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Veröffentlicht am 25.07.2021

Software zum Überleben

Der Himmel über den Menschen
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Der Autor Thomas Imre hat sich für sein neues Buch ein sehr aktuelles Thema ausgesucht.

Sein Roman liest sich wie eine gut erfundene Fantasy-Geschichte, aber da steckt viel mehr dahinter.

Seine Hauptperson, ...

Der Autor Thomas Imre hat sich für sein neues Buch ein sehr aktuelles Thema ausgesucht.

Sein Roman liest sich wie eine gut erfundene Fantasy-Geschichte, aber da steckt viel mehr dahinter.

Seine Hauptperson, der Astrophysiker und Wirtschaftswissenschaftler Dr. Steven Thaillor macht ganz schnell große Karriere, aber er entdeckt auch etwas, das sein Leben bald völlig auf den Kopf stellt.

Nebenbei arbeitet Steven mit zwei Freunden an einem neuen Computerspiel, das mit künstlicher Intelligenz ausgestattet werden wird. Bei Versuchen und Tests stellt sich so manche aussergewöhnliche Fähigkeit der Software heraus.

Und dann wird es wirklich ernst.

Kann die Software das, was sich Steven wünscht?

Und spielt der Himmel über den Menschen mit?

Ein gut gelungenes, manchmal verwirrendes Buch, das aber sehr viele Wahrheiten bloßlegt.

Ein schönes, sehr passendes Cover rundet das Geschehen ab.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 13.07.2021

Martyn und Milla

Böse Seele: Thriller
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Ariana Lambert ist keine Anfängerin, das wird spätestens nach dem Prolog klar.

Sie baut ihre Geschichte logisch und extrem spannend auf, führt die Leserschaft auch mal in die Irre, aber das klärt sich ...

Ariana Lambert ist keine Anfängerin, das wird spätestens nach dem Prolog klar.

Sie baut ihre Geschichte logisch und extrem spannend auf, führt die Leserschaft auch mal in die Irre, aber das klärt sich auf.

Die beiden Hauptfiguren, Martyn und Milla, beide von der Kripo und beide mit mehr oder weniger Vorbelastungen, die verdrängt und gerne vergessen werden würden.

Aber die Grausamkeit der aufzuklärenden verübten Morde verlangen den beiden viel ab, unter anderem auch einen oder mehrere Besuche bei Martyns Vater, der wegen Serienmord in der Berliner Haftanstalt Moabit einsitzt.

Ariana Lambert versteht es meisterhaft, Verknüpfungen herzustellen, deren Auflösung den Leser in vielerlei Hinsicht fordert.

Absolute Leseempfehlung!

Das Cover ist noch dazu ein echter Hingucker.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 10.07.2021

Picasso und Pascal

Fälschung à la Provence
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Der Autor Andreas Heineke versteht es vortrefflich, das Leben in der Provence anschaulich darzustellen.

Dazu kommt, daß die Hauptperson seines Romanes, Pascal Chevrier , eigentlich aus Paris kommt, sich ...

Der Autor Andreas Heineke versteht es vortrefflich, das Leben in der Provence anschaulich darzustellen.

Dazu kommt, daß die Hauptperson seines Romanes, Pascal Chevrier , eigentlich aus Paris kommt, sich aber nach familiären Veränderungen ganz aufs Landleben verlegt. Das ruhige Leben, die gute Küche , nette Kollegen und nicht zuletzt sein Hund Bordeaux tragen wesentlich dazu bei, daß er, nachdem er bei der Police nationale seinen Abschied nimmt, sich als Gendarm gut einlebt.

Aber die Idylle trügt.

In dem Schloß, in dem Picasso zuletzt gelebt hat, findet eine Ausstellung von vielen seiner Gemälde, Z.T. Leihgaben von Museen und Privaten, statt.

Eine der fachlich kompetentesten Führerinnen wird ermordet aufgefunden.

Und da bekannt ist, daß Pascal ein sehr guter Ermittler ist, wird er gebeten, sich des Falles anzunehmen.

Und nun beginnt für Pascal eine Rallye durch die Provence, zu Galeristen, Kollegen und Kolleginnen, Museen und Fachleuten aus der Branche.

Und ganz nebenbei wird sein Hund zum Trüffelsuchhund ausgebildet.

Ideal als Urlaubslektüre, falls man in die Provence reisen will, aber auch für alle, die gerne Spannendes lesen und dabei ein bisschen träumen wollen.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 27.06.2021

Berührend

Betreff: Falls ich sterbe
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Der Titel des Buches von Caroline Setterwall ist für mich irgendwie irreführend.
Dieses Mail wurde im ganzen Buch genau einmal erwähnt.
Und dann wird es titelgebend?
Ansonsten ist es ein nicht ...

Der Titel des Buches von Caroline Setterwall ist für mich irgendwie irreführend.
Dieses Mail wurde im ganzen Buch genau einmal erwähnt.
Und dann wird es titelgebend?
Ansonsten ist es ein nicht gerade leicht zu lesendes Buch.
Caroline, die Hauptfigur ( und Buchautorin in einer Person ) ist sehr ehrlich .

Sie beschreibt in kurzen kompakten Kapiteln ihr Leben, wie es war, als sie ihren Aksel noch nicht kannte, ihr Suchen nach dem Menschen, mit dem sie Kinder und ein gemeinsames Leben haben könnte.
Als sie ihn findet, geht ihr nichts schnell genug, sie treibt ihn buchstäblich vor sich her.
Dann kommt das Kind und alles ist anders, auf jeden Fall nicht so, wie sie es sich vorgestellt hatte.
Diese Mail bekommt sie, als sie wieder einmal, ausser den Sohn Ivan zu stillen, nichts auf die Reihe bekommt, und eigentlich versteht sie nicht, warum Aksel sie ihr geschickt hat.
Monate später ist Aksel tot, als sie morgens ins Schlafzimmer kommt.
Danach herrscht das blanke Chaos in ihrem Leben. Ihr Kind ist das Einzige, was sie noch interessiert, aber ohne Hilfe von Freunden und der Familie geht gar nichts mehr.
Die einzelnen Kapitel sind entweder eine Rückblende oder eine Art Tagebuch in Briefform an Aksel.
Darin beschreibt sie, ohne sich selbst zu schonen, wie es ihr geht, ihre Tagesabläufe, ihren Frust und ihren Schock, der sehr, sehr tief sitzt.
Sie beschreibt auch, wer ihr helfend zur Seite steht, welche Fortschritte ihre Trauerarbeit macht und wie sie sich selbst Ziele setzt, um ihr Leben wieder in den Griff zu bekommen.
Alles in allem ein Buch, das Verständnis erwecken will, für Menschen, denen es so geschieht, wie der Autorin, ein Roman mit viel Tiefgang.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 26.06.2021

Norwegen Krimi vom Feinsten

Tiefer Fjord
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Das erste, das mich auf dieses Buch aufmerksam gemacht hat, ist das tolle Cover. Spuren im Schnee, tief und fest gefroren, man weiß nicht, wohin sie führen, vielleicht zu der rot gestrichenen ...

Das erste, das mich auf dieses Buch aufmerksam gemacht hat, ist das tolle Cover. Spuren im Schnee, tief und fest gefroren, man weiß nicht, wohin sie führen, vielleicht zu der rot gestrichenen typischen Hütte?
Der Inhalt hat mich dann doch noch mehr gefesselt.
Die Geschichte beginnt als Erzählung von einer der Hauptpersonen, Clara, im Jahr 1988.
Clara ist an einem Fjord geboren und aufgewachsen und liebt diese Gegend, sie arbeitet nun als Referentin im Ministerium in Oslo an einem Gesetzesentwurf, Kinder sollen besser geschützt und Kindesmißhandler sollen härter bestraft werden.
Weiter geht es damit, daß ein Pakistani oder Afghane, sein Kind direkt zur Kinderabteilung der Klinik in Oslo bringt. Angeblich ist das Kind von einem Baum gefallen.
Der behandelnde Arzt ist Claras Mann Haarvard, und er stellt noch viele andere Verletzungen fest, die sicher nicht vom Sturz herrühren. Also Kindesmisshandlung. Das Kind, ein kleiner Bub, stirbt. Der Vater fragt nach dem Gebetsraum und geht dort hin.
Kurz danach wird er erschossen aufgefunden.
Nun tritt auch die Polizei in Aktion und bald findet sie heraus, daß Haarvard ein Verhältnis mit einer Kollegin hat, die Beiden verwickeln sich in Widersprüche, um nicht aufzufliegen, aber das hilft nichts.
Immer wieder dazwischen Rückblenden von Clara, die in ihrer Kindheit sowohl vom Vater als auch von der Mutter im Stich gelassen wurde und die ihren geliebten Bruder Lars verloren hat, ebenfalls durch Kindesmißhandlung, weshalb sie sich auch schuldig fühlt.
Viel Systemkritik, Alltagsprobleme, persönliche Rückblicke und gegenwärtige Situationsbeschreibungen machen den Zusammenhalt verständlich und spannend.
Ein Buch, das ich in einem Rutsch durchgelesen habe, weil es so interessant und spannend ist.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere