Leben im Einklang mit der Natur
Der vergessene Wald„…unweit einer Schlossruine in einem verwunschenen Wald, im wilden Grenzgebiet zwischen England und Schottland“ hat Saskia genau hier, schon von Kindesbeinen an, mit ihrem Vater viel Zeit verbracht und ...
„…unweit einer Schlossruine in einem verwunschenen Wald, im wilden Grenzgebiet zwischen England und Schottland“ hat Saskia genau hier, schon von Kindesbeinen an, mit ihrem Vater viel Zeit verbracht und jetzt, nach dem Tod ihres Vaters, hat sie sich von ihrem Erbe Schloss Gier und viel Land drumherum gekauft mit dem Vorsatz, die Ruine weitgehend mitsamt dem Verfallprozess zu erhalten, jedoch begehbar zu machen. Auch sollte die alte Eiche in Innenhof bestehen bleiben – ein ganz und gar ambitioniertes Vorhaben.
Eine Frau, die weiß, was sie will - so ist mein erster Eindruck von Saskia. Auch wird bald klar, dass sie eine hervorragende Architektin ist, die ihr Handwerk von ihrem Vater gelernt hat. Ihr Bauvorhaben ist genehmigt, es kann also losgehen, fehlt nur noch ein Bauleiter, den sie nach langem Suchen in Owen findet. Auch ihn lerne ich bald besser kennen, auch ihn mochte ich auf Anhieb. Er stellt sein Team zusammen, es kann also losgehen.
Es ist eine anspruchsvolle Aufgabe, die beide – Bauherrin und Bauleiter – mit Bravour meistern. Wären da nicht die Gegner dieses Projektes, die mit allen Mitteln versuchen, sie zu vertreiben und zuvor einen Baustopp zu erwirken.
Das Cover zeigt ein Häuschen, das sich als Tiny House auf Rädern entpuppt, das sich Saskia direkt am Waldesrand hinstellt. So wohnt sie nahe der Baustelle, auch streift sie durch den dichten Wald, Brodie, ihr Vierbeiner, immer an ihrer Seite. Nur zu gerne würde ich mit den beiden die Umgebung erkunden und dabei so manch lauschiges Plätzchen entdecken wie diesen versteckt liegenden Naturpool - ein Leben im Einklang mit der Natur, so würde ich diese Streifzüge benennen, bei denen es noch so einiges mehr zu finden gibt, was beileibe nicht jedem gefällt.
Dieses Buch ist so viel mehr als nur ein ehrgeiziges Bauprojekt, als ein Zusammenfinden zweier Menschen, die sich im ersten Moment kritisch beäugen, sich ihre vorschnelle Meinung bilden. Die Autorin zeigt auf, wie es gelingen kann, andere Meinungen zu akzeptieren, zuzuhören, Neues zu wagen, sich auch Fehler einzugestehen. Ein warmherziger Roman, der auch die bitteren Seiten aufzeigt, der von denen berichtet, die nicht da sind, wenn man sie braucht, die aber dann, wenn sie ihren Vorteil wittern, ganz vorne dabei sind.
„Der vergessene Wald“ zeigt trotz vieler Anfeindungen ein stimmungsvolles Miteinander, das nach anfänglichen Missverständnissen den „Neustart in der Natur“ ermöglicht. Eine Geschichte, in der ich mich sofort geborgen fühlte, ein Buch, das ich nicht missen möchte. Atmosphärisch, ausdrucksstark, stimmungsvoll, spannend, sehr lesenswert.