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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 28.03.2026

Abgekatertes Spiel

The Woman in Suite 11
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Lo versucht nach einem alten Trauma beruflich wieder Fuß zu fassen und nimmt deshalb an der Eröffnung eines luxuriösen Hotels am Genfer See teil. Dort hofft sie auf ein Interview mit dem geheimnisvollen ...

Lo versucht nach einem alten Trauma beruflich wieder Fuß zu fassen und nimmt deshalb an der Eröffnung eines luxuriösen Hotels am Genfer See teil. Dort hofft sie auf ein Interview mit dem geheimnisvollen Besitzer Marcus Leidmann. Als sie einer mysteriösen Einladung eines Nachts in sein Zimmer folgt, trifft sie stattdessen auf eine fremde Frau, die behauptet, Marcus’ Geliebte zu sein und in großer Gefahr zu schweben. Für Lo beginnt ein gefährliches Spiel voller Lügen und Bedrohungen.

"The Woman in Suite 11" ist der Nachfolger von "The "Woman in Cabin 10". Auch ohne The Woman in Cabin 10 gelesen zu haben, kommt man problemlos in die Handlung rein.

Der Schreibstil ist angenehm flüssig und leicht zu lesen. Der Einstieg ins Buch ist leicht und hat kaum Spannung. Der Spannungsbogen wächst erst nach und nach. Etliche Wendungen machen es nach und nach zu einem verwirrenden Spiel. Außerdem rätselt man die ganze Zeit mit wer dahinter steckt, wer falsch spielt und wer die Wahrheit sagt.

Die Handlung wird erzählt aus der Ich‑Perspektive von Lo Blacklock. Lo wirkt authentisch, verletzlich, manchmal unsicher. Man zweifelt mit ihr, man fiebert mit ihr, und man fragt sich ständig, ob sie der Realität trauen kann… oder wir ihr. Auf der anderen Seite wirkt sie mit ihren Handlungen teilweise auch sehr naiv.

Die Nebenfiguren sind vielschichtig, geheimnisvoll und schwer zu durchschauen. Die Darstellung von Los Kindern im Kleinkindalter fand ich etwas auffällig. hre Sprache und Wortwahl wirken für ihr Kleinkindalter stellenweise untypisch und etwas unrealistisch.

Das luxuriöse Hotelsetting verleiht der Geschichte eine besondere Note und schafft eine ganz eigene, fesselnde Atmosphäre.

Mein Fazit:
Ein atmosphärischer, clever aufgebauter Thriller, der langsam startet und dann richtig Fahrt aufnimmt. Perfekt für alle, die psychologische Spannung mit starkem Setting lieben.

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Veröffentlicht am 27.03.2026

Düstere Casino-Atmosphäre

Casino Durable - All in with the Devil
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Dawn wird Zeugin eines Mordes und weiß, dass der Täter hinter ihr her ist. Um sich zu schützen, lässt sie sich absichtlich beim Betrug im luxuriösen Casino der Familie Durable erwischen, damit sie im Gefängnis ...

Dawn wird Zeugin eines Mordes und weiß, dass der Täter hinter ihr her ist. Um sich zu schützen, lässt sie sich absichtlich beim Betrug im luxuriösen Casino der Familie Durable erwischen, damit sie im Gefängnis sicher ist. Doch einen Durable betrügt man nicht. Gabriel Durable, der Erbe und Sicherheitschef des Casinos durchschaut ihr Vorhaben. Statt sie fallen zu lassen, zwingt er sie, ihm bei der Suche nach einem geheimen Feind zu helfen, der seine Familie bedroht. Während sie gemeinsam in ein gefährliches Spiel geraten, wächst zwischen der misstrauischen Betrügerin und dem kontrollierten Casinobesitzer eine unerwartete Nähe.

"Casino Durable - All in with the Devil" ist der erste Band der Casino Durable-Reihe.

Die Handlung wird in der Ich-Erzählform von Dawn und Gabriel in wechselnden Perspektiven erzählt. Die ständigen Wechsel der Sichtweisen macht die Geschichte nahbar, intensiv und zeigt, wie unterschiedlich beide die gleiche Welt wahrnehmen. Die Dynamik zwischen den beiden Hauptprotagonisten ist sehr gut. Es knistert, mal ist es explosiv und mal leise. Man wird neugierig was zwischen den beiden als Nächstes passiert.

Der Einstieg in die Handlung war sehr spannend. Man begleitet Dawn, die absichtlich im Casino betrügt, mit cleveren Tricks, Täuschungen und perfekt inszenierten Betrugsmaschen. Diese Szenen sind so lebendig und spannend geschrieben, dass man das Adrenalin fast selbst spürt. Der Mittelteil des Buches ist dann etwas ruhiger. Hier wurde die Lovestory Liebesgeschichte mir etwas zu viel und zu dramatisch. Zum Ende hin zieht die Spanndung wieder an und der Epilog macht neugierig auf die Fortsetzung.

Das Setting, dem Casino in Monte Carlo, fand ich das Beste am Buch. Man spürt das Klicken der Roulettekugel, das Rascheln der Karten, die Mischung aus Glamour und Gefahr. Die Atmosphäre bleibt durchgehend düster, elektrisierend und leicht bedrohlich, perfekt für die Mafia‑Vibes, die sich nach und nach entfalten.

Der Schreibstil ist angenehm und flüssig zu lesen. Durch die bildhaften Beschreibungen wirken die Figuren, Handlungen und das Setting sehr lebendig. Dadurch wird eine tolle, düstere Casino-Atmosphäre geschaffen.

Mein Fazit:
Ein düster‑spannenden Mix aus Mafia‑Vibes, Glücksspiel‑Atmosphäre und intensiver Charakterdynamik. Kleine Längen im Mittelteil, aber insgesamt ein packendes Leseerlebnis mit Suchtfaktor.

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Veröffentlicht am 21.03.2026

Etwas anderer Krimi

Giftiger Grund
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Joran wird aus dem Jugendknast entlassen und sofort gerät sein Leben wieder aus den Fugen. Sein Vater setzt ihn unter Druck und überall stößt er auf Ablehnung. In seiner Verzweiflung kehrt er zu der verlassenen ...

Joran wird aus dem Jugendknast entlassen und sofort gerät sein Leben wieder aus den Fugen. Sein Vater setzt ihn unter Druck und überall stößt er auf Ablehnung. In seiner Verzweiflung kehrt er zu der verlassenen Tankstelle zurück, an der er einst die Beute eines Raubüberfalls versteckt hat. Statt des Geldes entdeckt er jedoch die Leiche seines früheren Freundes Aras. Sofort hat er den Verdacht, dass der dritte Komplize von damals seine Finger im Spiel hat. Auf dem Gelände trifft Joran außerdem auf die kleine Edda und die Lost-Place-Fotografin Charu. Die drei werden durch den Toten ungewollt miteinander verbunden – und in ein gefährliches Geheimnis hineingezogen.

Die Handlung wird aus drei Perspektiven (Joran, Charu & Edda) erzählt. Der Schreibstil ist jugendlich und teils abgehackt. Anfangs ist es ungewohnt, aber es entwickelt schnell einen Sog. Jede Perspektive ist stilistisch unterschiedlich. Dadurch wird es authentisch und verleiht es den Figuren etwas Persönliches.

Die drei Protagonisten sind keine typischen Krimi-Held*innen, sondern Außenseiter, die vom Leben enttäuscht wurden.
Charu erschien nervig und unsympathisch. Sie war ständig auf der Suche nach dem nächsten Lost Place und Content. Trotzdem war sie realistisch gezeichnet. Bei Joran war ich zwiegespalten. Er tut einem leid, weil er nach dem Gefängnis neu anfangen will, aber er rutscht auch viel zu leicht in alte Muster. Edda bleibt ruhiger. Durch sie wird es geheimnisvoll und rätselhaft.

Das Setting, die Lost Places, vor allem die verlassene Tankstelle, erzeugen durch die Beschreibungen eine beklemmende, atmosphärische Kulisse. Man spürt den Verfall und die Leere. Dazu kommen moderne Elemente wie der sprachliche Gebraucht, sowie Social Media, die sich passend einfügen und dem Buch einen zeitgemäßen Touch geben.

Bei diesem Buch darf man keinen klassischen Krimi erwarten. Typische Krimi-Bausteine fehlen, aber dennoch bleibt die Geschichte spannend und rätselhaft. Für mich ist es eher ein gesellschaftskritisches Drama, das zeigt, wie Menschen in schwierigen Situationen Entscheidungen treffen.

Das Ende bleibt sehr offen. Es bleiben offene Fragen stehen und neue entstehen. Dadurch bleibt viel Raum zur eigenen Spektulation, was nicht unbedingt Meins ist.

Mein Fazit:
Zwar kein typischer Krimi, den man vielleicht nach dem Klappentext erwartet, sondern viel mehr ein gesellschaftskritischer Roman. Dennoch ist es sehr spannend und rätselhaft mit einer düsteren Atmosphäre und einem tollen Setting mit der verlassenen Tankstelle. Wer sich drauf einlassen möchte und mal keinen klassischen Krimi lesen, dem empfehle ich dieses Buch zu lesen.

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Veröffentlicht am 15.03.2026

Tödliche Prüfungen

The Ordeals
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Sophia will ihrem grausamen Onkel (einem Sammler), an den sie seit ihrer Kindheit durch ein Blutsbund gebunden ist, entkommen . Sie setzt alles darauf, an der magischen Akademie Killmarth aufgenommen zu ...

Sophia will ihrem grausamen Onkel (einem Sammler), an den sie seit ihrer Kindheit durch ein Blutsbund gebunden ist, entkommen . Sie setzt alles darauf, an der magischen Akademie Killmarth aufgenommen zu werden. Dort muss sie gefährliche Prüfungen bestehen und sich mit dem mächtigen Botaniker Alden verbünden. Zwischen tödlichen Prüfungen, Intrigen und unerwarteten Gefühlen wird klar, dass nicht nur ihr Herz, sondern ihr Leben auf dem Spiel steht. Kann sie dem Sammler wirklich entkommen?

"The Ordeals" ist der Auftakt der Reihe von der Killmarth-Academy.

Die Handlung wird in der Ich-Erzählperspektive von Sophia DeWinter erzählt. Sophia ist eine vielschichtige Protagonistin. Man taucht durch ich Ich-Erzählform tief in ihre Ängste, Sorgen und Schuldgefühle ein. Sophias innere Zerrissenheit wird authentisch dargestellt und zieht einen tief in ihren emotionalen Zustand hinein.
Die Chemie zwischen Sophia und Alden bleibt dagegen etwas verhaltener. Zwar ist spürbar, dass zwischen ihnen etwas entstehen soll, doch die Funken sprühen nicht ganz so überzeugend wie erwartet.

Besonders gelungen ist das Setting. Killmarth ist ein Schloss, das vom Festland isoliert liegt. Durch die Beschreibungen wirkt es atmosphärisch. Man kann die kalten Mauern, die stürmische See und die bedrückende Abgeschiedenheit förmlich spüren. Die Welt außerhalb von Killmarth bleibt dagegen etwas blass.
Der Schreibstil ist angenehm flüssig zu lesen.

Das Erzähltempo ist insgesamt eher ruhig. Die Prüfungen selbst sowie das Finale bringen jedoch deutlich mehr Dynamik und sorgen dafür, dass der Roman zum Ende hin richtig Fahrt aufnimmt. Der Abschluss ist spannend, atmosphärisch dicht und macht neugierig auf die Fortsetzung.

Die Idee der Prüfungen, der sogenannten Ordeals, ist ein echter Spannungsträger. Die Morde, die geschehen stellen alles in Frage und erwecken Misstrauen. Wem man trauen kann und wem nicht? Einige Szenen sind sehr brutal und nichts für schwache Nerven.

Mein Fazit:
Ein sehr atmosphärischer Romantasy-Roman - sehr gelungener Auftakt der Reihe und ich bin schon sehr gespannt wie es weitergeht. Das Buch bekommt von mir eine klare Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 14.03.2026

Dreikönigenschrein

Der Schrein der Könige
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Ein mächtiger Triumph des Kölner Erzbischofs Reinald von Dassel verändert die Geschichte: Nach der Einnahme Mailands bringt er die Gebeine der Heiligen Drei Könige nach Köln. Die Stadt wird daraufhin zum ...

Ein mächtiger Triumph des Kölner Erzbischofs Reinald von Dassel verändert die Geschichte: Nach der Einnahme Mailands bringt er die Gebeine der Heiligen Drei Könige nach Köln. Die Stadt wird daraufhin zum Magneten für Pilger, die auf Wunder hoffen. Noch ruhen die Reliquien in einer schlichten Kiste, doch ihr Ruf verlangt nach einem würdigen Schrein. Der berühmte Goldschmied Nicolaus von Verdun soll dieses einzigartige Kunstwerk erschaffen. Seine Berufung sorgt jedoch für Unmut, denn die Kölner Goldschmiede fühlen sich übergangen und sehen den prestigeträchtigen Auftrag an einen Fremden verloren.

Die Handlung ist so aufgebaut, dass man den einzelnen Protagonisten abwechselnd folgt. Das sorgt für Abwechslung und erhöht den Spannungsbogen. Historische Aspekte wie Kriege, Eroberungen und Raubzüge kommen erst später stärker ins Spiel, werden dann aber sehr gut in die Handlung eingewoben. Man lernt etwas, ohne von Fakten erschlagen zu werden.

Im letzten Drittel ging’s mir etwas zu schnell. Viele Nebenstränge wurden recht zügig abgehandelt. Und ich hätte mir mehr durchgehende Beschreibungen des Dreikönigenschreins gewünscht. Dieser steht am Anfang und Ende im Fokus, dazwischen aber weniger. Stattdessen stehen hier mehr die Schilderungen mittelalterlicher Lebensumstände sowie kirchlicher und politischer Entwicklungen im Fokus.

Im Mittelpunkt steht Nicolaus mit seiner Familie. Die Hauptcharaktere, aber auch die Nebencharaktere sind sehr facettenreich gestaltet. Es gibt Sympathieträger, zwielichtige Gestalten, Charaktere, die man gern begleitet und solche, die man am liebsten schütteln würde. Diese große Bandbreite macht die Figuren glaubwürdig und sorgt dafür, dass man mit ihnen mitfiebert, sich ärgert, hofft und bangt.

Der Schreibstil ist flüssig, bildhaft und so atmosphärisch, dass man sich mitten ins mittelalterliche Köln versetzt fühlt. Geräusche, Gerüche, Stimmungen – all das wirkt so lebendig und authentisch.

Mein Fazit:
Atmosphärisch stark, lebendig erzählt, mit tollen Figuren - absolut lesenswert.

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