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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 18.08.2026

Solider Thriller mit flacher Handlung und zu blassen Charakteren

Welcome Home – Du liebst dein neues Zuhause. Hier bist du sicher. Oder?
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Ines und Marco Winkler sind überglücklich, als sie mit Tochter Emilia und dem Familienhund in die Siedlung Auf Mons in ein neues Zuhause ziehen. Die Nachbarschaft ist freundlich und zuvorkommend, gerade ...

Ines und Marco Winkler sind überglücklich, als sie mit Tochter Emilia und dem Familienhund in die Siedlung Auf Mons in ein neues Zuhause ziehen. Die Nachbarschaft ist freundlich und zuvorkommend, gerade mit ihren direkten Nachbarn verstehen sie sich sehr gut. Doch schon in der ersten Nacht haben Ines und Marco das Gefühl, beobachtet zu werden und auch in den folgenden Nächten wird das ungute Gefühl stärker. Als sie im noch leerstehenden Nachbarhaus nachts einen Schatten sehen, wirk klar, dass ihre Ängste real sind: jemand liegt tot im Haus. Sind sie noch sicher in der Siedlung und wer wird als Nächstes sterben?

Ich hatte zuvor noch nichts von Arno Strobel gelesen und war gespannt, da sich der Klappentext sehr spannend liest. Man ist auch direkt in der Geschichte drin als Ines und Marco in das Haus einziehen und die Nachbarn kennenlernen. Der Erzählstil ist dabei sehr einfach und es gibt viel wörtliche Rede, was für mich den Lesefluss eher gestört hat. Die Figuren bleiben meist recht blass, die Geschichte lebt eher von der Handlung als von spannenden und interessanten Figuren. Gerade Ines und Marco bleiben für mich austauschbar, mit ihnen, wie auch mit den meisten restlichen Nachbarn, konnte nicht wirklich mitfühlen.
Der Autor baut dennoch einen guten Spannungsbogen auf, auch wenn die Handlung sich an manchen Stellen in Kleinigkeiten verliert wie z.B. viel spazieren gehen und Tochter Emilia ins Bett bringen. Die Lage in Auf Mons spitzt sich immer weiter zu und man fiebert gebannt, was noch alles passiert und wie sich die Geschichte auflöst. Das Ende konnte mich dann allerdings nicht überzeugen, es wirkt sehr konstruiert und weit hergeholt.

"Welcome Home" ist ein solider Thriller, der sich gut "weglesen" lässt, aber die Spannung nicht konstant beibehalten kann und bei mir aber nicht weiter in Erinnerung bleiben wird.

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Veröffentlicht am 17.08.2026

Spannender Thriller mit viel Potenzial - konnte mich in der zweiten Hälfte nicht überzeugen

Fünf Fremde
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An einem stürmischen Oktobertag reisen fünf Menschen auf die Insel Neuwerk in der Nordsee. Vor dreißig Jahren verschwanden zwei Teenager bei einem Besuch im Schullandheim spurlos und bis heute weiß niemand, ...

An einem stürmischen Oktobertag reisen fünf Menschen auf die Insel Neuwerk in der Nordsee. Vor dreißig Jahren verschwanden zwei Teenager bei einem Besuch im Schullandheim spurlos und bis heute weiß niemand, was damals geschehen ist. Vier der fünf Menschen, die heute anreisen, waren auch damals auf der Insel und als ein Orkan aufzieht und niemand die Insel verlassen kann, drohen Geheimnisse aufzufliegen, die einige Menschen lieber für sich behalten hätten.

Da ich noch nichts zuvor von Romy Fölck gelesen habe, war ich umso gespannter auf ihren neuesten Thriller. Das Cover und der Klappentext versprechen eine spannende Geschichte, die mich jedoch nicht wirklich überzeugen konnte.
Die Handlung spielt in mehreren Zeitebenen und wird aus der Sicht der fünf Menschen erzählt. Was ich in Büchern meist spannend finde, erforderte hier große Konzentration beim Lesen, um Details und Personen in den verschiedenen Zeitebenen zuordnen zu können. Die Autorin baut in der ersten Hälfte einen tollen Spannungsbogen auf und man liest gespannt weiter. Nur häppchenweise werden Hinweise und Puzzlestücke aufgedeckt, die sich lange nicht zuordnen lassen. Im letzten Drittel verliert sich die Handlung aber selbst und die Auflösung konnte mich nicht begeistern und wirkte weit hergeholt und konstruiert.
Die fünf Menschen, die anreisen, sind gut gezeichnet, über jeden einzelnen erfährt man Einiges, was relevant für die Geschichte ist. Besonders haben mir die Kapitel im Jahr 1995 gefallen, von denen, wie von der gesamten Handlung, eine bedrohliche und düstere Stimmung ausgeht. Die Autorin spielt gekonnt mit der stürmischen See, dem aufziehenden Orkan und dem beklemmenden Gefühl, eine Insel nicht verlassen zu können. Der Erzählstil ist dabei angenehm zu lesen und trägt den Leser durch die Seiten.

"Fünf Fremde" hat für mich großes Potenzial, das leider nicht ganz ausgeschöpft wurde und gerade im letzten Drittel zu konstruiert bleibt und sich in Zeitebenen und Details verliert.

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Veröffentlicht am 13.08.2026

Augen zu. Eine Sekunde warten. Augen auf. Ehrlicher und authentischer Coming-of-Age Roman

Salto
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Marko sollte eigentlich glücklich sein, denn er hat sein Abitur in der Tasche und möchte Medizin studieren. Er und seine langjährige Freundin Claire trennen sich, denn ihre Lebenswege sind zu unterschiedlich: ...

Marko sollte eigentlich glücklich sein, denn er hat sein Abitur in der Tasche und möchte Medizin studieren. Er und seine langjährige Freundin Claire trennen sich, denn ihre Lebenswege sind zu unterschiedlich: Claire möchte was mit Medien machen, Marko Medizin studieren; er wird jedoch an einigen Unis abgelehnt, sodass er nach Budapest zieht um dort studieren zu gehen. Doch Markos Körper macht nicht mehr so mit, wie er es sollte und Markos Pläne geraten vollends durcheinander.

Nachdem ich bereits "Klapper" gelesen hatte und absolut begeistert war, war ich sehr gespannt auf den neuen Roman. Auch "Salto" konnte mich begeistern! Der Klappentext klingt zunächst recht unspektakulär, doch die Handlung und der Protagonist Marko machen die Geschichte zu etwas Besonderem. Marko ist ein typischer Jugendlicher, der mit großen Plänen in eine neue Zukunft startet. Eher introvertiert und vorsichtig, versucht er, den Spagat zu meistern zwischen seinem alten Zuhause und dem neuen Lebensabschnitt in Budapest. Der Erzählstil hat mir dabei sehr gut gefallen und beschreibt seine Unsicherheit perfekt. Dabei geht es um viel mehr als diesen neuen Lebensabschnitt zum Erwachsenwerden: Armut, Chancengleichheit, (Selbst)Akzeptanz, Krankheit und Liebe sind nur einige wichtige Kernthemen in der Geschichte. Man begleitet Marko nur eine Zeit lang, in der sich jedoch alles innerhalb kurzer Zeit verändert. Diese Veränderungen und wie damit umgegangen wird, arbeitet Kurt Prödel perfekt heraus und es macht Spaß, immer weiterzulesen. Einen kleinen Abzug gibt es für mich für die Längen, die die Geschichte an einigen Stellen gerade im Mittelteil hat.

"Salto" ist ein wunderbar authentischer und toller Coming-of-Age Roman, von mir gibt es eine große Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 11.08.2026

Eine Reise zurück an den Niederrhein - mit etwas Luft nach oben

Eisvogelträume
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Kathrin kehrt nach über zwanzig Jahren zurück an den Niederrhein, wo ein tragisches Ereignis das Leben der damals 10-Jährigen für immer veränderte. Sie sucht ein verloren gegangenes Amulett ihrer Mutter, ...

Kathrin kehrt nach über zwanzig Jahren zurück an den Niederrhein, wo ein tragisches Ereignis das Leben der damals 10-Jährigen für immer veränderte. Sie sucht ein verloren gegangenes Amulett ihrer Mutter, ihre Tante Elsa, die sie jahrelang nicht gesehen hat, ist dabei aber keine große Hilfe. Außerdem bringt Jakob, der Landwirt vom Hof nebenan, ihre Gefühle gehörig durcheinander. Kathrin setzt sich immer mehr mit der Vergangenheit auseinander und muss sich bald die Frage stellen, ob sie endlich mit ihr abschließen und nach vorne blicken kann.

Das Cover und der Klappentext haben mir sehr gut gefallen und versprechen eine spannende Familiengeschichte, die meine Erwartungen nicht ganz erfüllen konnte. Aus Kathrins Ich-Perspektive erfahren wir direkt von ihren Gefühlen. In übersichtlich langen Kapiteln erfährt man nach und nach, was in der Vergangenheit geschehen ist. Der Erzählstil ist dabei eingänglich und locker, allerdings nimmt die viele direkte wörtliche Rede für mich etwas die Spannung und stört den Lesefluss. Kathrin ist als Protagonistin ist sympathisch, an vielen Stellen jedoch konnte ich ihre Gedanken und Reaktionen nicht immer nachvollziehen. Auch wenn die Gefühle durch die Ich-Perspektive gut zum Ausdruck kommen, hat mich Kathrin nicht ganz erreicht und bleibt für mich nicht ganz greifbar. Die Natur, die Landschaften und Umgebungen werden dafür jedoch umso toller geschildert und detailliert beschrieben. Die Handlung ist gut dargestellt, an einigen Stellen sind jedoch einige Momente und Situationen zu weit hergeholt, aber sie passen insgesamt zur Handlung.

"Eisvogelträume" ist ein toller Roman, der für mich noch Luft nach oben hat und mit tollen Naturbeschreibungen punkten kann.

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Veröffentlicht am 28.07.2026

Ehrliche, menschliche und spannende Geschichte über eine gegensätzliche Beziehung

Two worlds, one moment
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Naomi und Osaro könnten unterschiedlicher nicht sein: beide leben in Zürich, aber während Naomi aus geordneten und privilegierten Verhältnissen kommt und ihre Zukunft plant, ist Osaros Leben von Drogen, ...

Naomi und Osaro könnten unterschiedlicher nicht sein: beide leben in Zürich, aber während Naomi aus geordneten und privilegierten Verhältnissen kommt und ihre Zukunft plant, ist Osaros Leben von Drogen, Armut und dem täglichen Kampf ums Überleben geprägt. Er stammt aus Nigeria und das Sprayen meist illegaler Graffitis gibt ihm Halt. Durch einen Schicksalsmoment finden die beiden zueinander und lernen sich besser kennen. Doch Osaros Vergangenheit holt ihn ein und Naomis Welt und die Beziehung brechen auseinander. Können die beiden dennoch erneut zusammen finden?

Vom Klappentext allein hätte ich nicht eine Geschichte erwartet, die mich mit solcher Wucht getroffen hat. Die Handlung wird in relativ langen Kapiteln meist abwechselnd aus Naomis und Osaros Perspektive erzählt, wobei Osaros Teil mehr Raum bekommt. Kurz nach der ersten Begegnung der beiden beginnt die Geschichte und als Leser erlebt man so die gesamte Beziehung der beiden, mit allen Höhen, Tiefen und Problemen. Die Autorin bringt hier gekonnt die oft widerstrebenden Gefühle der Protagonisten zum Ausdruck, beim Lesen ist man wie live dabei. Gerade die Rückblenden, die Osaros Geschichte erzählen, haben mir gut gefallen. Nicht immer leicht zu lesen zeigen sie den ungeschönten Alltag, der von Drogen, illegalem Sprayen und Armut geprägt ist. Generell werden wichtige und aktuelle Themen wie (Drogen)Sucht, Armut und Gewalt mit eingebunden, was die Geschichte zwar hart, aber umso ehrlicher macht.

Die Beziehung von Naomi und Osaro bildet den Dreh- und Angelpunkt der Geschichte und man verfolgt sie über einen längeren Zeitraum. Der Erzählstil ist dabei locker und leicht, man kann der Handlung sehr gut folgen. Einige Passagen und Kapitel ziehen sich in die Länge und das Ende der Geschichte konnte ich nicht ganz greifen, vielleicht hätte es nach der Zeit, die man als Leser mit den beiden verbracht hat, für mich noch auserzählter sein dürfen.

"Two Worls, One Moment" ist ein besonderes Buch, dass zugleich gefühlvoll als auch stellenweise hart von einer ganz besonderen Beziehung erzählt. Von mir gibt es eine Leseempfehlung!

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