Cover-Bild Ultramarin
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23,00
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  • Verlag: Hanser Berlin in Carl Hanser Verlag GmbH & Co. KG
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: zeitgenössisch
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Seitenzahl: 224
  • Ersterscheinung: 17.03.2026
  • ISBN: 9783446286757
Ann-Christin Kumm

Ultramarin

Roman
Verführerisch, verstörend und absolut gegenwärtig: Voll schimmernder Ambivalenz schreibt Ann-Christin Kumm in ihrem Debüt von Herkunft, Queerness, Macht und Intimität.

Die Sommer gehören Lou und seinem charismatischen Freund Raf, dessen Anziehungskraft sich niemand entziehen kann, am allerwenigsten Lou. Doch diesmal ist es anders: Auch die blonde Nora steigt mit ins Auto an die dänische Küste. In einem alten Ferienhaus in den Dünen leben die drei in den Tag hinein, springen in die Wellen, rauchen, kochen, streichen umeinander herum. Was von außen wie ein unbeschwerter Urlaub scheint, eröffnet in dieser neuen Konstellation langsam dunkle Abgründe. Lou ist sich auf einmal nicht mehr sicher: Will Raf noch seine Nähe oder verachtet er ihn für seine Ergebenheit? Und warum verschwindet Nora eines Nachmittags ohne ein Wort? Ann-Christin Kumms Debüt ist ein psychologisch meisterhaft konstruiertes und erotisch flirrendes Spiel mit Macht, Manipulation und Begehren.

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 18.04.2026

Eindringlich und atmosphärisch

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Mit ihrem Debüt-Roman "Ultramarin" legt Ann-Christin Kumm das perfekte Buch für den Sommer vor. Ebenso lebendig wie die Sommeratmosphäre, fängt die Autorin die Spannungen und Dynamiken zwischen ihren Figuren ...

Mit ihrem Debüt-Roman "Ultramarin" legt Ann-Christin Kumm das perfekte Buch für den Sommer vor. Ebenso lebendig wie die Sommeratmosphäre, fängt die Autorin die Spannungen und Dynamiken zwischen ihren Figuren ein. Der Erzählstil von Kumm ist zurückhaltend, fast skizzenhaft, was jedoch keineswegs zu Lasten der Erzählung geht. Es ist vielmehr so, dass die Lücken und Leerstellen eigene Spekulation auslösen und Spannung hervorrufen. So viel Geschick und Gespür für Spannung zeigt Kumm ebenfalls bei der Handlungsführung. Bei einem wiederkehrenden Wechsel zwischen Gegenwart und Vergangenheit lässt die Autorin, die Leserin und Leser lange im Unklaren, erschafft aber zugleich ein Gefühl der Dringlichkeit. "Ultramarin" von Ann-Christin Kumm ist ein eindringlicher und atmosphärischer Sommerroman der anderen Art.

Veröffentlicht am 13.04.2026

Wenn Nähe gefährlich wird

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Ultramarin hat mich sofort gepackt – aber nicht auf die schöne, leichte Art. Das Buch fühlt sich an wie ein Sommer, der eigentlich hell sein sollte, aber innerlich schon längst dunkel ist.

Lou, Raf und ...

Ultramarin hat mich sofort gepackt – aber nicht auf die schöne, leichte Art. Das Buch fühlt sich an wie ein Sommer, der eigentlich hell sein sollte, aber innerlich schon längst dunkel ist.

Lou, Raf und Nora verbringen eine Woche in einem alten Haus am Meer. Außen wirkt alles ruhig: schwimmen, kochen, zusammen rumhängen. Aber unter der Oberfläche brodelt es. Man spürt von Anfang an, dass hier etwas nicht stimmt. Die Stimmung ist angespannt, manchmal fast bedrohlich.

Mit jedem Tag wird klarer, wie toxisch die Beziehung zwischen Lou und Raf ist. Dieses Hin und Her aus Nähe, Abhängigkeit, Macht und Verletzung – das hat mich richtig getroffen. Vielleicht auch, weil ich selbst schon in so einer Beziehung gesteckt habe. Viele Momente kamen mir erschreckend bekannt vor. Dieses Gefühl, dass man eigentlich weiß, dass etwas falsch läuft, aber trotzdem bleibt. Genau das fängt das Buch unglaublich gut ein.

Die Rückblenden machen alles noch intensiver. Man versteht langsam, wie tief diese Muster sitzen und wie lange sie schon da sind. Und als Nora plötzlich verschwindet, wird die ganze Geschichte noch düsterer.

Der Schreibstil ist eher ruhig und sachlich, aber gerade das macht die Emotionen so stark. Die Autorin zeigt die Abgründe ohne Drama, ohne Übertreibung – und genau deshalb wirken sie so echt.

Ich mochte keinen der Charaktere wirklich, aber das war für mich kein Minuspunkt. Es passt zu dieser Geschichte, die weh tut, weil sie so nah an der Realität ist. Besonders gut fand ich auch, wie selbstverständlich queere Figuren dargestellt werden.

Mein Fazit: Ein stiller, aber unglaublich intensiver Roman über Abhängigkeit, Macht und die dunklen Seiten von Beziehungen. Für mich emotional, spannend und sehr mitreißend. Ein Buch, das bleibt.

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Veröffentlicht am 10.04.2026

Fesselnde literarische Spannung!

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Shit, das war für mich einer der spannendsten Romane der letzten Zeit. Ich fand ihn so spannend, dass ich am Schluss mit dem Hörbuch aufhören musste und auf das analoge Buch wechseln musste, weil ich die ...

Shit, das war für mich einer der spannendsten Romane der letzten Zeit. Ich fand ihn so spannend, dass ich am Schluss mit dem Hörbuch aufhören musste und auf das analoge Buch wechseln musste, weil ich die Suspense nicht mehr ertragen konnte. Wenn ich lese, habe ich, anders als wenn ich höre, immerhin noch ein bisschen das Gefühl von Kontrolle.
Dabei ist „Ultramarin“ nicht mal ein Krimi oder Thriller oder so, aber er hat mich einfach brutal verführt und verstört.

Ann-Christin Kumm lässt ihren Protagonisten Lou komplett aus der Ich-Perspektive erzählen und baut ihre Geschichte auf zwei Zeitebenen auf.
Lou ist ein zurückhaltender, junger Mann, der sich wie jedes Jahr auf den gemeinsamen Urlaub mit seinen Freunden, dem Geschwisterpaar Raf und Sophie, freut. Die drei verbindet eine längere gemeinsame Vergangenheit und es ist kein Geheimnis, dass Lou schon immer für den attraktiven und selbstbewussten Raf schwärmt. Phasenweise hatten die beiden eine schon eine intime Beziehung und Lou hofft auf deren Wieberbelebung in den bevorstehenden Urlaubstagen.

Doch statt Sophie steigt plötzlich Nora ins Auto und möchte die Urlaubstage in dem Ferienhaus am Meer mit den beiden Männern verbringen.
Für Raf offensichtlich kein Problem, denn er findet Nora offenkundig attraktiv. Aber für den unsicheren Erzähler ist es eine unvorhergesehene und unwillkommene Änderung der Urlaubspläne.
In Rückblicken in die Schulzeit der kleinen Freundesgruppe erfahre ich mehr über ihr Kennenlernen und über die Beziehungsdynamiken. Dabei fällt mir schnell auf, wie wichtig Raf im Leben des Erzählers ist und wie ungesund die Dynamiken in der Beziehung der beiden jungen Männer von Anfang an sind.

Auch Lou ist sich des Machtgefälles zwischen ihm und Raf bewusst und versucht des öfteren, sich von Raf zu emanzipieren und andere Beziehungen einzugehen.

Mich faszinierte das Abhängigkeitsverhältnis zwischen Raf und Lou wahnsinnig. Gerade weil Kumm immer nur andeutet, wer eigentlich wirklich gerade die Macht in der Beziehung hat und es nicht immer offensichtlich ist, wer gerade wen emotional manipuliert. Zudem lese ich auch nur die Gedanken des Erzählers, dem ich vielleicht auch nicht immer ganz trauen kann, weil er sich in seinen eigenen Interpretationen verirrt. Lou ist somit ein unzuverlässiger Erzähler, was natürlich meine eigene Fantasie anregt.

Kumm nutzt in „Ultramarin“ einen einzigartigen, atemlosen und unmittelbaren Schreibstil, der der Geschichte eine starke Präsenz verleiht. Gerade die Atmosphäre in der Sommerhitze des Ferienhaus ist flirrend und spürbar aufgeladen.
Ich könnte mir vorstellen, dass der Stil eventuell nicht allen Leser*innen gefällt, dich mit seiner literarischen Qualität hebt er sich deutlich von anderen als Sommerlektüre konzipierten Romanen ab. Für mich macht diese von Zoë Beck bezeichnetet „sprachliche Klarheit, die schneidet“ den Roman zum inhaltlichen wie literarischen Highlight.
Natürlich gibt es für diesen Banger von mir eine fette Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 25.03.2026

Tiefe Einblicke in eine toxische Beziehung

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Das ist mal eine Geschichte, die mich wirklich überrascht hat.

Mich hat die Buchbeschreibung angesprochen und ich habe mit einer unterhaltsamen spannenden Geschichte gerechnet.
Auf das was mich erwartet ...

Das ist mal eine Geschichte, die mich wirklich überrascht hat.

Mich hat die Buchbeschreibung angesprochen und ich habe mit einer unterhaltsamen spannenden Geschichte gerechnet.
Auf das was mich erwartet hat, war ich gar nicht gefasst.

Eine sehr berührender, eindringlicher und interessanter Roman über eine Beziehung, die eher ein Drama ist.
Er spielt im Sommer in Dänemark und ist eigentlich schon das Ende. Der Anfang wird in den Kapiteln, welche in der nahen Vergangenheit spielen, erzählt und führt langsam an die gegenwärtige Situation heran.

Leise und unaufgeregt schildert die Autorin das Verhältnis zwischen Lou und Raf, dennoch wirkt es eindrücklich, beklemmend und weckt Emotionen. Die beiden wirken sehr real und bringen ihre Eigenschaften direkt auf den Punkt.

Ein kleines Lesehighlight, dass ich sehr gerne weiterempfehle!

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Veröffentlicht am 25.03.2026

Intensiv und direkt

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Diese Geschichte hat mehr zu erzählen, als man anfangs ahnt.

Die Buchbeschreibung gibt einen ersten Eindruck, dass viel mehr dahinter steckt, kristallisiert sich im Laufe des Geschehens immer mehr heraus.

Um ...

Diese Geschichte hat mehr zu erzählen, als man anfangs ahnt.

Die Buchbeschreibung gibt einen ersten Eindruck, dass viel mehr dahinter steckt, kristallisiert sich im Laufe des Geschehens immer mehr heraus.

Um hinter die Fassade blicken zu können wechseln die Kapitel zwischen heute und gestern. Spannend, aufregend, erschreckend, melancholisch und auch unterhaltsam.

Raf und Lou sind zwei völlig gegensätzliche Charaktere. Während der eine charismatisch, manipulativ und egoistisch ist, hat der andere eine Abhängigkeit entwickelt, sich untergeordnet und wirkt verloren.

Ihre Beziehung ist alles andere als gleichberechtigt und auf Augenhöhe.

Die Autorin hat ihren ganz eigenen Schreibstil, der ungewöhnlich erscheinen mag, aber sehr fesselnd ist. Sie erzeugt eine Atmosphäre, die einen direkt mitnimmt und Lous Seelenleben perfekt widerspiegelt. 

Ein Blick in das Innerste, der offenbart, wie man sich in einem Menschen, den man glaubt zu kennen, irren kann.

Von mir gibt eine 5* Leseempfehlung!

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