Erinnerungen und Gegenwart
Melken Dieses Erstlingsbuch von Sanna Samuelsson kann man von zwei Seiten betrachten.
Entweder, man findet es ereignislos und langatmig, oder man liest sich die Doppeldeutigkeit mehrerer Passagen heraus.
Ellen ...
Dieses Erstlingsbuch von Sanna Samuelsson kann man von zwei Seiten betrachten.
Entweder, man findet es ereignislos und langatmig, oder man liest sich die Doppeldeutigkeit mehrerer Passagen heraus.
Ellen lebt mit Diana in einer Beziehung, die sich von Beginn an nicht richtig fühlte. Nach der Trennung fährt Ellen eher ziellos einfach weg und landet in dem Haus, in dem sie mit ihren Eltern gelebt hatte, ein Bauernhof, der nun fremden Leuten gehört, auf dem es keine Tiere mehr gibt und auch keine Landwirtschaft mehr betrieben wird.
Das Haus ist verschlossen und scheint unbewohnt, also holt sie sich den Ersatzschlüssel, der, wie früher, immer noch an seinem Platz liegt.
Zuerst hat Ellen gar nicht vor, dort zu bleiben, aber irgendwie kommt sie auch nicht mehr weg von dort. Sie liegt in ihrem ehemaligen Bett und träumt sich in die Vergangenheit zurück.
Dazu gehört in erster Linie der Stallgeruch, von dem sie stets wegkommen wollte, ihre Erinnerungen an die landwirtschaftlichen Arbeiten, die ihre Eltern und auch sie leisten mussten und doch nicht über die Runden kamen.
Und Max, ihr ehemaliger Schul- und Spielkamerad, der ebenfalls noch in der Nachbarschaft wohnt.
Er bemerkt schnell, dass sie im Haus lebt und versorgt sie mit Essen, aber die beiden kommen sich nicht wirklich näher.
Das Cover gefällt mir gut und passt zum Text.