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Veröffentlicht am 29.05.2026

Auf den Spuren der Familie Wagner

Die Wagners
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„Die Wagners: Eine Familie zwischen Musik und Macht“ ist eine interessante und umfassende Familienbiografie des Autors und Kulturwissenschaftler Michael Lemster.

Richard Wagner wird so gut wie jedem ein ...

„Die Wagners: Eine Familie zwischen Musik und Macht“ ist eine interessante und umfassende Familienbiografie des Autors und Kulturwissenschaftler Michael Lemster.

Richard Wagner wird so gut wie jedem ein Begriff sein, da kommen direkt die Assoziationen zu den Bayreuther Festspielen, „Tristan und Isolde“ oder „Der Ring des Nibelungen“. Aber das war es dann auch schon, zumindest bei mir. So richtig viel wusste ich bisher über den Künstler - der als einer der bedeutendsten und einflussreichsten deutschen Komponisten der Romantik gilt - nicht.

Mit diesem Werk von Michael Lemster hat sich das geändert. Er gibt nicht nur umfangreiche Einblicke in das Leben von Richard Wagner, sondern in das seiner gesamten Familie.
Dabei beschränkt er sich keineswegs nur auf die Musik, sondern betrachtet die Familie im Zusammenhang mit den gesellschaftlichen Gegebenheiten, historischen und politischen Ereignissen.

Der Schreibstil des Autors ist angenehm eingängig zu lesen und es ist ihm gut gelungen, historische Fakten lebendig am Familienleben zu vermitteln. Dabei kommen sie nicht immer gut weg, aber er schreibt auch, dass es eines seiner Anliegen war, alles authentisch und ungeschönt darzustellen.

In dem Buch befinden sich Zeichnungen und Fotos, die den Zeitgeist gekonnt einfangen und die Familie regelrecht zum Leben erwecken.

Abschließend gibt es eine Zeittafel, die von 1770 bis in die Gegenwart reicht und damit nochmals den Einfluss der Familie Wagner bis in die heutige Zeit verdeutlicht.

Wer sich für Künstler, Musik und Familiengeschichten – eingebettet in historische Begebenheiten – interessiert, der liegt mit diesem Buch genau richtig.

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Veröffentlicht am 26.05.2026

Ein Kunstwerk aus Worten

The Artist
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„The Artist: Die Farben des Lichts“ ist das beeindruckende Debüt der Autorin Lucy Steeds.

Die Autorin entführt ihre Leser in das Jahr 1920. Der Künstler Édouard Tartuffe - genannt Tata - lebt mit seiner ...

„The Artist: Die Farben des Lichts“ ist das beeindruckende Debüt der Autorin Lucy Steeds.

Die Autorin entführt ihre Leser in das Jahr 1920. Der Künstler Édouard Tartuffe - genannt Tata - lebt mit seiner Nichte Ettie in einem abgelegenen Landhaus zwischen duftenden Lavendelfeldern in der französischen Provence. Joseph Adelaide - ein britischer Journalist - reist zu dem Maler, um ein Interview zu führen. Schon mit seiner Ankunft merkt Joseph, was für ein schwieriger Mensch Tata ist und dass in Ettie viel mehr steckt als die Nichte, die sich um den Haushalt des Künstlers kümmert.

Lucy Steeds malt mit Worten wie ihr Protagonist mit Farbe. Schon mit den ersten Seiten bin ich in der Provence angekommen, hatte die Lavendelfelder vor Augen, konnte die Hitze spüren und den Duft des Sommers riechen.

Mit ihren drei Protagonisten hat sie sehr unterschiedliche Charaktere erschaffen. Jeder von ihnen ist gleichermaßen interessant, hat etwas Besonderes und eine Vergangenheit, die Fragen aufwirft.

Obwohl der Verlauf der Handlung nicht wirklich überraschend und die Atmosphäre ruhig ist, war ich beim Lesen gefesselt und habe gespannt die Entwicklung der Charaktere verfolgt.
Lucy Steeds fängt das Flair der Provence ebenso gut ein wie den Zeitgeist der Gesellschaft. Spannend fand ich, dass sie historische Persönlichkeiten mit Fiktion verbunden hat.

In dem Roman geht es nicht nur um das Leben von Tata, Ettie und Joseph, sondern auch um Kunst, Gesellschaft und das Rollenbild der Frau zur damaligen Zeit.

Obwohl ich zum Ende hin gewünscht hätte, dass das Buch ein paar Seiten mehr hat, war ich begeistert und bin gespannt auf weitere Werke der Autorin.

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Veröffentlicht am 26.05.2026

Mehr als eine Biografie

Fliegt, Wilde Schwäne
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„Fliegt, Wilde Schwäne“ ist ein außergewöhnlicher Roman der in London lebenden chinesischen Autorin Jung Chang.

Da mich bereits der vorherige Band „Wilde Schwäne“ sehr beeindruckt hat, war ich gespannt, ...

„Fliegt, Wilde Schwäne“ ist ein außergewöhnlicher Roman der in London lebenden chinesischen Autorin Jung Chang.

Da mich bereits der vorherige Band „Wilde Schwäne“ sehr beeindruckt hat, war ich gespannt, wie die Autorin mit diesem an die Geschichte ihrer Familie und an die Chinas anknüpfen würde. Vorwissen aus dem Vorgänger ist nicht zwingend notwendig, da Jung Chang die historischen Hintergründe verständlich erklärt und vorab auch eine Zeittafel mit wichtigen Daten zu finden ist, die eine weitaus größere Zeitspanne umfasst als die Kapitel des Buches.

Anhand ihrer eigenen Familiengeschichte erzählt die Autorin die Geschichte ihres Landes bzw. des Landes, in dem sie geboren wurde. Inzwischen lebt sie in London, da sie durch Gesetze des derzeitigen Staatschef Xi Jinping aufgrund ihrer Veröffentlichungen bei ihrer Rückkehr eine Gefängnisstrafe riskieren würde.

Der Schreibstil ist nüchtern aber auch emotional packend zugleich. Diese ungewöhnliche Kombination entsteht dadurch, dass sie hier Biografisches mit historischen, sachlichen Fakten vermischt. Die Kombination aus Alltagsszenen, Grausamkeiten durch Folter, Traditionen, Landschaftsbeschreibungen und vieles mehr bieten ein umfassendes Bild des Landes und geben einen guten Einblick in das Leben der Bevölkerung über Jahre hinweg.

Durch Fotos ihrer Familie fängt Jung Chang die Atmosphäre gut ein und rundet damit ihr Werk gelungen ab.

Dieses außergewöhnliche Buch ist kein Roman im klassischen Sinne, es ist aber auch kein Sachbuch und keine Biografie, sondern eine Darstellung der Geschichte Chinas - in allen Facetten: politisch, familiär, kulturell, landschaftlich… - anhand der Familie der Autorin.
Mich hat das Lesen bereichert und wer sich für andere Kulturen oder die historische Entwicklung Chinas interessiert, der liegt hier bestimmt richtig.

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Veröffentlicht am 23.05.2026

Atemberaubende Spannung

Weil sie lügt
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„Weil sie lügt“ ist wieder ein spannender Thriller der Autorin Caroline Seibt und gleichzeitig ein Familiendrama, das unter die Haut geht.

Juli ist verschwunden. Die Polizei geht davon aus, dass sie ermordet ...

„Weil sie lügt“ ist wieder ein spannender Thriller der Autorin Caroline Seibt und gleichzeitig ein Familiendrama, das unter die Haut geht.

Juli ist verschwunden. Die Polizei geht davon aus, dass sie ermordet wurde. Hauptverdächtiger ist ihr Vater. Eine Situation, die für jede Familie unerträglich sein dürfte. Anna, die jüngere Schwester von Juli, versucht alles, um die Familie zusammenzuhalten. Leon, ihr jüngerer Bruder, hat das Ausmaß der Ereignisse noch nicht erfasst. Er ahnt nicht, dass Juli nie wieder zurückkehren wird.

Die Ereignisse werden im Wechsel aus der Perspektive von Anna und der von Katharina Engels - der leitenden Ermittlerin - berichtet. Katharina ist sehr ambitioniert und arbeitet professionell, allerdings hat sie auch ihre eigenen Probleme.
Anna wünscht sich nichts mehr als Normalität. Aber ihre Mutter ist psychisch labil und die Vorwürfe, denen ihr Vater gegenübersteht, machen dies unmöglich. Sie ist innerlich komplett zerrissen und versucht alles, um die Wahrheit herauszufinden.

Spannung ist hier durchgehend vorhanden. Die Atmosphäre ist angespannt und bedrohlich. Beim Lesen habe ich mir so sehr gewünscht, dass für Anna und den kleinen Leon alles gut wird. Annas Verhalten fand ich nicht immer korrekt, aber durchaus nachvollziehbar.

Es gab Wendungen, die ich nicht kommen gesehen habe. Beim Lesen wurden bei mir zahlreiche Emotionen hervorgerufen und das Ende hat mich dann überrascht.

Für mich hat hier alles gepasst. Der intensive Schreibstil, der durchgehend für eine beklemmende Atmosphäre gesorgt hat, gut ausgearbeitete Charaktere, deren Handlung ich nachvollziehen konnte, keine unnötige Brutalität und trotzdem Spannung ohne Ende, wie sie in einen guten Thriller gehört.

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Veröffentlicht am 23.05.2026

Zeit für Veränderungen und einen neuen Anfang

Au revoir und tschüss
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„Au revoir und tschüss“ ist ein atmosphärischer und sommerlicher Roman der Autorin Gudrun Lochte.

Die 45-jährige Caro steht mitten im Leben, als ihr bewusst wird, wie festgefahren ihre Situation ist. ...

„Au revoir und tschüss“ ist ein atmosphärischer und sommerlicher Roman der Autorin Gudrun Lochte.

Die 45-jährige Caro steht mitten im Leben, als ihr bewusst wird, wie festgefahren ihre Situation ist. Für ihren Mann Holger dreht sich alles nur noch um seinen Job und sie soll sich kurzfristig um das Abendessen für seine Gäste kümmern. In Caro regt sich Widerstand. Sie will das nicht mehr und beschließt, gegen Holgers Willen, spontan einen Sprachkurs in Uzès - einer Kleinstadt in Südfrankreich - zu besuchen.
Dort angekommen entdeckt sie sich neu. In ihr kommen Fragen hoch über die Vergangenheit und die Zukunft und sie beginnt sich neu zu sortieren.

Der Schreibstil von Gudrun Lochte liest sich leicht und flüssig. Caros Gedanken und Gefühle sind nachvollziehbar. Sie hinterfragt sich und ihr Leben, sieht Chancen und will diese nutzen.
Mit Uzès hat die Autorin einen atmosphärischen Wohlfühlort gewählt. Ich hatte fast das Gefühl mit ihr durch die Straßen zu gehen und konnte das sommerliche Flair der Kleinstadt einatmen.

Caro ist eine sympathische Protagonistin, die ihr Leben in die Hand nimmt. Sie reflektiert, beginnt die Dinge neu zu bewerten und lernt das Leben neu zu schätzen. Nach vier Wochen in Uzès hat sie sich verändert, ihre Lebensfreude kehrt zurück. Sie hat neue Menschen kennengelernt und tief in sich hineingehört.
Ich fand es schön, an Caros Gedanken teilhaben zu können und ihre Entwicklung zu verfolgen.

Das Buch ist ein ruhiger Wohlfühlroman, dessen sommerliche Vibes direkt bei mir ankamen und dessen sympathische Protagonistin an sich selbst gewachsen ist.

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