Cover-Bild Melken
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23,00
inkl. MwSt
  • Verlag: Hanser, Carl
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: Seelenleben
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Seitenzahl: 160
  • Ersterscheinung: 17.03.2026
  • ISBN: 9783446284845
Sanna Samuelsson

Melken

Roman
Stefan Pluschkat (Übersetzer)

Eine der aufregendsten neuen Stimmen aus Schweden: »Sanna Samuelssons zärtliche Geschichte über Zugehörigkeit – was für ein Debüt.« Svenska Dagbladet

Als ihre Freundin Diana sich von ihr trennt, setzt Ellen sich kurzerhand ins Auto und fährt raus aus der Stadt, auf den Hof, auf dem sie aufgewachsen ist. Es ist Sommer, die neuen Besitzer scheinen verreist, doch der Schlüssel ist im selben Versteck wie früher. Ellen verschafft sich Zutritt zum Haus, streift umher, legt sich in ihr altes Zimmer – und bleibt. Wer sagt eigentlich, dass dieser Ort nicht mehr ihr gehört? Die Kühe sind verkauft, aber sie schmeckt die Milch wie damals, der Mistgeruch hängt ihr in der Nase, sie spürt die Wärme der Tierkörper. Dann taucht Max auf, der Freund aus Kindertagen, der nie weggezogen ist. Das Debüt einer der aufregendsten neuen Stimmen aus Schweden: Wer ist man, wenn es die Welt, aus der man kommt, nicht mehr gibt?

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 22.04.2026

"Wem gehört ein Ort?"

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Ellen wuchs auf einem Bauernhof auf. Doch ihre Familie ist schon lange weggezogen und hat den Hof verkauft. Nach der Trennung von ihrer Freundin empfindet Ellen jedoch so große Sehnsucht nach ihrem alten ...

Ellen wuchs auf einem Bauernhof auf. Doch ihre Familie ist schon lange weggezogen und hat den Hof verkauft. Nach der Trennung von ihrer Freundin empfindet Ellen jedoch so große Sehnsucht nach ihrem alten Leben, dass sie kurzerhand auf den Hof fährt. Die neuen Besitzer sind verreist, doch der Schlüssel liegt in seinem angestammten Versteck.

Und so verschafft sich Ellen Zutritt zu ihrem alten Zuhause. Alles sieht ganz anders aus, ist anders eingerichtet und die Kühe, ein ehemals elementarer Bestandteil des Hofes, sind weg. Ellen legt sich in ein Bett, benutzt die Toilette und schwelgt immer mehr in ihren Erinnerungen. Die heimliche Inbesitznahme des alten Hofs wird auch nicht unterbrochen, als Max, ein ehemaliger Schulfreund und Nachbar, der sich während der Abwesenheit um den Hof kümmert, die Anwesenheit Ellens bemerkt.

Der gesamte Roman besteht größtenteils aus Erinnerungen. Die Handlung ist wenig spektakulär, sondern beschäftigt sich fast ausschließlich mit der Gefühlswelt von Ellen. Eine melancholische Stimmung liegt über dem gesamten Roman. Kurze Kapitel mit kurzen Gedankengängen prägen den Schreibstil. Es bleibt viel Raum für eigene Gedanken. Auch insgesamt ist das Buch mit etwas mehr als 150 Seiten sehr knappgehalten.

Ich konnte mich sehr gut in die Protagonistin hineinversetzten. Ein altes Zuhause kann tiefe Gefühle hervorrufen. Ein Ort kann für den einen so viel bedeuten und für den anderen gar nichts. In diesem Zusammenhang fand ich folgende Überlegung Ellens besonders aussagekräftig: „Wem gehört ein Ort? Die mit dem nötigen Geld oder, denjenigen die geschuftet haben…?

Das Cover des Romans mit dem Ausschnitt eines Gesichts und den Milchflecken ist genauso besonders wie der Inhalt des Buches. Mir hat der Roman gut gefallen und ich kann ihn nur weiterempfehlen.

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Veröffentlicht am 30.03.2026

Identität

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Sanna Samuelssons Debüt „Melken“ hat mich ziemlich überrascht. Die Geschichte beginnt mit einem klassischen Break-up: Ellen wird von ihrer Freundin Diana verlassen und weiß nicht, wohin mit ihrem Schmerz. ...

Sanna Samuelssons Debüt „Melken“ hat mich ziemlich überrascht. Die Geschichte beginnt mit einem klassischen Break-up: Ellen wird von ihrer Freundin Diana verlassen und weiß nicht, wohin mit ihrem Schmerz. Kurzerhand flieht sie aus der Stadt zurück auf den Bauernhof ihrer Kindheit. Das Spannende ist, dass der Hof längst verkauft wurde. Ellen verschafft sich trotzdem Zutritt und fängt an, dort heimlich zu leben.
Was mir an dem Buch besonders gefallen hat, ist die Atmosphäre. Es ist kein kitschiger Roman über das Landleben, sondern eher eine ehrliche und fast schon körperliche Erzählung. Man spürt förmlich die Hitze des Sommers und riecht den Stallgeruch, der immer noch in den Wänden hängt, obwohl die Kühe längst weg sind. Die Autorin beschreibt sehr treffend dieses seltsame Gefühl, wenn man an einen Ort zurückkehrt, der sich nach „Zuhause“ anfühlt, einem aber gar nicht mehr gehört.
Auch die Begegnung mit ihrem alten Freund Max ist interessant, weil sie zeigt, wie weit sich Ellen von ihren Wurzeln entfernt hat. Der Roman stellt die wichtige Frage: Wer bleibt man eigentlich, wenn die Welt, aus der man kommt, verschwunden ist?
Ein starkes und modernes Buch über Herkunft und Verlust. Es ist melancholisch, ein bisschen eigenwillig und absolut lesenswert für alle, die Geschichten über die Suche nach dem eigenen Platz in der Welt mögen.

Veröffentlicht am 04.03.2026

Heimat, die unter die Haut geht!

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„Melken“ hat mich wie ein Blitz aus heiterem Himmel erwischt. Die bildhafte Sprache malte den Hof, die Tiere und die raue Natur so plastisch vor mein inneres Auge, dass ich den Kuhmist gerochen, den Wind ...

„Melken“ hat mich wie ein Blitz aus heiterem Himmel erwischt. Die bildhafte Sprache malte den Hof, die Tiere und die raue Natur so plastisch vor mein inneres Auge, dass ich den Kuhmist gerochen, den Wind auf der Haut gespürt und das Muhen der Kühe gehört habe. Als Frau vom Dorf, die in Berlin lebt, traf mich das mitten ins Herz. Jede Szene schleuderte mich zurück in meine eigene Kindheit, in diese schmutzige, echte Heimat mit ihren Gerüchen, Geräuschen und harten Wahrheiten, die ich manchmal vermisse und manchmal verdränge.

Das Buch lag Montagmorgen in meinem Briefkasten. Bei dem schönen Frühlingswetter habe ich mich mit einer Decke auf den Balkon gekuschelt und es in gerade mal zwei Tagen durchgelesen. So kurz, aber so unglaublich kraftvoll. Wie Heimat und Identität hier verwoben sind, fühlt sich für mich absolut gelungen an. Nicht diese heile Welt, sondern ehrlich, widersprüchlich, voller Biss. Es weckt in mir eine Sehnsucht nach meinen Wurzeln, die gleichzeitig tröstet und herausfordert.

Die queeren Elemente machen es für mich besonders besonders. Sie durchbrechen die starre Dorftradition mit so viel sensibler, mutiger Offenheit. Diese Identitätssuche mitten im Melkstall, zwischen Kühen und Feldern, mitten unter den Alten, die alles vorgeben. Das ist feministisch und queer auf eine Weise, die mich tief berührt. Es zeigt, dass man auch auf dem Land frei sein kann, sich selbst finden kann, trotz allen Normen und Blicken. Dieses Buch geht mir richtig unter die Haut und hallt lange nach. Jeder, der Heimat neu fühlen will, braucht „Melken“ jetzt sofort.

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Veröffentlicht am 08.05.2026

Erinnerungen an Diana

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Sommer in Schweden: Nachdem sich ihre Freundin Diana von ihr getrennt hat, fährt Ellen mit dem Auto von der Stadt aufs Land. Auf den Bauernhof, auf dem sie aufgewachsen ist und der jetzt nicht mehr im ...

Sommer in Schweden: Nachdem sich ihre Freundin Diana von ihr getrennt hat, fährt Ellen mit dem Auto von der Stadt aufs Land. Auf den Bauernhof, auf dem sie aufgewachsen ist und der jetzt nicht mehr im Besitz ihrer Familie ist. Das Haus wirkt momentan leer und Ellen gelingt es, sich Zutritt zu verschaffen. Erinnerungen werden wach: an ihre Kindheit, das Aufwachsen auf dem Land. Aber es tauchen auch immer wieder Szenen aus der Zeit mit ihrer Ex-Freundin vor ihrem geistigen Auge auf. Und dann ist da noch Max, ein Freund aus Kindertagen, der den Ort nie verlassen hat…

„Melken“ ist der Debütroman von Sanna Samuelsson.

Erzählt wird die Geschichte in 14 Kapiteln, eingeleitet mit einem Prolog. Dabei wird die Ich-Perspektive aus der Sicht von Ellen gewählt. Die Handlung besteht aus nur wenigen Tagen und entfaltet sich chronologisch. Allerdings gibt es immer wieder Rückblenden in die jüngere und die weiter entfernte Vergangenheit.

Der Sound des Romans ist modern und erfrischend. Er hat eine ganz eigene Note. Der Text ist atmosphärisch und voller Bilder, die Sprache dabei teilweise etwas spröde, aber nicht zu salopp oder vulgär.

Auf nur wenig mehr als 150 Seiten behandelt der Roman vor allem die Kindheit und Jugend auf dem Land. Sowohl die Themen Heimat und Herkunft als auch die Veränderungen in der Landwirtschaft im Laufe der Zeit spielen eine große Rolle. Es geht um existenzielle Fragen wie: Was macht uns aus? Was prägt uns? Eine queere Liebes- beziehungsweise Trennungsgeschichte ist der Roman also nur in zweiter Linie.

Die Protagonistin ist eine eigenwillige, interessante Figur, die in sich schlüssig und frei von Stereotypen gezeichnet ist. Ihre Verhaltensweisen erscheinen nicht immer komplett nachvollziehbar, sodass es nicht einfach ist, Anknüpfungspunkte zu finden.

Das deutsche Cover passt sehr gut zur Geschichte. Das gilt auch für den Titel, der nahe am schwedischen Original bleibt.

Mein Fazit:
Mit „Melken“ ist Sanna Samuelsson ein einzigartiges Debüt gelungen, das vor allem mit seiner Sprache und seinen Themen überzeugt. Ein empfehlenswerter Roman.

Veröffentlicht am 13.04.2026

Erinnerungen an die Kindheit im Landleben

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Nach der Trennung von ihrer Freundin Diana braucht Ellen eine Auszeit vom trubeligen Stadtleben und fährt kurzerhand aufs Land - zu dem Bauernhof, auf dem sie aufgewachsen ist. Offenbar sind die neuen ...

Nach der Trennung von ihrer Freundin Diana braucht Ellen eine Auszeit vom trubeligen Stadtleben und fährt kurzerhand aufs Land - zu dem Bauernhof, auf dem sie aufgewachsen ist. Offenbar sind die neuen Besitzer*innen verreist, der Schlüssel liegt jedoch noch in demselben Versteck wie früher, sodass Ellen problemlos in das Haus kommt und in ihrem ehemaligen Kinderzimmer liegen und alten Erinnerungen nachhängen kann

Sanna Samuelssons schreibt in "Melken" sehr anschaulich und körperlich von Ellens Aufwachsen auf dem Land. Dabei werden unter anderem der schambehaftete Kuhstallgeruch, die Spiele im Stall mit anderen Kindern sowie die Aufgaben auf dem Hof und der Umgang mit den Kühen geschildert.
Der bildhafte Schreibstil bzw. die geschaffenen Bilder wirkten auf mich häufig irritierend und ich bin mir nicht sicher, ob diese Störfaktoren intendiert sind oder Ergebnis der Übersetzung.
Das Buch ist knapp 160 Seiten lang, weshalb es sich schnell lesen ließ und ich mich auf die Lektüre und Ellens Kindheitserinnerungen einlassen konnte - auch wenn ich bis zum Schluss eine große Distanz und wenig Sympathie empfunden habe.

Ein kurzweiliger Roman mit interessanten Perspektiven und Bildern, die während der Lektüre einiges mit mir gemacht haben.