Vom Loslassen und neu anfangen
Au revoir und tschüssSchon der Titel „Au revoir und tschüss“ lässt mich gedanklich an Neuanfang und Abschied denken – sehr aussagekräftig. Ich begleite Caro, die in einer Unibibliothek arbeitet, auf ihrem Weg zu sich selbst. ...
Schon der Titel „Au revoir und tschüss“ lässt mich gedanklich an Neuanfang und Abschied denken – sehr aussagekräftig. Ich begleite Caro, die in einer Unibibliothek arbeitet, auf ihrem Weg zu sich selbst. Mit ihrem Ehemann Holger hat sie zwei erwachsene Söhne, die zwar ihr eigenes Leben führen aber dennoch Mamas Hilfe gerne in Anspruch nehmen. Holger sowieso, er sieht sie eigentlich nicht mehr.
Und wieder einmal stellt Holger sie vor vollendete Tatsachen. Sein Chef nebst Gattin kommt zum Abendessen und selbstredend verlangt er von ihr, dass sie ein tolles Menü zaubert. Also – schnellstens Feierabend machen, einkaufen, in der Küche stehen, um sich dann als perfekte Gastgeberin zu präsentieren. Zum wiederholten Male ist Caro sauer. Auf ihren Mann und auf sich selber, denn sie lässt es zu, dass er über sie bestimmt.
Aber – genug ist genug. Schon lange träumt sie von einer Auszeit. Nur sie und Südfrankreich und eine Sprachschule. Klar, dass Holger davon nichts hält, Caro aber ist fest entschlossen.
Gudrun Lochte nimmt mich mit nach Uzès, einer Kleinstadt im Süden Frankreichs. Dieser bezaubernde Ort ist auch Caros Ziel, sie hat sich hier für vier Wochen in einer Sprachschule angemeldet. Schon die Anreise über Paris ist aufregend. Und das im wahrsten Sinne des Wortes. Natürlich ist Holger mit ihrer Auszeit nicht einverstanden, denn schließlich könnte sie ihr Französisch auch daheim aufpolieren. Sie aber ist fest entschlossen, endlich auf ihre inne Stimme zu hören.
Es ist ein Neuanfang, der auch ein Abschied von ihrem bisherigen Leben sein wird. Sie lernt neue Menschen kennen, eine Begegnung lässt ihr Herz schneller schlagen und was ganz wichtig ist – sie findet zu sich selbst.
„Au revoir und tschüss“ ist ein Roman zum Wegträumen. Caro steht in der sogenannten Mitte ihres Lebens. Sie erkennt, dass sie aus dem Alltagstrott herauswill, dass sie sich nicht mehr fremdbestimmen lassen will. Ein Sommer in Uzès ist für sie so viel mehr als „nur“, ihr Französisch aufzupolieren. Ein Sommer-Sonne-Wohlfühl-Roman zwischen Aufbruch und Ankommen.