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Veröffentlicht am 24.06.2026

Unterhaltsam aber nicht überzeugend

Hofsommer
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Doreen klaubt Amelie vom Boden auf. Die will bei achtzehn Grad Außentemperatur ihre gefütterten Einhornstiefel anziehen. Doreen hat keine Zeit, das auszudiskutieren. Sie hat ihr die Turnschuhe übergestreift, ...

Doreen klaubt Amelie vom Boden auf. Die will bei achtzehn Grad Außentemperatur ihre gefütterten Einhornstiefel anziehen. Doreen hat keine Zeit, das auszudiskutieren. Sie hat ihr die Turnschuhe übergestreift, ihr brüllendes Kind auf die Arme gehoben und lässt sich jetzt treppabwärts von kleinen Fäusten auf die Brust hämmern. Ab in den Kindergarten mit dem Energiebündel. Die SMS ihrer Mutter hatte sie gerade überflogen. Es geht um Maria und Helmut und es scheint dringend.

Helmut liegt im Bett, hört das Scharren der Hufe, das Schnaufen der Nüstern, das Wiehern und Grasen. Warum sollte er aufstehen, in seinem Alter pfeift ihn niemand mehr aus dem Bett. Alles im Leben war ihm passiert. Das Schmieden genau wie die Fohlenzucht. Die große Verwirrung am Ende der DDR. Nur Maria war ihm nicht passiert, für sie hatte er sich entschieden. Das feine Mädchen mit den vielen braunen Haaren und den langen Beinen. 1956 bei der Kartoffelernte hatte er am Besteck neben ihr gestanden. Sie trug ein selbst genähtes Städterinnenkleid in Rosa mit blauen Blumen. Ihre Arme voller Staub, der sich mit ihrem Schweiß vermischt hatte. Nur ihre gewaschenen Hände mit den langen Fingern waren schneeweiß. Jetzt liegt sie neben ihm und atmet schwer. Lunge, Endstadium. Sie haben sich entschieden, zusammen zu gehen. Ihre Tochter Sandra wird einen Weg finden und sie wird es Doreen sagen müssen.

Fazit: Die Wirtschaftsjournalistin Hanna Heim hat nach dem Tod ihrer Großeltern ihre Familiengeschichte aufgearbeitet. Ihre Protagonistin Doreen wuchs auf dem Pferdehof ihrer Großeltern im Osten Deutschlands, in Fallera auf. Später hat sie in München eine Familie gegründet. Ihre Mutter ist Kommunalpolitikerin in Fallera und kämpft gerade mit einem Skandal. Als ihre Eltern sich für einen assistierten Doppelsuizid entscheiden, will ihre Enkelin ihnen mit allen Mitteln das Leben wieder schmackhaft machen. Ich bin hin und her gerissen. Wirklich gut gefallen haben mir Helmuts Rückblicke. Ich erfahre realistisch, wie es war, in der DDR zu leben, kein Individuum zu sein, sondern ein winziges Rädchen im Getriebe gegen den Imperialismus. Das Thema finde ich interessant, der Wunsch in Würde zu altern und wenn das nicht mehr möglich ist, früher zu gehen. Ich konnte mich mit dem Schreibstil nicht anfreunden. Da war mir zu viel Pathos, der an Hysterie grenzte und die Dialoge waren flach:

„Bereit Baby?“ „Was meinst du Liebste?“ „Wer von euch zwei Schnuckies will denn anfangen?“

Grundsätzlich fand ich das Buch unterhaltsam und die Idee gut, aber der Stil hat mich nicht überzeugt.

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Veröffentlicht am 16.06.2026

Ich bin begeistert.

Sommerrauschen
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Judith sitzt auf den Stufen der Veranda und trinkt Espresso. Sie blickt auf die verschlossenen Läden des Nachbarhauses. Natascha und sie trafen sich jeden Sommer in den Ferien und wurden beste Freundinnen. ...

Judith sitzt auf den Stufen der Veranda und trinkt Espresso. Sie blickt auf die verschlossenen Läden des Nachbarhauses. Natascha und sie trafen sich jeden Sommer in den Ferien und wurden beste Freundinnen. Wie viele Tage sie am Strand verbrachten, auf die Flut warteten und sich ihre Wünsche erzählten. Mit der freien Hand verscheucht sie ihre Gedanken und ist sich der Albernheit ihrer Geste bewusst.

Sie müsste arbeiten. Ihre Kuratorin ruft sie in immer kürzeren Abständen an, ob sie dem Direktor schon erste Zeilen für den Katalog vorlegen dürfe. Judith vertröstet. Am Nachmittag soll es regnen, das wäre die Gelegenheit, erste Entwürfe zu Papier zu bringen. Vielleicht.

Sie steht auf, geht ins Haus und stolpert über Zeitschriften und achtlos hingeworfene Sandalen. Hier Ordnung zu schaffen scheint niemand im Stande. Virginia Woolf liegt aufgeschlagen auf dem Tisch. Ihre beiden Mädchen, gerade sechzehn geworden, haben neue Interessen entwickelt. Abends liegen sie vor dem Kamin, dem Herzstück des Hauses und lesen sich gegenseitig vor. Sie reden und lachen so wie Natascha und sie damals. Alles wiederholt sich.

Auf der Ablage steht die kleine Dose aus Guatemala, sie erinnert sich nicht, wie die hierhergekommen ist. Sie öffnet sie und sieht die gewickelten Figuren aus Papier, denen Lola in den Sommern ihre Sorgen anvertraute und unter das Kopfkissen legte. Ihre Schwester ist zehn Jahre jünger als sie. Judith hatte sie ihre ersten Schritte machen sehen. Sie fühlte sich zuständig, wollte ihren Vater entlasten, der oben seine Bücher schrieb und die Mutter, die keine Mutter sein wollte. Sie wünschte, Lola würde herkommen, ihre trüben Gedanken vertreiben, sie kann das, aber sie wird nicht kommen.

Fazit: Die Autorin Christiane Adlung hat mich vollkommen eingenommen. Ihre Protagonistin fährt jeden Sommer mit ihrem Mann, ihren beiden Töchtern und ihrer Mutter in ihr Sommerquartier an die Atlantikküste. Das alte Ferienhaus trägt ihre Familiengeschichte, die sie erinnert. Mit enormem Feingefühl entwickelt die Autorin einen psychologischen Plot, der Judiths Befürchtungen, nicht die zu sein, für die sie sich ausgibt, erklärt. Allmählich entblättert sie die Gründe für die Sprengkraft in der Beziehung zwischen Mutter und Tochter. Als Natascha nach Jahrzehnten wieder Judiths Leben betritt, ist das Gefühlschaos in Judith riesig, denn Natascha kennt Judiths Geheimnis. Am Ende fast jeden Kapitels schlägt sie mich erneut in ihren Bann, indem sie meine Erwartungen mit einem „Cliffhanger“ weckt.

In diesem Sommer sollte das alles enden. S. 58

Die Sprache finde ich großartig:

Die Musik war zu laut, die Leute mit ihrem Lachen, ihrer Kleidung, ihrem elaborierten Code in jene herablassende Arroganz gehüllt, die Intellekt beanspruchen wollte. S. 56

Ich hätte einfach elitär geschrieben und damit die ganze Stimmung verschenkt.

Vergangenheit und Gegenwart wechseln sich kapitelweise ab. Der Schluss hat mich umgehauen. Mit ihrer französischen Stimmfarbe gießt sie Geschichte und Technik in eine Form, die mich absolut begeistert hat. Das ist perfekte Literatur, ohne den Anspruch zu erheben.

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Veröffentlicht am 15.06.2026

Großartiger Schreibstil

Wir Kinder der offenen See
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Nackt lief er über das Riff. Die berstenden Korallen schnitten ihm die Fußsohlen auf. Er steuerte das erstbeste Haus an. Der Bauer sah den Jungen schemenhaft. Als er näher kam, den schmächtigen Körper ...

Nackt lief er über das Riff. Die berstenden Korallen schnitten ihm die Fußsohlen auf. Er steuerte das erstbeste Haus an. Der Bauer sah den Jungen schemenhaft. Als er näher kam, den schmächtigen Körper übersät mit blutenden Wunden, setzte er ihn in den Schaukelstuhl auf der Veranda, deckte ihn zu und lief ins Haus, um einen Kaffee zu kochen. Er weckte seine Frau und als sie nach unten kam, saß der Junge da, schaukelte vor und zurück und blickte in die Ferne.

Der Junge hieß Thomas und war fünfzehn. Viel mehr bekamen sie im Krankenhaus nicht aus ihm heraus. Eine Schwester gab ihm Papier und Stifte, weil sie hoffte, dass ihm das Schreiben leichter fiel als das Sprechen. Thomas malte das gewaltige Meer, das Boot und den schwarzen Himmel und allmählich kamen die Worte zurück. Sein Vater fuhr mit Thomas kleiner Schwester auf der Artémis. Sie schleppten Thomas mit seinem Boot hinter sich her. Starker Wellengang ließ Thomas an Deck gehen. Er sah, wie sein Vater das Wasser rund um die Artémis mit einer Stablampe beleuchtete, bevor er wieder unter Deck verschwand. Thomas Worte wurden vom tobenden Wind verschluckt. Er sah die Artémis stur auf das Ufer zuhalten und verstand nicht. Er hörte das laute Krachen, als das Schiff auflief und genau in dem Augenblick sprang er mit seinem Surfbrett von Bord.

Virginias Mutter verließ Peter aus einem Impuls heraus, da war sie zweiundzwanzig. Ihre zweijährige Tochter nahm sie mit. Sie hatten in Puerto Rico angelegt und sie gab vor, dringende Einkäufe besorgen zu müssen. Stattdessen stiegen sie ins Flugzeug zu ihrer Mutter nach Toronto. Virginia wird zwanzig Jahre alt sein, wenn sie ihren Bruder Thomas wiedersieht, um mit ihm über ihren Vater und ihre Halbschwester zu sprechen.

Fazit: Virginia Tangvald hat in ihrem Debüt ihre außergewöhnliche Familiengeschichte rekonstruiert. Ihr freiheitsliebender Vater hat sich schon früh dem Meer verschrieben. Virginias Mutter war seine dritte Ehefrau. Ihre Halbgeschwister stammten aus erster und zweiter Ehe. Ihre Mutter floh frühzeitig mit ihr nach Kanada, wo sie aufwuchs. Bei der Havarie Jahre später starben ihr Vater und ihre Halbschwester. Man fand nie heraus, warum ein so erfahrener Seemann, der mehrfach die Welt umsegelt hatte, die Kontrolle über sein Boot verlor. Virginias Halbbruder Thomas tritt in die gleichen Fußstapfen. Virginia Tangvald entblättert ihre Familiengeschichte nach und nach. Sondiert Zeitungsartikel, alte Bordbücher und spricht mit den Menschen in der Karibik, die ihm begegnet sind. Sie beschreibt das Charisma ihres Vaters, das sich auch in ihrem stillen Bruder zeigte. Das entbehrungsreiche Leben auf See mit dem bestimmenden Vater und Ehemann war kein Spaziergang. Was mir an diesem Buch so gut gefällt ist die Stimmfarbe, die ich bei französischen Autor*innen schon oft gefunden habe. Sie flechtet ihre eigenen frühen Erfahrungen mit einem charismatischen, psychisch kranken Musiker ein, mit dem sie eine langjährige Beziehung führte. Diese Autobiografie wurde mehrfach ausgezeichnet und als Dokumentation verfilmt. Ich fand es so fesselnd, dass ich in einem Rutsch hindurchgeflogen bin.

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Veröffentlicht am 12.06.2026

Aus männlicher Sicht

Arendal
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Kurz vor Arendal zickte Syverts Wagen. Er war geschäftlich in Kongsberg und auf dem Weg zu seiner Familie. Obwohl er das Gaspedal durchtrat, sank die Tachonadel weiter und pendelte sich auf dreißig Stundenkilometer ...

Kurz vor Arendal zickte Syverts Wagen. Er war geschäftlich in Kongsberg und auf dem Weg zu seiner Familie. Obwohl er das Gaspedal durchtrat, sank die Tachonadel weiter und pendelte sich auf dreißig Stundenkilometer ein. Hinter ihm fuhren drei Autos, die nicht überholen konnten, weil die Strecke unübersichtlich war. Die Nervosität der anderen Fahrer ließ ihn an einer Bushaltestelle rechts ranfahren. Als er ausstieg, um die Motorhaube zu öffnen, spürte er die -20 °C kaum. Ein alter Cortina hielt und der Fahrer kurbelte das Fenster herunter, fragte, ob er helfen könne. „Nein, aber vielen Dank.“

Nachdem er die Motorhaube wieder verschlossen hatte, lief er die Straße zurück, weil er sich an einzelne Häuser erinnerte. Im ersten Haus reagierte niemand auf sein Klopfen. Im zweiten wurde die Tür geöffnet, noch bevor er die Hand heben konnte. Er durfte das Telefon benutzen und rief den Abschleppdienst an, danach erreichte er Evelyn und teilte ihr mit, dass er es heute nicht mehr nach Hause schaffen werde.

In der Werkstatt lieh man ihm einen VW-Käfer, damit fuhr er nach Arendal. Einem Impuls folgend hielt er an der Kirche, in die seine Großmutter immer gegangen war, stieg die Stufen zum Portal hoch, doch die schwere Holztür ließ sich nicht öffnen. Hier hatten sie gestanden, die, die nicht mehr ist und seine Mutter, die alt ist. Er erinnert den Garten, der für ihn der Sonntags- oder Feriengarten war, mit den Obstbäumen, auf die er nicht klettern durfte.

Fazit: Karl Ove Knausgård, einer der wichtigsten norwegischen Autoren der Gegenwart, ist seiner Linie treu geblieben. Er hat in seinem fünften Buch der Morgenstern-Reihe das Thema Einsamkeit zum Thema gemacht, um die Abgründe des menschlichen Daseins zu verdeutlichen. Sein Protagonist ist Mitte dreißig, verheiratet und Vater zweier Söhne. Er findet sein Glück nicht in der Beziehung zu seiner unterkühlten Frau, zu der er als Berufspendler immer wieder zurückkehrt. Aufgerieben zwischen seiner Loyalität, seinem Verantwortungsbewusstsein und der Sinnlosigkeit seines Daseins, versucht er seinen Kummer im Alkohol zu ertränken, bis es aus dem Ruder läuft. Die Autopanne zwingt ihn zu einer Nacht in dem Ort, in dem er aufgewachsen ist. Schlaflos irrt er durch die Straßen und hängt seinen Gedanken nach. Der Autor lotet sehr fein die Sehnsüchte und Beweggründe eines Mannes aus. Die Scham, sich seinen Gefühlen zu stellen, wird so groß, dass er immer exzessiver trinken muss. Am Ende trifft er eine schwerwiegende Entscheidung, vor der er sich lange gedrückt hat. Es geht um Einsamkeit und innere Zerrissenheit. Sehr erhellend nach all den Frauenstimmen der letzten Jahre, auch einmal einem Mann zuzuhören.

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Veröffentlicht am 10.06.2026

Vergnügliche Unterhaltung

Supertoskana
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Jean und Jaqueline sitzen in der Kirche und betrauern die Eltern von Salome und Filipp, die in einem Bus in Tunis ertrunken sind. Jean sieht sich verstohlen um, ob Bernhard und Veronika anwesend sind. ...

Jean und Jaqueline sitzen in der Kirche und betrauern die Eltern von Salome und Filipp, die in einem Bus in Tunis ertrunken sind. Jean sieht sich verstohlen um, ob Bernhard und Veronika anwesend sind. Er hatte Veronika seit ihrem letzten Frankreichurlaub mehrmals gegoogelt und die Firmenfotos von ihr angesehen und fand, dass sie mit dem blonden Bob und der Brille regelrecht verwegen aussah. Das hatte ihm einige süße Träume beschert. In der Realität natürlich undenkbar, sicher wäre sie sich zu fein für einen wie ihn und dann die Sprengkraft einer Affäre, die seine Familie auseinanderschlagen könnte. Das wäre es ihm nicht wert, aber träumen durfte man doch.

Filipp hatte eine wunderbare Rede gehalten, das sagten Jaqueline und Jean ihm auch, als sie den beiden kondolierten. Sie hatten sich ergriffen in die Arme genommen, so als seien sie beste Freunde und das hat Jean gefreut. Filipp war von seinen Worten selbst ganz angetan und bereute, den fetten, feisten Pfarrer mit ins Boot geholt zu haben, der gelangweilt alle möglichen Metaphern von Häusern herausschwafelte, nur weil Salomes Vater Immobilienhändler gewesen ist. Filipp hatte den Alten nicht ausstehen können und nun lag er in der Holzkiste neben seiner Frau, die Filipp bei jeder sich bietenden Gelegenheit spüren ließ, dass er ihr nicht genügte.

Als wenige Wochen später Jaquelines Handy klingelte und Salome ihr vorschlug, gemeinsam in die Toskana in ihre Ferienvilla zu fahren, staunte sie nicht schlecht. Sofort sah sie die Gelegenheit, über ein Promoting für die beiden Künstler, die Insolvenz ihrer Firma abzuwenden und noch mal günstig wegzukommen.

Fazit: Max Küng, Reporter, Kolumnist und Autor aus der Schweiz, hat mit diesem Buch einen Gesellschaftsroman geschaffen, der sich sehen lassen kann. Ich lerne sechs Menschen beziehungsweise drei Paare kennen, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Da sind Jean und Jaqueline, die sich von ihrer Werbefirma trennen mussten. Er, der Genießer kulinarischer Höhepunkte, die er selbst zaubert, hat ein ordentliches Alkoholproblem. Sie sensationslüstern, horcht gerne ihre Mitmenschen aus. Salome und Filipp, die Sängerin und der Schauspieler, genießen den Millionenzuwachs, der ihnen durch den Tod ihrer Eltern in den Schoß gefallen ist. Filipp sprüht vor Ideen, den unverhofften Zugewinn schnellstmöglich zu dezimieren und seine zarte Frau sucht und findet ihre sexuelle Neuorientierung. Bernhard und (Veronika ist Geschichte) Crissy, die fünfzehn Jahre jüngere, erleben gerade die Freuden der Elternschaft. Max Küng erzählt mit bissiger Ironie, wie unterschiedliche Interessen und Befindlichkeiten aufeinanderprallen. Die Charaktere sind fein ausgearbeitet und so überzeugend, dass ich keinen davon kennenlernen möchte. Die ungeahnte Anwesenheit eines Stalkers bringt noch ein wenig Spannung in die Story, und das Ganze wird zur vergnüglichen Unterhaltung und eines Urlaubsromans würdig. Einzig das abrupte Ende hat mich leicht ratlos zurückgelassen.

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