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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 08.10.2019

Alte Zeiten

Der Verein der Linkshänder
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Kommissar Van Veeteren und seine Frau Ulrike Fremdli machen Urlaub in der Nähe des Ortes, in dem vor vielen Jahren ein grausames Verbrechen geschah. Einer der Ermittler war Van Veeteren.
Und ...

Kommissar Van Veeteren und seine Frau Ulrike Fremdli machen Urlaub in der Nähe des Ortes, in dem vor vielen Jahren ein grausames Verbrechen geschah. Einer der Ermittler war Van Veeteren.
Und wie es der Autor so will, wird unser guter Kommissar samt Gattin noch einmal tief in die Vergangenheit versetzt, weil sich einerseits noch eine Leiche und andererseits Zweifel am Ermittlungsergebnis eingestellt haben, und nun will Van Veeteren, der übrigens auf der Flucht vor Gratulanten zu seinem 75. Geburtstag ist, er streute das Gerücht,in Neuseeland zu urlauben-,diesen Fall doch noch zu einem guten Ende bringen.
Neue, jüngere Kollegen und ehemalige Zeugen, die ihren Erinnerungen nicht so ganz trauen, verschwundene Gebäude, geänderte Namen, auftauchende Briefe und vieles mehr machen die Geschichte nicht einfacher, aber er hat ja seine Frau dabei, die denkt etwas anders und trifft oft ins Schwarze.
Ausserdem spielt sich die Handlung des Romanes in drei Zeitebenen ab, die für Spannung sorgen, denn man muß schon mitdenken.
Und herrlich finde ich die Wortgeplänkel von Herrn Kommissar und Frau Vernehmungspsychologin,die sprühen nur so vor trockenem Humor.
Ein absolut lesenswertes Buch.

Veröffentlicht am 17.09.2019

Fulminant

R.I.P.
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Im dritten Buch um die Ermittler Huldar, Erla und die Psychologin Freyja hat die Autorin Yrsa Sigurdardottir es tatsächlich geschafft, noch viel mehr Spannung in die Handlung des aktuellen Romanes ...

Im dritten Buch um die Ermittler Huldar, Erla und die Psychologin Freyja hat die Autorin Yrsa Sigurdardottir es tatsächlich geschafft, noch viel mehr Spannung in die Handlung des aktuellen Romanes zu bringen. Besonders im letzten Drittel konnte ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen, weil ich jeden Moment erwartet habe, die Auflösung zu lesen.
Das Thema Mobbing in Schulen ist das Hauptanliegen und rund um Mobber und Gemobbte spielt sich ein brutaler, kaum nachvollziehbarer Krimi ab, in den die Ermittler tief eintauchen und schlimme Abgründe zutage fördern.
Als Leser kann man nur ab und zu das Buch einfach schließen, aber das Thema lässt sich nicht verdrängen.
Ich kann mir vorstellen, dass vieles der Realität entspricht, zum Glück gibt es aber psychologische Hilfe, man muß sie einfach nur annehmen, angenehm ist es aber nie.
Eine unbedingte Leseempfehlung.

Veröffentlicht am 11.09.2019

Am Schweineaugentag

Der Sprung
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" Den Sprung hat sie von ihrem Erzeuger!" Das behauptete ihre Mutter. Manu ist ihre jüngere Tochter und so gar nicht so geraten, wie Mütter das von Töchtern erwarten. Manu hat seltene Berufe, ...

" Den Sprung hat sie von ihrem Erzeuger!" Das behauptete ihre Mutter. Manu ist ihre jüngere Tochter und so gar nicht so geraten, wie Mütter das von Töchtern erwarten. Manu hat seltene Berufe, z.B. Störgärtnerin.
In dem Buch geht es aber auch um einen anderen Sprung, einen vom Dach eines Hauses im beschaulichen Ort Thalheim.
Und um die Geschichte von Manu ranken sich noch viele andere Lebensabschnittsgeschichten und alle hängen irgendwie mit Manu oder ihrem Standort auf dem Dach des Hauses zusammen.
Da ist Finn, der sich in Manu verliebt hat, Roswitha, die ein Cafe betreibt, Felix, bald Papa, der eine Kindheitsgeschichte mit sich herumträgt, Egon mit dem Feldstecher, ehemaliger Hutmacher. Seine Mutter wohnt im Altenheim und träumt von der Jagd, ein italienischer Modemacher, dem noch das gewisse Etwas zu seiner neuen Kollektion fehlt, Theres und Werner, deren Laden einen unerwarteten Aufschwung nimmt, Astrid, die Schwester, die ihr Leben so nicht mehr leben möchte, zwei Obdachlose im Park, Winnie und Salome, die doch noch so etwas wie Freundinnen werden, Maren, Henry, Hannes, der eigentlich der Verursacher der ganzen Misere war, und Edna, die schließlich die Polizei verständigt hat, weil da oben eine Frau auf dem Dach stand und Sachen herunterwarf.
Die Autorin hat diese kurzen Geschichten so geschickt miteinander verknüpft, dass man nur stückchenweise in die Zusammenhänge eindringen kann. Aber man muß gut aufpassen, damit man alles in die richtige Schublade einordnen kann.
Das Buch hat richtig Tiefgang und ist nichts für Flüchtigkeitsleser. Aber alle anderen werden begeistert sein.

Veröffentlicht am 24.08.2019

Ein (Alp)traum

Verratenes Land
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Den Namen des Autors, Greg Iles, wird man sich merken müssen.
Ein starker Thriller, den man erst einmal verdauen möchte, wenn man ihn gelesen hat.
Im Amerika Trumps ist ja vieles zugange, man ...

Den Namen des Autors, Greg Iles, wird man sich merken müssen.
Ein starker Thriller, den man erst einmal verdauen möchte, wenn man ihn gelesen hat.
Im Amerika Trumps ist ja vieles zugange, man könnte meinen, es handelt sich um lauter Tatsachen, zum Glück ist es ein Roman, der spannender nicht sein könnte.
Die Personen sind äusserst lebensnah und mit viel Gespür für Zwischentöne beschrieben, so dass man an alte Bekannte denkt, falls man das Buch zwischendurch einmal weggelegt hatte.
Die Handlung ist intensiv verflochten, ich denke da an einen dicken Zopf, dessen einzelne Haarstränge man langsam, vorsichtig aufdröselt, um nur ja kein Haar zu verlieren.
Eine Liebesgeschichte, eine Geschichte aus dem Krieg, eine Geschichte aus der Jugend, Freunde, Geschwister, aber auch die böse Seite, kriminelle Verbindungen mit Totschlag und Mord, Korruption, Machenschaften und Wirtschaftskriminalität, alles ist in dem Thriller punktgenau platziert.
Das Buch beginnt mit dem Mord an einem Archäologen, was eine ganze Reihe an Kettenreaktionen auslöst ( siehe oben ).
Die Hauptperson erzählt in Ich-Form, das macht alles noch viel intensiver.
Mit viel Logik schreibt der Autor eine Geschichte, die absolut passiert sein könnte, beschreibt auch mit viel Liebe das Land und die Gegend, wo heute Schwarz und Weiss noch immer nicht viel besser miteinander auskommen, als es in der Geschichte der Südstaaten immer wieder beschrieben wurde.
Ein 5 Sterne-Buch zum Mitdenken, Mitleiden, Mitzittern, Mitlieben.

Veröffentlicht am 02.08.2019

Wenig Saphire, wenig Spannung

Die Saphirtochter
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Der Roman von Dinah Jeffries, ich kannte die Autorin noch nicht, hat mich nicht wirklich überzeugt. Eine zum Teil oberflächliche, flache Geschichte, mit dem Versuch, durch Tod von Kindern und eines Erwachsenen ...

Der Roman von Dinah Jeffries, ich kannte die Autorin noch nicht, hat mich nicht wirklich überzeugt. Eine zum Teil oberflächliche, flache Geschichte, mit dem Versuch, durch Tod von Kindern und eines Erwachsenen Spannung hineinzubringen, was meiner Meinung aber gründlich misslungen ist.
Die Hauptperson ist eine sympathische, aber doch auch oberflächliche Frau, die ihren Mann verliert. Nach seinem Tod tauchen dubiose Papiere und ebenso dubiose Personen auf, die angeblich Geld zu bekommen hätten.
Das alles nimmt sie derart gelassen hin, dass die ganze Geschichte recht unglaubwürdig ist.
Auch wenn der Handlungsort am Rande des indischen Ozeans liegt und die gesamte Story im Ceylon des Jahres 1935 spielt, es ist nicht stimmig.
Leider keine Leseempfehlung.