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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 23.11.2022

Tragisch-komischer Roman über Familienbeziehungen

Meine bessere Schwester
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"Meine bessere Schwester" beginnt mit der Beerdigung der Tante Katy und kommt sarkastisch, bissig und humorvoll daher. Recht schnell ändert sich jedoch der Erzählton und nimmt eine stärkere Ernsthaftigkeit ...

"Meine bessere Schwester" beginnt mit der Beerdigung der Tante Katy und kommt sarkastisch, bissig und humorvoll daher. Recht schnell ändert sich jedoch der Erzählton und nimmt eine stärkere Ernsthaftigkeit und Tiefe an. Hanna und Alice sind als Zwillingsschwestern sehr unterschiedlich, haben sich vier Jahre lang nicht gesehen und jeweils ein belastendes Verhältnis zu der dominanten Mutter und dem Bruder Michael, der immer bevorzugt wurde.
Im Laufe des Romans werden die einzelnen Beziehungen, psychische Erkrankungen und deren Weitergaben thematisiert, die einzelnen Verhältnisse entblättert und Schicht für Schicht sichtbar gemacht. Obwohl die beiden Schwestern unterschiedliche Lebenswege eingeschlagen haben und entsprechend andere Erfahrungen machen, verbindet sie ihre Kindheit und frühe Jugend sehr - das Unausgesprochene, die anhaltende Spannung und die zerrüttete Beziehung zueinander.

Tragisch, komisch und im Grunde die langsame Annäherung aneinander und die stückweise Aufarbeitung von familiären Beziehungen - ein Buch, das ich aufgrund der guten Umsetzung und Tiefe gern gelesen habe.

Veröffentlicht am 23.11.2022

Clever verknüpft

Die Vergessene
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Andrea Oliver hat gerade erfolgreich ihre Ausbildung zum US-Marshal bestanden, als sie ihrem ersten Auftrag zugeteilt wird: Gemeinsam mit einem Kollegen soll sie den Personenschutz für eine Richterin, ...

Andrea Oliver hat gerade erfolgreich ihre Ausbildung zum US-Marshal bestanden, als sie ihrem ersten Auftrag zugeteilt wird: Gemeinsam mit einem Kollegen soll sie den Personenschutz für eine Richterin, die über 80 Jahre alt ist und glaubwürdige Morddrohungen erhält, übernehmen. Deren Tochter wurde gut 40 Jahre zuvor brutal ermordet - hochschwanger am Tag ihres Highschool-Abschlussballs. Andrea begibt sich auf die Fährten beider Fälle und kämpft gegen die vorzeitige Entlassung ihres leiblichen Vaters an.

Karin Slaughter schafft es immer wieder, einen interessanten Plot zu schaffen und die Entwicklungen spannend und fesselnd darzustellen. Dabei thematisiert sie in "Die Vergessene" Themen wie sexuellen Missbrauch, was eine Triggerwarnung vorwegsetzen sollte. Erzählt wird auf zwei Zeitebenen - in der Vergangenheit mit Fokus auf Emily und in der Gegenwart mit dem Fokus auf Andreas Ermittlungen. So werden die Geschehnisse gut miteinander verknüpft und schon früh Thesen entwickelt, weshalb Emily sterben musste und die Richterin Morddrohungen erhält. Neben falschen Spuren gibt es überraschende Wendungen und gerade zum Schluss noch einmal eine extra Portion Spannung.

Mir war nicht bewusst, dass es sich um den zweiten Teil der Andrea Oliver-Reihe handelt. "Die Vergessene" ließ sich auch gut unabhängig vom ersten Teil lesen und ist eine Empfehlung für alle Karin Slaughter- und Thriller-Fans.

Veröffentlicht am 20.11.2022

Spannender Thriller mit Twists

Das Schlaflabor
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Tom leidet unter schweren Schlafstörungen und kann keine Nacht durchschlafen. Neben seiner Gesundheit gefährdet er auch seinen Job. Daher kommt die Entdeckung einer Schlafklinik in der Schweiz zum richtigen ...

Tom leidet unter schweren Schlafstörungen und kann keine Nacht durchschlafen. Neben seiner Gesundheit gefährdet er auch seinen Job. Daher kommt die Entdeckung einer Schlafklinik in der Schweiz zum richtigen Zeitpunkt. Tom ist so hilflos und verzweifelt, dass er jede Möglichkeit zu einem hohen Preis in Erwägung ziehen würde. Daher begibt er sich in die Schweiz und stellt schnell Verbesserungen fest. Auch zurück in Köln schläft er durch. Als er jedoch blutverschmiert und ohne Erinnerung aufwacht, geht er der Frage nach, was mit ihm passiert ist.

Marc Mellers flüssigen und packenden Schreibstil kenne ich schon aus seinen vorherigen Werken und auch mit "Das Schlaflabor" hat er mit einem straffen Spannungsbogen, überraschenden Wendungen und einem temporeichen Finale überzeugt. Die Figuren und die Umgebungen waren sehr anschaulich beschrieben. Zum Ende hin war mir einiges zu sehr konstruiert, aber alles in allem doch schlüssig.
Eine Empfehlung für alle Thrillerfans, die es turbulent mögen!

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Spannung
Veröffentlicht am 14.11.2022

Anspruchsvolles und bewegendes Werk

Die Kriegerin
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Helene Bukowski erzählt von zwei Frauen, die jede für sich stark sein, gegen innere Schatten kämpfen und sich ihnen irgendwann stellen muss. Lisbeth hat die Grundausbildung kurz vor Ende abgebrochen, ist ...

Helene Bukowski erzählt von zwei Frauen, die jede für sich stark sein, gegen innere Schatten kämpfen und sich ihnen irgendwann stellen muss. Lisbeth hat die Grundausbildung kurz vor Ende abgebrochen, ist in die Fußstapfen ihres Vaters getreten und hat als Floristin auf einem Kreuzfahrtschiff gearbeitet. Mittlerweile lebt sie in Berlin und ist Mutter einer Tochter. Doch eines Tages wird alles zu viel, die Neurodermitis, unter der sie schon immer leidet, bricht wieder extrem aus und sei muss weg aus der Stadt - hin zur Ostsee, dem einzigen Ort, an dem sie zur Ruhe kommen und immer wieder auf Florentine, die Kriegerin, trifft. Die beiden Frauen haben sich bei der Bundeswehr kennengelernt und im Gegensatz zu Lisbeth ist Florentine dort geblieben, befindet sich in Auslandseinsätzen und schreibt Lisbeht in Briefen, wie es ihr damit ergeht.

Helene Bukowski spricht in "Die Kriegerin" sehr wichtige gesellschaftliche Themen an, die sie auf beeindruckende Weise umgesetzt und in die Figuren eingeflochten hat. Sie schreibt roh, explizit und gleichzeitig nutzt sie ganz viele Metaphern, erzählt bildlich und lässt zwischen den Zeilen lesen. Vieles wird nur angedeutet, anderes direkt ausgesprochen und trotz allem ist klar, worum es geht - das Leid, den Schmerz und den täglichen Kampf, den die beiden Frauen (stellvertretend für alle weiblich gelesenen Menschen) führen, die Sehnsucht nach einem schützenden Panzer und die Kraft, die sie jeden Tag aufs Neue aufbringen müssen.

Ein ergreifendes Buch, das schockiert, aufrüttelt und bewegt. Eine absolute Leseempfehlung!

Veröffentlicht am 14.11.2022

Solider Auftakt einer neuen Fantasyreihe

Vega – Der Wind in meinen Händen
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Das Fantasy-Jugendbuch spielt in Deutschland im Jahr 2052, wo mittlerweile sehr verheerende Klimazustände herrschen. Die Sommer sind heiß, trocken und es herrscht Wasserknappheit. Um dem zu entgegnen, ...

Das Fantasy-Jugendbuch spielt in Deutschland im Jahr 2052, wo mittlerweile sehr verheerende Klimazustände herrschen. Die Sommer sind heiß, trocken und es herrscht Wasserknappheit. Um dem zu entgegnen, gibt es Wettermacherinnen, die einen Einfluss auf die Wolken nehmen und es regnen lassen. Auch Vega arbeitet als Wettermacherin. Im Gegensatz zu ihren Kolleginnen nutzt sie jedoch keine Chemikalien oder Drohnen, sondern kann Wind und Regen mittels ihrer Gedanken aufkommen lassen. Als es bei einem rätselhaften Wetterunfall zu Verletzungen von Kindern kommt, wird Vega dafür verantwortlich gemacht. Der Kampf, ihre Unschuld zu beweisen ohne ihre Gabe zu offenbaren, beginnt und Vega begibt sich auf eine aufregende Flucht. Rettung findet sie in Leo, einem jungen, attraktiven Wissenschaftlicher, der nun an ihrer Seite ist.

Der Schreibstil von Marion Perko ist sehr flüssig, sie beschreibt sowohl die Figuren als auch die Abläufe sehr anschaulich, sodass ich das Geschehen von Beginn an gut verfolgen konnte. Es dauerte tatsächlich einige Kapitel, bis ich durchschaut habe, in welche Richtung die Geschichte geht.
Spannung ist in jedem Fall vorhanden und der Cliffhanger lässt mich gespannt auf Band 2 warten. Was mich etwas gestört hat, war die Liebesgeschichte, da dieser Erzählpart etwas gezwungen wirkt und - soweit aus den Geschehnissen dieses ersten Teils ersichtlich - nicht notwendig für die Story ist. Ich fände es mal schön zu lesen, dass junge Protagonistinnen auch mal ohne einen männlichen Retter an der Seite, in den sie sich verlieben, auskommen.
Trotz allem konnte ich mich gut in dieses Jugendfantasybuch hineinfallen lassen und hatte fesselnde Lesestunden!