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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 12.01.2026

Etwas zu viel gewollt, aber dennoch spannend

Belladonnas
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Belladonnas hat mir insgesamt gut gefallen und mich lange beim Lesen gehalten, gerade weil es viele feministische Themen aufgreift, die nah an unserer Gegenwart sind. Die Auseinandersetzung mit Selbstbild, ...

Belladonnas hat mir insgesamt gut gefallen und mich lange beim Lesen gehalten, gerade weil es viele feministische Themen aufgreift, die nah an unserer Gegenwart sind. Die Auseinandersetzung mit Selbstbild, Konkurrenz unter Frauen, Schönheitsidealen und dem Druck, eine bestimmte Rolle erfüllen zu müssen, fand ich stark und relevant. Besonders mochte ich, dass die Protagonistin nicht glatt oder perfekt ist, sondern suchend, widersprüchlich und verletzlich. Das fühlt sich ehrlich an und macht ihre Geschichte greifbar.

Gleichzeitig war es mir an manchen Stellen einfach zu viel. Zu viele Ideen, zu viele Themen, zu viele Wendungen auf einmal. Es wirkte auf mich, als hätte das Buch alles erzählen wollen und genau das hat es stellenweise schwer gemacht, wirklich tief zu gehen. Manche Aspekte hätten mehr Raum verdient, andere hätten ruhiger oder klarer erzählt werden können. Dadurch ging für mich zwischendurch emotionale Tiefe verloren, obwohl das Potenzial eindeutig da ist.

Trotzdem bleibt Belladonnas ein lesenswertes Buch, das wichtige Fragen stellt und Frauen nicht gegeneinander ausspielt, sondern strukturelle Erwartungen sichtbar macht. Für mich sind es vier Sterne, weil ich viel daraus mitgenommen habe, aber mir etwas mehr Fokus und weniger Überladung gewünscht hätte.

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Veröffentlicht am 09.01.2026

Mochte ich sehr

Die Ausweichschule
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Ich habe Die Ausweichschule an einem einzigen Tag gelesen, weil ich so völlig in der Geschichte versunken war. Kaum hatte ich angefangen, wollte ich nicht mehr aufhören. Schon die Idee, die Erzählung aus ...

Ich habe Die Ausweichschule an einem einzigen Tag gelesen, weil ich so völlig in der Geschichte versunken war. Kaum hatte ich angefangen, wollte ich nicht mehr aufhören. Schon die Idee, die Erzählung aus der Perspektive eines Autos zu erleben, hat mich sofort fasziniert. Es ist ungewöhnlich, spannend und gleichzeitig so nahbar, dass man sich sofort mitten im Geschehen fühlt.

Der Erzählstil ist einzigartig: lebendig, nachdenklich und poetisch, ohne überladen zu wirken. Ich habe beim Lesen oft innegehalten, um die Worte wirken zu lassen, weil sie so viel mehr transportieren als nur die Handlung. Es geht um Erinnerungen, Entscheidungen, kleine und große Momente des Lebens – und das alles aus einer Perspektive, die man so noch nie erlebt hat.

Dieses Buch hat mich berührt, zum Lächeln gebracht, aber auch nachdenklich zurückgelassen. Es zeigt, wie stark Sprache sein kann, wenn sie das Ungewöhnliche, das Unausgesprochene und manchmal sogar das Unsagbare beschreibt. Für mich war es ein intensives Leseerlebnis, das noch lange nachklingt und mich nicht loslässt. Ich habe selten ein Buch so schnell gelesen und gleichzeitig so tief gespürt.

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Veröffentlicht am 09.01.2026

Herzerwärmend

Ich hab dich ganz genauso lieb
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Dieses Buch hat mich sofort im Herzen berührt. "Ich hab dich ganz genauso lieb" erzählt auf eine so sanfte und liebevolle Weise davon, wie sich Gefühle verändern dürfen, wenn sich das Familienleben wandelt. ...

Dieses Buch hat mich sofort im Herzen berührt. "Ich hab dich ganz genauso lieb" erzählt auf eine so sanfte und liebevolle Weise davon, wie sich Gefühle verändern dürfen, wenn sich das Familienleben wandelt. Die Geschichte nimmt die großen und kleinen Emotionen ernst und gibt ihnen Raum, ohne sie zu bewerten.

Beim Vorlesen hatte ich das Gefühl, gemeinsam mit dem Kind durch diese Fantasiewelt zu reisen und dabei etwas ganz Wichtiges mitzunehmen. Die Gewissheit, dass Liebe nicht weniger wird, sondern größer. Die Worte sind warm, tröstlich und voller Nähe und die Illustrationen unterstreichen diese Geborgenheit auf wunderschöne Weise.

Ein Buch, das nicht nur Kinder erreicht, sondern auch Erwachsene. Es lädt dazu ein, innezuhalten, zuzuhören und einfach zu sagen: Du bist genau richtig. Und ich hab dich ganz genauso lieb.

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Veröffentlicht am 02.01.2026

So berührend und kurzweilig

Jetzt gerade ist alles gut
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Dieses Buch hat mich tief berührt. Schon beim Lesen spürt man, wie jede Seite ein kleines Innehalten schenkt und dazu einlädt, die eigenen Momente bewusster wahrzunehmen. Stephan Schäfer schreibt mit einer ...

Dieses Buch hat mich tief berührt. Schon beim Lesen spürt man, wie jede Seite ein kleines Innehalten schenkt und dazu einlädt, die eigenen Momente bewusster wahrzunehmen. Stephan Schäfer schreibt mit einer Leichtigkeit, die zugleich von großer Tiefe getragen wird. Es geht nicht um dramatische Wendungen oder große Abenteuer, sondern um das Leben selbst, um die kleinen Augenblicke, die wir oft übersehen.

Die Geschichte hat für mich gerade zum Jahreswechsel eine ganz besondere Bedeutung bekommen. Sie erinnert daran, wie wertvoll das Hier und Jetzt ist und wie viele kleine Schätze uns täglich umgeben, wenn wir nur hinsehen. Die Begegnungen, Gedanken und Reflexionen im Buch haben mich oft lächeln lassen, manchmal still nachdenklich gestimmt, und immer mit einem Gefühl von Wärme zurückgelassen.

Es ist ein Buch, das man nicht nur liest, sondern fühlt. Es zeigt, dass Glück nicht in der Zukunft liegt, sondern jetzt gerade, in den kleinen Dingen, die wir sammeln und im Herzen tragen können. Ich habe es nicht nur verschlungen, sondern immer wieder innegehalten, um selbst die Momente um mich herum bewusster wahrzunehmen. Nach dem Lesen bleibt ein wunderbares, leichtes Gefühl von Dankbarkeit und Ruhe, als hätte man für eine Weile die Welt durch andere Augen gesehen.

Für mich ist „Jetzt gerade ist alles gut“ ein Herzbuch, das man immer wieder in die Hand nehmen kann, um sich selbst daran zu erinnern, wie kostbar das Leben ist. Es hinterlässt ein Gefühl, das lange nachklingt, und genau das macht es so besonders.

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Veröffentlicht am 18.12.2025

Aktuell und unterhaltsam

Noch wach?
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Ich habe Noch wach? mit großer Freude gelesen. Das Buch ist rasant, scharf beobachtet und oft wirklich sehr lustig. Benjamin von Stuckrad-Barre hat ein enormes Gespür für Tempo, Pointen und die Absurditäten ...

Ich habe Noch wach? mit großer Freude gelesen. Das Buch ist rasant, scharf beobachtet und oft wirklich sehr lustig. Benjamin von Stuckrad-Barre hat ein enormes Gespür für Tempo, Pointen und die Absurditäten eines Medienbetriebs, der sich selbst viel zu ernst nimmt. Viele Szenen sind bitterböse, überzeichnet und gleichzeitig erschreckend nah an der Realität. Ich habe oft gelacht und das Buch kaum aus der Hand legen wollen.

Gleichzeitig kommt man an der feministischen Kritik an diesem Buch nicht vorbei, und das ist wichtig. Die Perspektive bleibt überwiegend männlich, Machtverhältnisse werden häufig aus der Sicht dessen erzählt, der sie lange als normal erlebt hat. Manche Leerstellen sind spürbar, manche weiblichen Figuren bleiben Projektionen oder Randfiguren. Diese Kritik ist berechtigt und sollte Teil jeder ernsthaften Auseinandersetzung mit dem Buch sein.

Trotzdem – oder vielleicht gerade deshalb – halte ich Noch wach? für einen wichtigen Beitrag im Diskurs über Machtmissbrauch. Das Buch macht sichtbar, wie Strukturen funktionieren, wie Loyalitäten, Schweigen und Wegsehen entstehen und warum Systeme Täter schützen. Es zeigt, wie schwer es ist, sich zu entziehen, wenn Macht, Karriere und Anerkennung miteinander verwoben sind. Auch wenn nicht jede Perspektive eingenommen wird, wird doch etwas Entscheidendes offengelegt.

Für mich liegt die Stärke des Buches darin, dass es Leserinnen und Leser erreicht, die sich sonst vielleicht nicht mit feministischer Kritik oder Machtmissbrauch auseinandersetzen würden. Es holt Menschen dort ab, wo sie stehen, mit Humor, Tempo und einer vertrauten Stimme, und konfrontiert sie dann mit unbequemen Wahrheiten. Das ist keine perfekte, aber eine wirksame Form von Intervention.

Noch wach? ist für mich deshalb ein gelungenes, unterhaltsames und zugleich relevantes Buch. Eines, das nicht alle Fragen richtig beantwortet, aber wichtige stellt. Und eines, das zeigt, wie notwendig es ist, weiter über Macht, Verantwortung und strukturellen Missbrauch zu sprechen. Gerade jetzt.

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