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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 15.08.2026

Sommerurlaub in Grieichenland

Fünf Tage im Licht
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Sophie ist Malerin und verbringt mit ihren drei Freundinnen fünf Sommertage auf der griechischen Insel Sifnos, weil eine von ihnen heiratet. Während die Männer erst nachkommen, haben die Freundinnen Zeit ...

Sophie ist Malerin und verbringt mit ihren drei Freundinnen fünf Sommertage auf der griechischen Insel Sifnos, weil eine von ihnen heiratet. Während die Männer erst nachkommen, haben die Freundinnen Zeit für sich - und Sophie nimmt sich Zeit für den griechischen Ky und stürzt sich in eine Affäre mit ihm. Spätestens als die Männer der Freundinnen auf der Insel ankommen, ändert sich die Stimmung auf der Insel...
Mir gefällt die Grundidee sehr gut. Im Fokus stehen die Themen weibliche Selbstbestimmung, weibliche Lust, Kinderwunsch und Mutterschaft, denn Sophie fühlt sich vom Kinderwunsch ihres Freundes Greg unter Druck gesetzt.
Während sie jeden Tag im Meer schwimmt und Sex mit Ky hat, fertigt sie ein Aktportrait ihrer Freundin Alessia an, das weitere Gedanken über weibliche Körper hervorruft.
Eingeschoben werden Informationen über verschiedene Malerinnen, ihre Gemälde und ihre Sicht auf die Darstellung weiblicher Körper sowie Erinnerungen und Rückblicke auf Sophies Entwicklungsgeschichte innerhalb der Kunst.

Ein guter Roman, der wichtige Themen behandelt und dessen letztes Drittel ich besonders gut fand. Zu Beginn brauchte ich einige Kapitel, um mit den Figuren und dem Erzählstil warm zu werden, aber nach dem ersten Drittel mochte ich es und das Ende gefiel mir sehr gut.

Veröffentlicht am 15.08.2026

Humorvoller Roman über ernste Themen

Pause
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Ich kenne Lena Kupke als Comedienne und mag ihren Humor sehr, weshalb ich gespannt auf ihren Roman "Pause" war.
Nach einem Zusammenbruch wird Hanna nur durch Begleitung aus dem Krankenhaus entlassen. Also ...

Ich kenne Lena Kupke als Comedienne und mag ihren Humor sehr, weshalb ich gespannt auf ihren Roman "Pause" war.
Nach einem Zusammenbruch wird Hanna nur durch Begleitung aus dem Krankenhaus entlassen. Also lässt sie sich von ihren Eltern abholen und bleibt vorerst bei ihnen in Lüneburg. Ihren Freund, ihre Freund*innen und ihren Job lässt sie in Berlin zurück. Die Nächte im Arbeitszimmer ihres Vaters, alltägliche Dialoge mit ihren Eltern, die so oder so ähnlich bereits in ihrer Jugend geführt wurden, und die Auseinandersetzung mit den Menschen, die Hanna noch von früher kennt, gehören nun zu ihrem Alltag. Konflikte gibt es reichlich, ausgesprochen wird wenig. Doch wie lange können Dinge unter den Teppich gekehrt werden, ohne dass darüber gestolpert wird?

Ich mag den Humor von Lena Kupke sehr und konnte daher auch sehr viel mit ihren Figuren anfangen. Hanna ist mir auf Anhieb sympathisch, ihre Gedanken und ihre Handlungen kann ich als Frau in den 30ern gut nachvollziehen, Auch ihre Eltern, die Familiendynamik und Szenen wie im Ernstings Family fand ich sehr unterhaltsam.
Das Buch ist locker, humorvoll geschrieben, sodass ich es an einem Stück gelesen habe. Doch dabei wirken ernste Themen, die teilweise explizit benannt, teilweise angedeutet werden.

Ich mochte es, Hanna bei ihrer persönlichen Weiterentwicklung zu verfolgen und die Pause bei ihren Eltern und in der Lüneburger Gemeinschaft mitzuerleben.

Veröffentlicht am 13.08.2026

Spannender Horror-Thriller

Komm spielen
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Annie ist Kinderbuchautorin und muss verkraften, dass ein Kind eine Szene aus einem ihrer Bücher nachgestellt hat und dabei tödlich verunglückt ist. Kurz darauf stirbt ihr Mann John, was für sie einen ...

Annie ist Kinderbuchautorin und muss verkraften, dass ein Kind eine Szene aus einem ihrer Bücher nachgestellt hat und dabei tödlich verunglückt ist. Kurz darauf stirbt ihr Mann John, was für sie einen schweren Verlust darstellt. Also folgt sie der Idee ihres Verlegers und geht mit ihrem Sohn Charlie von New York in das ruhig gelegene Castle Creek, um das schwere Jahr hinter sich lassen und zu neuen Kräften kommen zu können. Doch es dauert nicht lange, bis in Castle Creek merkwürdige Dinge passieren und Annie sich fragen muss, in welcher Gefahr Charlie steckt.

"Komm spielen" von Linwood Barclay ist ein spannender Horror-Thriller, ganz im Stil Stephen Kings, wie ich finde. Die Figuren werden in Ruhe vorgestellt, Linwood Barclay nimmt sich Zeit für die Beschreibung der Szenerie und erzählt auf zwei zeitlichen Erzählebenen. So erfahren die Leserinnen wechselnd, was damals und heute geschehen ist, können Verbindungen knüpfen und Vermutungen anstellen. Währenddessen baut sich die Spannung auf, alles steuert auf eine Eskalation zu, sodass es zu einem packenden Finale kommt, das ein gutes Ende bildet und alle Fäden gut zusammenfügt.
Mir gefielen die mystischen Horror-Elemente. Allerdings denke ich, dass nicht jede
r Leserin damit glücklich ist, wenn die Genrebezeichnung Thriller ist.
Wer Stephen Kings Geschichten mag, wird hier auf seine
ihre Kosten kommen.

Veröffentlicht am 07.08.2026

Nordic Noir vom Feinsten

Home Before Dark
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Im Jahr 1967 pflegt die vierzehnjährige Marsibil eine heimliche Brieffreundschaft mit einem Isländer. Um sich interessanter zu machen, gibt sie sich als ihre ältere Schwester Stina aus und nach einigen ...

Im Jahr 1967 pflegt die vierzehnjährige Marsibil eine heimliche Brieffreundschaft mit einem Isländer. Um sich interessanter zu machen, gibt sie sich als ihre ältere Schwester Stina aus und nach einigen Briefwechseln schlägt er ein Treffen vor und Marsibil sagt zu. Am Tag selbst kommt es jedoch nicht dazu, dass Marsibil das Haus verlässt und zum Treffen erscheint. Stattdessen verschwindet in dieser Nacht ihre Schwester Stina, die sich mit Freundinnen treffen wollte. Das einzige, was von ihr gefunden wird, ist ihr blutiger Anorak. Und der liegt ausgerechnet an der Stelle, an der sich Marsibil und ihr Brieffreund treffen wollten.
Auch zehn Jahre später bleibt von Stina noch jede Spur verschwunden und der Fall ist nicht gelöst. Zum Todestag kehrt Marsibil in ihr Dorf zurück. In ihrem Gepäck steckt ein Brief, den sie einige Tage zuvor erhalten hat - von ihrem damaligen Brieffreund. Nun muss sie sich erinnern und herausfinden, was damals tatsächlich passiert ist.

Wer schon Thriller von dem Autor
innenduo gelesen hat, weiß um den langsamen, ruhigen Schreibstil, der nicht auf schnelle Spannungsmomente, sondern auf aufbauende Spannung setzt. So haben die Figuren Zeit, sich zu entfalten, die Leser*innen erfahren aus Stinas Perspektive die Erlebnisse von damals und verfolgen Marsibils Erinnerungen und Nachforschungen in der Gegenwartsperspektive.

Recht schnell wird klar, dass die Dorfgemeinschaft ein komplexes Gefüge bildet, in dem nicht alles so ist, wie es auf den ersten Blick scheint.
Zwischendurch gab es einige Längen, die ich nicht gebraucht hätte, aber insgesamt gefiel mir der Thriller sehr gut. Ich mochte den Spannungsaufbau, das Miträtseln und die düstere Atmosphäre.

Ein guter Nordic Noir Psychothriller.

Veröffentlicht am 30.07.2026

Ferienresort mit Geheimnissen

Summer Heat
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Für den Sommer ist Mia in einem Beach Resort an der Algarve in Portugal als Yogalehrerin und Animateurin im Abendprogramm tätig. Gemeinsam mit anderen jungen Menschen soll sie für reibungslose Abläufe ...

Für den Sommer ist Mia in einem Beach Resort an der Algarve in Portugal als Yogalehrerin und Animateurin im Abendprogramm tätig. Gemeinsam mit anderen jungen Menschen soll sie für reibungslose Abläufe sorgen und gute Bühnenprogramme schaffen. Doch Mia hat vom ersten Tag im Resort an ein komisches Gefühl - irgendetwas stimmt doch nicht. Sie fühlt sich beobachtet und kontrolliert, hat immer wieder mit ihrer Selbtbehauptung zu kämpfen. Der einzige sichere Ort für sie ist Yanis, mit dem sie eine Affäre anfängt und der für sie da ist. Doch Mia hat ein Geheimnis: Sie ist gar nicht vorrangig wegen des Jobs in dem Resort, sondern verfolgt eine ganz andere Mission.

"Summer Heats" beginnt gemächlich mit Mias Ankunft im Resort und der Vorstellung der Figuren, die ich größtenteils ebenfalls sonderbar, bzw. ihr Verhalten nicht nachvollziehbar finde. Gerade die erste Häfte hat einige Längen, Wiederholungen und verliert manchmal den roten Faden. Mia macht sich viele Gedanken, es wird sehr viel beschrieben, doch auf der Handlungsebene passiert wenig.
Spannend wurde es für mich erst im letzten Drittel. Ab da habe ich die Geschehnisse jedoch gebannt verfolgt und war gespannt auf die Auflösung.