe.

Die Renaissance Atmosphäre sitzt stark. Paris, Hofleben, Machtspiele, Falken, Freiheitsträume, alles wirkt lebendig, ohne einen mit Jahreszahlen zu erschlagen. Man merkt, dass hier jemand Geschichte liebt, aber trotzdem eine Geschichte erzählen will, die berührt.

Für mich ein richtig gelungener historischer Roman mit Gefühl, Spannung und starken Figuren. Nicht perfekt, aber verdammt nah dran.

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Veröffentlicht am 21.06.2026

Eine Frau, die Geschichte in den Händen hielt

Die Welt in ihren Händen
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Was für eine Frau. Gertrude Bell stapft hier nicht einfach brav durch die Geschichte, sie reitet, forscht, verhandelt, liebt, leidet und mischt in einer Männerwelt mit, in der sie eigentlich nur dekorativ ...

Was für eine Frau. Gertrude Bell stapft hier nicht einfach brav durch die Geschichte, sie reitet, forscht, verhandelt, liebt, leidet und mischt in einer Männerwelt mit, in der sie eigentlich nur dekorativ hätte danebenstehen sollen. Pustekuchen.

Olivier Guez erzählt ihr Leben mit viel Atmosphäre und einem richtig starken Blick für Mesopotamien nach dem Ersten Weltkrieg. Sand, Politik, Machtspiele, verletzte Eitelkeiten und dieser ständige Gedanke: Meine Güte, wie viel von dem Chaos damals wirkt bis heute nach?

Besonders spannend fand ich, wie widersprüchlich Gertrude Bell gezeigt wird. Sie ist mutig, klug und ihrer Zeit oft weit voraus, aber eben auch Teil eines Empire, das meinte, die Welt nach eigenen Vorstellungen sortieren zu dürfen. Das macht sie nicht zur einfachen Heldin, sondern zu einer Figur, über die man nach dem Lesen noch länger nachdenkt.

Manchmal hätte ich mir allerdings mehr Nähe zu ihr gewünscht. Mehr Herzklopfen unter dem staubigen Reisehut, mehr Innenleben, mehr Gertrude pur. Guez bleibt oft sehr historisch, sehr politisch, sehr groß im Panorama. Das ist beeindruckend, aber zwischendurch auch ein bisschen so, als würde man mit Notizbuch durch die Wüste laufen.

Trotzdem: Dieses Buch hat Wucht. Es ist klug, bildstark und öffnet den Blick auf eine Frau, die viel zu lange unterschätzt wurde. Kein leichter Wohlfühlroman, eher ein intensiver Kaffee mit ordentlich Nachhall.

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Veröffentlicht am 20.06.2026

Vier Frauen, die der Geschichte ihre Stimme zurückgeben

Shakespeares Schwestern
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Zwischen schweren Türen, staubigen Bibliotheken und einer Welt, in der Frauen kaum eine eigene Stimme zugestanden wurde, öffnet dieses Buch einen Raum, der lange verschlossen blieb.

Shakespeares Schwestern ...

Zwischen schweren Türen, staubigen Bibliotheken und einer Welt, in der Frauen kaum eine eigene Stimme zugestanden wurde, öffnet dieses Buch einen Raum, der lange verschlossen blieb.

Shakespeares Schwestern hat mich auf eine ruhige, aber sehr eindringliche Weise berührt. Ramie Targoff erzählt von vier Frauen, die nicht laut um Aufmerksamkeit baten, sondern sich ihren Platz mit Mut, Bildung, Geduld und einer unglaublichen inneren Stärke erkämpften. Elizabeth Cary, Aemilia Lanyer, Mary Sidney und Anne Clifford wirken hier nicht wie Randfiguren der Geschichte, sondern wie Frauen aus Fleisch und Blut, voller Sehnsucht, Widerspruch und Kraft.

Besonders schön fand ich, dass dieses Buch die Renaissance nicht nur als große Bühne berühmter Männer zeigt. Plötzlich fällt Licht auf jene, die oft übersehen wurden. Ihre Texte, ihre Kämpfe, ihre Verluste und ihr unbeirrbarer Wille bekommen Raum. Das liest sich stellenweise anspruchsvoll und verlangt Aufmerksamkeit, aber gerade dadurch entsteht eine besondere Tiefe.

Für mich ist es kein Buch, das man einfach nebenbei wegliest. Es ist eher eines, das man langsam aufschlägt, wirken lässt und mit Respekt wieder zuklappt. Ein starkes, kluges und wichtiges Sachbuch über Frauen, die geschrieben haben, obwohl ihre Zeit ihnen eigentlich das Schweigen zugedacht hatte.

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