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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 28.07.2026

Ehrliche, menschliche und spannende Geschichte über eine gegensätzliche Beziehung

Two worlds, one moment
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Naomi und Osaro könnten unterschiedlicher nicht sein: beide leben in Zürich, aber während Naomi aus geordneten und privilegierten Verhältnissen kommt und ihre Zukunft plant, ist Osaros Leben von Drogen, ...

Naomi und Osaro könnten unterschiedlicher nicht sein: beide leben in Zürich, aber während Naomi aus geordneten und privilegierten Verhältnissen kommt und ihre Zukunft plant, ist Osaros Leben von Drogen, Armut und dem täglichen Kampf ums Überleben geprägt. Er stammt aus Nigeria und das Sprayen meist illegaler Graffitis gibt ihm Halt. Durch einen Schicksalsmoment finden die beiden zueinander und lernen sich besser kennen. Doch Osaros Vergangenheit holt ihn ein und Naomis Welt und die Beziehung brechen auseinander. Können die beiden dennoch erneut zusammen finden?

Vom Klappentext allein hätte ich nicht eine Geschichte erwartet, die mich mit solcher Wucht getroffen hat. Die Handlung wird in relativ langen Kapiteln meist abwechselnd aus Naomis und Osaros Perspektive erzählt, wobei Osaros Teil mehr Raum bekommt. Kurz nach der ersten Begegnung der beiden beginnt die Geschichte und als Leser erlebt man so die gesamte Beziehung der beiden, mit allen Höhen, Tiefen und Problemen. Die Autorin bringt hier gekonnt die oft widerstrebenden Gefühle der Protagonisten zum Ausdruck, beim Lesen ist man wie live dabei. Gerade die Rückblenden, die Osaros Geschichte erzählen, haben mir gut gefallen. Nicht immer leicht zu lesen zeigen sie den ungeschönten Alltag, der von Drogen, illegalem Sprayen und Armut geprägt ist. Generell werden wichtige und aktuelle Themen wie (Drogen)Sucht, Armut und Gewalt mit eingebunden, was die Geschichte zwar hart, aber umso ehrlicher macht.

Die Beziehung von Naomi und Osaro bildet den Dreh- und Angelpunkt der Geschichte und man verfolgt sie über einen längeren Zeitraum. Der Erzählstil ist dabei locker und leicht, man kann der Handlung sehr gut folgen. Einige Passagen und Kapitel ziehen sich in die Länge und das Ende der Geschichte konnte ich nicht ganz greifen, vielleicht hätte es nach der Zeit, die man als Leser mit den beiden verbracht hat, für mich noch auserzählter sein dürfen.

"Two Worls, One Moment" ist ein besonderes Buch, dass zugleich gefühlvoll als auch stellenweise hart von einer ganz besonderen Beziehung erzählt. Von mir gibt es eine Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 11.07.2026

Ein Mord auf Helgoland - kurzweiliger Krimi mit ungewöhnlichem Ermittler-Duo

grün, tot, weiß
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Auf Helgoland wird am Fuße der Hummerklippen der erfolgreiche Krimiautor Christian Gröger tot aufgefunden. Die Kriminalhauptkommissarin Herma Bahnsen und ihr junger Kollege Jan Tesdorp, die für die Ermittlungen ...

Auf Helgoland wird am Fuße der Hummerklippen der erfolgreiche Krimiautor Christian Gröger tot aufgefunden. Die Kriminalhauptkommissarin Herma Bahnsen und ihr junger Kollege Jan Tesdorp, die für die Ermittlungen aus Pinneberg einbestellt werden, stellen schnell fest, dass es kein natürlicher Tod war. Der Autor war für Recherchezwecke für seinen neuen Krimi auf der Insel - und hat einige Geheimnisse und Machenschaften der Insulaner aufgedeckt. Nun steht die ganze Insel unter Mordverdacht und Herma und Jan ermitteln.

Das Cover fällt zunächst ins Auge, weil es etwas anders gestaltet ist, es passt zur Geschichte. Auch der Titel ergibt nach dem Lesen Sinn und ist gut gewählt. In übersichtlich langen Kapiteln wird die Handlung aus mehreren Sichtweisen geschildert, womit man immer mitten im Geschehen und den Ermittlungen ist. Die Hauptfiguren Herma und Jan sind gut beschrieben und bilden ein ungewöhnliches Ermittler-Duo. Wirklich sympathisch war mir beim Lesen aber niemand von beiden. Man lernt die verschieden Inselbewohner kennen, auch sie sind gut und detailliert beschrieben und schnell wird klar, dass fast jeder seine eigenen Geheimnisse unter Verschluss halten möchte. An manchen Stellen waren es für mich fast zu viele Namen, die man leicht durcheinander bringen kann und gerade die Beziehungen unter- und zueinander sind komplex.
Die Spannung steigert sich langsam, bis zum Schluss habe ich gerätselt, wer nun der Täter ist. Die Auflösung wurde schlüssig erzählt und fiel anders aus, als ich während des Lesens dachte. Der Erzählstil ist gut und angenehm zu lesen, man fliegt durch die Seiten und lernt sowohl Inselbewohner als auch die tolle Landschaft und Atmosphäre Helgolands besser kennen.

"grün, tot, weiß" ist ein kurzweiliger Krimiroman, dessen Figuren toll beschrieben werden und der sich gut lesen lässt. Perfekt für Krimifans und auch für den Urlaub!

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Veröffentlicht am 07.07.2026

Guter Auftakt einer High Fantasy-Reihe - magisch, fantastisch und vielfältig

Sarania
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Der 15-jährige Benalir wohnt mit seinem Vater in Belfang, dem größten Land des Kontinents Sarania. Gemeinsam arbeiten die beiden als Schmiede und führen ein bescheidenes Leben. Bei einer Waffenlieferung ...

Der 15-jährige Benalir wohnt mit seinem Vater in Belfang, dem größten Land des Kontinents Sarania. Gemeinsam arbeiten die beiden als Schmiede und führen ein bescheidenes Leben. Bei einer Waffenlieferung ins nahe gelegene Dorf Agalam erfährt Benalir, dass der düstere Zauberer Zorano immer mehr an Macht gewinnt und ganz Sarania einnehmen will. Er erfährt außerdem, dass er Teil einer Prophezeiung ist und Zorano stürzen kann. Gemeinsam mit zwei neu gewonnenen Freunden macht er sich auf den beschwerlichen Weg. Ebenso sucht Sacerak, ein Zauberer und ehemaliger Freund Zoranos, die Insel Dûlur auf, um den düsteren Magier zu stürzen.

Das Cover hat mich nicht sofort angesprochen, nach dem Lesen passt es aber zur Handlung. Man steigt nicht abrupt in die Geschichte ein, es wird zunächst Benalirs Alltag und sein Leben beschrieben. Die Geschichte wird aus der personalen Erzählperspektive von Benalir und Sacerak erzählt. Man bekommt so stets viele Einblicke in die beiden Hauptfiguren, eventuell hätte mir aber eine abwechselnde Ich-Perspektive der beiden gefallen. Saceraks Kapitel haben mir meist etwas besser gefallen, weil er mehr Ausstrahlung und Willensstärke hat als Benalir, der meist, gerade zu Beginn, eher naiv und blauäugig beschrieben wird. Im Verlauf jedoch wird er mutiger und stellt sich den Herausforderungen, was sehr schön zu lesen ist.
Die Welt Saranias selbst wird detailliert und authentisch beschrieben, die Schauplätze, Figuren und Landschaften werden toll ausgeführt und es wird eine High Fantasy-Welt beschrieben, die durch eine Karte und einem Figurenverzeichnis hervorragend ergänzt wird. Ebenso interessant ist die eigene Sprache Saranias, die der Autor entwickelt hat und die am Ende des Buchs aufgeschlüsselt wird. Die Sprache allgemein ist eher altertümlich und passt damit sehr gut zur beschriebenen High Fantasy-Welt.

Ein Kritikpunkt sind für mich die Längen, die das Buch hat, weil die beiden Hautfiguren einiges an Beschreibungen und Expositionen liefern. Zudem erinnert die Geschichte beim Lesen teils stark an die "Harry Potter"-Reihe und "Der Herr der Ringe", hier hätte ich mich mehr noch mehr eigene Ideen und Details gewünscht.

"Das Vermächtnis der Magier" ist ein guter Auftakt der "Sarania"-Reihe und wird High Fantasy-Fans sicherlich begeistern.

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Veröffentlicht am 21.06.2026

Dystopie über Sehnsucht und Menschlichkeit - trotz toller Idee nicht ganz überzeugend

Die unendliche Sehnsucht der Haushaltsgeräte
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In Smarthomes in naher Zukunft wird alles automatisch erledigt und geregelt: alle Haushaltsgeräte werden über eine Smartwatch gesteuert und das gesamte Leben aller Bürger wird über ein Raster gesteuert ...

In Smarthomes in naher Zukunft wird alles automatisch erledigt und geregelt: alle Haushaltsgeräte werden über eine Smartwatch gesteuert und das gesamte Leben aller Bürger wird über ein Raster gesteuert und kontrolliert. In einem solcher Smarthomes leben Harold und Evie, beide Rentner. Nach dem tragischen Tod Eves ist Harold auf sich alleine gestellt und seine fast verschollene Tochter Kate darf ihn besuchen. Der kleine Staubsaugerroboter Scout und der Nachbarsjunge Adrian helfen Harold, in seinem Zuhause bleiben zu dürfen. Doch das Raster ist gnadenlos und der Plan, Harolds Zuhause zu erhalten, ist gefährlich...

Mich haben sofort das das Cover und der ungewöhnliche Titel des Buchs angesprochen. Der Klappentext verspricht eine "Wohlfühlgeschichte" rund um einen kleinen Staubsaugerroboter und ich hatte mich auf eine locker-leichte Geschichte gefreut. Allerdings ist der Klappentext meiner Meinung nach irreführend, denn im Zentrum stehen nicht nur Adrian und Scout sondern auch Harold und Kate. Es ist ebenso keineswegs eine Wohlfühlgeschichte zum "weg lesen" sondern wird immer mehr zum Thriller im Laufe der Handlung.
Der Anfang hat mir gut gefallen, der Schreibstil ist angenehm und gut zu lesen. Man lernt die Bewohner des Hauses kennen und die Haushaltsgeräte, die untereinander kommunizieren können. Gerade Scout mit ihrer neugierig-naiven Art sticht hervor und ist mehr als liebenswert. Ebenso Harold, Evie und Adrian sind direkt sympathisch, wenngleich sie mehr Tiefe verdient hätten. Leider blieben für mich beim Lesen bis zum Schluss alle Zusammenhänge, gerade innerhalb des Rasters und wie es agiert, unklar und es wurde zu wenig erklärt. Zudem gibt es noch sogenannte "Dissidenten", die unerkannt außerhalb des Rasters leben als eine Art Widerstand, gerade da hätte ich mir noch viel mehr Einblicke gewünscht.

Der Aufbau der Geschichte ist zunächst vielversprechend und man fiebert einer großen Auflösung entgegen. Die Handlung bremst sich aber an vielen Stellen selbst aus und tritt auf der Stelle, ein wirklicher Plottwist bleibt aus. Einzig Scout mit ihrer unbedarften und hilfsbereiten Art bringt Leben und Farbe in die ansonsten oft ereignislose Handlung. Das Potenzial des Szenarios, das in naher oder ferner Zukunft durchaus realistisch erscheint beim Lesen (es gibt ja bereits jetzt schon "Smarthomes und selbstfahrende Autos), hätte für mich viel mehr ausgeschöpft werden können. Mich konnte das Buch leider nicht ganz überzeugen trotz toller Ausgangslage.

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Veröffentlicht am 17.06.2026

Tolle Idee mit eher schwacher Umsetzung und wenig Tiefe

Eine Liebe ohne Sommer
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Rosa lernt Nikolas im Treppenhaus zu ihrer Wohnung kennen. Sie verliebt sich direkt in den sehr attraktiven Mann und auch er scheint sich sehr zu ihr hingezogen zu fühlen. Da sieht Rosa darüber weg, dass ...

Rosa lernt Nikolas im Treppenhaus zu ihrer Wohnung kennen. Sie verliebt sich direkt in den sehr attraktiven Mann und auch er scheint sich sehr zu ihr hingezogen zu fühlen. Da sieht Rosa darüber weg, dass Nikolas kaum etwas von seiner Vergangenheit erzählt und ihr seine Freunde nicht vorstellt. Auch Ellen, Nikolas' Mutter, die im selben Haus wie Rosa wohnt, hält sich bedeckt, sobald das Thema Familie und Freunde aufkommt, gleichzeitig ist sie fast schon übergriffig und mischt sich oft in die Beziehung ein. Rosa und Nikolas sind seit drei Monaten ein Paar als er bei einem Unfall ums Leben kommt. Gemeinsam mit Ellen versucht Rosa durch den Verlust zu kommen. Da Ellen sich weiterhin bedeckt hält, beginnt Rosa, auf eigene Faust in Nikolas' Leben zu forschen und muss sich dabei fragen, ob sie auch diese Seite von ihm hätte lieben können und was aus den beiden geworden wäre, hätte Nikolas ihr alles aus seinem Leben erzählt.

Sowohl der Klappentext als auch das Cover haben mich direkt angesprochen und haben hohe Erwartungen an eine ganz andere Geschichte geweckt. Die Ausgangslage ist auch sehr vielversprechend und besonders: was passiert, wenn man sich erst nach dem Tod richtig kennenlernt? Hätte man den Menschen mit den Geheimnissen und Dingen, die man heraus findet, lieben können?
Das Buch ist komplett aus Rosas Ich-Perspektive geschrieben. Was erstmal sehr flüssig und gut zu lesen ist, hat mich irgendwann genervt, denn Rosa ist so voller Selbstzweifel und Unsicherheiten, dass sie sich oft selbst im Weg steht. Ich wurde mit ihr als Protagonistin und Erzählerin auch nicht wirklich warm, was an ihrer stets etwas distanzierten und reservierten Haltung liegt. Besonders genervt hat mich Ellen, die alles bestimmen möchte, einerseits froh ist, dass Rosa sie begleitet in ihrer Trauer, sie im nächsten Moment aber wieder von sich stößt. Um Nikolas' Vergangenheit wurde ein großes Geheimnis gemacht und ich hatte mit einem großen Plottwist oder einer riesigen Enthüllung gerechnet, die Auflösung war dann aber relativ unspektakulär und wenig überraschend. Die Figuren bleiben allesamt an der Oberfläche und ohne Tiefe, es werden viele Personen in die Handlung eingeflochten und ab und zu war mir die Handlung an sich mit ihren Situationen auch zu weit hergeholt.

Das Buch konnte meinen Erwartungen nicht wirklich gerecht werden. Aus dieser besonderen Idee und Ausgangslage hätte man meiner Meinung nach einiges mehr heraus holen können und anders aufbauen können.

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