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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 19.04.2026

Besessen vom Traumhaus

Tödliches Angebot
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Margo ist verzweifelt auf der Suche nach einem neuen Zuhause für ihre Familie. Als sie ein perfektes Haus entdeckt, setzt sie alles daran, es sich zu sichern, noch bevor es offiziell verkauft wird. Aus ...

Margo ist verzweifelt auf der Suche nach einem neuen Zuhause für ihre Familie. Als sie ein perfektes Haus entdeckt, setzt sie alles daran, es sich zu sichern, noch bevor es offiziell verkauft wird. Aus kleinen Grenzüberschreitungen werden immer skrupellosere Aktionen bis sie auf Gegenwehr stößt. Sie dringt in das Leben der Besitzer ein, manipuliert, erpresst und räumt jeden aus dem Weg, der ihr im Weg steht.

Der Start in die Handlung war stark. Die Grundidee, ein Haus als Auslöser einer psychologischen Abwärtsspirale zu nutzen, hat enormes Potenzial. Doch nach diesem vielversprechenden Einstieg passiert lange erstaunlich wenig. Rund drei Viertel des Buches bleiben nahezu spannungsfrei, sodass der erwartete Thrill für mich komplett ausblieb.

Die Story wird aus der Ich-Perspektive von Margo erzählt. Der Schreibstil ist solide, stellenweise sogar humorvoll. Er lebt vor allem von Margos typischen Gedankenkarussellen. Gleichzeitig ist auch das, das Problem. Die Handlung verliert sich in Nebensächlichkeiten und bleibt zu sehr in Margos Kopf gefangen. Ich hätte mir gewünscht, dass die Hausbesitzer stärker im Fokus stehen und Margo eher als irritierende, immer wieder einschneidende Perspektive auftaucht. Das hätte der Story wahrscheinlich mehr Dynamik verleiht.

Hauptcharakter Margo ist eine schwierige Figur. Sie wirkte sehr unsympathisch und emotional kaum zugänglich. Mit ihrer Obsession wirkte sie sehr gruselig. Ihre Methoden, Stalking, Grenzüberschreitungen, Hausfriedensbruch, sind kompromisslos. Die Nebenfiguren bleiben dagegen blass und erfüllen hauptsächlich funktionale Rollen, ohne echte Tiefe oder Einfluss auf die emotionale Wirkung der Handlung.

Als die Auflösung zum Ende der Handlung näher rückt, entsteht dann auch mal Spannung. Doch dieser späte Anstieg reicht nicht aus, um die lange, zähe Strecke davor auszugleichen. Insgesamt bleibt der Plot deutlich hinter seinen Möglichkeiten zurück, und das Buch entwickelt nicht die Sogwirkung, die ich mir von einem Psychothriller erhofft hatte. Ich habe mir etwas anderes darunter vorgestellt, dass es deutlich intensiver, und psychologisch dichter wäre.

Mein Fazit:
Eine gute Idee, ein starker Anfang, aber zu wenig Thrill und zu viel Leerlauf. Potenzial wäre da gewesen, aber es konnte mich leider nicht überzeugen. Daher kann ich leider auch keine Leseempfehlung geben.

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Veröffentlicht am 18.04.2026

Tödliche Unwetterkatastrophe

Grenzfall – Ihr Grab in den Fluten
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In der Karwendel-Region sorgen schwere Unwetter für Überschwemmungen und zahlreiche Vermisste. Mitten im Chaos wird ein Mann tot in einer Schlucht gefunden. Schnell ist klar, dass er nicht ertrunken, sondern ...

In der Karwendel-Region sorgen schwere Unwetter für Überschwemmungen und zahlreiche Vermisste. Mitten im Chaos wird ein Mann tot in einer Schlucht gefunden. Schnell ist klar, dass er nicht ertrunken, sondern ermordet wurde. Alexa Jahn nimmt trotz der angespannten Lage die Ermittlungen auf und stößt dabei auf eine alte Tragödie, die nun mit voller Wucht zurückkehrt. Auch auf der österreichischen Seite wütet der Sturm und Chefinspektor Bernhard Krammer versucht hier den Überblick zu behalten.

"Grenzfall - Ihr Grab in den Fluten" ist Band 6 der Grenzfall-Reihe mit dem deutsch-österreichischen Ermittlerduo. Es lässt sich auch ohne Vorkenntnisse lesen, da der Fall selbst in sich abgeschlossen ist. Jedeoch empfiehlt es sich, wie bei allen Buchreihen, die Vorgänger zu kennen, um Figurenentwicklung und Dynamiken vollständig zu verstehen.

Zu Beginn beeindruckt der Roman mit einer bildgewaltigen Darstellung des Unwetters, das über die Grenzregion hinwegfegt. Mit Sturm, Regen und Überschwemmungen wird die Naturgewalt so intensiv beschrieben, dass man das Unwetter selbst spürt. Es entsteht zweifellos eine düstere und beklemmende Atmosphäre.

Jedoch nimmt diese Naturgewalt einen Großteil der Handlung ein. Auf deutscher Seite dreht sich lange alles um Vermisste, überflutete Gebiete und die Folgen des Sturms. Es bremst den Krimiplot spürbar aus. Der im Klappentext erwähnte Tote taucht erst sehr spät auf, und die eigentliche Ermittlungsarbeit beginnt erst in der zweiten Hälfte.

Es gibt praktisch zwei von einander unabhängige Handlungsstränge. Auf der deutschen Seite, wo Alexa Jahn ermittelt, ist es die Leiche in der Schlucht und auf der österreichischen Seite entwickelt sich ein vollkommen unabhängiger Fall für Bernhard Krammer. Dabei wird die Handlung aus den verschiedenen Perspektiven von Alexa und Krammer erzählt und bekommt immer wieder Einschübe von Wanderern, Briefe einer Mutter und einer Jugend-Clique. Vieles läuft parallel und greift wenig ineinander. Es wirkt umfangreich und zeitgleich etwas überfrachtet. Ein klarerer Fokus oder eine spätere Verknüpfung der Fälle wäre für die Spannung besser gewesen. Die Auflösung am Ende ist sehr vorhersehbar.

Es ist wie gewohnt mit einem flüssigen Schreibstil geschrieben, der einen auch mit in die Story hineinzieht.

Mein Fazit:
Trotz intensiver Atmosphäre und flüssigem Schreibstil verliert sich dieser Band zu sehr in der Naturgewalt und startet den eigentlichen Krimifall erst spät. Die parallelen Stränge greifen kaum ineinander, was die Spannung schmälert. Mich konnte dieser Band leider nicht so wirklich überzeugen, auch wenn ich das Ermittlerduo sehr gerne mag. Eine nette Unterhaltung für zwischendurch. Ein solider Reihenband, den man lesen kann, aber nicht zwingend muss.

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Veröffentlicht am 12.04.2026

Tödliche Bienenstiche

Tödliches Déjà-vu
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In der Provence verschwinden auf rätselhafte Weise die Bienen. Selbst der Lavendelgarten von Commissaire Campanard bleibt leer. Es ist unerklärlich. Die exzentrische Bioimkerin Monique Gaillard kämpft ...

In der Provence verschwinden auf rätselhafte Weise die Bienen. Selbst der Lavendelgarten von Commissaire Campanard bleibt leer. Es ist unerklärlich. Die exzentrische Bioimkerin Monique Gaillard kämpft um ihre Lieblinge und schlägt Alarm, beschuldigt ständig Unbekannte ohne Beweise und stört das öffentliche Leben in Grasse. Campanard ist fasziniert von ihrer ungewöhnlichen Nähe zu den Bienen. Ohne Schutzkleidung können sich die Bienen auf ihr niederlassen, ohne dass sie gestochen wird. Doch kurz darauf wird sie mit Stichen ihrer eigenen Bienen tot aufgefunden. Für Commissaire Campanard wirkt das wie eine Wiederholung eines alten, ungeklärten Falls.

"Tödliches Déjà-Vu ist Band 3 der Reihe rund um Commissaire Campanard. Man muss die Vorgänger nicht zwingend kennen, doch wie bei den meisten Reihen empiehlt es sich die vorherigen Bände zu kennen, denn die Figuren entwickeln sich von Band zu Band weiter.

Die Handlung wird aus wechselnden Perspektiven erzählt – Olivier, Linda und Campanard. Das sorgt für Abwechslung, hält die Spannung und verleiht zusätzlich Tiefe. Der Kriminalfall selbst überzeugt mit einem stimmigen Spannungsbogen. Der ungewöhnliche Tod durch Bienenstiche wirft sofort Fragen auf, wie und warum es dazu kommen konnte.

Der Schreibstil ist wie gewohnt flüssig, leicht und stellenweise herrlich humorvoll. Die Spannung wird mit kleinen humoristischen Momenten aufgelockert, ohne dass die Ernsthaftigkeit des Falls verloren geht. Insbesondere die Hauptfigur Campanard sorgt immer wieder für einen Schmunzler. Mit seiner warmherzigen und leicht schrulligen Art bleibt er sofort im Gedächtnis. Er ist eine dieser Figuren, an die man sich noch lange erinnert. Es hat einfach etwas Menschliches.

Die Charaktere kennt man bereits aus den Vorgängerbänden, dennoch erfährt man immer wieder Neues über ihre Vergangenheit. Kleine Geheimnisse, alte Wunden, rätselhafte Andeutungen. Das macht sie authentisch, menschlich und greifbar. Besonders Olivier, der zuvor eher blass blieb, bekommt in diesem Band deutlich mehr Kontur.

Durch die bildhaften Beschreibungen wirken die Szenen so lebendig und man das Provence-Flair fast spürt. Lavendelduft, warme Luft, mediterrane Farben, die Orte - alles entsteht vor dem inneren Auge. Diese tolle Atmosphäre und Kulisse trägt die Handlung.

Mein Fazit:
Ein atmosphärischer Provence‑Krimi mit Humor, Herz und einem ungewöhnlichen Fall. Besonders Campanard bleibt mit seiner warmherzigen Art im Gedächtnis, während der ungewöhnliche Fall bis zum Schluss fesselt. Auf jeden Fall perfekt für Zwischendurch und sehr lesenswert.

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Veröffentlicht am 12.04.2026

Enttäuschend

Woman Down
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Nach einem heftigen Shitstorm zur Verfilmung ihres Romans steckt Autorin Petra Rose in einer Schreibkrise. In einer abgelegenen Hütte will sie zu sich finden. Dann taucht plötzlich der Detective Nathaniel ...

Nach einem heftigen Shitstorm zur Verfilmung ihres Romans steckt Autorin Petra Rose in einer Schreibkrise. In einer abgelegenen Hütte will sie zu sich finden. Dann taucht plötzlich der Detective Nathaniel auf, der ihrer eigenen Romanfigur gleicht. Er inspiriert sie, zieht sie in seinen Bann, doch die Nähe zu ihm wird schnell gefährlich und bedroht alles, was sie sich zurückerarbeitet hat.

Nachdem ich so viele unterschiedliche Meinungen zu dem Buch gehört habe, wollte ich mir unbedingt auch selbst eine Meinung bilden. Doch leider konnte mich "Woman Down" nicht überzeugen.

Der Schreibstil hat mich anfangs etwas abgeholt. Er lässt sich flüssig lesen und so wie es geschrieben ist, wirkt es recht lebendig und auch authentisch. Stückchenweise wirkt die Erzählung wie aus einer Talkshow, Podcast oder einem Film. Jedoch wurde alles unnötig ist die Länge gezogen. Es wird viel geredet, aber wenig erzählt, und die Handlung verliert dadurch an Fokus. Irgendwann habe ich quasi nur noch quergelesen, weil ich doch wissen wollte wie es alles zusammenhängt und wo es am Ende hinführt.

Mit der Hauptfigur Petra, einer Autorin mit Schreibblockade, konnte ich leider nicht warm werden. Sie versinkt häufig in Selbstmitleid und bleibt insgesamt unsympathisch und schwer greifbar. Auch die übrigen Figuren wirken eher wie Rollen, die eine Funktion erfüllen sollen, statt wie echte Menschen. Für mich waren sie oberflächlich und eindimensional, ohne wirkliche Tiefe.

Was ich mir besonders gewünscht hätte, waren Spannung und Thriller‑Elemente. Doch das Buch baut kaum Spannung auf, und die wenigen Ansätze verlaufen schnell im Sande. Einige Szenen wirkten sogar unwirklich, und der Plot insgesamt war für mich vorhersehbar. Inhaltlich hat mich die Geschichte daher nicht erreicht.

Mein Fazit:
Trotz flüssiger Sprache blieb Woman Down für mich inhaltlich schwach. Die Figuren wirkten eindimensional, die Handlung vorhersehbar und echte Spannung kam nie auf. Irgendwann habe ich quasi nur noch quergelesen, weil ich doch wissen wollte wie es alles zusammenhängt und wo es am Ende hinführt. Leider konnte mich die Geschichte nicht überzeugen, daher von mir keine Empfehlung.

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Veröffentlicht am 06.04.2026

Plötzlich Königin

Red as Royal Blood
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Ruby führt ein schlichtes Leben als Dienstmagd, träumt aber von mehr. Als der König plötzlich stirbt wird sie überraschend zur neuen Thronerbin erklärt. Damit wird sie mitten in die Intrigen des Hofes ...

Ruby führt ein schlichtes Leben als Dienstmagd, träumt aber von mehr. Als der König plötzlich stirbt wird sie überraschend zur neuen Thronerbin erklärt. Damit wird sie mitten in die Intrigen des Hofes geworfen. Die Königinwitwe ist außer sich, die drei Prinzen sind hochnäsig und alle scheinen etwas zu verbergen. Während Ruby versucht, sich in dieser neuen Welt zu behaupten, stößt sie auf Hinweise, dass der König ermordet wurde. Doch es kommt noch schlimmer. Sie selbst könnte das nächste Ziel sein. Um zu überleben und die Wahrheit aufzudecken, bleibt ihr nichts anderes übrig, als sich mit den Prinzen zusammenzutun...

Die Handlung wird aus der Ich-Erzählperspektive in einem angenehm, flüssigen Schreibstil aus Sicht der Hauptfigur Ruby erzählt. Dadurch ist man sehr nah an ihren Gedanken und ihrer Gefühlswelt. Ruby ist stark, schlagfertig, und mutig. Es macht sie dadurch zu einer sympathischen Protagonistin, mit der man in emotionalen sowie brenzligen Situationen mitfiebert. Sehr interessant ist, dass Rubys Ermittlungsstrategie und Denkweise wie Schachzüge in einem Schachspiel aufgebaut sind, was dem Plot eine besondere Note verleiht.

Das Schloss als Setting ist majestätisch, voller geheimer Orte, versteckter Räume und potenzieller Verräter. Auch wenn der Schreibstil nicht immer die volle Bildgewalt entfaltet und manche Szenen dadurch weniger visuell wirken, bleibt die Atmosphäre konstant spannend und leicht düster.

Im Mittelpunkt steht die Suche nach dem Mörder des Königs. Man befindet sich mitten in den höfischen Intrigen und Geheimnissen. Durch die Cliffhänger an den Kapitelenden sowie den falschen Fährten und unerwarteten Wendungen wird man animiert immer weiterzulesen. Es wird geschickt mit Vertrauen und Täuschung gespielt. Man entwickelt ein Misstrauen gegenüber den anderen Charakteren, sodass man sich immer fragt wer hier ein falsches Spiel spielt.

Die romantischen Elemente bleiben eher im Hintergrund, entwickeln sich aber sehr natürlich und unaufdringlich. Es gibt keine überdramatischen Szenen, keine überstürzte Liebe. Stattdessen eine leise, glaubwürdige Dynamik, die die Handlung ergänzt, ohne sie zu überlagern.

Mein Fazit:
Eine sehr gut gelungene Murder-Mystery-Romance mit einer guten Mischung aus emotionalen Momenten und einer spannungsgeladener Handlung. Die ein oder andere Szene hätte noch etwas mehr ausgearbeitet werden können und der Schreibstil noch ein wenig mehr bildgewaltiger sein können. Trotzdem hat sich eine düstere und geheimnisvolle Atmosphäre entfaltet. Lesenwert für alle, die Murder‑Mystery mit subtiler Romance und starken Charakteren suchen.

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