Besessen vom Traumhaus
Tödliches AngebotMargo ist verzweifelt auf der Suche nach einem neuen Zuhause für ihre Familie. Als sie ein perfektes Haus entdeckt, setzt sie alles daran, es sich zu sichern, noch bevor es offiziell verkauft wird. Aus ...
Margo ist verzweifelt auf der Suche nach einem neuen Zuhause für ihre Familie. Als sie ein perfektes Haus entdeckt, setzt sie alles daran, es sich zu sichern, noch bevor es offiziell verkauft wird. Aus kleinen Grenzüberschreitungen werden immer skrupellosere Aktionen bis sie auf Gegenwehr stößt. Sie dringt in das Leben der Besitzer ein, manipuliert, erpresst und räumt jeden aus dem Weg, der ihr im Weg steht.
Der Start in die Handlung war stark. Die Grundidee, ein Haus als Auslöser einer psychologischen Abwärtsspirale zu nutzen, hat enormes Potenzial. Doch nach diesem vielversprechenden Einstieg passiert lange erstaunlich wenig. Rund drei Viertel des Buches bleiben nahezu spannungsfrei, sodass der erwartete Thrill für mich komplett ausblieb.
Die Story wird aus der Ich-Perspektive von Margo erzählt. Der Schreibstil ist solide, stellenweise sogar humorvoll. Er lebt vor allem von Margos typischen Gedankenkarussellen. Gleichzeitig ist auch das, das Problem. Die Handlung verliert sich in Nebensächlichkeiten und bleibt zu sehr in Margos Kopf gefangen. Ich hätte mir gewünscht, dass die Hausbesitzer stärker im Fokus stehen und Margo eher als irritierende, immer wieder einschneidende Perspektive auftaucht. Das hätte der Story wahrscheinlich mehr Dynamik verleiht.
Hauptcharakter Margo ist eine schwierige Figur. Sie wirkte sehr unsympathisch und emotional kaum zugänglich. Mit ihrer Obsession wirkte sie sehr gruselig. Ihre Methoden, Stalking, Grenzüberschreitungen, Hausfriedensbruch, sind kompromisslos. Die Nebenfiguren bleiben dagegen blass und erfüllen hauptsächlich funktionale Rollen, ohne echte Tiefe oder Einfluss auf die emotionale Wirkung der Handlung.
Als die Auflösung zum Ende der Handlung näher rückt, entsteht dann auch mal Spannung. Doch dieser späte Anstieg reicht nicht aus, um die lange, zähe Strecke davor auszugleichen. Insgesamt bleibt der Plot deutlich hinter seinen Möglichkeiten zurück, und das Buch entwickelt nicht die Sogwirkung, die ich mir von einem Psychothriller erhofft hatte. Ich habe mir etwas anderes darunter vorgestellt, dass es deutlich intensiver, und psychologisch dichter wäre.
Mein Fazit:
Eine gute Idee, ein starker Anfang, aber zu wenig Thrill und zu viel Leerlauf. Potenzial wäre da gewesen, aber es konnte mich leider nicht überzeugen. Daher kann ich leider auch keine Leseempfehlung geben.