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Veröffentlicht am 19.09.2020

Ein zeitloser Roman

Der Halbbart
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In "Der Halbbart" erzählt der Schweizer Schriftsteller und Drehbuchautor Charles Lewinsky eindrucksvoll über das Leben der Menschen aus einem Dorf in der Talschaft Schwyz im Jahr 1313.

Eusebius, der nur ...

In "Der Halbbart" erzählt der Schweizer Schriftsteller und Drehbuchautor Charles Lewinsky eindrucksvoll über das Leben der Menschen aus einem Dorf in der Talschaft Schwyz im Jahr 1313.

Eusebius, der nur Sebi genannt wird, lebt mit Mutter und seinen beiden Brüdern Poldi und Geni zusammen. Eines Tages taucht der Halbbart im Dorf auf. Er kommt vom Herzogtum Österreich und von ihm erfährt Sebi eine Menge über das Leben.

Der Schreibstil des Autors ist grandios. Er nimmt einen direkt mit in das Mittelälter, lässt sich aber trotzdem sehr angenehm lesen. Die Ausdrücke im Schweizerdeutsch lassen sich zum größten Teil aus dem Zusammenhang erschließen, aber am Ende des Buches findet man auch noch einen Link, der einen zu einem entsprechenden Glossar führt. Die damalige Atmosphäre und das Leben werden authentisch und bildhaft dargestellt. Der Halbwüchsige Sebi und auch die übrigen Charaktere werden facettenreich beschrieben. Durch seine Geschichten spürt man was für eine große Rolle die Kirche, das Kloster und der Aberglaube damals gespielt haben. Das Leben ist hart und grausam, woran auch die Soldaten und die Kirche gleichermaßen ihren Anteil tragen.

Es ist keine Zusammenhängende Geschichte, die hier erzählt wird, sondern einen Aneinanderreihung von vielen kleinen Ereignissen, die das Zeitgeschehen erschreckend, berührend aber auch amüsant wiedergeben. Immer wieder lassen sich dabei Parallelen zur heutigen Zeit ziehen und man muss feststellen, dass sich seit dem Mittelalter eigentlich gar nicht viel verändert hat.

Mir hat die eindrucksvolle und fast poetische Sprache des Autors sehr gut gefallen, aber es ist ein Buch, für das man sich ein wenig Zeit nehmen sollte und das man ein wenig sacken lassen muss.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 18.09.2020

Eine Welt mit Engel und Dämonen

Highcliffe Moon - Engelsblut
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„Highcliffe Moon – Engelsblut“ ist die Fortsetzung von „Highcliffe Moon - Seelenflüsterer“ von der Autorin Susanne Stelzner und lässt sich problemlos ohne Vorkenntnisse aus dem ersten Band lesen.

Die ...

„Highcliffe Moon – Engelsblut“ ist die Fortsetzung von „Highcliffe Moon - Seelenflüsterer“ von der Autorin Susanne Stelzner und lässt sich problemlos ohne Vorkenntnisse aus dem ersten Band lesen.

Die 17-jährige Valerie hat sich in ihren Schutzengel Hendrik verliebt. Ihre größte Sorge ist, dass sie Hendrik verlieren könnte, da er wegen guter Taten befördert werden könnte und dann die Erde verlassen müsste. In dieser Fantasywelt gibt es aber nicht nur Engel, sondern auch Dämonen und ganz irdische Probleme, die Vals Freundeskreis mit sich bringt.

Der Schreibstil der Autorin lässt sich leicht und locker lesen und mit ihrer Highcliffe Moon-Reihe hat sie eine fantastische Fantasiewelt geschaffen, in die ich während des Lesens voll und ganz abtauchen konnte.

Die Charaktere wirken lebendig und sind facettenreich, hier ist keiner perfekt und keiner trägt nur das Böse in sich. Da das Buch aus Vals Perspektive geschrieben ist, kann man ihre Gefühle, Gedanken und ihre Angst gut nachvollziehen.

Mich hat das Buch gut unterhalten und ich mag diese Welt mit Engel und Dämonen.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 17.09.2020

Fesselnd & emotional

Tage mit Ida
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„Tage mit Ida“ ist ein fesselnder und emotionaler Roman der in Süddeutschland lebenden Autorin Hiltrud Baier.

Susanne lebt schon ihr ganzes Leben in Kirchheim unter Teck. Ihr Mann ist beruflich viel ...

„Tage mit Ida“ ist ein fesselnder und emotionaler Roman der in Süddeutschland lebenden Autorin Hiltrud Baier.

Susanne lebt schon ihr ganzes Leben in Kirchheim unter Teck. Ihr Mann ist beruflich viel unterwegs und sie hilft im Café ihres Bruders Martin, das sich schon seit Jahrzehnten im Familienbesitz befindet, aus. Ihre Mutter lebt seit einiger Zeit im Altersheim und wird zunehmend dement. Mit dem Auftauchen einer älteren Dame - Ida - im Café, die sich ausgiebig die Fotos im Café anschaut, ändert sich für Susanne auf einmal alles. Sie behauptet die Halbschwester von ihrer Mutter zu sein, von deren Existenz Susanne bisher nichts geahnt hat, aber sie spürt eine Verbindung und möchte mehr über ihre Familiengeschichte erfahren.

Der Schreibstil von Hiltrud Baier ist sehr angenehm zu lesen. In kurzen Kapiteln wechselt sie zwischen den Orten, der Gegenwart und der Vergangenheit. Dadurch möchte man stets weiterlesen, da die verschiedenen Handlungsstränge gleichermaßen fesselnd sind.

Die Charaktere werden lebendig und authentisch dargestellt und sowohl Idas als auch Susannes Gefühle und Gedanken werden nachvollziehbar beschrieben. Es ist eine Familiengeschichte voller Emotionen, in der zu Beginn vieles ungeklärt ist und lauter offene Fragen im Raum stehen. Mit jeder Seite erfährt man mehr, so dass sich die Ereignisse nach und nach wie ein Puzzle zusammensetzen.

Mich hat das Buch sehr gefesselt. Es endete anders als erwartet, war aber durchweg rund und stimmig, so dass ich es nur empfehlen kann.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 16.09.2020

Genial gestaltet & sehr lebendig

Sam Wu - Hat KEINE Angst vor Gespenstern
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„Sam Wu - hat KEINE Angst vor Geistern“ ist das erste Buch von dem Autorenduo Katie und Kevin Tsang.

Sam Wu ist – durch seine Freundin Zoe beurkundet - staatlich geprüfter Geisterjäger und muß seinem ...

„Sam Wu - hat KEINE Angst vor Geistern“ ist das erste Buch von dem Autorenduo Katie und Kevin Tsang.

Sam Wu ist – durch seine Freundin Zoe beurkundet - staatlich geprüfter Geisterjäger und muß seinem Erzfeind Ralf Philip Zinkermann dem Dritte beweisen, dass er keine Angst hat und kein Angsthase ist wie dieser behauptet. Deswegen begibt er sich mit Unterstützung seiner Freunde Zoe und Anton auf Geisterjagd. Passende Anregungen findet er bei seiner Lieblingsserie Space Blasters.

Die Gestaltung der Geschichte ist klasse und erinnert durch die zahlreichen Illustrationen von Nathan Reed, den Sprechblasen und durch die verschiedenen Schrifttypen schon fast an einen Comic. Dadurch wirken die Ereignisse sehr lebendig, humorvoll und sind auch gut eignet für Kinder, die nicht so gerne lesen bzw. beim Vorlesen viel zum Schauen haben wollen.

Sam Wu ist ein toller Protagonist, den man einfach mögen muss. Er wird ebenso lebendig dargestellt wie die übrigen Charaktere.
Da die Ereignisse aus der Ich-Perspektive von Sam berichtet werden, kann man sich gut in ihn hineinversetzen. Es werden wichtige Themen wie Angst, Mobbing, Freundschaft und Unterstützung altersgerecht angesprochen. Das Buch ist für kleine Kinder ab 5 Jahren empfohlen und ich finde, dass es eine gute Grundlage bietet, um mit ihnen über diese schwierigen Themen zu sprechen.

Fazit: Ein wundervoll illustriertes Kinderbuch, das wichtigen Themen anspricht und mit seinem Humor nicht nur die Kleinen begeistert.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 15.09.2020

Bewegende Geschichte mit einer tollen Atmosphäre

Das Kind der Wellen
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"Das Kind der Wellen" ist ein bewegender und emotionaler Roman mit einer fesselnden Handlung der Autorin Rebecca Martin.

Die Handlung findet auf zwei Zeitebenen statt.

In der Gegenwart lernen wir Lisa ...

"Das Kind der Wellen" ist ein bewegender und emotionaler Roman mit einer fesselnden Handlung der Autorin Rebecca Martin.

Die Handlung findet auf zwei Zeitebenen statt.

In der Gegenwart lernen wir Lisa kennen, die ihre Tochter bei einem tragischen Badeunfall verloren hat. Diesen Verlust verkraftet sie nicht, wendet sich von ihrem Mann und ihren beiden Söhnen ab und zieht zurück an die Nordseeküste, wo sie hofft das Erlebte verarbeiten zu können.

100 Jahre zuvor lebte Vicky in dem Haus, die sich in einen französischen Soldaten mit marokkanischer Herkunft verliebte.


Der Schreibstil der Autorin liest sich angenehm flüssig. Durch die Wechsel zwischen der Gegenwart und der Vergangenheit baut sie Spannung auf. Man möchte wissen, wie es weitergeht und wie die beiden Handlungsstränge sich miteinander verbinden werden.

Mir gefiel der Teil in der Vergangenheit noch besser als der in der Gegenwart, da ich Vicky einfach lieber mochte und ich die historischen Hintergründe ausgesprochen interessant fand. Zudem fand ich Lisa ein klein wenig selbstsüchtig, da sie sich sehr auf ihre Trauer konzentriert und darüber ihre beiden anderen Kinder vernachlässigt. Dennoch sind ihre Gefühle, ihr Weg aus der Trauer zurück in das Leben überzeugend und authentisch dargestellt.


Auch das Setting hat Rebecca Martin gut gewählt und gekonnt in Szene gesetzt. Ich hatte durchweg Bilder vor Augen und konnte die Atmosphäre der Nordsee beim Lesen spüren.

Die übrigen Charaktere – sowohl in der Gegenwart als auch in der Vergangenheit – sind stimmig gewählt und passen in die Handlung.

Ich habe das Buch gerne gelesen, es hat mich emotional berührt und gut unterhalten.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere