Was geschah mit Aaron?
Im letzten Sommer übernimmt Aaron einen Ferienjob als Firewatch in einem kalifornischen Nationalpark. Im benachbarten Turm ist der Schriftsteller Kian stationiert. Aaron fühlt sich sofort zu ihm hingezogen. ...
Im letzten Sommer übernimmt Aaron einen Ferienjob als Firewatch in einem kalifornischen Nationalpark. Im benachbarten Turm ist der Schriftsteller Kian stationiert. Aaron fühlt sich sofort zu ihm hingezogen. Zwar spürt er, dass Kian etwas verbirgt, aber dennoch verlässt er eines Nachts heimlich seinen Turm um zu Kian zu gehen. Doch er kehrt nie zurück. Ein Jahr später nachdem die Suche nach Aaron für erfolglos beendet erklärt wurde, fasst Aarons bester Freund Robin einen riskanten Plan. Er will sich an Kian heranmachen, um sein Vetrauen zu gewinnen und herauszufinden, was wirklich passiert ist.
Die Handlung wird aus wechselnden Perspektiven und auf verschiedenen Zeitebenen erzählt. Das "Heute" ist in der Ich-Perspektive von Robin erzählt und damit erlebt man seine Gedanken und Gefühle hautnah. Die "Damals"-Rückblenen enthüllen Stück für Stück was vor einem Jahr mit Aaron passiert ist. Bis die Rückblenden abrupt enden, sodass man dann mit Robin versucht herauszufinden was hinter dem Verschwinden von Aaron steckt. Dazu kommen die mysteriösen schwarzen Seiten, die wie kleine Schatten über der Geschichte liegen und die Spannung noch weiter anheizen.
Der Spannungsbogen ist gut aufgebaut. Rasante, nervenaufreibende Szenen wechseln sich mit ruhigeren Momenten ab, in denen man kurz Luft holen kann. Der Schreibstil ist flüssig, fesselnd und temporeich, sodass man das Buch kaum aus der Hand legen kann. Es entsteht ein richtiger Sog, sodass man unbedingt weiterlesen muss, um endlich die Wahrheit zu erfahren. Die Twists sind gut gesetzt. Sie kommen sehr überraschend und das Finale ist so unvorhersehbar.
Die Figuren in der Handlung tragen ebenfalls zur Wirkung der Spannung bei. Robin wirkt jung. Man spürt seine Unsicherheit, seine Verletzlichkeit, seine jugendliche Impulsivität und genau das macht ihn sehr authentisch. Kian strahlt eine reifere, souveräne, fast geheimnisvolle Aura aus. Die Dynamik zwischen den beiden ist intensiv. Ein paar weniger explizite Szenen hätten für mich persönlich noch besser gepasst, um die emotionale Ebene stärker wirken zu lassen.
Das Setting im kalifornischen Nationalpark ist bildgewaltig beschrieben: weite grüne Landschaften, Natur, die gleichzeitig Freiheit und Bedrohung ausstrahlt. Diese Kulisse verstärkt die dichte, manchmal beklemmende Atmosphäre und macht die Geschichte noch immersiver.
Mein Fazit:
Ein packender Mix aus Spannung, Emotionen und Atmosphäre. Die Story hat sowohl zarte Gefühle als auch puren Nervenkitzel zu bieten. Mich hat das Buch total gefesselt und daher vergebe ich gerne eine Leseempfehlung.