Cover-Bild Laute Nächte
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24,00
inkl. MwSt
  • Verlag: Kampa Verlag
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: zeitgenössisch
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Seitenzahl: 320
  • Ersterscheinung: 22.04.2026
  • ISBN: 9783311101666
Anne Freytag

Laute Nächte

Eine Klingel mit vier Namen: Paul hat das Tennisspielen aufgegeben und nichts Neues angefangen. Elif redet dauernd, fragt, nervt, lacht, als würde sie einen schon ewig kennen. Julia ist so leise, dass man nicht weiß, ob sie zu Hause ist. Und Kenni? Er weiß selbst nicht, was er in Wien will. Er musste einfach weg. Von den Leuten, die in ihm den Typen sehen, der er war, bevor er der wurde, dessen Freundin bei einem Autounfall gestorben ist. Ihre letzte Reise, ohne ihn. Obwohl sie doch einen Sommer lang Frankreich entdecken wollten. Wider Erwarten wird die WG für Kenni zur neuen Heimat. Das Leben geht einfach weiter. Auch die geplante Reise findet statt – mit Elif auf dem Beifahrersitz, was keine gute Idee ist. Zehn Jahre später, Kenni steht am Anfang seiner Karriere als Maler, treffen die vier sich in Zürich wieder. Es wird eine lange, laute Nacht, die lauter Fragen aufwirft. Erst zurück in Wien, aus Kenni ist inzwischen ein renommierter Künstler in den Vierzigern geworden, beginnt mit einem kurzen Gespräch ein Nachmittag, ein Abend, ein Anfang …

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 03.06.2026

Trauer in all ihren Facetten

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Kenni hat Paul über eine Annonce gefunden und mit ihm das WG-Zimmer in Wien. Warum Wien weiß er eigentlich nicht, es hätte jede Stadt sein können außer München, wo ihn alles an sie erinnert. Denn sie ist ...

Kenni hat Paul über eine Annonce gefunden und mit ihm das WG-Zimmer in Wien. Warum Wien weiß er eigentlich nicht, es hätte jede Stadt sein können außer München, wo ihn alles an sie erinnert. Denn sie ist tot und er erträgt es nicht.

Pauls Wohnung ist über zweihundert Quadratmeter groß und abgefahren schön. Große helle Räume mit Stuck an den Decken, Fischgrätparkett. Im Gäste-WC blutrote Wände, Jugendstilkerzenhalter neben golden gerahmten Spiegel. Im Wohnzimmer ein riesiges Sofa in L-Form, das die Bezeichnung Landschaft verdient. Ein großer Kachelofen mit Löwenköpfen an den Seiten, Flachbildschirm auf Plexiglas. In der Küche trifft altes Holz auf Edelstahl. Neben seinem Zimmer wohnt Elif, sie ist auch gerade erst eingezogen. Am Ende des Flurs lebt Julia, sie hat das kleinste Zimmer wegen der Kosten und so. Paul hat zwei Zimmer, getrennt durch eine Flügeltür. Kenni dachte, die Wohnung gehört Pauls Eltern, aber er hat sie selbst gekauft. Hat Tennis gespielt und muss ne größere Nummer gewesen sein, jetzt hat er Depressionen. Elif bringt oft etwas zu Essen mit, die Reste aus dem Imbiss ihres Vaters, Köfte, Kebab und Eyran. Manchmal macht sie ihnen sonntags Frühstück, haut Paprika, Tomaten und Eier mit viel Zwiebeln und Knoblauch in die Pfanne. Und sie redet viel, was ihr so durch den Kopf geht oder an ihr drückt und manchmal läuft sie im Spitzen-BH und Tanga durch den Flur. Ohne Elif wären Paul und Kenni nichts als zwei depressive Männer.

Fazit: Die mehrfach ausgezeichnete Autorin hat wieder ihr psychologisches Kaleidoskop ausgepackt und mich an Stellen berührt, die ich in meinem Alltag so nicht spüre. Ihr Ich-erzählender Protagonist spricht im Präsens zu mir und ich erfahre, dass er seine Freundin durch einen Autounfall verloren hat. Er hält München, ihre gemeinsamen Freunde und Vater und Bruder nicht aus und zieht nach Wien. In Pauls WG passiert, was nicht sein darf. Er verliebt sich in die lebhafte Elif, die selbst mitten in einer toxischen Beziehung steckt und stürzt in einen Loyalitätskonflikt. Schon bei dem Gedanken an Elif glaubt er seine verstorbene Freundin zu betrügen. Die Autorin hat alle Facetten der Trauer/des Verlusts virtuos bespielt und real aufgearbeitet. Der eigentliche Konflikt, der Geschichten so interessant macht, steckt in Kenni selbst. Es gibt so wohltuende, heilsame Situationen, zum Beispiel zwischen Kenni und Paul, dass mir das Herz überfließt und so treffende Gedanken, dass ich genaustens nachvollziehen kann, wie Kenni fühlt. Auch Kennis Trauerambivalenz: Sie war das beste, was ihm je passiert ist, aber sie konnte auch richtig mies sein, ist so gut eingefangen. Diese Geschichte muss der Autorin einiges abverlangt haben und ich bin froh, dass sie sie durchgezogen hat. Wieder ist ein intensives Psychogramm entstanden, das ich wärmstens empfehle.

Ebenfalls richtig gut gefallen hat mir ihr Buch „Blaues Wunder“.

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Veröffentlicht am 21.05.2026

Toll

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Kenni hat der Tod seiner Freundin völlig aus der Bahn geworfen. Er versucht irgendwie mit dem Verlust umzugehen, verlässt sein altes Leben und zieht in eine WG nach Wien. In der WG trifft Kenni auf ganz ...

Kenni hat der Tod seiner Freundin völlig aus der Bahn geworfen. Er versucht irgendwie mit dem Verlust umzugehen, verlässt sein altes Leben und zieht in eine WG nach Wien. In der WG trifft Kenni auf ganz unterschiedliche Menschen. Sie werden fast eine kleine Familie für ihn und helfen ihm dabei, langsam wieder ins Leben zu finden. Trotzdem plagen ihn immer wieder Schuldgefühle und zu viele Erinnerungen. Wie soll er damit umgehen? Wir begleiten Kenni über viele Jahre hinweg. Dabei geht es nicht nur um Trauerbewältigung, sondern auch um Liebe und Freundschaft.

Ein Roman, der ganz still daherkommt und doch so eine unglaubliche Kraft hat. Der Schreibstil ist ganz ruhig und unaufgeregt, doch schafft er es, starke Gefühle hervorzurufen. Kenni und seine Mitbewohner wirken sehr authentisch und nahbar. Besonders die Dynamik zwischen den Mitbewohnern ist richtig stark geschrieben. Die zwischenmenschlichen Beziehungen helfen Kenni, und doch haben die Mitbewohner alle ihren eigenen Schmerz. Es ist so schön zu lesen wie sie sich gegenseitig gut tun. Kennis Heilung dauert und dafür gibt der Roman ihm viel Raum. Die widersprüchlichsten Gefühle muss er durchleben. Auch das wirkt sehr authentisch. Von den großen Zeitsprüngen war ich am Anfang überrascht aber sie sind so wichtig. Besonders um zu aufzuzeigen wie manche Erlebnisse Menschen prägen können. Und dann natürlich die große Frage: Darf man sich erlauben nach so einem schweren Verlust wieder glücklich zu sein?

Ein intensives, zutiefst berührendes Buch über Schuld, Verlust den eigenen Platz im Leben. Dieser Roman bleibt definitiv im Kopf. Empfehle ich euch sehr gerne weiter.

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Veröffentlicht am 19.05.2026

Laute Nächte

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"Laute Nächte" von Anne Freytag ist kein Buch, das mit großen Dramen oder spektakulären Wendungen arbeitet und genau darin liegt seine Stärke. Stattdessen erzählt die Geschichte von Menschen, die ihren ...

"Laute Nächte" von Anne Freytag ist kein Buch, das mit großen Dramen oder spektakulären Wendungen arbeitet und genau darin liegt seine Stärke. Stattdessen erzählt die Geschichte von Menschen, die ihren Platz im Leben suchen, von Verlust, Freundschaft, Neuanfängen und den Begegnungen, die manchmal alles verändern.

Besonders die Figuren machen dieses Buch aus. Jede Person bringt ihre eigene Geschichte, ihre Unsicherheiten und ihre Ecken und Kanten mit. Gerade Kenni trägt viel mit sich herum: Trauer, Schuldgefühle und die Schwierigkeit, nach einem schweren Verlust wieder nach vorn zu schauen. Seine Gedanken und Gefühle wirken dabei authentisch und greifbar. Gleichzeitig bringen Figuren wie Elif eine ganz andere Dynamik hinein – laut, lebendig und voller Energie.

Was mir besonders gefallen hat, ist die Atmosphäre. Anne Freytag schafft es, alltägliche Momente mit Emotionen aufzuladen, ohne dabei übertrieben oder kitschig zu wirken. Die WG in Wien fühlt sich schnell wie ein echter Ort an – ein Zuhause voller Gespräche, Begegnungen und kleiner Augenblicke, die oft mehr sagen als große Worte.

Auch die Zeitsprünge verleihen der Geschichte zusätzliche Tiefe. Zu sehen, wie sich Menschen verändern, wie sie sich verlieren oder wiederfinden, macht die Handlung besonders berührend. Dabei geht es weniger um ein schnelles Ziel, sondern vielmehr um den Weg dorthin.

An einigen Stellen nimmt sich die Geschichte bewusst viel Zeit für Gedanken, Stimmungen und zwischenmenschliche Momente. Wer eine Handlung mit dauerhaft hohem Tempo sucht, könnte das stellenweise etwas ruhiger empfinden.

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Veröffentlicht am 18.05.2026

Das perjekte Popcorn

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Das perfekte Popcorn kann nur Kenny machen. Mit genau der richtigen Zuckermenge. Popcorn als perfekter Begleiter für großes Kino. Und genau das ist auch das Buch – großes Kino! Anne Freytag hat mich auch ...

Das perfekte Popcorn kann nur Kenny machen. Mit genau der richtigen Zuckermenge. Popcorn als perfekter Begleiter für großes Kino. Und genau das ist auch das Buch – großes Kino! Anne Freytag hat mich auch mit dieser Geschichte restlos überzeugt, diese Frau kann einfach schreiben!
Kenni war gerade mit der Schule fertig und wollte gemeinsam mit seiner Freundin Jasmin auf große Abenteuertour gehen. Dafür haben sie in unzähligen Stunden Arbeit einen alten Camper ausgebaut. Der steht jetzt eingelagert in München denn Jasmin verunglückt tödlich. Kenni zerbricht an diesem Tod fast, er weiß überhaupt nicht mehr wohin mit sich selbst. Und wer Trauer schon einmal selbst erlebt hat, fühlt all das zwischen den Zeilen. Schließlich verlässt Kenni Vater und Bruder und zieht in eine WG in Wien. Diese WG fühlt sich nach einem Zuhause an, gesellig, lebendig aber auch tiefgründig. Ich habe die Mitbewohner geliebt, vor allem Paul! Ihre Gespräche, die Musik, den Kater. Der übrig geblieben ist, genau wie Kenni.
Ich habe den Jungen sofort ins Herz geschlossen, seine Trauer, seine Verzweiflung aber auch sein Zweifeln ging mir richtig tief unter die Haut. Der reduzierte Stil hat einen großen Teil dazu beigetragen, es gibt keine großen Gesten sondern wahrhafte und kluge Dialoge, die manchmal witzig sind, manchmal traurig. Die Figuren sind vielschichtig und trotz der Emotionalität wird es nie kitschig.
„Laute Nächte“ ist ein Buch über Freundschaft, Familie, Erwachsenwerden und … Trauer. Für mich war es ein großes Highlight.

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Veröffentlicht am 09.05.2026

Mitten ins Herz

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Keine großen Dramen, keine lauten Worte und gerade deshalb trifft die Geschichte mitten ins Herz.

„Laute Nächte“ von Anne Freytag gesprochen von Pascal Houdus / Verlag: Saga Egmont

In diesem Roman erleben ...

Keine großen Dramen, keine lauten Worte und gerade deshalb trifft die Geschichte mitten ins Herz.

„Laute Nächte“ von Anne Freytag gesprochen von Pascal Houdus / Verlag: Saga Egmont

In diesem Roman erleben wir fast zwanzig Jahre an Kennis Seite. Leise erzählt, warmherzig und voller Emotionen.
Kenni zieht nach dem Tod seiner Freundin in eine WG nach Wien. Er funktioniert irgendwie, mehr nicht. Und genau dort begegnet er Paul, Julia und Elif. Menschen mit eigenen Wunden, eigenen Geschichten und trotzdem mit dieser stillen Wärme füreinander.
Besonders die Gespräche zwischen Kenni und Paul mochte ich sehr. Beide tragen ihren eigenen Schmerz mit sich herum und trotzdem entsteht zwischen ihnen etwas Vertrautes, Ehrliches. Anne Freytag zeigt dabei sehr fein, dass Trauer bei jedem anders aussieht. Dass Aufarbeitung nicht laut sein muss und dass das Leben trotzdem jeden Tag stattfindet, ob man bereit dafür ist oder nicht.
Auch zwischen Kenni und Elif liegt so viel Ungesagtes. Gerade der Roadtrip nach Frankreich hat bei mir viele Emotionen ausgelöst. Dieses Festhalten an Erinnerungen und gleichzeitig die Angst, weiterzugehen, war unglaublich greifbar.
Und selbst zehn Jahre später hängt all das noch zwischen ihnen. Bei Kennis Vernissage begegnen sich die vier wieder. Kenni inzwischen Maler und immer wieder Elif auf seinen Bildern. Ihre Augen, ihr Blick. Sie mitten zwischen all den Gemälden und gleichzeitig zwischen Vergangenheit und Gegenwart.
Diese Szenen hatten etwas unglaublich Intensives und trotzdem bleibt das Buch dabei ruhig und unaufgeregt.
Jahre später dann dieses zufällige Wiedersehen in Wien. Dort, wo alles begann. Und plötzlich ist wieder alles da.
Anne Freytag schreibt klar und nahbar. Ihre Figuren haben Ecken und Kanten, sagen oft wenig und fühlen trotzdem so viel. Dieses Hörbuch lebt von leisen Momenten, Blicken und Gesprächen, die lange nachhallen.
Und Pascal Houdus liest genau passend dazu: ruhig, zurückhaltend und voller Gefühl.
Ein leises Buch über Trauer, Aufarbeitung, Liebe, verpasste Momente und das Zurückfinden ins Leben.
Herzlichen Dank an Saga Egmont und NetGalley für das Rezensionsexemplar. (Unbezahlte Werbung).

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