Profilbild von AnnaMagareta

AnnaMagareta

Lesejury Star
offline

AnnaMagareta ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit AnnaMagareta über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 15.05.2021

Ein interessantes Sachbuch über das Leben und Widersprüche der menschlichen Existenz mit interessanten Bezug zum Autor

Wie hat Ihnen das Anthropozän bis jetzt gefallen?
0

„Wie hat Ihnen das Anthropozän bis jetzt gefallen?“ ist das erste Sachbuch des in Indianapolis lebenden Jugendbuchautors John Green. Da ich die bisherigen Bücher des Autors mit Begeisterung gelesen habe, ...

„Wie hat Ihnen das Anthropozän bis jetzt gefallen?“ ist das erste Sachbuch des in Indianapolis lebenden Jugendbuchautors John Green. Da ich die bisherigen Bücher des Autors mit Begeisterung gelesen habe, war ich sehr gespannt auf sein neustes Werk und hatte entsprechend hohe Erwartungen, die nicht enttäuscht wurden.

Obwohl es ein Sachbuch ist, ist es auch ein sehr persönliches Buch des Autors. Dabei greift er eine Vielzahl ganz unterschiedlicher Themen unserer Epoche auf. Es geht um Duftsticker, Teddybären, Kanadagänse, Monopoly, Planeten und vieles mehr. Die Mischung ist fast ein wenig skurril, dafür aber umso interessanter. Die Vielfalt der Informationen ist abwechslungsreich und ich habe zahlreiche neue wissenswerte Fakten vermittelt bekommen. Komplexe Vorgänge werden anschaulich erklärt und am Ende seiner Kapitel bewertet Green die Thematik mit der aus seiner Sicht angemessenen Anzahl von Sternen. Da er bei jeden Thema den Bezug zu sich sucht, habe ich auch einiges über das Leben des Autors erfahren.

Der Schreibstil ist flüssig und humorvoll, so macht es Spaß an Wissen dazuzugewinnen.

Für mich war das Buch eine willkommene Abwechslung aus Wissen, Gedanken und Erfahrungen des Autors, dem ich 5 Sterne gebe, so wie John Green das auch gerne in den einzelnen Kapiteln seines Buches gemacht hat.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 09.05.2021

Düsterer Thriller mit Gänsehautfeeling

Ich will dir nah sein
0

„Ich will dir nah sein“ ist ein packender Psychothriller der in London lebenden Deutsch-Britin Sarah Nisi.

Lester Sharp fällt es schwer zwischenmenschliche Beziehungen zu knüpfen. Als neben ihm die junge ...

„Ich will dir nah sein“ ist ein packender Psychothriller der in London lebenden Deutsch-Britin Sarah Nisi.

Lester Sharp fällt es schwer zwischenmenschliche Beziehungen zu knüpfen. Als neben ihm die junge Tänzerin Erin einzieht, weckt diese sein Interesse.

Lester weiß zunächst nicht so recht wie er an sie herankommen soll, beginnt sie zu stalken und versucht sich stets in ihrer Gegenwart aufzuhalten. Er ist regelrecht besessen von Erin, die merkt, dass etwas nicht stimmt und sich zunehmend unwohler fühlt.

Die Geschichte wird aus drei verschiedenen Perspektiven geschildert, aus der von Lester, der von Erin und der des Wohnungsmaklers Rhys. Durch die kurzen Kapitel und den raschen Sichtwechsel bekommt man schnell einen guten Überblick. Jedes Kapitel trägt eine entsprechende Überschrift, so dass es leicht ist, zu folgen. Die Handlung findet in der Gegenwart statt, lediglich Lesters Perspektive taucht zum Teil in die Vergangenheit ein, wodurch man tiefere Einblicke in seinen Charakter bekommt.

Erin macht einen sympathischen Eindruck, ist sehr ehrgeizig und ahnt zunächst nichts von Lesters Interesse. Durch ihre Ahnungslosigkeit und Lesters Vorgehen wird schnell Spannung aufgebaut. Man folgt der Handlung, möchte am liebsten eingreifen und kann nur mit Entsetzen lesen, was vor sich geht. Es gibt zahlreiche unvorhersehbare Wendungen, das Ende ist aber logisch und nachvollziehbar.

Während des Lesens hatte ich mehrfach eine Gänsehaut und hätte gerne in das Geschehen eingegriffen. Die Spannung war durchgängig hoch und ich kann dieses fesselnde Buch Thrillerliebhabern nur empfehlen.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 07.05.2021

Atmosphärischer Krimi aus dem Ruhrgebiet mit einer ungewöhnlichen Ermittlerin

Doppelbock
0

„Doppelbock“ ist nach „Kohlenwäsche“ der zweite Kriminalroman aus dem Ruhrgebiet des Autors Thomas Salzmann mit der Ex-Hauptkommissarin Frederike Stier.

Wegen ihrer Herzprobleme ist die ehemalige Hauptkommissarin ...

„Doppelbock“ ist nach „Kohlenwäsche“ der zweite Kriminalroman aus dem Ruhrgebiet des Autors Thomas Salzmann mit der Ex-Hauptkommissarin Frederike Stier.

Wegen ihrer Herzprobleme ist die ehemalige Hauptkommissarin Frederike Stier in den Vorruhestand gegangen. Als nun ein Bekannter von ihr, der sich aktiv mit einem Umweltskandal beschäftigt hat, tot aufgefunden wird, beginnt sie zu ermitteln und das wird nicht von allen gern gesehen.

Ohne langes Vorgerede landet man direkt mitten in der Handlung. Die Kapitel sind kurz und der Schreibstil ist lebendig mit einer wohl proportionierten Prise Humor. Die Atmosphäre des Ruhrgebiets wird gut eingefangen und ich hatte beim Lesen die Kulisse bildlich vor Augen. Die Dialoge sind teilweise von einem recht ruppigen Umgangston geprägt, der den Charakteren etwas typisch ruhrpotthaftes verleiht.

Frederike Stier ist eine ungewöhnliche Ermittlerin mit Ecken und Kanten, die ungern Kompromisse eingeht, manchmal ein wenig rechthaberisch ist und verbal gut austeilen kann. Auch die übrigen Charaktere werden facettenreich dargestellt und wirken authentisch.
Neben einer spannenden Story erhält man interessante Einblicke in die Ziele der Umweltschützer, Details zu den Folgen des Steinkohlebergbau, daraus resultierende Klimaveränderungen und der Umweltverschmutzung durch Altlasten.

Der spannende Fall findet eine gute, gelungene und für mich durchaus überraschende Auflösung. Mir hat das Buch gefallen und ich würde Frederike gerne bei der Auflösung eines weiteren Verbrechens begleiten.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 05.05.2021

Ein aufwühlendes Buch über ein Thema, das immer noch zu wenig Beachtung findet: Burn-out

Die Stille vor Lilou
0

Bisher kannte ich nur die Thriller von Astrid Korten. Mit „Die Stille vor Lilou“ hat die Autorin bewiesen, dass sie weitaus mehr als nur Spannung beherrscht.

Der Lehrer Jules Lefèvre leidet an Burn-out. ...

Bisher kannte ich nur die Thriller von Astrid Korten. Mit „Die Stille vor Lilou“ hat die Autorin bewiesen, dass sie weitaus mehr als nur Spannung beherrscht.

Der Lehrer Jules Lefèvre leidet an Burn-out. Als Folge daraus hat er sich zurückgezogen, ist psychisch instabil und erholt sich nur langsam. Als ihm dann das Schicksal nun endgültig den Boden unter den Füßen wegreißt, ist seine Wahrnehmung nur noch sehr eingeschränkt und zeitweise einfach total gestört.

Die Geschichte wird zum Teil in der Vergangenheit und zum Teil in der Gegenwart erzählt. Immer wieder erfolgt ein Wechsel zwischen den Zeitebenen. Dadurch erfährt man langsam mehr über das Leben von Jules und kann sich so nach und nach an sein Leben heran puzzeln. Jules Burnout, seine Kraftlosigkeit, seine Lethargie, seine Gleichgültigkeit, seine Wesensveränderung, das alles - sowie der fehlende Halt in seinem Leben - sind sehr nachvollziehbar beschrieben.

Der Schreibstil von Astrird Korten ist trotz des schwierigen Themas angenehm zu lesen. Jules Schicksalsschläge haben mich sehr mitgenommen. Die bedrückende Stimmung wird mehr als deutlich.

Mich hat das Buch regelrecht umgehauen. Die Probleme, die ein Burn-out mit sich bringt, die Macht- und Hilflosigkeit der Angehörigen und Freunde wird hier sehr deutlich.

Mein Fazit: Ein wirklich großartiger Roman zu einem Thema, dem noch immer viel zu wenig Beachtung geschenkt wird.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 03.05.2021

Zwischen zwei Kulturen

Laudatio auf eine kaukasische Kuh
2

„Laudatio auf eine kaukasische Kuh“ ist ein ungewöhnlicher Roman der in München lebenden Autorin Angelika Jodl.

Olga Evgenidis Familie kommt ursprünglich aus Georgien. Olga studiert Medizin, möchte Ärztin ...

„Laudatio auf eine kaukasische Kuh“ ist ein ungewöhnlicher Roman der in München lebenden Autorin Angelika Jodl.

Olga Evgenidis Familie kommt ursprünglich aus Georgien. Olga studiert Medizin, möchte Ärztin werden und fühlt sich als Deutsche. Ihre Herkunft und ihr Nachname sind ihr unangenehm, aber da sie in Felix Van Saan - ebenfalls ein Mediziner - verliebt ist und mit ihm eine gemeinsame Zukunft plant, sieht es ganz so aus als ob sie ihr altes Leben bald hinter sich lassen könnte. Als Jack Jennerwein aufkreuzt, der so ganz anders ist als Felix, bringt dieser Olga gewaltig durcheinander.

Ich mag den Schreibstil von Angelika Jodl und ihren ungewöhnlichen Humor sehr gerne. Die Charaktere sind ein wenig gewöhnungsbedürftig und eine wirklich bunte und unkonventionelle Mischung. Da die Perspektive wischen Olga und Jack wechselt, liest sich das Buch abwechslungsreich.

Mit Olga hat die Autorin eine interessante Protagonistin geschaffen, die ihre kulturellen Wurzeln und ihrem Platz im Leben sucht. Olga ist schlagfertig und, manchmal ein wenig zynisch. Insgesamt waren ihre Gedanken und Gefühle nachvollziehbar, gleichzeitig fand ich es aber schade, dass ihr ihre Herkunft und ihre Familie so unangenehm ist. Zugegebenermaßen ist ihre Familie ein ziemlich schräger Haufen, den ich jedoch äußerst unterhaltsam fand, auch wenn hier einige Klischees bedient wurden. Jack ist das genaue Gegenteil von Felix, planlos und unbedacht. Trotzdem fühlt sich Olga von ihm angezogen. Ich fand sein Verhalten teilweise eher beängstigend.

Neben der Geschichte um Olga, ihre Familie, Jack und Felix gab es auch einige Informationen über Georgien, die Kultur und die Sprache, hier wäre aber sicherlich mehr möglich gewesen.

Mich hat das Buch gut unterhalten und ich fand es einfach erfrischend anders.

  • Handlung
  • Erzählstil
  • Chraktere
  • Cover
  • Thema