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Veröffentlicht am 15.05.2026

Zwischen Sicherheit & Freiheit

Die unendliche Sehnsucht der Haushaltsgeräte
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„Die unendliche Sehnsucht der Haushaltsgeräte“ ist ein außergewöhnlicher Roman des in Calgary lebenden Autors Glenn Dixon.

Handlungsort ist der Haushalt von Harold und Edie. In diesem gibt es eine ganze ...

„Die unendliche Sehnsucht der Haushaltsgeräte“ ist ein außergewöhnlicher Roman des in Calgary lebenden Autors Glenn Dixon.

Handlungsort ist der Haushalt von Harold und Edie. In diesem gibt es eine ganze Menge Haushaltsgeräte. Eines davon ist Scout, ein kleiner Staubsaugerroboter, der genau weiß, was wann im Haus zu tun ist. Nach Edies Tod macht sie sich - gemeinsam mit einigen anderen Haushaltsgeräten - daran, Harold aus seinem Tief herauszuholen.
Was sich zunächst nach einer putzigen Story anhört, wird zu einer unheimlichen Dystopie, die bei mir für Gänsehaut gesorgt hat. Nicht alle Geräte haben so menschliche Züge wie Scout.
Neben dem Zusammenspiel zwischen Mensch und Maschine geht es auch um Einsamkeit im Alter, Sicherheit versus Entscheidungsfreiheit, Überwachung und viele weitere Themen, die das Leben in unserer technisierten Welt mit sich bringt.

Mich hat das Buch positiv überrascht. Es ist emotional, berührend, aber auch dystopisch und erschreckend. Hier steckt eine Menge zwischen den Zeilen.

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Veröffentlicht am 15.05.2026

Zwischen Show und Leben

Sunset Flip
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Mit seinem Buch „Sunset Flip“ gibt der in Kentucky lebende US-amerikanische Autor und Musiker Joey Goebel einen interessanten Einblick in die Welt des Wrestlings. Es ist aber keineswegs nur etwas für Fans ...

Mit seinem Buch „Sunset Flip“ gibt der in Kentucky lebende US-amerikanische Autor und Musiker Joey Goebel einen interessanten Einblick in die Welt des Wrestlings. Es ist aber keineswegs nur etwas für Fans dieses Sports, da es einiges mehr zu bieten hat.

Der Wrestler Auggie Schnuck – genannt „The Aug“ konnte bereits einige sportliche Erfolge feiern.

Sein nächstes Ziel ist eine Rolle beim Film. Karrieretechnisch könnte es kaum besser laufen. Auch privat läuft es für Auggie gut. Er will mit seiner Freundin Nadine zusammenziehen und eine Familie gründen. Dennoch ist er von Selbstzweifeln geplagt.

Der Schreibstil von Joey Goebel ist dicht und intensiv. Die Handlung wird nicht chronologisch erzählt und bewegt sich zwischen August 1977 und Mai 2024. Da die Kapitel mit der Nennung des Ortes und des Datums beginnen, ist die Einordnung jedoch problemlos.
Die Charaktere wirken authentisch und sind vielschichtig angelegt. Auggie und Nadine leben zwischen Show und der Realität.
Dabei war für mich bisher unklar, wie viel Show Wrestling bedeutet. Bisher wusste ich nur wenig über diesen Sport und habe interessante Einblicke erhalten.

Trotz - oder vielleicht sollte ich sagen wegen - seines Erfolges steht Auggie unter enormen Druck. Er ist sehr impulsiv, steht permanent zwischen der Show und dem Leben, womit er auch zwischen der Identität als Sportler und Freund lebt. Sein Konflikt wird spürbar und ist sicherlich einer, der sich ebenso auf andere Sportarten übertragen lässt.

Obwohl Wrestling keine der Sportarten ist, die mich übermäßig interessiert, fand ich das Buch aufgrund der Darstellung der Charaktere interessant. Man muss also kein Fan dieses Sports sein, um Gefallen daran zu finden.

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Veröffentlicht am 12.05.2026

Die Entstehungsgeschichte eines Familienunternehmens

Die Schwartau-Schwestern - Die Süße des Lebens
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„Die Schwartau-Schwestern - Die Süße des Lebens“ ist ein interessanter Roman über die Entstehungsgeschichte eines deutschen Familienunternehmens von Romy Herold.
Romy Herold ist das Pseudonym von Eva-Maria ...

„Die Schwartau-Schwestern - Die Süße des Lebens“ ist ein interessanter Roman über die Entstehungsgeschichte eines deutschen Familienunternehmens von Romy Herold.
Romy Herold ist das Pseudonym von Eva-Maria Bast und Jørn Precht

Ich lese immer wieder gerne historische Romane und es begeistert mich besonders, wenn es dabei um etwas so Greifbares und Alltagsnahes geht wie in diesem Buch.
Die Schwartauer Werke und ihre Produkte sind vermutlich so ziemlich jedem bekannt und in vielen Haushalten stehen die Konfitüren, Fruchtaufstriche und Gelees auf dem Frühstückstisch.
Aber wer weiß schon etwas über die Entstehungsgeschichte dieses Familienunternehmens?

Romy Herold hat sich intensiv mit dem Familienunternehmen beschäftigt und herausgekommen ist ein ausgesprochen interessanter und unterhaltsamer historischer Roman.

Im Jahr 1899 geht es für die Familie Fromm von Rostock nach Schwartau. Dort gründen die Brüder Otto und Paul eine Fabrik zur Herstellung von Bohnerwachs und Fußbodenöl.
Emmas Traum war es schon immer, eine Marmeladenfabrik zu gründen und manchmal werden Träume wahr. Sie und ihre Schwester Tilde steigen in das Familienunternehmen ein und beginnen mit der industriellen Herstellung von Marmelade. Was hier so einfach klingt, war ein steiniger Weg. Frauen wurden in der Geschäftswelt nicht gerne gesehen und der Erste Weltkrieg sowie die folgende Inflation machten es den Schwestern nicht leicht. Aber dank ihres Geschäftssinns und zahlreicher guten Ideen haben sie das Familienunternehmen auf die richtigen Bahnen gelenkt.

Gut gefiel mir, dass der Roman nicht plötzlich aufhört. Das Leben der Familie Fromm ging weiter und die Schwartauer Werke gibt es bis heute. Dafür gibt es ein abschließendes Kapitel „Wie es weiterging“.

Auch die Innencover möchte ich nicht unerwähnt lassen, da dort nostalgische Fotos der Familie und des Unternehmens zu finden sind, die die Atmosphäre der damaligen Zeit gelungen einfangen.

Wer sich für das Leben starker, mutiger Frauen mit Unternehmergeist interessiert oder gerne Bücher über die Geschichte deutscher Familienunternehmen liest, wird sicherlich Gefallen an diesem gut recherchierten Roman finden.

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Veröffentlicht am 11.05.2026

Abgründe & Lügen

Party of Liars
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„Party of Liars“ ist ein spannendes Drama der in Hill Country lebenden Autorin Kelsey Cox.

Sophie wird 16 und für sie ist eine glamouröse Party geplant. Ihre Eltern Ethan und Kim leben getrennt, das ...

„Party of Liars“ ist ein spannendes Drama der in Hill Country lebenden Autorin Kelsey Cox.

Sophie wird 16 und für sie ist eine glamouröse Party geplant. Ihre Eltern Ethan und Kim leben getrennt, das Fest soll in dem Haus von Ethan und seiner neuen Frau Dani stattfinden. Um das Anwesen gibt es Gerüchte, dort soll es spuken.

In kurzen Kapitel werden die Ereignisse aus den Perspektiven von Dani, Kim, Órlaith - dem irischen Kindermädchen für Charlotte, dem gemeinsamen Baby von Ethan und Dani - und Mikayla, der besten Freundin von Sophie geschildert.
Durch diese Wechsel bekommt man einen guten Einblick in die sehr unterschiedlichen Charaktere und es ist für Abwechslung gesorgt.

Die Spannung baut sich nur langsam auf, da sich die Autorin viel Zeit für die Charaktere, die Atmosphäre und das Setting nimmt.

Die Protagonistinnen könnten kaum unterschiedlicher sein, wirklich sympathisch war mir auf Anhieb keine von ihnen. Jede schien ihre Geheimnisse zu haben, zu manipulieren und etwas zu verbergen.

Das Setting, dieses opulente Anwesen fand ich sehr gut gewählt und dargestellt. Wohnen möchte ich dort nicht, auf mich wirkte es kalt und unheimlich.
Obwohl bereits durch die ersten Seiten klar ist wie die Party endet, ist das Buch spannend zu lesen. Ich habe gerätselt wer zu Tode gekommen ist und wie es dazu kommen konnte.

Die Auflösung hat mich überrascht, war aber stimmig und passend.
Für mich war das Buch kein Thriller im klassischen Sinne, sondern viel mehr ein Familiendrama mit hoher Spannung, in dem sich menschliche Abgründe auftun, die bei mir für Entsetzen gesorgt haben

Wer atmosphärische Schauplätze mag, Wert auf gut ausgearbeitete Charaktere legt und auch mit unzuverlässigen Perspektiven klar kommt, den dürfte dieses spannende Familiendrama fesseln. Wer Action sucht, könnte enttäuscht werden.

Es ist ein Buch voller Abgründe und Lügen, das zeigt, dass Glasfassaden Licht hereinlassen, aber die Dunkelheit im Inneren bleibt.

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Veröffentlicht am 10.05.2026

Gelungener Reihenauftakt mit interessanten Charakteren

Léon und die Frau im blauen Kleid
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„Léon und die Frau im blauen Kleid“ ist der erste Fall für das neue Ermittlerduo Commissaire Léon de Cavallier und seine Kollegin Nadia Bentaleb des Autors Alexander Oetker.

Handlungsort ist Nizza, eine ...

„Léon und die Frau im blauen Kleid“ ist der erste Fall für das neue Ermittlerduo Commissaire Léon de Cavallier und seine Kollegin Nadia Bentaleb des Autors Alexander Oetker.

Handlungsort ist Nizza, eine Gegend, die direkt Urlaubsstimmung aufkommen lässt, die allerdings schnell wieder vergeht, wenn man liest, dass eine Leiche am Strand angespült wurde. Damit erhält Commissaire Léon de Cavallier einen neuen Fall. Léons ehemaliger Partner ist inzwischen im Ruhestand und so bekommt er Commissaire Nadia Bentaleb an seine Seite gestellt.

Mit Léon und Nadia hat Alexander Oetker zwei Charaktere geschaffen, die kaum unterschiedlicher sein könnten. Léon stammt aus einer wohlhabenden Familie, ist ein Snob, wirkt arrogant, liebt Luxus und stellt eine Überlegenheit gerne zur Schau. Nadia ist das krasse Gegenteil. Sie kommt aus aus einfachen Verhältnissen aus Paris, kann zupacken, hat Biss und ist sehr direkt. Beide haben ihre Stärken und Schwächen und ergänzen sich bei ihren Ermittlungsarbeiten perfekt. Wo Léon unangenehm auffallen würde, kann Nadia übernehmen.

Ebenso kontrastreich wie die Protagonisten ist das Leben in Nizza. Auf der einen Seite gibt es teure Hotels und luxuriöse Yachten und auf der anderen das Problemviertel in denen das Verbrechen lauert.

Die Kapitel sind kurz - 29 auf 304 Seiten - und leicht zu lesen. Der Schreibstil ist lebendig und auch durchaus humorvoll. Mir gefiel diese Kombination sehr und ich habe gerne mitgerätselt, was vorgefallen sein könnte.

Auch wenn der eigentliche Fall zufriedenstellend gelöst wird, bleiben Fragen, die mich nun gespannt auf den zweiten Fall dieses ungewöhnlichen Ermittlerduos warten lassen.

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