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Raoulchagny

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 19.09.2021

So gut wie Turtons erster Roman

Der Tod und das dunkle Meer
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Stuart Turton ist kein One-Hit-Wonder. Mit "Der Tod und das dunkle Meer" gelingt ihm wie schon bei "Die sieben Tode der Evelyn Hardcastle" ein spannender und vor allem auch origineller Kriminalroman. War ...

Stuart Turton ist kein One-Hit-Wonder. Mit "Der Tod und das dunkle Meer" gelingt ihm wie schon bei "Die sieben Tode der Evelyn Hardcastle" ein spannender und vor allem auch origineller Kriminalroman. War sein erster Roman wie eine Hommage an Agatha Christie gestaltet, erinnert nun „Der Tod und das dunkle Meer“ insbesondere im Hinblick auf seine Figurenkonstellation an Sherlock Holmes und Dr. Watson. Turtons Figuren sind jedoch keine bloßen Schablonen, sondern bis ins Detail fein gezeichnet und mit Leben gefüllt. Auch bei den restlichen Figuren des Romans gelingt es Turton gut, diese markant und insbesondere gut unterscheidbar zu gestalten, sodass das "Verzeichnis der wichtigen Passagiere" am Anfang des Romans hilfreich sein mag, später aber nicht mehr notwendig ist.
Stärker als in seinem ersten Roman fließen diesmal Elemente eines historischen Romans ein. Mit vielen Details gelingt Turton dabei ein stimmiges Bild der Überfahrt zu zeichnen, das bereits von sich aus spannend zu lesen ist und zusammen mit dem Kriminalfall quasi doppelte Spannung bietet. Insgesamt besticht „Der Tod und das dunkle Meer“ vor allem durch seine originelle Prämisse und sein Spiel mit Konventionen des Krimi-Genres und ihrer Kombinationen mit neuen, spannenden Ideen. Vor allem jedoch macht dieser Roman neugierig darauf, welche Prämisse Stuart Turton für sein nächstes Buch wählen wird.

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Veröffentlicht am 20.08.2021

Ein Buch wie ein Urlaub in St. Peter-Ording

Nordwestzorn
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Nach einem gelungenen ersten St. Peter-Ording-Krimi von Svea Jensen gibt es nun mit "Nordwestzorn" den nächsten Mordfall an der Nordseeküste zu lösen. Dieser ist - so viel sei verraten - ganz schön verzwickt ...

Nach einem gelungenen ersten St. Peter-Ording-Krimi von Svea Jensen gibt es nun mit "Nordwestzorn" den nächsten Mordfall an der Nordseeküste zu lösen. Dieser ist - so viel sei verraten - ganz schön verzwickt und sorgt für ein immer stärkeres Bedürfnis, endlich wissen zu wollen, wie sich alles zugetragen hat. Der Krimi ist schön und eingängig geschrieben und bietet gute Unterhaltung. Die Sprache ist locker und angenehm zu lesen, ist aber nicht seicht, wie bei so manchen Lokal-Krimis. Svea Jensen legt im Buch auch wert auf ihre Figuren und beschreibt vielschichtig die menschlichen und vor allem auch familiären Bande. Die eigentliche Hauptrolle nimmt jedoch St. Peter-Ording mit seiner Umgebung ein. Svea Jensen zeichnet ein stimmiges und stimmungsvolles Bild von Landschaft und Menschen. "Nordwestzorn" hat zudem durchaus Spannung, jedoch ohne aufzuregen. Es ist zwar kein Cosy-Krimi, aber trotzdem eine entspannte Lektüre, die sich bestens für den Urlaub - am besten in St. Peter-Ording - eignet.

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Veröffentlicht am 14.08.2021

Gesund und lecker!

Medical Cuisine
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Da ich die Rezepte von Johann Lafer sehr gerne mag, hat mich auch dieses Kochbuch gleich interessiert. Die Idee, dass auch genussvolles Essen gesund gekocht werden kann - also von leckeren Rezepten ausgehend ...

Da ich die Rezepte von Johann Lafer sehr gerne mag, hat mich auch dieses Kochbuch gleich interessiert. Die Idee, dass auch genussvolles Essen gesund gekocht werden kann - also von leckeren Rezepten ausgehend zu überlegen, wie diese gesund gemacht werden können, fand ich einen spannenden Ansatz. "Medical Cuisine" von Johann Lafer und Matthias Riedl macht gleich einen guten Eindruck. Mir gefallen die Aufmachung des Kochbuchs und vor allem die Essensfotos sehr gut. Zudem ist das Buch sehr übersichtlich gestaltet, sodass das Zurechtfinden leicht ist. Mir kam es vor allem auf die Rezept an, aber wer sich näher mit "Medical Cuisine" und gesunder Ernährung beschäftigen möchte, findet hierzu zunächst viel Wissenswertes. Die Rezepte sind wie von Johann Lafer gewohnt sowohl sehr lecker als auch gut zum Nachkochen geeignet. Auch die Kombination von Genuss und gesunder Ernährung gelingt dabei ausgesprochen gut. So muss trotz gesunder Zutaten nicht am Geschmack gespart werden. Besonders gefällt mir an diesem Kochbuch, dass es nicht lediglich auf eine Diät ausgerichtet ist, sondern auf gesunde Ernährung im Alltag abzielt. "Medical Cuisine" hilft dabei, gesunde Ernährung in das tägliche Kochen zu integrieren. Gerade die vorgeschlagenen Zutaten geben Ideen und Inspirationen um auch andere Rezepte gesünder zu machen. Beispielsweise ist Rapsöl mit Butteraroma eine tolle Alternative zu Butter, die sich vielfältig verwenden lässt - und "Medical Cuisine" eine tolle Erweiterung für jedes Kochbuchregal.

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Veröffentlicht am 04.08.2021

Lecker und abwechslungsreich!

Heilsam kochen mit Ayurveda
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Mit Ayurveda hatte ich bisher nicht so viel zu tun, mich haben allerdings die schönen Fotos der Rezepte direkt angesprochen. Die dazugehörigen Rezepte klangen nach einer leckeren Abwechslung, weswegen ...

Mit Ayurveda hatte ich bisher nicht so viel zu tun, mich haben allerdings die schönen Fotos der Rezepte direkt angesprochen. Die dazugehörigen Rezepte klangen nach einer leckeren Abwechslung, weswegen ich sie gerne ausprobieren wollte. Bisher waren die Rezepte allesamt nicht nur schön auf den Fotos anzuschauen, sondern auch sehr lecker. Dabei hat mir insbesondere gefallen, dass viele Rezepte im Buch mal etwas ganz anderes sind, was ich bisher noch nicht kannte. Positiv an den Rezepten ist zudem, dass sie nicht zu kompliziert sind und die großteils gut erhältliche Zutaten verwendet werden. Auch schnelle Rezepte oder solche, die sich gut vorbereiten lassen, sind ausreichend vorhanden. Insgesamt gefällt mir das Kochbuch sehr gut. Besonders empfehlenswert ist es für alle, die gerne mal neue und abwechslungsreiche Rezepte probieren wollen.

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Veröffentlicht am 26.07.2021

Ein längst überfälliges Buch!

Mut. Machen. Liebe
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Die von Hansjörg Nessensohn gewählten Prämisse in "Mut. Machen. Liebe" zwei schwule Liebesgeschichten in Deutschland mit etwas 60 Jahren Abstand miteinander zu verknüpfen, ist äußerst reizvoll. Zum einen ...

Die von Hansjörg Nessensohn gewählten Prämisse in "Mut. Machen. Liebe" zwei schwule Liebesgeschichten in Deutschland mit etwas 60 Jahren Abstand miteinander zu verknüpfen, ist äußerst reizvoll. Zum einen wendet er sich so einer Thematik zu, die in historischen Romanen oder auch in Filmen bisher kaum beachtet wurde, nämlich die in der jungen Bundesrepublik fortwährende Verfolgung Homosexueller unter dem damaligen § 175 StGB. Zum anderen kann er so verdeutlichen, wie erstaunlich viel sich in so einer kurzen Zeitspanne, die weniger als ein Menschenleben umfasst, geändert hat. Diese reizvolle Prämisse kann Nessensohn im Großen und Ganzen auch gelungen ausfüllen.
Sein Schreibstil ist gut lesbar uns flüssig - gerade in den Passagen der Vergangenheit jedoch zuweilen etwas schulbuchartig, was allerdings auch eine Referenz an den erzählerischen Charakter darstellen könnte. Die gelungene inhaltliche Darstellung lässt jedoch über einzelne stilistische Unebenheiten hinwegsehen. Auf der inhaltlichen Ebene gelingt es Nessensohn die beiden Handlungsstränge gut miteinander zu verweben, sodass die Wechsel der Erzählperspektive niemals erzwungen wirken, sondern passend erscheinen. Vor allem kann "Mut. Machen. Liebe" durch sein Sujet überzeugen. Nessensohn schafft es gut, die Verfolgung unter dem § 175 StGB anhand von Helmut und Enzo darzustellen, und verschafft dieser Thematik endlich Aufmerksamkeit. "Mut. Machen. Liebe" ist ein Buch, das längst überfällig war, und alles in allem empfehlenswert!

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