Ehrliche, menschliche und spannende Geschichte über eine gegensätzliche Beziehung
Two worlds, one momentNaomi und Osaro könnten unterschiedlicher nicht sein: beide leben in Zürich, aber während Naomi aus geordneten und privilegierten Verhältnissen kommt und ihre Zukunft plant, ist Osaros Leben von Drogen, ...
Naomi und Osaro könnten unterschiedlicher nicht sein: beide leben in Zürich, aber während Naomi aus geordneten und privilegierten Verhältnissen kommt und ihre Zukunft plant, ist Osaros Leben von Drogen, Armut und dem täglichen Kampf ums Überleben geprägt. Er stammt aus Nigeria und das Sprayen meist illegaler Graffitis gibt ihm Halt. Durch einen Schicksalsmoment finden die beiden zueinander und lernen sich besser kennen. Doch Osaros Vergangenheit holt ihn ein und Naomis Welt und die Beziehung brechen auseinander. Können die beiden dennoch erneut zusammen finden?
Vom Klappentext allein hätte ich nicht eine Geschichte erwartet, die mich mit solcher Wucht getroffen hat. Die Handlung wird in relativ langen Kapiteln meist abwechselnd aus Naomis und Osaros Perspektive erzählt, wobei Osaros Teil mehr Raum bekommt. Kurz nach der ersten Begegnung der beiden beginnt die Geschichte und als Leser erlebt man so die gesamte Beziehung der beiden, mit allen Höhen, Tiefen und Problemen. Die Autorin bringt hier gekonnt die oft widerstrebenden Gefühle der Protagonisten zum Ausdruck, beim Lesen ist man wie live dabei. Gerade die Rückblenden, die Osaros Geschichte erzählen, haben mir gut gefallen. Nicht immer leicht zu lesen zeigen sie den ungeschönten Alltag, der von Drogen, illegalem Sprayen und Armut geprägt ist. Generell werden wichtige und aktuelle Themen wie (Drogen)Sucht, Armut und Gewalt mit eingebunden, was die Geschichte zwar hart, aber umso ehrlicher macht.
Die Beziehung von Naomi und Osaro bildet den Dreh- und Angelpunkt der Geschichte und man verfolgt sie über einen längeren Zeitraum. Der Erzählstil ist dabei locker und leicht, man kann der Handlung sehr gut folgen. Einige Passagen und Kapitel ziehen sich in die Länge und das Ende der Geschichte konnte ich nicht ganz greifen, vielleicht hätte es nach der Zeit, die man als Leser mit den beiden verbracht hat, für mich noch auserzählter sein dürfen.
"Two Worls, One Moment" ist ein besonderes Buch, dass zugleich gefühlvoll als auch stellenweise hart von einer ganz besonderen Beziehung erzählt. Von mir gibt es eine Leseempfehlung!