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Veröffentlicht am 01.06.2026

Welche Wahrheit ist die richtige? Besonderer und intensiver Roman rund um eine Dreiecksbeziehung

Der Tag, an dem dein Flieger ging
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Nach einem schweren Unfall wacht Tanja im Krankenhaus auf. Sie kann sich an nichts aus dem letzten Jahr erinnern, leidet an retrograder Amnesie. Als nacheinander zwei Männer in ihrem Zimmer auftauchen, ...

Nach einem schweren Unfall wacht Tanja im Krankenhaus auf. Sie kann sich an nichts aus dem letzten Jahr erinnern, leidet an retrograder Amnesie. Als nacheinander zwei Männer in ihrem Zimmer auftauchen, kehrt langsam ein Teil der Erinnerungen zurück: sie war lange mit Lukas zusammen, die beiden wollten zusammen ein Jahr nach Australien während ihres Journalistikstudiums. Tanja lernt jedoch vorher Malte kennen, in den sie sich Hals über Kopf verliebt, sie trennt sich von Lukas, die beiden beschließen jedoch, trotzdem gemeinsam die Reise anzutreten. Sowohl Malte als auch Lukas erzählen aus ihrer Sicht von diesem letzten Jahr. Tanja ahnt: die Wahrheit steckt in den Widersprüchen der Erzählungen und in dem, was verschwiegen wird. Wer lügt am Ende und warum?

Ich war sehr gespannt auf diese doch ungewöhnliche Geschichte, der Klappentext hat nicht zu viel versprochen!
Direkt der Einstieg ist interessant, denn die Autorin verweist darauf, dass man sich als Leser auf diese besondere Dreiecksbeziehung einlassen soll und auch die eventuellen Urteile, die man direkt hat, kurz beiseite zu schieben. Das Buch gliedert sich in drei Teile, wobei der zweite Teil den größten Raum einnimmt. Zu Beginn wird aus Tanjas Perspektive erzählt, gemeinsam mit ihr tappt man als Leser genauso im Dunkeln wie sie selbst, was ihre Vergangenheit des letzten Jahres betrifft. Besonders gefällt mir hier der Erzählstil, die Emotionen werden so toll rüber gebracht, dass man gebannt weiter liest. Vor allem der zweite Teil, in dem Lukas und Malte abwechselnd chronologisch aus ihrer Ich-Perspektive die Geschichte Tanja als zuhörender Person erzählen, ist besonders und handwerklich sehr gut gearbeitet. Auch wenn ich zunächst skeptisch war, ob mir die Thematik rund um die Dreiecksbeziehung zusagt, konnte ich mich beim Lesen in beide Figuren und auch Tanja hineinversetzen und auch mitfühlen. Man merkt schnell, dass sicherlich sowohl Lukas als auch Malte nicht die komplette Wahrheit erzählen, Dinge hinzuerfinden, weg lassen oder beschönigen. Gerade hier liegt der Reiz der Handlung, denn dieselbe Geschichte wird zwei Mal aus völlig unterschiedlicher Sicht erzählt: vom aktuellen Partner in Deutschland, der nur sporadisch Kontakt zu Tanja halten kann und dem Exfreund in Australien, der gemeinsam mit Tanja unterwegs ist. Die Beziehungen der Figuren untereinander werden so toll heraus gearbeitet, als wäre man live dabei.
Die Situation spitzt sich vor allem besonders im dritten Teil immer weiter zu und man wartet gebannt auf die Auflösung - und welche Wahrheit nun richtig ist und inwieweit stimmt. Tanjas Zwiespalt wird sehr gut deutlich und bis zum Schluss fiebert man mit.

Ein kleiner Kritikpunkt sind für mich die Längen, die das Buch in den Erzählungen von Lukas und Malte hat, eventuell wäre auch eine Karte Australiens mit den Reisepunkten und -stopps hilfreich, denn beim Lesen habe ich immer wieder nachgeschaut, wo sich Tanja und Lukas gerade befinden und wie weit die Ziele voneinander entfernt liegen. Auch die Auflösung hätte noch etwas mehr Raum bekommen können, aber das ist Kritik auf sehr hohem Niveau.

Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung für diesen besonderen Roman, der sowohl mit einer interessanten Erzählperspektive als auch spannend gezeichneten Figuren punkten kann!

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Veröffentlicht am 28.05.2026

Kurzweiliger Thriller mit Luft nach oben

Bachelorette Party
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Ein Junggesellinnenabschied auf einer einsamen schwedischen Schäreninsel soll DAS Highlight vor Annelieses Hochzeit werden. Auch Tessa ist dabei, sie ist Journalistin und schon länger an einem Cold Case ...

Ein Junggesellinnenabschied auf einer einsamen schwedischen Schäreninsel soll DAS Highlight vor Annelieses Hochzeit werden. Auch Tessa ist dabei, sie ist Journalistin und schon länger an einem Cold Case dran, der sich vor genau zehn Jahren auf dieser Insel abspielte. Damals verschwanden vier Frauen bei einem Junggesellinnenabschied, Tessa geht aber aufgrund der Umstände nicht von einem tragischen Unfall aus. Mit einem mulmigen Gefühl startet der Junggesellinnenabschied. Als dann aber das einzige Boot der Insel offen auf dem Meer treibt und eine der Teilnehmerinnen tot aufgefunden wird, ist schnell klar: jemand ist hier, um Rache zu üben.

Ich war aufgrund des Covers und Klappentextes sehr gespannt und hatte hohe Erwartungen, die nicht ganz erfüllt wurden. Die Handlung wird in zwei Zeitebenen erzählt: der gegenwärtige Junggesellinnenabschied und der tödlich endende vor zehn Jahren, was eine gute Dynamik in die Geschichte bringt und für Abwechslung sorgt. Am Anfang musste ich mich in die Geschichte hineinfinden, weil es einige Figuren gibt, die man auseinander halten muss. Es passiert zunächst gar nicht viel und die Handlung läuft schleppend an. Einige Passagen werden zu detailliert beschrieben, der Spannungsbogen baut sich nur langsam auf. Ab ungefähr der Mitte des Buchs nimmt die Handlung an Fahrt auf und ich habe besser in die Geschichte gefunden.
Tessa erzählt in dem Gegenwartsstrang aus ihrer Ich-Perspektive, was einen guten Überblick bietet, aber auch sehr subjektiv bleibt. Der Erzählstil ist dabei angenehm zu lesen und Tessa agiert als gute Beobachterin. Die anderen Figuren sind gut gezeichnet, hätten aber für mich etwas mehr Tiefe vertragen können. Zum Schluss auf den letzten knapp einhundert Seiten ging es dann schnell und die Situation auf der Insel hat sich immer weiter zugespitzt. Das Ende war mir dann etwas zu viel und zu schnell abgehandelt, der Epilog hat mich versöhnlicher gestimmt.

Alles in allem ist "Bachelorette Party" ein kurzweiliger Thriller, dessen Idee nicht neu ist, der sich aber gut lesen lässt und einige spannende Stellen bietet.

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Veröffentlicht am 26.05.2026

Hohe Erwartungen und viel Potenzial - konnte mich nicht ganz überzeugen

Bis zum Mond
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Drei Freundinnen stecken in Seoul in ihren Bürojobs bei einem Snackhersteller fest: die Arbeit ist mittelmäßig, die Bezahlung schlecht und die Wohnungen winzig klein. Als eine der drei Kryptowährung für ...

Drei Freundinnen stecken in Seoul in ihren Bürojobs bei einem Snackhersteller fest: die Arbeit ist mittelmäßig, die Bezahlung schlecht und die Wohnungen winzig klein. Als eine der drei Kryptowährung für sich entdeckt, investiert sie - und gelangt zu nicht gerade wenig Geld. Eine der beiden Freundinnen kann sie überzeugen, mitzumachen und ebenfalls zu investieren, die dritte wehrt sich vehement. Beide Frauen kommen zu immer mehr Geld, leben aber auch in ständiger Angst, dass der Kurs in den Keller rutschen kann und das Geld weg ist. Werden sie am Ende glücklich und können ihre öden Bürojobs verlassen?

Ich war sehr gespannt auf das Buch, weil der Klappentext eine spannende Geschichte rund um ein wahrscheinlich vielen eher abstraktes Thema verspricht. Das Cover ist bunt gestaltet und passt zur Handlung, wirkt comichaft, aber dennoch passend.
Die Geschichte umspannt einen Zeitraum von knapp einem Jahr und wird aus der Ich-Perspektive der Freundin erzählt, die als Zweites mit einsteigt und investiert. Der Erzählstil ist oft sachlich und neutral, passt aber damit auch zur südkoreanischen Literatur. Das Leben als junge Frau in Seoul wird sehr gut beschrieben, angefangen vom Bürojob, in dem man einfach nicht aufsteigen kann, der beengten Wohnsituation in der Großstadt bis zum potenziellen Eheleben, das dort einen großen Stellenwert hat. Diese Dinge sind mitunter auch lustig und unterhaltsam, ebenso die Freundschaft der drei jungen Frauen liest sich gut und realitätsnah. Als "Leidensgenossinnen" erzählen sie von ihrem Alltag und es liest sich meist herrlich erfrischend.
Ich habe die ganze Zeit auf den großen Plottwist hingefiebert, auf eine Wendung in dem ganzen Kryptothema, aber wurde dahingehend enttäuscht. Wer eine dramatische und spannende Handlung erwartet, wird wahrscheinlich enttäuscht, eher ist "Bis zum Mond" ein guter Unterhaltungsroman, der vor sich hin plätschert und sich "weg lesen" lässt. Mir hat beim Lesen die Spannung gefehlt, es geht zwar tief in die Materie der Kryptowährungen und -investitionen, aber ich hätte mir mehr Spannung als die Kursschwankungen gewünscht.

"Bis zum Mond" hat, auch aufgrund der Betitelung "Bestseller" und "literarischer Hype", bei mir hohe Erwartungen geweckt, die nicht ganz bedient werden konnten. Es ist ein Buch für zwischendurch und gibt (tiefe) Einblicke in die Welt der Kryptowährungen und Female Finance, lässt aber die Handlung schleifen.

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Veröffentlicht am 13.05.2026

Spannendes Thriller-Debüt - wenn ein Augenblick alles entscheidet und verändert

15 Sekunden
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Farah Rosendahl ist in ihrem Auto auf dem Nachhauseweg in einem undurchsichtigen Waldstück. Aus dem Nichts läuft ein Mann auf die Straße, Farah kann nicht mehr ausweichen und erfasst den Mann. Doch er ...

Farah Rosendahl ist in ihrem Auto auf dem Nachhauseweg in einem undurchsichtigen Waldstück. Aus dem Nichts läuft ein Mann auf die Straße, Farah kann nicht mehr ausweichen und erfasst den Mann. Doch er steht auf und läuft zurück in den Wald. Farah ist geschockt, rennt ihm nach und versucht alles, um ihn am Leben zu erhalten. In ihrer Not ruft sie Wase Rahimi an, ein Freund, der bei der Kripo arbeitet. Mit dieser Entscheidung setzt sie folgenschwere Dinge in Bewegung, denn sie und der angefahrene Mann sind in dem Moment nicht die Einzigen in dem Wald...

Ich war sehr gespannt auf das Debüt von Chris Warnat, bei Instagram wurde das Buch sehr positiv besprochen. Mich konnte die Geschichte nicht komplett überzeugen, aber das Debüt ist spannend zu lesen.
Mit insgesamt 58 Kapiteln haben die einzelnen Kapitel eine gute Länge. Direkt zu Beginn im Prolog geht es spannend los und man ist mitten in der Geschichte. Der Schreibstil ist angenehm und zugleich spannend, es wird eine kaum greifbare und bedrohliche Atmosphäre aufgebaut. Die immense Angst der Protagonistin ist zu jeder Zeit spürbar, sowohl sie als auch die anderen Charaktere werden detailliert und mit genügend Tiefe beschrieben. Die Ich-Perspektive von Farah steigert diese Darstellung der Panik und Verzweiflung nochmal mehr und passt hervorragend. Was mich irritiert hat, sind die Perspektivwechsel in einigen Kapiteln, die nicht gekennzeichnet sind. Oft musste ich nochmal zurück blättern, weil es eine Menge Figuren gibt und ich diese erstmal einordnen musste. Ebenso gibt es einige rote Fäden, denen ich nicht mehr perfekt folgen konnte. Die Handlung hat ein paar Längen, aber die Spannung wird konstant oben gehalten. Das Ende konnte mich nicht komplett überzeugen, aber da es der Auftakt einer Thriller-Reihe ist, bin ich gespannt auf den zweiten Band.

Für Thriller-Fans ist das Debüt der Autorin auf jeden Fall zu empfehlen, es kann mit einer spannenden Handlung und toll ausgearbeiteten Protagonisten punkten.

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Veröffentlicht am 07.05.2026

Einblicke in die Ermittlungsarbeit mit Cold Cases - spannend, respektvoll und menschlich

Cold Cases
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Helmut Eigner war über dreißig Jahre lang in der "Cold Case-Abteilung" der Münchener Mordkommission als Leiter und Ermittler tätig. Seine hohe Aufklärungsquote der Cold Cases, die bis in die 1960er-Jahre ...

Helmut Eigner war über dreißig Jahre lang in der "Cold Case-Abteilung" der Münchener Mordkommission als Leiter und Ermittler tätig. Seine hohe Aufklärungsquote der Cold Cases, die bis in die 1960er-Jahre reichen, hat ihm den Beinamen "Mister Cold Case" eingebracht. Nach seiner Pensionierung im Jahr 2025 hat er seine Erfahrungen und einige Fälle in einem Buch festgehalten.

Ich selbst beschäftige mich gerne mit Cold Cases in Podcasts oder im Fernsehen, deshalb war ich sehr gespannt, von dem Thema aus der Sicht eines Ermittlers zu lesen. Und ich wurde nicht enttäuscht, das Buch bietet mehr als nur Einblicke in die Arbeit der Mordkommission.
Grob wechseln sich die Kapitel ab mit einem Cold Case, den der Autor bearbeitet hat und näher beschreibt und einem Aspekt aus der Arbeit mit Cold Cases. Diese Erzählweise bringt eine sehr gute Dynamik in die Geschichte und dem Leser dieses große und abstrakte Thema näher. Generell fällt schon auf den ersten Seiten der unglaublich wertschätzende Erzählstil auf. Der Autor legt Wert darauf, den Blick darauf zu lenken, den oft vergessenen Opfern und Angehörigen eine Stimme zu geben. Denn gerade die weiter zurück liegenden Cold Cases können mit der Technik, die heute zur Verfügung steht, nochmal ganz anders und detaillierter angegangen werden. Auch die Hürden, die dem Autor als Ermittler begegnet sind, werden toll beschrieben, beispielsweise, wenn Spuren nicht ausreichend vorhanden sind oder Zeugen bereits verstorben sind. Auch die oft geringe Zeit, die einem neben der Arbeit an aktuellen Fällen zur Verfügung steht, ist ein Thema, genauso wie die sich immer weiter und besser entwickelten Möglichkeiten der Aufklärung und der Umgang mit Angehörigen, die das Trauma und den Verlust erneut durchleben müssen. Helmut Eigner beschreibt hervorragend und sowohl sachlich als auch menschlich, wie er mit Cold Cases umgeht, die nicht mehr gelöst werden können. Er begegnet jedem Fall, jedem Opfer und jedem Angehörigen mit Respekt und auch wenn er ein Buch über seine Arbeit und Fälle veröffentlicht und damit Geld verdient, merkt man direkt, dass er das Thema sensibel angeht und es nicht ausschlachtet.

Das Buch hat mir nochmal eine andere Seite von Cold Cases gezeigt, die Arbeit und die Menschen dahinter. Sehr spannend zu lesen und nicht nur für Fans von Cold Cases gibt es von mir eine große Leseempfehlung!

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