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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 23.06.2026

Ohne viel Action

Dunkelmann
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Eine chinesische Delegation soll nach Kopenhagen reisen, doch der Geheimdienstanalyst Daniel Hartmann entdeckt, dass ein Delegierter unter falschem Namen einreisen will. Um herauszufinden, was dahintersteckt, ...

Eine chinesische Delegation soll nach Kopenhagen reisen, doch der Geheimdienstanalyst Daniel Hartmann entdeckt, dass ein Delegierter unter falschem Namen einreisen will. Um herauszufinden, was dahintersteckt, wird die noch angeschlagene Agentin Maja Birk auf den Fall angesetzt. Bald zeigt sich, dass die Delegation ein besonderes Interesse an einem Forschungsprojekt im Nordpolarmeer hat. Maja erkennt, dass diese Mission möglicherweise mit ihrem letzten gefährlichen Auslandseinsatz verknüpft ist und dass mehr auf dem Spiel steht, als zunächst sichtbar war.

"Dunkelmann" ist der Auftakt in eine neue Spionagethriller-Reihe mit den Geheimdienstagenten Daniel Hartmann und Maja Birk.

Der Schreibstil ist sehr flüssig und lässt sich daher recht angenehm lesen, sodass man auch mühelos durch die einzelnen Kapitel gleitet. Die Handlung wird aus wechselnden Perspektiven der einzelnen Protagonisten erzählt und wechselt auch relativ oft die einzelnen Handlungsorte. Das bringt Abwechslung, aber trägt nicht so wirklich zur Handlung bei. Insgesamt bleibt die Handlung über ziemlich weite strecken sehr ruhig und es plätschert mehr vor sich hin.

Durch die vielen beteiligten Parteien ist es recht undurchsichtig und man bekommt kaum einen Überblick. Die Zusammenhänge bleiben sehr lange verworren. Das erzeugt zwar eine gewisse Geheimdienst‑Atmosphäre, lässt aber kaum Raum zum Miträtseln, weil man wenig Hinweise bekommt, die man selbst zusammensetzen könnte. Erst auf dem letzten Drittel wird es spürbar spannender aber Nervenkitzel will leider auch dann nicht so recht aufkommen.

Sehr gut gemacht sind auf jeden Fall die realistischen Einblicke in die Arbeit der Geheimdienste. Auch das politisch brisante Thema rund um Großmacht China und Interesse an Grönland verleiht dem Buch Relevanz und Tiefe.

Die Figuren sind gut gezeichnet, mit klaren Charakterzügen und glaubwürdigen Einblicken in ihr privates Leben. Allerdings nehmen die Beziehungsprobleme der beiden Hauptfiguren so viel Raum ein, dass sie den Thrillerfluss immer wieder ausbremsen und teilweise als echter Spannungskiller wirken. Ein bisschen unrealistisch fand ich zudem, dass Maja so angeschlagen nach ihrem vorherigen Auslandseinsatz direkt wieder so intensiv eingesetzt wurde.

Mein Fazit:
Unter diesem Spionage- / Agententhriller hatte ich mir ein wenig mehr Spannung erhofft. Es war zwar sehr undurchsichtig und das Motiv und das Ziel nicht wirklich klar, aber dennoch fehlte mir der Durchblick in der ganzen verworrenen Handlung und dadurch kam nicht so wirklich die Spannung auf.

  • Einzelne Kategorien
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  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 20.06.2026

Walküre-Spiele

Darkly
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Dia ergattert ein begehrtes Praktikum bei der geheimnisvollen Veda Foundation – doch statt Büroarbeit landet sie mit sechs anderen Jugendlichen auf einer isolierten Insel. Dort werden sie in ein tödliches ...

Dia ergattert ein begehrtes Praktikum bei der geheimnisvollen Veda Foundation – doch statt Büroarbeit landet sie mit sechs anderen Jugendlichen auf einer isolierten Insel. Dort werden sie in ein tödliches Darkly-Spiel gezwungen, bei dem niemand weiß, wem er trauen kann und wer die Fäden zieht.

Die Grundidee des lebendigen Brettspiels fand ich großartig. Sehr originell, atmosphärisch, und mir sehr viel Potenzial. Aber leider war die Umsetzung nicht so überzeugend wie erhofft. Der Einstieg in die Handlung war noch sehr gut mit den humorvollen Schreibstil. Doch je weiter die Story voranschreitet, desto mehr verliert sich dieser Ton. Die Handlung wird zunehmend sprunghaft, Szenen wechseln abrupt, und oft hatte man das Gefühl, dass wichtige Zwischenschritte fehlen. Dadurch wirkt vieles unlogisch, fast so, als würde die Struktur unterwegs auseinanderfallen. Es ist zu verworren, zu chaotisch und sehr undurchschaubar, was einerseits gut ist, doch die Rätsel waren nicht so packend und die Spannung baute sich nicht richtig auf. Vieles wirkt eher abgedreht als fesselnd. Statt Nervenkitzel gab es eher Verwirrung.

Die Handlung wird in der Ich-Erzählform aus der Sicht von Dia erzählt. Durch die Ich‑Perspektive bekommt man tiefe Einblicke in ihre Gedanken. Dia ist eine starke Protagonistin und sehr speziell mit ihren ungewöhnlichen Hobbys und ihrer Faszination der Darkly-Spiele. Zudem ist sie clever, neugierig und hat einen starken Willen. Die anderen Teilnehmer wirken ebenfalls eigenartig, aber blieben im Gegensatz zu Dia sehr blass und entwickeln kaum Tiefe.

Sehr schön gestaltet sind die bildlichen Extras in der Handlung. Hin und wieder gab es Einschübe von Abbildungen, Fotografien, Plänen und Briefe. Sie haben perfekt zur Atmosphäre gepasst und haben zum Fortgang der Handlung den ein oder anderen Hinweis geliefert.

Die Auflösung fand ich ebenfalls nicht ganz überzeugend. Sie kam zu plötzlich und es war irgendwie nicht so ganz rund um die nötige Klarheit zu bekommen.

Mein Fazit:
Der Story hat viele kreative Ansätze und eine starke Hauptfigur, verliert sich aber in einer übermäßig sprunghaften, chaotischen Erzählweise. Die Extras sind toll, die Idee originell, doch die Umsetzung bleibt zu verworren, um wirklich zu fesseln.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 14.06.2026

Bernstein-Opfer

Strandopfer
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Lena Schuldt wird an die polnische Ostseeküste geschickt, weil ein deutscher Urlauber tot am Strand liegt. Was wie ein Unfall aussieht, wird sofort rätselhaft, als man einen großen Bernstein im Mund des ...

Lena Schuldt wird an die polnische Ostseeküste geschickt, weil ein deutscher Urlauber tot am Strand liegt. Was wie ein Unfall aussieht, wird sofort rätselhaft, als man einen großen Bernstein im Mund des Toten findet. Nur kurze Zeit später wird die zehnjährige Luisa, die Tochter einer Bekannten des Verstorbenen, als vermisst gemeldet. Gemeinsam mit dem polnischen Ermittler Adam Krawczyk nimmt Lena die Urlaubergruppe in einer Villa ins Visier. Alle wirken nervös, jeder hat Geheimnisse, und niemand sagt die ganze Wahrheit. Als ein zweiter Mensch unter denselben mysteriösen Umständen stirbt, wird klar, dass ein Täter gezielt zuschlägt und dass die Zeit knapp wird, um Luisa zu finden.

"Strandopfer" ist der Auftakt in eine neue Krimi-Reihe mit dem deutsch-polnischen Ermittler-Duo.

Die Grundidee mit dem deutsch-polnischen Ermittler-Duo, kulturellen Reibungspunkten und der Ostsee-Atmosphäre ist sehr interessant, doch leider war die Handlung selbst etwas durchwachsen und Potenzial ging verloren.

Ansich lässt sich der Schreibstil ganz gut und flüssig lesen. Da die Handlung sich an der polnischen Ostseeküste abspielt, werden auch polnische Ausdrücke und Sätze eingebaut, die aber leicht zum Stolperstein werden und dadurch den Lesefluss hemmen.

Die Handlung wird hauptsächlich aus der Perspektive von Lena erzählt. Es plätschert eher vor sich hin, als dass wirklich ermittelt wird. Viele Szenen verlieren sich in Nebensächlichkeiten, Wiederholungen ziehen sich durch das Buch, und die Entscheidung, ausschließlich aus Lenas Perspektive zu erzählen, nimmt der Geschichte auf Dauer die nötige Spannung. Ein Perspektivwechsel hätte hier viel Dynamik bringen können.

Sehr geprägt wurde die Handlung von Vorurteilen gegenüber Polen. Sie nahmen etwas überhand und irgendwann haben sie nur noch genervt.

Über die Hauptprotagonistin Lena erfährt man in diesem Band schon sehr viel. Ihre schwierige Kindheit macht sie greifbar, aber ihre Vergangenheit wird so ausführlich und so oft wiederholt erzählt, dass der eigentliche Fall immer wieder in den Hintergrund rückt. Adam dagegen bleibt noch sehr blass. Man erfährt kaum etwas Privates über ihn, was die Dynamik des Duos unausgewogen wirken lässt.

Mein Fazit:
Ein Krimi mit interessanter Grundidee und atmosphärischem Stil, der sich aber zu sehr in Vorurteilen, Wiederholungen und Lenas Vergangenheit verliert. Die Spannung bleibt auf der Strecke, was sehr schade ist, denn das Ermittler-Duo hätte viel Potenzial.

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Veröffentlicht am 10.06.2026

Sehr zäh

Tokyo
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Tokyo, 1990: Mehrere Kinder verschwinden spurlos und die ganze Stadt wird in Angst versetzt. Als eines der Mädchen tot aufgefunden wird, steigt die Verzweiflung. Ein Vater sucht Halt in einer zweifelhaften ...

Tokyo, 1990: Mehrere Kinder verschwinden spurlos und die ganze Stadt wird in Angst versetzt. Als eines der Mädchen tot aufgefunden wird, steigt die Verzweiflung. Ein Vater sucht Halt in einer zweifelhaften religiösen Gruppe und verliert sich zunehmend in deren Versprechen. Gleichzeitig stehen Kommissar Saeki und sein Partner Okamoto unter enormem Druck, denn sie haben keinerlei Hinweise auf den Täter. Erst als Okamoto auf eine unerwartete Spur stößt, rückt ein gefährlicher Mann ins Zentrum der Ermittlungen. Jemand, der nichts mehr zu verlieren hat.

Der Klappentext hat sich sehr vielversprechend angehört, doch leider wurden meine Erwartungen nicht erfüllt. Der Schreibstil ist wenig fesselnd, was möglicherweise an der Übersetzung liegen könnte. Dadurch konnte ich auch überhaupt keinen richtigen Zugang zur Handlung finden.

Enttäusched war, dass der eigentliche Fall der vermissten Mädchen kaum eine Rolle spielt. Statt Spannung, Ermittlungsarbeit oder psychologische Tiefe geht es seitenweise um Karrierewege, Beförderungen und interne Strukturen innerhalb der Polizei. Die Handlung verliert sich in privaten Problemen der Ermittler und zahlreichen Nebensträngen, die für mich keinerlei Mehrwert hatten. Dadurch wirkt es über weite Strecken extrem zäh und ereignisarm.

Die Handlung wird in verschiedenen Perspektiven erzählt. Das bringt zumindest etwas Dynamik und Abwechslung rein. Trotzdem hat mich keine der Figuren emotional erreicht, und die düstere, drückende Hitze Tokyos, die eigentlich ein atmosphärisches Highlight hätte sein können, kommt kaum rüber. Die Bildgewalt im Schreibstil fehlt einfach.

Erst im letzten Drittel wird es etwas besser. Dann fügen sich die Puzzleteile langsam zusammen, und ein Hauch von Spannung kommt auf. Aber für mich kam dieser Moment zu spät, um das Gesamtbild zu retten.

Mein Fazit:
Dieser Thriller hat mich leider gar nicht überzeugen können, obwohl ich die Idee dahinter sehr interessant fand. Doch leider fehlte mir der Zugang zur Handlung und den Protagonisten. Es war über weite Strecken der Handlung sehr zäh. Daher kann ich diesem Thriller leider keine Leseempfehlung geben.

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Veröffentlicht am 08.06.2026

Rache

Revenge
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Die drei Jugendlichen, Liv, Sara und Vince, werden durch ein plötzliches Gewaltverbrechen aus ihrem normalen Leben gerissen und müssen sich danach mit Angst, Schuldgefühlen und den Folgen traumatischer ...

Die drei Jugendlichen, Liv, Sara und Vince, werden durch ein plötzliches Gewaltverbrechen aus ihrem normalen Leben gerissen und müssen sich danach mit Angst, Schuldgefühlen und den Folgen traumatischer Erfahrungen auseinandersetzen. Während die Polizei versucht, den Täter zu finden, geraten Liv, Sara und Vince in einen Strudel aus Misstrauen, gefährlichen Wahrheiten und der Frage, ob ihre Freundschaft stark genug ist, um all das auszuhalten. Jede Entscheidung bringt sie näher an die Wahrheit oder tiefer in die Abgründe der eigenen Vergangenheit.

Die Story entfaltet sich über drei Perspektiven - Liv, Sara und einem myteriösen "ER". Das sorgt für Abwechslung und Dynamik der Handlung. Durch die wechselnden Perspektiven bekommt man intime Einblicke in Gedanken und Motive der Charaktere. Man pendelt zudem ständig zwischen Nähe, Zweifel und Misstrauen. Mit jedem Kapitel wächst das Gefühl, dass etwas nicht stimmt. Die Sichtweise des unbekannten Erzählers wirft immer neue Fragen auf, und man ertappt sich dabei, wie man jede Figur infrage stellt.

Die Handlung entwickelt sich stetig weiter, die Spannung steigt kontinuierlich, und immer wieder tauchen unerwartete Wendungen auf, die das Bild neu zusammensetzen. Das Ende hingegen kam nicht ganz mit und blieb etwas schwächer zurück, aber dennoch blieb es spannend und man wollte wissen, wie alles zusammenhängt.

Die Figuren selbst wirken teilweise etwas blass, was die emotionale Bindung erschwert. Dennoch gibt es Nebencharaktere, die sofort Sympathie wecken und andere, die bewusst Distanz erzeugen. Die Hauptprotagonistin Liv bleibt dabei die stärkste Figur. Sie ist entschlossen, loyal und bereit, alles für ihren Bruder zu tun.

Der Schreibstil ist flüssig und angenehm, leicht zu lesen.

Mein Fazit:
Ein sehr spannender YA-Thriller mit vielen überraschenden Wendungen. Er ist auch sehr gut für Erwachsene geeignet. Daher gibt es von mir eine Leseempfehlung.

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