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Veröffentlicht am 12.03.2026

Spannende Ermittlungsarbeit in der Steiermark - packend und realitätsnah

Steirerzwist
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Im ihrem fünfzehnten Fall ermitteln erneut Sandra Mohr und Sascha Bergmann in der Steiermark. Als Sandra aus dem Urlaub wieder kommt, wird eine Joggerin tot in der Mur gefunden - ihr wurde die Kehle durchtrennt. ...

Im ihrem fünfzehnten Fall ermitteln erneut Sandra Mohr und Sascha Bergmann in der Steiermark. Als Sandra aus dem Urlaub wieder kommt, wird eine Joggerin tot in der Mur gefunden - ihr wurde die Kehle durchtrennt. Kurz darauf wird ein Obdachloser nicht weit vom ersten Fundort ebenfalls tot aufgefunden. Schnell stellt sich heraus, dass die Tote keine Unbekannte ist: sie ist Direktorin eines 5-Sterne-Hotels im Ort. Wie und was haben die beiden Toten miteinander zu tun? Die beiden Ermittler haben alle Hände voll zu tun mit den Ermittlungen, denn der oder die TäterIn ist immer noch auf freiem Fuß...

Ich hatte zuvor noch nichts von Claudia Rossbacher gelesen und hatte zunächst Sorge, ob ich schnell in den fünfzehnten und damit erstmal letzten Krimiroman rund um Sandra Mohr hinein finde. Aber auch ohne Vorkenntnis aus den vorigen Bänden ist man schnell in der Handlung.
Die Kapitel sind meist aus der Sicht Sandras geschrieben, die auch im Mittelpunkt der Ermittlungen steht. Neben der Mammutaufgabe, den oder die TäterIn so schnell es geht zu finden, kommen familiäre Probleme, die sehr gut und detailliert dargestellt sind, hinzu. An ein paar Stellen wurde mir persönlich Sandras Privatleben etwas zu detailliert geschildert, was der Handlung und Spannung aber keinen Abbruch tut. Sandra und Sascha sind ein tolles Team, wenn sie auch sehr unterschiedlich sind und gelegentlich mal die Fetzen fliegen. Auch die Ermittlungen sind sehr genau und präzise beschrieben, man merkt beim Lesen schnell, dass die Autorin sehr viel Mühe, Zeit und Recherche investiert hat um die Ermittlungen so realitätsnah zu beschreiben, wie es geht.

Das Motiv hinter den Taten wird im Laufe der Handlung immer klarer und am Ende kam die Auflösung nicht mit einem großen Knall. Den kleinen Plottwist ganz am Ende, der nochmal Spannung schaffen sollte, hätte es für mich nicht gebraucht. "Steirerzwist" ist ein sehr guter, spannender und kurzweiliger Krimi, der sich schnell und angenehm lesen lässt. Nebenbei lernt man auch die Steiermark kennen, die mir bislang noch nicht wirklich bekannt war.

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Veröffentlicht am 10.03.2026

Gute und spannende Fortsetzung - erneut darf Lo Blacklock keinem trauen

The Woman in Suite 11
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Zehn Jahre sind vergangen seit Lo Blacklock auf einem Luxus-Kreuzfahrtschiff einen Mord aufgedeckt hat und gerade so mit ihrem Leben davon gekommen ist. Heute ist sie glücklich verheiratet und hat zwei ...

Zehn Jahre sind vergangen seit Lo Blacklock auf einem Luxus-Kreuzfahrtschiff einen Mord aufgedeckt hat und gerade so mit ihrem Leben davon gekommen ist. Heute ist sie glücklich verheiratet und hat zwei Söhne. Als sie die Einladung zur Neueröffnung eines Luxushotels in der Schweiz erhält, ist sie fest entschlossen, nach jahrelanger Pause als Journalistin damit wieder voll durchzustarten. Doch die Reise dorthin wird sich schnell als Alptraum entpuppen, denn die Geister der Vergangenheit holen sie ein und erneut schwebt sie in tödlicher Gefahr...

Ich war sehr gespannt auf die Fortsetzung von "The Woman in Cabin 10" und sie hat mir noch etwas besser gefallen als der erste Band. Die Geschichte wird erneut in übersichtlich langen Kapiteln aus der Sicht Los erzählt. Sie ist zwar älter geworden und nun Mutter, aber schnell merkt man beim Lesen, dass sie immer noch die gleiche Naivität besitzt wie zehn Jahre zuvor. Auch wenn sie eigentlich weiß, dass sie, gerade wegen der Vorgeschichte, niemandem trauen kann und sollte, konnte ich beim Lesen oftmals nur den Kopf schütteln, wie blauäugig sie handelt. Sie erzählt wie immer chronologisch und lebendig und flüssig.
Die Nebenfiguren sind ebenfalls toll gezeichnet, gerade weil man sie nur aus Los Perspektive kennenlernt, wirken sie geheimnisvoll und schwer durchschaubar. Die Handlung orientiert sich stark am ersten Band, auch einige Charaktere kommen erneut vor und man ist sofort wieder in der Handlung drin. Auch das Setting ist hier wieder toll gewählt, wenngleich es "einfacher" ist, aus einem Hotel zu entkommen als von einem Kreuzfahrtschiff.
Ein Kritikpunkt ist für mich die zweite Hälfte, die für mich an Spannung verloren hat im Gegensatz zur ersten Hälfte. Irgendwann im letzten Drittel hatte ich das Gefühl, dass die Handlung sich im Kreis dreht und die Auflösung kam dann nicht mehr so überraschend, wie ich es erwartet hätte.

"The Woman in Suite 11" ist eine gute Fortsetzung, die man sicherlich ohne den ersten Band lesen kann, aber vieles erschließt sich besser mit dem Vorwissen aus dem ersten Band. Von mir gibt es eine Leseempfehlung mit ein paar kleinen Abzügen.

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Veröffentlicht am 02.03.2026

Eindrücklicher, aktueller und vor allem wichtiger Roman - nicht nur für Jugendliche

Up in Smoke - Was tust du, wenn die Wahrheit nicht zählt?
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Cooper wächst als Schwarzer Junge in D.C. auf, er ist vernünftig und lässt sich nicht von Bandenkriminalität und Verbrechen der armen Bevölkerung anstecken. Bei einer "Black Lives Matter"-Demonstration, ...

Cooper wächst als Schwarzer Junge in D.C. auf, er ist vernünftig und lässt sich nicht von Bandenkriminalität und Verbrechen der armen Bevölkerung anstecken. Bei einer "Black Lives Matter"-Demonstration, die eigentlich friedlich verlaufen soll, lässt er sich von seinem besten Freund Jason gemeinsam mit zwei anderen Jugendlichen dazu überreden, ein Geschäft mit teurer Markenkleidung zu plündern. Cooper ist von Anfang an nicht wohl bei der Sache. Die Gruppe verliert sich im Chaos als Schüsse zu hören sind. Jason gerät unter Mordverdacht und wird festgenommen. Cooper und Jasons Schwester Mo, für die Cooper schon lange schwärmt, glauben an seine Unschuld und sind entschlossen, den wahren Täter zu finden. Dabei geraten sie immer weiter in Gefahr.

Ich hatte von Nick Brooks noch nichts gelesen und war umso gespannter auf sein neuestes Buch, das passend zum Black History Month erscheint. Und ich bin begeistert!
Direkt zu Beginn ist man mitten im Geschehen als sich die Gruppe auf den Weg zur Demonstration macht. Die Kapitel sind meist abwechselnd aus der Ich-Perspektive von Cooper und Mo geschrieben, was der Geschichte unheimlich viel Dynamik und tiefe Einblicke in die Gefühlswelten und Gedanken der Protagonisten gibt. Cooper hat sich nie etwas zu schulden kommen lassen, beim Lesen merkt man schnell, dass er auf der guten Seite steht und vertrauensvoll, aber auch vorsichtig nach dem Tod seiner Mutter durchs Leben geht. Er gerät nicht, wie viele Schwarze Jugendliche in D.C., auf die schiefe Bahn, dennoch hadert er mit seiner Zukunft und wofür er mit ganzem Herzen brennt. Im Gegensatz dazu lernt man Mo kennen, die mit beiden Beinen im Leben steht und weiß, was sie möchte. Sie hält auf der Demonstration eine Rede und kämpft für Gerechtigkeit und Frieden - ein Vorbild für viele Leser:innen, wenngleich sie an manchen Stellen auch als zu glatt und vollkommen beschrieben wird.

Die beiden Jugendlichen decken einige Geheimnisse auf, die von Polizeigewalt bis zu Korruption reichen und diese wichtigen Themen verwebt der Autor hier gekonnt zielgruppengerecht und authentisch. Generell werden sowohl die Protagonisten als auch die Nebenfiguren ehrlich und authentisch dargestellt. Nick Brooks hat mit "Up in Smoke" einen eindrücklichen, aktuellen und mehr als wichtigen Roman geschrieben, der leider erschreckend nah an der Realität spielt und deshalb umso mehr Aufmerksamkeit verdient. Unbedingte Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 26.02.2026

Grandiose Fortsetzung - emotional, zauberhaft und mitreißend!

Jenseits des Ozeans
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Linus Baker und Arthur Parnassus leben gemeinsam mit den magisch begabten Kindern auf der Insel Marsyas. In Linus hat Arthur seine große Liebe gefunden und es könnte nicht besser für die Gruppe laufen. ...

Linus Baker und Arthur Parnassus leben gemeinsam mit den magisch begabten Kindern auf der Insel Marsyas. In Linus hat Arthur seine große Liebe gefunden und es könnte nicht besser für die Gruppe laufen. Arthur kämpft auch weiterhin für die Rechte von magisch Begabten und begibt sich damit in große Gefahr, denn mit der Aufnahme eines weiteren Kindes und immer mehr dunklen Geheimnissen aus Arthurs Vergangenheit droht sein Traum von einem freien und gerechten leben für alle magisch Begabten zu zerplatzen.

Nachdem ich den ersten Band GELIEBT habe, hatte ich etwas Angst, dass der zweite Band meinen Erwartungen nicht gerecht wird - völlig zu Unrecht, denn "Jenseits des Ozeans" ist eine grandiose Fortsetzung!
Durch den für den Autor typischen leb- und bildhaften Schreibstil ist man als Leser wieder sofort im Geschehen als hätte man sofort weiter gelesen nach dem ersten Band. Sowohl die Charaktere als auch Situationen und die Umgebung werden so detailliert beschrieben, dass ich erneut das Gefühl hatte, selbst mitten drin zu sein. Einige Passagen ziehen sich in die Länge, z.B. die Anhörung Arthurs beim Ministerium, was der Geschichte aber keinen Abbruch tut.
Die Message ist auch hier wieder klar und der Autor versteht sein Handwerk, dies auch zu verarbeiten: jeder Mensch verdient Respekt und Freiheit, egal, wie man aussieht oder an was man glaubt. Das Herzstück der Geschichte sind wie immer die magisch begabten Kinder, die auch in diesem Band weit über sich hinaus wachsen und die man einfach ins Herz schließen muss. Von der Handlung möchte ich gar nicht zu viel erzählen ohne zu spoilern, aber es lohnt sich, sich erneut auf eine Reise zur Insel Marsyas zu begeben. Man wird belohnt mit Liebe, Emotionen, Kampfgeist, Freiheitsdrang und noch vielem mehr und das in einer grandiosen Geschichte verarbeitet. Absolute Leseempfehlung für dieses Herzensbuch!

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Veröffentlicht am 25.02.2026

Ein Gespräch zweier Fremder im Zug - eher belanglos und mäßig unterhaltsam

In einem Zug
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Der einst gefeierte und erfolgreiche Schriftsteller Eduard Brunhöfer hat schon lange kein Buch mehr geschrieben. Zu Beginn der Handlung sitzt er in einem Zug von Wien nach München. Als sich Catrin Meyr ...

Der einst gefeierte und erfolgreiche Schriftsteller Eduard Brunhöfer hat schon lange kein Buch mehr geschrieben. Zu Beginn der Handlung sitzt er in einem Zug von Wien nach München. Als sich Catrin Meyr in sein Abteil setzt, hat er zunächst gar keine Lust auf eine Konversation mit der fremden Frau. Nach und nach entspinnt sich jedoch ein Gespräch zwischen den beiden und Catrin interessiert sich vor allem für Eduards Art zu schreiben, sein Dasein als Schriftsteller und das Leben im Allgemeinen. Mit ihren schlagfertigen Fragen gerät der Schriftsteller gehörig in Zugzwang.

Zu Beginn hat mich die Geschichte noch abgeholt und die Überlegungen des Protagonisten waren frisch und amüsant. Die Geschichte ist in mehrere Kapitel unterteilt mit den Titeln der jeweiligen Haltestellen des Zugs. Der Protagonist Eduard Brunhöfer erzählt aus seiner Ich-Perspektive und nimmt dabei kein Blatt vor den Mund. Auch noch als Catrin sich in das Abteil dazu setzt, hat die anfängliche Konversation etwas Alltägliches und als Leser beobachtet man das Geschehen live mit. Diese anfängliche Spannung nutzt sich aber mit der Zeit immer mehr ab und sowohl Eduard als auch Catrin wurden mir immer unsympathischer. Catrin hakt bei Eduard mit einer mehr als unangenehmen Penetranz nach und bohrt immer weiter, Eduard hingegen sucht brillante und schlagfertige Antworten darauf und das Gespräch verliert sich in diesen Wirrungen.
Die gesamte Geschichte hat mehr etwas von einem Belauschen eines Gesprächs im Zug, wie man es überall hören könnte und weniger von einem unterhaltsamen und spannenden Roman. Auch das Ende konnte mich nicht abholen, wenngleich es den Roman etwas aufwertet. Den Plottwist habe ich zwar irgendwann kommen sehen, aber es war gut zu lesen, dass nun endlich was passiert und man nicht mehr das Gespräch der beiden "belauscht", das mir irgendwann auf die Nerven ging.

Für mich ist "In einem Zug" eine kurzweilige Lektüre, die sich vielleicht besser lesen lässt, wenn man tatsächlich selbst in einem Zug unterwegs ist, aber als Roman konnte mich die Geschichte nicht überzeugen.

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