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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 30.03.2020

Vielschichtig – ungewöhnlich – packend

The Doll Factory
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„The Doll Factory“ ist das Debüt der Autorin Elizabeth Macneal, das es -meiner Meinung nach vollkommen zu Recht - direkt nach dem Erscheinen auf den ersten Platz der britischen Bestsellerliste geschafft ...

„The Doll Factory“ ist das Debüt der Autorin Elizabeth Macneal, das es -meiner Meinung nach vollkommen zu Recht - direkt nach dem Erscheinen auf den ersten Platz der britischen Bestsellerliste geschafft hat.

Die Handlung beginnt im November 1850 in London. Die Zwillingsschwestern Rose und Iris Whittle arbeiten in einer Puppenmanufaktur. Die Arbeit ist hart und Iris träumt davon Künstlerin zu werden. Vollkommen unerwartet scheint es eine Möglichkeit zu geben, dass dieser Traum wahr wird. Iris trifft den Maler Louis Forst, der sie darum bittet, für ihn Modell als Königin zu stehen und er verspricht ihr, sie im Zeichnen zu unterrichten.

In einem zweiten Handlungsstrang lernt man Silas kennen. Silas hat ein Geschäft mit Kuriositäten und präpariert Tiere, die ihm der kleine Straßenjunge Albie bringt, der auch Iris und Rose mit kleinen Arbeiten für die Puppenmanufaktur zur Seite steht.

Der Schreibstil von Elizabeth Macneal hat mich begeistert. Sie beschreibt detailliert, atmosphärisch und hat mich damit direkt in das viktorianische Zeitalter versetzt. Die düstere Stimmung, die Diskrepanz zwischen der armen Bevölkerung und den Reichen ist erschreckend. Auch über ihre jeweiligen Lebensumstände erfährt man eine Menge, was ebenso traurig wie erschreckend ist, den Roman aber lebendig werden lässt und auf ausgiebige Recherchearbeiten hinweist.

Die Charaktere werden sehr vielschichtig beschrieben. Da ist keiner durchweg positiv oder negativ belegt. Sie wirkten alle authentisch und jeder hatte seine Eigenarten.

Durch den stetigen Wechsel der Perspektive, ist die Handlung abwechslungsreich, fesselnd und verleitet zum permanenten Weiterlesen.

In mir hat das Buch eine Mischung aus Faszination, Entsetzen und Neugierde hervorgerufen, wodurch ich gefühlsmäßig mehrfach Achterbahn gefahren bin. Der Spannungsaufbau war fantastisch und überraschend. Die Handlung besteht aus Gegensätzen, eine düstere Grundstimmung, zarte Gefühle, Besessenheit, schwesterlicher Zusammenhalt, Hass und Liebe und vieles mehr werden stimmig zusammen erzählt. Das Ende ist überraschend und rundet diese doch sehr besondere Werke perfekt ab.

Ich kann das Buch nur empfehlen und bin schon sehr gespannt auf weitere Werke der Autorin.

  • Cover
  • Geschichte
  • Erzählstil
  • Figuren
  • Atmosphäre
Veröffentlicht am 29.03.2020

Berührend und mit Tiefgang

Wo Wellen niemals enden
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„Wo die Wellen niemals enden“ ist ein sehr emotionaler Roman der Autorin Heike Fröhling, der mich nachdenklich zurückgelassen hat. Nicht immer hat man im Leben die Möglichkeit die richtige Entscheidung ...

„Wo die Wellen niemals enden“ ist ein sehr emotionaler Roman der Autorin Heike Fröhling, der mich nachdenklich zurückgelassen hat. Nicht immer hat man im Leben die Möglichkeit die richtige Entscheidung zu treffen. Manchmal muss man sich entscheiden und es gibt nichts, was wirklich richtig ist.

Katharina liebt ihre beiden Töchter und genau deshalb trifft sie eine schwere Entscheidung. Sie verlässt diese, um sie zu schützen, da sie ihnen nicht zur Last fallen möchte. Als sie auf Iren Odhran trifft, führt sie ihr Weg nach Irland auf den Hof von Paul und Jenny.

Der Schreibstil von Heike Fröhlich ist sehr angenehm, lebendig, flüssig und alles wirkt authentisch. Ihre Charaktere beschreibt sie detailliert und facettenreich. Während mir Odhran vom ersten Augenblick an sympathisch war und es auch Paul und Jenny mit ihrer offenen Art direkt in mein Herz geschafft hatten, war ich von Katharina hin- und hergerissen. Ihre Situation ist schwierig und sie tat mir einfach nur unendlich leid. Auf der einen Seite konnte ich sie verstehen und auf der anderen Seite gefiel es mir nicht, dass sie ihre Töchter allein gelassen hat, obwohl man durchgehend ihre Liebe zu ihnen spüren konnte.

„Ich möchte für Dich eine Mutter sein, die Dir die Flügel wachsen lässt und nicht die Flügel stutzt.“

Das war für mich ein ganz wunderbarer Satz von Katharina, aus dem unendlich viel Liebe spricht.

Mit den bildhaften Landschaftsbeschreibungen hat es die Autorin geschafft mich mit nach Irland zunehmen. Mein Kopfkino war in vollem Gange und die Atmosphäre war einfach wundervoll beschrieben.

Mich hat der Roman ausgezeichnet unterhalten und gleichzeitig hat er mich sehr nachdenklich gestimmt. Er ist lebendig, authentisch, sehr intensiv und hat mich emotional berührt. Obwohl das Ende stimmig, rund und der Roman abgeschlossen ist, würde ich gerne erfahren, wie die Zukunft für Katharina und ihre Töchter aussieht und mich über eine Fortsetzung freuen.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 29.03.2020

Spannend und berührend

Ich an meiner Seite
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„Ich an meiner Seite“ ist ein Roman der österreichische Autorin Birgit Birnbacher, in dem sie die Schwierigkeiten der Resozialisierung gelungen darstellt.

Der 22-jährige Arthur hat gerade eine 26-monatige ...

„Ich an meiner Seite“ ist ein Roman der österreichische Autorin Birgit Birnbacher, in dem sie die Schwierigkeiten der Resozialisierung gelungen darstellt.

Der 22-jährige Arthur hat gerade eine 26-monatige Haftstrafe hinter sich und versucht den Weg zurück ins Leben zu finden. Leider gestaltet sich dies schwieriger als gedacht.

Der Schreibstil der Autorin ist ruhig und unaufgeregt, gleichzeitig aber auch sehr vielseitig. Sie wechselt zwischen kurzen Sätzen und ausgesprochen ausschweifenden Dialogen. Trotz des ernsten Hintergrundthemas ist der Roman humorvoll, gleichzeitig berichtet Birgit Birnbacher aber auch bedrückend und empathisch. Auch der Wechsel der Zeiten sorgt für Abwechslung. So erfährt man eine Menge über Arthurs Kindheit und seine Familie, kann rätseln, was zu dem Gefängnisaufenthalt von Arthur geführt hat.

Arthur wird authentisch beschreiben, er ist intelligent aber auch unsicher und sehr bemüht alles richtig zu machen. Die übrigen Charaktere werden ebenfalls gut beschrieben, sind interessant aber man erhält über sie nicht mehr Information als nötig sind, um das Leben um Arthur herum und ihre Beziehung zu ihm zu verstehen.

Durch die kurzen Kapitel und die vielen Wechsel sorgt die Autorin für einen Sog, der einen weiterlesen lässt. Ihre knappen Sätze, die nur die wichtigsten Informationen vermitteln, lassen eine Menge Spielraum für eigene Gedanken.

Das Buch gibt einen interessanten Einblick in das Leben von Arthur und die Schwierigkeiten, denen er nach seinem Gefängnisaufenthalt gegenübersteht.

Mein Fazit: Ein interessantes & kritisches Buch, das ich durchaus empfehlen kann.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 28.03.2020

Ein wundervoll gestaltetes Buch für Pferdefans

Mias Pferdewelt - Glaub an deinen Traum!
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„Mias Pferdewelt - Glaub an deinen Traum!“ ist ein sehr persönliches Buch der 15-jährigen Youtuberin Mia Bender. Sie berichtet von ihrer Liebe zu den Pferden und wie ihr großer Traum - ein eigenes Pferd ...

„Mias Pferdewelt - Glaub an deinen Traum!“ ist ein sehr persönliches Buch der 15-jährigen Youtuberin Mia Bender. Sie berichtet von ihrer Liebe zu den Pferden und wie ihr großer Traum - ein eigenes Pferd – wahr wurde. Man spürt beim Lesen ihre Begeisterung für ihr Hobby - die Pferde und das Reiten – das sie lebt und das vielmehr als nur ein Hobby ist. Dabei beschreibt sie aber nicht nur die schönen Seiten, sondern berichtet auch über den Aufwand und die Arbeit, die ein eigenes Pferd mit sich bringen.

Mias Erzählstil ist klasse und perfekt für die Zielgruppe der jungen Leser. Meine Töchter, die große Fans des YouTube-Kanals von Mia sind, hat das Buch begeistert, da es noch mehr Einblicke in Mias Leben gibt und auch eine Vielzahl an informativen Tipps und interessanten Ratschlägen bereit hält.

In dem Buch sind zahlreiche Fotos, von von Mia, ihrer Stute Gini und viele andere Fotos rund ums Pferd, die das Buch lebendig werden lassen. Außerdem gibt es zahlreiche süße Illustrationen, die ebenso wie der verspielte Buchschnitt aus dem Buch ein schönes Gesamtpaket für Pferdefans machen.

Wer bereits zuvor die Youtube-Videos von Mia mochte, den wird auch dieses Buch begeistern und Pferdebegeisterte werden mit Sicherheit im Anschluß an das Buch neugierig auf Mias Kanal. Wir - meine Töchter und ich - waren von dem Buch begeistert und können es Pferdfans empfehlen, allerdings ist es von der Aufmachung her eher ein Buch für Mädchen.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 25.03.2020

Frisch, amüsant, überzeugend

Männer sind auch nur Menschen
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In ihrem neusten Buch „Männer sind auch nur Menschen: Warum es hilft, sie hin und wieder daran zu erinnern“ gibt die Autorin Nicole Staudinger zahlreiche Tipps und Ratschläge, wie Frauen sich effektiv ...

In ihrem neusten Buch „Männer sind auch nur Menschen: Warum es hilft, sie hin und wieder daran zu erinnern“ gibt die Autorin Nicole Staudinger zahlreiche Tipps und Ratschläge, wie Frauen sich effektiv und Schlagfertig gegen Männer und festgefahrene Muster zu Wehr setzen können ohne böse anzuecken.

Ihr Schreibstil gefiel mir ausgesprochen gut. Ich habe mich direkt angesprochen gefühlt. Die kurzen Kapitel lassen sich ruckzuck lesen, sind unterhaltsam, abwechslungsreich und amüsant. Viel Situation und Beispiel kamen mir ausgesprochen bekannt vor und ihre Ideen, wie man am besten damit umgeht oder wie man reagieren könnte, fand ich klasse.

Schlagfertigkeit ist wichtig, aber genauso wichtig ist es, dass wir Frauen zusammenhalten und gemeinsam gegen die Vorurteile und Einschränkungen, die sich in der Gesellschaft eingeschlichen haben, vorgehen.
Ein Buch aus dem Leben, das es wirklich auf den Punkt trifft – lesen lohnt sich.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere