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23,00
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  • Verlag: Kiepenheuer & Witsch
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: Heranwachsen
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Seitenzahl: 224
  • Ersterscheinung: 12.02.2026
  • ISBN: 9783462008739
Marie Menke

Spielverderberin

Roman

Über Landmenschen und Stadtkinder und das, was zwischen ihnen liegt

Marie Menke schreibt über eine obsessive Freundschaft zwischen Dorfjugend und Großstadtanonymität und über die Kraft, die drei junge Frauen zusammenhält und gleichzeitig zu zerstören droht. Stimmungsvoll und bildreich entwirft die Autorin ein perfektes Zusammenspiel zwischen Zartem und Abgründigem.

Sophie und Lotte kennen sich seit Kindertagen, sie stammen aus derselben Bauerschaft im Süthland. Erst in der Oberstufe stößt Romy dazu: Sie kommt aus der Stadt und ist freier und mutiger – aber auch unzuverlässiger. Die neue Dreierkonstellation ist getragen von gegenseitiger Faszination, die bald Gefahr läuft zu kippen.

Beim Versuch, in ihren frühen Zwanzigern ihre Freundschaft nach Köln zu transportieren, hadern die jungen Frauen. Als Romy plötzlich verschwindet, reißen alte Wunden auf: Zwischen all den intensiven Momenten der Vergangenheit liegt auch eine harte Nacht vergraben, an die eine der drei niemals erinnert werden darf. 

»Was für eine kluge und schöne Sprache, die uns an ihre schwitzige Hand nimmt und mit den Füßen im Baggersee in die Tiefen einer Dreiecksfreundschaft bringt.« Sara Gmuer

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 06.04.2026

eine kluge Geschichte - Drei sind Eine zu viel

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Spielverderberin / Marie Menke

„Eigentlich ganz schön hier“, sagte ich.
„Bauerndorf“, sagte Romy.
„Aber von der Landschaft her ganz schön.“
„Ich kann die Landschaft nicht mehr sehen, ich sehe sie ja ...

Spielverderberin / Marie Menke

„Eigentlich ganz schön hier“, sagte ich.
„Bauerndorf“, sagte Romy.
„Aber von der Landschaft her ganz schön.“
„Ich kann die Landschaft nicht mehr sehen, ich sehe sie ja schon seit Jahren.“
„Ich mein ganzes Leben“, dachte ich im Stillen. (S.113)

Bei dem Bauerndorf handelt es sich um Aulbach, einer maximal ländlichen Gegend mit 17000 Einwohnenden. Sofie und Lotte sind dort geboren und aufgewachsen und von jeher besten Freundinnen. Im Sommer vor der 10. Klasse zieht Romy aus München mit ihren Eltern nach Aulbach. Selbstbewusst und mit einem Hauch Großstadtflair bringt sie die überschaubare Welt von Sophie und Lotte durcheinander.

„Stattdessen saßen Romy und Lotte in allen Kursen, die wir gemeinsam hatten, in der ersten Reihe. Ich weiter hinten.“ (S .33)

Sophies und Lottes Freundschaft gerät massiv in Schieflage, denn beide sind gleichermaßen um Romys Anerkennung und Zuneigung bemüht. Der Druck in der Schule, herausfordernde Abi-Klausuren und die Erwartungshaltung der Familien, einen guten Beruf zu ergreifen oder einen renommierten Studiengang zu belegen nehmen ebenso Einfluss auf die jungen Frauen wie Lügen, Eifersucht und der Wunsch, eine besondere Rolle in Romys Leben zu spielen.

Selten funktioniert eine derartige Konstellation wirklich gut – drei sind eine zu viel – und
so bahnt sich langsam und unweigerlich eine Katastrophe an.

„Es fühlte sich mit einem Mal an, als wohnten wir jetzt zu dritt in der WG, Lotte, ich und meine Lüge. (S.61)

Wie viele Geheimnisse, wie viele Lügen kann eine Freundschaft aushalten?

Tja, es ist wohl nie einfach, zu dritt befreundet zu sein, irgendjemand zieht dabei oftmals den Kürzeren und Marie Menke greift mit ihrer Geschichte ein altes Thema auf und erzählt es modern, in einer gut lesbaren Sprache und absolut mitreißend.
Die Geschichte von Sophie, Lotte und Marie findet auf zwei Zeitebenen statt, zum einen rund um das Abitur sowie ein paar Jahre später zu Studienzeiten.

Das Buch ist ein Pageturner, den ich regelrecht verschlungen habe. Ich musste wissen, wie es weitergeht, wollte erfahren, welches Geheimnis verborgen ist und ob die drei Frauen ihren Weg finden und gehen – gemeinsam oder jede für sich – und war bei der „Auflösung“ des Geheimnisses sehr überrascht, denn es war völlig anders als erwartet.

Was mir an dem Buch besonders gut gefällt ist, dass die Figuren nachvollziehbar beschrieben werden, ohne dabei jedoch ausdrücklich besondere Sympathien oder auch Antipathien für die Protagonistinnen zu vermitteln und ich finde, das ist ein besonderer Punkt dieser Geschichte.
Die Gedanken der jungen Frauen hinsichtlich ihrer Herkunft, die Gefühlsschwankungen zwischen „schön hier“ und „Bauernkaff“, der Wunsch uralte Begriffe wie Bömmsken, Schnuck und Klümpkes gegen modernes Wording wie Drops und Sweeties einzutauschen, der Wille auszubrechen und einen eigenen Weg zu gehen, werden überzeugend und auf besondere Weise beschrieben.

Ein kluges und wunderbares Buch, ein besonderer Roman, der mir gut gefallen hat.

Große Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 12.02.2026

Ein Freundschaftsroman mit einem Davor und Danach

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Sophie stammt aus einer Bauernschaft im Süthland bei Bocholt und ist zum Studieren nach Köln gezogen. Eines Tages wird sie gemeinsam mit Romy von Lotte angechattet. Diese fragt, ob sie sich nicht zu dritt ...

Sophie stammt aus einer Bauernschaft im Süthland bei Bocholt und ist zum Studieren nach Köln gezogen. Eines Tages wird sie gemeinsam mit Romy von Lotte angechattet. Diese fragt, ob sie sich nicht zu dritt in der Heimat sehen wollen. Das Treffen ist kurz und merkwürdig, die drei haben sich seit vier Jahren nicht gesehen. Während Lotte in der Folge Sophies neue Mitbewohnerin in Köln wird, verschwindet Romy aus der Stadt und löscht ihre Onlineprofile. Immer wieder kehren Sophies Gedanken zu den vier Jahre zurückliegenden Ereignissen zurück, die alles verändert haben.

Der Roman beginnt mit dem ersten Treffen von Sophie, Romy und Lotte nach langer Funkstille. Die Gespräche der drei über ihr aktuelles Leben sind hölzern und ich merkte als Leserin schnell, dass sie nur wenige Gemeinsamkeiten teilen. Etwas Unausgesprochenes steht zwischen ihnen. Romy macht dazu nur Andeutungen, die Sophie in Unruhe versetzen.

In den Wochen nach dem Treffen hadert Sophie mit der Frage, wie sie ihre Zukunft gestalten will. Gehört sie wirklich in die Stadt und kann das Landleben hinter sich lassen? Auch Romys Wegzug aus Köln lässt sie nicht los. Geradezug obsessiv wartet sie auf irgendeine Nachricht, wohin es sie verschlagen hat. Auf einer zweiten Zeitebene erfuhr ich nach und nach mehr über die Ereignisse vier Jahre zuvor, welche die Beziehungen der drei jungen Frauen zueinander für immer geprägt haben. Eine gemeinsame Freundschaft gab es nie, sondern die Bande zwischen den Dreien haben sich durch das Erlebte mehrfach verschoben.

Immer wieder stellt sich Sophie die Frage, was wohl in ihrem Leben und mit ihrer Freundschaft zu Romy und Lotte geschehen wäre, wenn sie in entscheidenden Momenten andere Entscheidungen getroffen hätte. Gleichzeitig werden das Stadt- und das Landleben nebeneinander gestellt. Wer bleibt auf dem Land, wer geht und wer kommt zurück – und aus welchen Gründen? Gibt es hier ein richtig oder falsch, ein gut oder schlecht? Mich hat dieser Freundschaftsroman, in dem es ein Davor und Danach gibt, fesseln können, weshalb ich ihn gerne weiterempfehle.

Veröffentlicht am 12.02.2026

Sozialstudie einer Dreierbeziehung

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ZUM BUCH

„Spielverderberin“ ist der Debütroman von Marie Menke.

In 12 Kapiteln werden auf 213 Seiten zwei Stränge mit zeitlichem Abstand von 4 Jahren abwechselnd aus der Perspektive einer Protagonistin ...

ZUM BUCH

„Spielverderberin“ ist der Debütroman von Marie Menke.

In 12 Kapiteln werden auf 213 Seiten zwei Stränge mit zeitlichem Abstand von 4 Jahren abwechselnd aus der Perspektive einer Protagonistin erzählt.

Es geht um drei Schulfreundinnen und ihre Dreierbeziehung, die ihre ganz eigene Dynamik entwickelt.
Sophie und Lotte kommen aus Aulbach im Süthland, einem fiktiven Bauerndorf. Sie kennen sich schon seit Kindertagen und ihre Mütter sind befreundet.
Romy zieht aus München nach Aulbach und stößt in der Oberstufe auf die beiden. Fortan sind sie zu dritt, aber nicht wirklich. Lotte und Romy sind enger miteinander, als Lotte und Sophie es jeh waren und Sophie und Lotte sind auch nicht mehr das, was sie mal waren und Sophie und Romy sind … im Grunde mehr Zweckgemeinschaft als echte Freundschaft. Als Lotte krank wird, sind nur noch Romy und Sophie da und kommen sich näher, aber eine Party nach dem Abi endet fatal und verfolgt Sophie bis in die Gegenwart.


MEINE MEINUNG

Ich habe das Buch in kürzester Zeit verschlungen und konnte es nicht weglegen. Sowas passiert mir sehr selten. Die Sprache ist einfach toll: Einfach, nicht zu lange Sätze, dafür sehr bildlich und tiefgründig. Man kann sich auf den Inhalt zwischen den Zeilen konzentrieren und sich sein eigenes Bild machen.

Das Buch ist aus Sophies Sicht geschrieben und ich konnte ihre Perspektive sehr gut nachvollziehen. Auch ihre Schuldgefühle waren mir nicht fremd. Sie war zeitweise wie das fünfte Rad am Wagen, aber auch wichtig für die Balance der Dreierfreundschaft. Sie kam mit der Lüge, die sie bewahren sollte, auf Dauer einfach nicht klar.

Gerade der zweite Strang in der Gegenwart - vier Jahre nach dem Abi - zeigt sehr gut, wie fragil Freundschaften sein können, dass man sich auseinanderlebt und Lücken schafft, die nicht mehr überbrückt werden können, vor allem wenn eine Lüge im Spiel ist und nicht mit offenen Karten gespielt wird. Und dass Eltern sich zurückhalten sollten mit ihren Aktivitäten, auf Freundschaften Einfluss nehmen zu wollen.

Es ist keine sonderlich aufregende Story, eher eine Sozialstudie. Und ein Denkanstoß. Aber als solche durchaus gelungen.


FAZIT

Mir hat das Buch ausgesprochen gut gefallen und ich empfehle es uneingeschränkt.

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Veröffentlicht am 01.02.2026

Wow!

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Was für ein Buch! Ich habe angefangen zu lesen und konnte das Buch wirklich nicht mehr aus der Hand legen! Die Geschichte der drei Frauen hat mich gefesselt & ich wäre sofort bereit für ein weiteres Buch ...

Was für ein Buch! Ich habe angefangen zu lesen und konnte das Buch wirklich nicht mehr aus der Hand legen! Die Geschichte der drei Frauen hat mich gefesselt & ich wäre sofort bereit für ein weiteres Buch der Autorin.
Im Buch lernen wir Sophie, Romy und Lotte kennen. Das Buch spielt auf zwei Zeitebenen, wobei diese nur vier Jahre auseinanderliegen. Das fand ich sehr spannend, weil trotzdem sehr viel in der Zeit passiert ist.
Das Buch berichtet von Bindung, Abhängigkeit, Freundschaft, dem Erwachsenwerden, Intrigen und welche macht diese zwischenmenschlichen Beziehungen haben.
Besonders toll fand ich, wie die einzelnen Charaktere dargestellt waren und wie man einen Einblick in deren Innenwelt bekommen hat. Hier ist die Autorin auch psychologisch sehr geschickt.
Ich hoffe sehr, dass es nicht das letzte Buch der Autorin war.
Für mich ein neues Lieblingsbuch!

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Veröffentlicht am 24.01.2026

Ernsthaft, verletzlich und stark

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Dieses Buch hat mich auf eine stille und gleichzeitig sehr laute Weise berührt. Spielverderberin erzählt von weiblichem Aufwachsen, von inneren Kämpfen, von Erwartungen und von dem Wunsch, sich selbst ...

Dieses Buch hat mich auf eine stille und gleichzeitig sehr laute Weise berührt. Spielverderberin erzählt von weiblichem Aufwachsen, von inneren Kämpfen, von Erwartungen und von dem Wunsch, sich selbst treu zu bleiben. Die Geschichte ist feinfühlig und roh zugleich und genau diese Spannung hat mich tief in ihren Bann gezogen.

Das Lesen war nicht immer leicht, weil die Konflikte andere sind als die, die man aus klassischen Erwachsenengeschichten kennt. Es sind die kleinen, aber existenziellen Dramen junger Frauen. Gefühle, die übersehen werden. Grenzen, die immer wieder überschritten werden. Gerade das hat mich so gefesselt, weil es mich stark an meine eigene Jugend erinnert hat, obwohl dieses Buch kein Jugendbuch ist.

Als Frau, die selbst auf dem Dorf groß geworden ist, habe ich mich in vielen Bildern und Stimmungen wiedergefunden. Dieses Gefühl von Enge und Freiheit zugleich, von Beobachtetwerden und Unsichtbarkeit. Die Autorin beschreibt diese Welt mit großer Sensibilität und einer Sprache, die mutig ist, eigenständig und im besten Sinne außergewöhnlich. Ich habe es an einem Samstag komplett gelesen und hatte große Freude dabei.

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