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Veröffentlicht am 08.05.2021

Vermisstenfall: Emelie Bjurwall

Der andere Sohn
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In der schwedischen Kleinstadt ist vor 10 Jahren Emelie Bjurwall, die Tochter der CEO von AckWe spurlos verschwunden. Ihre Leiche konnte nie gefunden werden und den einzigen Tatverdächtigen, Billy, musste ...

In der schwedischen Kleinstadt ist vor 10 Jahren Emelie Bjurwall, die Tochter der CEO von AckWe spurlos verschwunden. Ihre Leiche konnte nie gefunden werden und den einzigen Tatverdächtigen, Billy, musste man laufen lassen wegen Mangel an Beweisen. Doch der Fall ist nie vergessen worden und wird nun als Cold Case neu aufgerollt.
Nach einem missglückten FBI-Einsatz muss sich der FBI-Agent John Adderley eine neue Identität zulegen. Trotz Abraten seines Chefs ist für ihn klar, dass er zurück in sein Heimatland Schweden will. Er hat noch eine alten Schuld zu begleichen. Sein Halbbruder Billy hat ihn angefleht ihm zu helfen. Die Provinzpolizei würde nicht erkennen, dass er unschuldig ist. John geht das Risiko ein, dass die Verfolger aus Baltimore in seine Heimat folgen könnten, und reist nach Karlstadt. Dort wird er Teil des Ermittlerteams.

"Der andere Sohn" ist der Auftakt einer neuen Reihe mit dem ehemaligen FBI-Agent John Adderley.

Den Schreibstil fand ich richtig klasse. Er ließ sich so flüssig, locker leicht lesen, dass die Seiten nur so dahinflogen. Selbst etwas langatmige und zähe Stellen gingen so schnell vorbei.

Die Handlung ist aufgeteilt in zwei Handlungsstränge, die für Abwechslung und Spannung sorgen. In dem einen Handlungsstrang begleitet man John bei seinen Ermittlungen, die immer intensiver werden und packendere Details bekommen. Bei dem anderen Handlungsstrang bekommt man den ein Blick in die Gefühlswelt des Vaters des Verschwundenen Mädchens. Auch die Vergangenheit von Emelie wird hier Stück für Stück beleuchtet. Beide Handlungsstränge ergänzen sich sehr gut auch wenn es für den ein oder anderen Leser dadurch sehr vorhersehbar wird und man schon früh eine Ahnung bekommt wo es hinführen wird. Aber trotzdem gab es zum Schluss noch ein paar gelungene Überraschungen, die nochmal die Spannung angeheizt haben.

Mit John Adderley hat das Autorenduo einen sehr starken und glaubwürdigen Hauptprotagonisten ausgearbeitet. Er hat Ecken und Kanten und erscheint durch seine Selbstverliebtheit und Kühle auf dem ersten Anhieb nicht grade sympathisch. Trotzdem führt er sehr gute Ermittlungen und in brenzligen Situationen habe ich auch mit ihm mitgefühlt.

Mein Fazit:
Ein recht ruhiger aber dennoch interessanter Krimi mit einem fesselnden Schreibstil. Es lohnt sich auf jeden Fall zu lesen.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 02.05.2021

Cold Case: Fußmörder

Der Preis der Rache
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Am ersten Praktikumstag beim LKA wird Lupe Svensson mit dem erfahrenden Ermittler Otto Hagedorn zu einem Leichenfund gerufen. Sie soll sich das 30 Jahre alte Skelett ansehen, welches bei den Abrissarbeiten ...

Am ersten Praktikumstag beim LKA wird Lupe Svensson mit dem erfahrenden Ermittler Otto Hagedorn zu einem Leichenfund gerufen. Sie soll sich das 30 Jahre alte Skelett ansehen, welches bei den Abrissarbeiten einer Tankstelle gefunden wurde. Die Besonderheit an diesem Skelett: es fehlt ein Fuß. 1975 gab es eine Mordserie, bei dem immer ein Fuß abgetrennt worden ist. Otto Hagedorn hat damals ermittelt, aber der Fall wurde nie gelöst. Nun wird der Fall als Cold Case neu aufgerollt. Finden sie jetzt den Täter und wird es jetzt zu einer Verhaftung kommen? Eine Reise zurück in die 70er Jahre...

"Der Preis der Rache" ist der Auftakt in eine neue Cold-Case-Krimi-Reihe mit einem recht andersartigen Ermittlerduo.

Das Ermittlerduo besteht aus Lupe Svensson, einer Studentin, die gerade ein Praktikum beim LKA macht und dem erfahrenen Ermittler Otto Hagedorn. Die Handlung wird hauptsächlich aus der Sicht von Lupe erzählt. Sie ist eine selbstbewusste und taffe junge Frau, die viel eigenmächtig handelt aber auch eine schwierige Vergangenheit hat und deswegen mit menschlicher Nähe schlecht umgehen kann. Otto Hagedorn strahlt eine Ruhe aus und macht damit Lupes eigenmächtiges Handeln wieder wett. Er scheint mit dem Fall verstrickt zu sein und dadurch wird es auch geheimnisvoll. Mir waren die beiden auf anhieb sehr sympathisch.

Der Schreibstil ist flüssig und mit viel Liebe zum Detail. Durch die vielen Details fühlt man die Gegebenheiten und kann auch den Ermittlungen sehr gut folgen.

Der Kriminalfall ansich ist sehr interessant. Durch den zweiten Handlungsstrang in die Vergangenheit setzt sich das Puzzle Stück für Stück weiter zusammen. Der Spannungsbogen wurde für einen Cold Case gut gehalten und es gab auch ein spannendes Finale. Die Auflösung erschien logisch durch die gesammelten Indizien und Fakten.

Ein Stern muss ich allerdings abziehen, da mir alles recht vorhersehbar war. Auch im Finale gab es mir zu viele Zufälle, auch was Lupes Vergangenheit an ging. Aber zu Handlung hat es gepasst.

Mein Fazit:
Ein interessanter und spannender Cold Case der in die 70er Jahre zurückführt. Für mich ein wenig vorhersehbar, aber trotzdem spannend. Lesenswert und ich freue mich auf die Fortsetzung mit dem recht andersartigen Ermittlerduo.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 01.05.2021

Tod in der Klinik

Nordseegeheimnis
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Der Privatdetektiv Raphael Freersen hat den Auftrag vom Klinikleiter bekommen in dessen Klinik auf Föhr den Verantwortlichen für die Diebstähle zu finden. Raphael wird Undercover in die Klinik eingeschleust. ...

Der Privatdetektiv Raphael Freersen hat den Auftrag vom Klinikleiter bekommen in dessen Klinik auf Föhr den Verantwortlichen für die Diebstähle zu finden. Raphael wird Undercover in die Klinik eingeschleust. Bei einer nächtlichen Aktion stolpert er im Keller über eine scheinbar blutende Person und verliert das Bewusstsein. Am nächsten Morgen wacht er in seinem Bett auf und nichts deutet auf den Verletzten oder Toten aus der Nacht hin. Hat er alles in seinem Suff nur geträumt oder hat hier jemand eine Leiche verschwinden lassen? Raphael fängt an Nachforschungen anzustellen...

"Nordseegeheimnis" ist der zweite Band mit dem coolen Privatermittler Raphael Freersen. Die Fälle sind aber in sich abgeschlossen, sodass man sie auch gut unabhängig von einander lesen kann.

Raphael ist ein Macho wie er im Buche steht. Er reißt Frauen auf, leistet sich zwei Putzfrauen und lebt ein wenig nur in den Tag hinein. Trotzdem ist er charmant und sehr liebenswürdig. Mit seiner coolen und humorvollen Art hat er immer ein Spruch auf Lager und rettet sich ein ums andere Mal aus den Fettnäpfchen. Bei seinen Nachforschungen kann er sehr hartnäckig sein und geht auch mal unerlaubte Schritte, was mir gut gefallen hat.

Der Lokalkolorit und die geschaffene Atmosphäre auf Föhr kam sehr realistisch und naturgetreu rüber. Ich liebe die Insel und hatte auch gleich wieder die schönen Bilder vor Augen.

Der Schreibstil liest sich angenehm flüssig. Aber für mich persönlich war die Handlung etwas lahm. Raphael stellt zwar seine Nachforschungen an, aber für einen Krimi war es mir dann doch etwas zu wenig Ermittlungsarbeit. Es wurde sich für mein Empfinden etwas zu sehr auf das Unwesentliche wie z.B. den Kindergeburtstag von dem Sohn seiner Kollegin, konzentriert. Es war zwar schön zu lesen, aber hat mir dadurch etwas die Spannung genommen.

Mein Fazit:
Wer lieber Verfolgungsjagden, viel Ermittlungsarbeit mag ist bei diesem Krimi eher Fehl am Platz, dafür sorgt er mit viel Lokalkolorit für eine schöne Atmosphäre. Für alle die es eher ruhiger mögen ist der Krimi lesenswert. Meins war er leider nicht so.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 30.04.2021

Spannende Welt der Zahlen

Der Kryptologe
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In der Kanalisation unter der Semperoper wird eine Frauenleiche in einem Galakleid gefunden. In ihren Händen und Füßen wurden rätselhafte Zahlenkombinationen geritzt. Sie ist die Frau eines Sensationsreporters. ...

In der Kanalisation unter der Semperoper wird eine Frauenleiche in einem Galakleid gefunden. In ihren Händen und Füßen wurden rätselhafte Zahlenkombinationen geritzt. Sie ist die Frau eines Sensationsreporters. Ihre Tochter Liliana wird noch vermisst. Arne Stiller ist nach seiner einjährigen Suspendierung zurück im Polizeidienst und soll den Fall übernehmen. Das Besondere an ihm, er ist Kryptologe und soll die rätselhaften Zahlenkombinationen lösen. Handelt es sich um das Spiel eines Psychopathen oder hängt es mit einer Skandalinzenierung an der Oper zusammen. Arne Stiller muss die Zahlenrätsel lösen und das vermisste Kind finden bevor es zu spät ist.

"Der Kryptologe" ist der Auftakt in eine neue Reihe von Autor Elias Haller wieder mit einem recht schrägen und eigensinnigen Ermittler.

Der Schreibstil war wie gewohnt flüssig und durch die kurzen Kapitel schnell zu lesen. Der Spannungsbogen wurde bis zum Schluss gehalten. Immer wieder gab es rätselhafte und unerwartete Wendungen bis zum Schluss. Immer wieder hab ich gedacht, ich wüsste endlich wer es ist, aber dann wurde mir doch wieder ein Strich durch die Rechnung gemacht. Bis zum Schluss war ich also ahnungslos und immer wieder auf die falschen Fährten reingefallen. Das fand ich klasse.

Arne Stiller finde ich sehr faszinierend. Er ist schräg, eigenbrötlerisch und hat seinen eigenen Willen. Mir hat auch seine humorvolle Art gefallen. Ein ums andere Mal musste ich echt schmunzeln.

Das Abtauchen in die Welt der Zahlen fand ich ebenso faszinierend. Ich selbst kann auch gut mit Zahlen umgehen, aber bei weitem nicht so wie der Kryptologe Arne Stiller es kann. Deswegen fand ich es interessant auch gleichzeitig etwas über Taschenrechnerworte zu erfahren. Ich wusste zwar das es welche gibt, aber doch nicht so viele.

Die verschiedenen Handlungsstränge haben für Abwechslung und Spannung gesorgt. Die Erzählungen und Rückblenden zu Täter und Opfer und deren Erlebnissen und Gefühlen haben die Handlung auch sehr realistisch gemacht.

Mein Fazit:
Elias Haller ist hier wieder ein klasse Thriller mit einem schrägen neuen Ermittler gelungen. Humorvoll und spannend bis zum Schluss. Für Thriller-Fans auf jeden Fall ein Lesemuss.

  • Cover
  • Erzählstil
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Veröffentlicht am 29.04.2021

Konnte mich nicht packen

Der englische Löwe
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In diesem historischen Roman begleitet der Leser den berühmten Herrscher Englands, Richard I. auch König Löwenherz genannt. Nach seiner Freilassung bleibt Richard Löwenherz nur wenige Zeit in seiner Heimat ...

In diesem historischen Roman begleitet der Leser den berühmten Herrscher Englands, Richard I. auch König Löwenherz genannt. Nach seiner Freilassung bleibt Richard Löwenherz nur wenige Zeit in seiner Heimat vergönnt. In der Normandie und Aquitanien besetzt der französische König Philipp II. Gebiete, die eigentlich Löwenherz zustehen, die er von seinem Vater geerbt hat. Nachdem er die Rebellion seines Bruders niedergeschlagen hat, bricht er mit seinem kleinen Heer nach Frankreich auf. Obwohl Löwenherz' Heer zahlenmäßig dem von Philipp unterlegen ist, schlägt er sie trotzdem ein ums andere Mal. Weil seine Kriegskassen so gut wie erschöpft sind, stimmt er einem Waffenstillstand zu. Doch als beide den Friedensvertrag unterzeichnen, ist ihnen klar, dass es niemlas Frieden zwischen ihnen gibt...

Ich war voller Vorfreude dieses Buch zu lesen, denn mich interessiert die englische Geschichte mit ihren Herrschern sehr. Doch leider wurde ich hier sehr enttäuscht. Ich bin nur schwer bis eigentlich gar nicht in die Handlung gekommen. Anfangs hatte ich auch das Gefühl es wäre Teil X einer Serie, obwohl "Der englische Löwe" ein alleinstehender Band ist. Es fing irgendwie mittendrin an und mir fehlte etwas an der Vorgeschichte.

Den Schreibstil habe ich als sehr schwer empfunden. Es war sehr trocken und nicht wirklich lebendig. Die verschachtelten Sätze fand ich sehr schwer zu lesen. Zeitweise hatte ich durch das Trockene Gefühl, ich befinde mich in einer geschichtlichen Dokumentation, die einfach die Fakten aneinander reiht. Selbst z.B. eine Schlacht glich in dem Roman eher einer Dokumentation. Spannung war hier Fehlanzeige. Es wurde nur ganz kurz abgehandelt.

Durch das schnelle Abhandeln der Fakten wirkte alles auch sehr unnahbar. Die Protagonisten und Handlungsorte wurden kaum beschrieben und dadurch bildlich dargestellt. Bei mir wollten dadurch einfach keine Bilder im Kopf entstehen und ich konnte auch keine Beziehung zu den Protagonisten aufbauen.

Was mir aber gut gefallen hat, war die ausführliche Recherchearbeit. Durch diesen Roman habe ich nun ein ganz anderes Bild von König Löwenherz im Kopf. Für mich war er immer als Held im Kopf, aber er war wie jeder andere König auch nur auf Macht aus.

Mein Fazit:
Leider hat es meine Erwartungen nicht erfüllt. Es konnte mich nicht packen und ich habe mich beim Lesen gelangweilt. Daher gibt es leider keine Leseempfehlung von mir.

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