Cover-Bild Ultramarin
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16,99
inkl. MwSt
  • Verlag: Hanser Berlin in Carl Hanser Verlag GmbH & Co. KG
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: zeitgenössisch
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Ersterscheinung: 17.03.2026
  • ISBN: 9783446287617
Ann-Christin Kumm

Ultramarin

Roman
Die Sommer gehören Lou und seinem charismatischen Freund Raf, dessen Anziehungskraft sich niemand entziehen kann, am allerwenigsten Lou. Doch diesmal ist es anders: Auch die blonde Nora steigt mit ins Auto an die dänische Küste. In einem alten Ferienhaus in den Dünen leben die drei in den Tag hinein, springen in die Wellen, rauchen, kochen, streichen umeinander herum. Was von außen wie ein unbeschwerter Urlaub scheint, eröffnet in dieser neuen Konstellation langsam dunkle Abgründe. Lou ist sich auf einmal nicht mehr sicher: Will Raf noch seine Nähe oder verachtet er ihn für seine Ergebenheit? Und warum verschwindet Nora eines Nachmittags ohne ein Wort? Ann-Christin Kumms Debüt ist ein psychologisch meisterhaft konstruiertes und erotisch flirrendes Spiel mit Macht, Manipulation und Begehren.

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 17.03.2026

toxische Jugendfreundschaft

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Erst war es nur Neugier, die mich bewogen hat das Buch zu Lesen. Aber nach einigen Kapiteln war es Begeisterung, die mich an das Buch gefesselt hat. Einblicke in die Freundschaft zwischen den reichen Arztkindern, ...

Erst war es nur Neugier, die mich bewogen hat das Buch zu Lesen. Aber nach einigen Kapiteln war es Begeisterung, die mich an das Buch gefesselt hat. Einblicke in die Freundschaft zwischen den reichen Arztkindern, Sophie und Rafael, mit dem aus armen Verhältnissen stammenden Lou, sind von der Autorin sehr gut veranschaulicht. Raf ist dominant, sicher auch nazistisch veranlagt. Demütigt die Menschen um sich, weist sie ab, beschimpft und benutzt sie, um sie im nächsten Moment wieder an sich zu reißen. Lou liebt Raf und kommt trotz der vielen Enttäuschungen immer wieder zu ihm zurück, dabei müsste er es doch besser wissen. Anfangs dachte ich noch Lou wäre ein Mädchen, aber bei diesem bisexuellen Namen und wie die Autorin diese Figur anfangs beschrieben hat, konnte man das durchaus vermuten. Überhaupt erschien es mir, dass diese Jugendlichen ihre Gefühle, ihre Macht und ihre Leidfähigkeit austesten, auch in sexueller Hinsicht. Allen voran Lou. Der fühlt sich klein neben Raf und wenn der ruft, kommt er wie ein braves Hündchen angelaufen. Mehrfach habe ich mich gefragt, wie er das all die Jahre ausgehalten hat und jedes Jahr wieder mit den Geschwistern in den Urlaub gefahren ist. Und warum macht Sophie, Rafaels kleine Schwester, dabei immer mit? Sehen die Geschwister in Lou eine billige, willige Haushälterin und die im Bedarfsfall auch für mehr zur Verfügung steht? Emotional haben mich diese Beschreibungen aufgewühlt. Doch dann fährt auf der letzten gemeinsamen Reise Sophie nicht mit, dafür aber ihre Freundin Nora. Was dann in dem dänischen Ferienhaus von Rafs Vater passiert, ist unglaublich. Ich kann das Buch zu 100% empfehlen und 5 Lese-Sterne sind voll verdient.

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Veröffentlicht am 17.03.2026

Charismatisch, manipulativ, toxisch

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„Das Wasser tief unter uns, ein dunkles Blau, ultramarin. Vielleicht war das schon zu viel gewesen für meine Nerven.“

Es gibt sie, diese charismatischen Menschen, die dich festhalten, dich mit allen ...

„Das Wasser tief unter uns, ein dunkles Blau, ultramarin. Vielleicht war das schon zu viel gewesen für meine Nerven.“

Es gibt sie, diese charismatischen Menschen, die dich festhalten, dich mit allen Sinnen verführen, die dich innehalten lassen und dich von ihnen abhängig machen. Ann-Christin Kumm hat sich in ihrem Debüt ihrer angenommen, sie erzählt von ihrem manipulativen Spiel, von dem man hinterher weiß. Es eigentlich schon vorher weiß, es aber nicht wahrhaben will.

Alles beginnt mit einer Leichtigkeit, zumindest fast. Lou und Raf und Nora sind unterwegs zu dem alten Ferienhaus in Dänemark, das Rafs Familie gehört. Eigentlich sollte Sophie dabei sein, seine Schwester. Sie aber ist verhindert, deshalb schickt sie Nora mit. Sie freuen sich über unbeschwerte Tage, die vor ihnen liegen. Lou ist derjenige, der dafür sorgt, dass sie nicht hungern müssen. Und auch ansonsten ist er es, der sich kümmert.

Aus Lous Sicht wird dieses Spiel um Macht und Begehren sichtbar. Sein Blick geht zwischendurch zurück auf gemeinsam Erlebtes, auch auf Jakob, mit dem ihn viel an Intimität verband, kommt darin vor. Und immer wieder ist es Raf, der sie alle mitzieht, der sein Spiel perfekt auf seine ureigene, sehr manipulative Weise beherrscht.

Ann-Christin Kumm präsentiert ihre absolut authentisch beschriebenen Akteure in dieser sommerlichen Atmosphäre. Sie leben in den Tag hinein, genießen ihr Dasein, alles flirrt. Sie probieren sich aus, testen Grenzen aus, gehen weit darüber hinweg. Dieses Spiel um Erotik, Macht und Begehren ist hoch toxisch, die Abgründe zwischenmenschlicher Beziehungen werden deutlich sichtbar, auch wenn man am liebsten die Augen davor verschließen möchte.

Die Autorin versteht es, ihre Leser direkt mit hineinzuziehen in dieses Machtgefüge. Zunächst war ich ob der Zeitsprünge etwas verwirrt, ihr ganz eigener Schreibstil war mit bald vertraut, sie hat mich in ihr meisterhaft konstruiertes Spiel hinein gesaugt und mich erst wieder losgelassen, als es vorbei war. Erst da wusste ich um die ganze Dramatik. Sie hat in mir eine Gefühlspalette entfacht, die nie ganz positiv war, die jedoch immer gehofft hat. Das Ende kommt abrupt, ist aber trotz der Düsternis in sich stimmig. „Ultramarin“ ist ein Buch, das ich nicht missen möchte, das mich noch lange gedanklich beschäftigen wird.

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Veröffentlicht am 14.03.2026

Eine starke Geschichte

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Das Cover des Buches ist bildstark, rau, schroff und intensiv, es passt daher sehr gut zur Geschichte.
Es geht hier um Freunde, die gemeinsam, wie auch in früheren Jahren ans Meer fahren, um dort den Urlaub ...

Das Cover des Buches ist bildstark, rau, schroff und intensiv, es passt daher sehr gut zur Geschichte.
Es geht hier um Freunde, die gemeinsam, wie auch in früheren Jahren ans Meer fahren, um dort den Urlaub zu verbringen. Raf hat von seinen Eltern ein Ferienhaus an der dänischen Küste. Lou ist Protagonist in diesem Buch, er ist seit der Schule mit Raf befreundet und auch die blonde Nora fährt diesmal mit. Lou wünscht sich schon immer eine richtige Beziehung mit Raf, er lässt sie zappeln, sie kommt aber nicht gegen dessen Egozentrik, Teilnahmslosigkeit und scheinbare Kälte an. Es herrscht die ganze Zeit eine beklemmende und angespannte Stimmung. Lou verhält sich abwartend, hoffend und zuweilen auch sehr anhänglich. Raf trägt nichts zu einer positiven Stimmung bei und Nora ist das 3. Rad am Wagen, die sich zwischen die beiden drängt, jedoch merkt, dass für sie hier nichts zu gewinnen ist.
Doch der Urlaub am Meer sollte in diesem Jahr anders werden, die Dinge geraten aus dem Lot und bald entsteht eine triste Stimmung, das Ende selbst ist verstörend, überraschend und lässt doch ahnen, wozu Menschen letztendlich fähig sind, wenn sie im Schmerz gefangen sind und weiter nichts mehr ertragen können.

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Veröffentlicht am 23.04.2026

Unterwürfiges Begehren trifft auf skrupellose Dominanz

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Seit frühester Jugend verbrachten die Geschwister Raf und Sophie ihren Sommerurlaub zusammen mit Lou. Dieses Jahr soll es an die dänische Küste gehen, in das Ferienhaus von Raf und Sophies Eltern – doch ...

Seit frühester Jugend verbrachten die Geschwister Raf und Sophie ihren Sommerurlaub zusammen mit Lou. Dieses Jahr soll es an die dänische Küste gehen, in das Ferienhaus von Raf und Sophies Eltern – doch anstatt Sophie fährt diesmal ihre Freundin Nora mit. Lou, der in Raf verliebt ist und ihn begehrt, befürchtet, dieser könnte sich Nora zuwenden – was dann auch eintritt. Was ein unbeschwerter Urlaub werden sollte wird plötzlich zur bedrückenden Situation. Raf treibt ein perfides Spiel zwischen den beiden, nützt Lous Zuneigung skrupellos aus und demütigt ihn, indem er ihn mit Nora betrügt. Dann, eines Tages ist Nora plötzlich verschwunden, abgereist ohne sich zu verabschieden. Lou hofft, dass sich jetzt das Verhältnis zwischen ihm und Raf bessern wird …

Ann-Christin Kumm lebt in Berlin und arbeitet, neben Roman schreiben, als Gärtnerin. „Ultramarin“ (2026 – Hanser-Verlag) ist ihr Debütroman.

Mit diesem Buch ist der Autorin ein interessantes Debüt über eine toxische Beziehung zwischen zwei jungen Männern gelungen. Die Erzählweise ist ruhig und unaufgeregt, ganz im Gegensatz zum Inhalt. Schon früh merkt man, dass hier etwas nicht stimmt und grandios falsch läuft. Die Stimmung ist durchweg negativ, eine ungute Szene reiht sich an die nächste. Die Charaktere sind zwar sehr unterschiedlich geformt, aber alle durchweg unsympathisch. Man ist bestürzt und entsetzt, die Abgründe menschlichen Verhaltens mit zu erleben und hofft auf ein gutes Ende. Doch weit gefehlt, dies kommt abrupt, macht betroffen und schockiert.

Fazit: Ein interessantes Debüt - jedoch keine erbauliche Lektüre, was sicherlich nicht jedermanns Geschmack treffen wird.

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Veröffentlicht am 19.04.2026

Ein Sommer der kippt ...

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Ultramarin handelt von einem Sommertrip ans Meer, bei dem drei junge Leute zusammen in einem abgelegenen Ferienhaus landen – aus der entspannten Stimmung zu Anfang entsteht nach und nach ein ziemlich intensives ...

Ultramarin handelt von einem Sommertrip ans Meer, bei dem drei junge Leute zusammen in einem abgelegenen Ferienhaus landen – aus der entspannten Stimmung zu Anfang entsteht nach und nach ein ziemlich intensives Geflecht aus Nähe, Eifersucht und unterschwelligen Spannungen. Anfangs wirkt alles noch leicht und unbeschwert, aber man merkt schnell, dass die Stimmung kippt.

Der Schreibstil hat mir richtig gut gefallen: sehr atmosphärisch und gleichzeitig angenehm ruhig. Die Autorin schafft es mit ihrem Stil einen total in die verschiedenen Stimmungen zu ziehen. Besonders die unausgesprochenen Gefühle wirken total intensiv und machen das Ganze total spannend.

Ein eindringlicher, teilweise verstörender Roman über Nähe, Macht und Abhängigkeit, der vor allem durch seine starke Atmosphäre gefesselt hat. Nicht immer leicht, aber definitiv fesselnd – für mich gute vier Sterne.

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